Ein wenig Sinnlosigkeit

December 22nd, 2006

>>Wenn der zweckmäßige Betrieb der Deutschen Bahn gestört würde, wäre das der Triumph einer schönen und großzügigen Kultur. Es gilt, die von Gleis zu Gleis eilenden Passagiere wenigstens für einige Minuten zu irritieren. Nicht ob sie einen Zweck hat oder einen Sinn ergibt, sondern ob sie ein wenig Sinnlosigkeit stiftet, ist die Frage, die an die Ausstellung gestellt werden muss. »Man krepiert an der sinnvollen Entwicklung«, schrieb Carl Einstein, der an der sinnvollen Entwicklung, auf der Flucht vor der Gestapo, krepierte. Die Täter waren keine Wahnsinnigen, sie folgten einer klar ausformulierten Philosophie, und es war eine moderne Philosophie: Sie sonderte Über­flüssige aus und wollte sie wie Biomüll entsorgt sehen.<<

Stefan Ripplinger über Beate Klarsfelds “11 000 jüdische Kinder”

2 Responses to “Ein wenig Sinnlosigkeit”

  1. Knecht Says:

    The Big Lebowski!?

  2. Jens Says:

    Nein, es geht um die Ausstellung zum Abtransport von 11.000 jüdischen Kindern mit der Reichsbahn in die Vernichtungslager. Herr Mehdorn hat sich lange geweigert eine Ausstellung, die daran erinnert auf den deutschen Bahnhöfen zu zeigen. Mehr kannst du hier lesen:

    http://bahnblog.agentur-65.com/2006/12/05/ausstellung-zur-deportation-judischer-kinder-jetzt-doch-an-bahnhofen/

    und hier

    http://bahnblog.agentur-65.com/2006/10/22/skandal-um-mehdorn-und-die-11000-kinder/

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