Sells like Teen Spirit

October 23rd, 2006

Das ist ja mal echt die allerpeinlichste Versammlung von Klischeevorstellungen über die 60s/70s als globale Kollektivkindheit, die bisher zusammengemanscht wurde:

>>I was born too late, into a world that doesn’t care
Oh I wish I was a punk rocker with flowers in my hair
<<

War das toll! Ist das heute schlimm! We're so X-ed!

14 Responses to “Sells like Teen Spirit”

  1. Markus Says:

    Meiner Meinung nach gibt allein schon die Mischung aus “punk” und “flowers in my hair” als fette Portion Ironie zum Einstieg die Richtung für den ganzen Text vor. Aber klar, man kanns sicher auch bärbeißig-ernst verstehen, wenn mans denn unbedingt will.

  2. classless Says:

    Keine Ahnung, ist mir nur eben über den Weg gelaufen. Gibt es denn Hinweise aus dem restlichen Oeuvre der Dame, die auf die Art von Ironie hindeuten?

  3. classless Says:

    Also das steht auf der offiziellen Seite der Künstlerin:

    >>Her first single for RCA, *I Wish I Was A Punk Rocker* is a feisty, folky evocation of a bygone era which was inspired, somewhat unexpectedly, by the loss of her mobile phone. Sung against a clattering backdrop of shakers, handclaps and boots banging on a wooden floor the poignant lyric recalls what Sandi fondly imagines to have been a better time when: “the head of state didn’t play guitar/Not everybody drove a car/When music really mattered and radio was king.”

    The song’s bittersweet payoff line – “I was born too late to a world that doesn’t care” – clearly comes from the heart.

  4. Markus Says:

    Wenig bis nicht. Leider. Aber es gibt noch einige Stellen in den Lyrics des Liedes, die Ironie nahe legen. Z.B. die Stelle über Computer (“computers were still scary”) macht eigentlich keinen Sinn für jemanden, der als Mythos pflegt, via Webcam bekannt geworden zu sein. Siehe auch:
    http://en.wikipedia.org/wiki/I_Wish_I_Was_a_Punk_Rocker_(with_Flowers_in_My_Hair)

  5. kapsler hauser Says:

    wo wir grad bei punk sind: ab wann hast du morgen zeit?

  6. classless Says:

    Hängt von dir ab. Ich wär so ab 17 Uhr am Start, wenn es der Vibe verlangt aber auch eher. Kannst mich ja nach 8 mal anrufen.

  7. scrupeda Says:

    @Markus
    Du willst da was sehen, was nicht da ist, glaube ich.

  8. Markus Says:

    @scrupeda:

    Als ich das Lied das erste Mal im Radio gehört habe und der Moderator den Titel ansagte, habe ich breit gegrinst und hatte ob des absurden Titels hohe Erwartungen. Da mir das Lied aber musikalisch nicht so zusagte und der Text auch nicht wie erwartet in erkennbares Hippie&Punk-Bashing ausartete, war ich etwas enttäuscht und legte das zu den Akten. Später kam hinzu, daß die Frau wohl eher unter “geschicktes Marketing” statt unter “interessant” einzuordnen war.

    Trotzdem halte ich die Titelzeile nach wie vor für einen grandios absurden Spruch. Daß der restliche Text nicht wörtlich ausgelegt werden kann eröffnet immerhin die Interpretationschance, daß alles nicht so bierernst ist. Und was auf der offiziellen Seite der Frau steht, ist doch eh nur marketing bla um Hippies anzuwerben. Man kann den Song individuell auch anders verstehen – mit etwas gutem Willen!!

  9. Hagbard Jesus Celine Says:

    Naja, wenn du’s dir schönquatschen willst…

  10. Markus Says:

    Ja, mag sein. Aber kennt Ihr nicht das Lied “I like Chinese” von Monty Python? Da betont er doch auch immer, daß er so Chinesen mag, um dann die übelsten Klischees über die auszukübeln. So könnte dieses Lied sein, ich sage KÖNNTE, blöde Klischees auskübeln und zynisch so tun als ob mans mag. Ein bißchen Vorstellungskraft, bitte … ach, wahrscheinlich rede ich mir das wirklich nur schön.

  11. fitzcarraldo Says:

    ich verstehe das einfach als hommage an charles manson. spass beiseite: ist doch allgemein bekannt das punk seit gefühlten zweihundert jahren vollständig recuperiert ist. witzig ist an dem track doch vor allem das er auf punk die gute alte zeit projeziert. macht aber auch sinn in zeiten von conservative punks.

  12. ABK Says:

    Markus, Markus deine Hoffnungen möchte ich mal haben…Ironie kann ich da nicht erkennen nur an der einen Stelle “When music really mattered and when radio was king” wirds unfreiwillig komisch. Zum Thema Punks und Hippies:
    You are a hippie,
    You smell like skunk,
    I’m your arch-enemy,
    A middle class punk.
    Get out,
    Get a life,
    Get a job,
    Everyone’s smoking grass,
    Everyone is an ass.
    Can’t you afford to cut your hair?
    Cause Frank and I will cut it off for free.
    Never trust a hippie,
    They’ll sell you bad drugs.

    Ansonsten hab ich mich beim anschauen des Videos nur gefragt, wo da mal wieder der Heckenschütze war oder auch nicht.

  13. Markus Says:

    Trotzdem: die Sachen, die sie aufzählt, sind ja nicht immer nur positiv, d.h. sie deuten nur auf eine “andere”, nicht unbedingt auf eine “bessere” Welt hin. Damit ist es nicht unbedingt eine Verklärung. Also, es gab nur Scheiß-Vinyl und der Landesoberste konnte noch nicht mal Gitarre spielen, Pop-Stars waren “Mythen”, es gab keinen Superhighway, die Computer waren gefährlich, nur wenige konnten Autos fahren, das Radio hatte das Monopol (womit sie ihrem eigen PR-Mythos zufolge gar nicht erfolgreich hätte werden können) etc. – das ist ja nun nicht gerade eine rundherum attraktive Vorstellung, oder? (Außer, daß sie nicht hätte erfolgreich werden können, natürlich.)

    Daß sie sich ein bißchen “Revolutionsathmosphäre” wünscht, ist ja nicht das schlimmste. Das ging uns doch allen mal so, als wir noch jung waren.

  14. classless Says:

    Captain Obvious sez: Popsongs und Gedichte widersprechen sich manchmal und sind unlogisch.

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