Batteriehaltung

June 26th, 2007

(Hat Tip: Julian)

27 Responses to “Batteriehaltung”

  1. nichtidentisches Says:

    Naja, unter den gegebenen Umständen ist das ganz normale Arbeitsteilung und eine der Grundbedingungen des Kapitalismus. Im Prinzip ein Fließband, alles hübsch sauber, frische Luft vermutlich, das ist keine indische Hinterhofteppichfabrik. Ich glaube übrigens, dass die Arbeiter unter Umständen mehr arbeiten würden, wenn sie nicht wüssten, wieviel die anderen arbeiten, aber egal.

  2. nichtidentisches Says:

    Bedenklich fände ich eher, dass dem Betrachter die Assoziation Frauen-Hühner aufgedrängt wird.

  3. nichtidentisches Says:

    Von Seiten der Überschrift.

  4. lysis Says:

    Und ich erst! Holla die Rassistenfee!

  5. Maoam Says:

    Mit den Hühnern stimmt schon: “(S)o ist zunächst klar, daß ein Arbeiter, der lebenslang eine und dieselbe einfache Operation verrichtet, seinen ganzen Körper in ihr automatisch einseitiges Organ verwandelt.” (MEW 23, S. 359) Zustimmend zitiert Marx später A. Smith: ”Ein Mensch, der sein ganzes Leben in der Verrichtung weniger einfacher Operationen verausgabt … hat keine Gelegenheit, seinen Verstand zu üben … Er wird im allgemeinen so stupid und unwissend, wie es für eine menschliche Kreatur möglich ist.” (23/383)

    (Übrigens: Ein zweifelhaftes Lob den Augen, die auf dem Bild trotz blauer Badekappen Frauen identifizieren wollen. Ich erkenne auf dem Bild immer nur die gleiche Queer-Uniform. Gleichstellung im Arbeitselend (23/541))

  6. Maoam Says:

    Sorry: Gleichstellung im Arbeitselend nicht 23/541, sondern 23/514

  7. Maoam Says:

    Queer-Arbeitsuniform auch in pink:

    http://www.wired.com/images/slideshow/2007/06/gallery_%20burtynsky_china/CHNA_MAN_17_05.jpg

  8. Materialermüdung und Signalpiraterie » Blog Archive » Neologismatik Says:

    [...] In diesem Sinne heute gefunden: 1. dealgeldtypisch 2. Rassistenfee [...]

  9. difficultiseasy Says:

    da warn auch n paar beeindruckendere bilder dabei.
    bild 9:
    The factory processes approximately 100 million chickens a year, which are mostly exported because of their superior quality.

    und das sind mal wirklich queere uniformen, nur die augen sind frei.

    oder bild 3. da kommt 5-jahres-plan-romantik auf, eine halle deren fernes ende sich in nebel verliert.

  10. classless Says:

    “Struck by deadly rhythm of the production line”

    http://www.lyricsdir.com/refused-the-deadly-rhythm-lyrics.html

  11. nichtidentisches Says:

    Klappe Lysis.

    Ich finde es bedenklich, dass ohne Ansehen von Gehalt oder Inhalt der Arbeit allein aufgrund des Charakters der Arbeitsteilung und Vereinheitlichung pejorativ Bezug genommen wird. Wer weiß wie lang der Arbeitstag dieser Menschen ist? Ob er sich von dem eines deutschen Kleinstadtschlachters so unterscheidet, nur weil man unter 2000 anderen arbeitet? Das ist Kapitalismus, so what? Auch im Kommunismus würde es ein Gebot der Verkürzung der Arbeitszeit sein, dass Menschen in komplexen zusammenhängen gemeinsam arbeiten, weil das schlichtweg rational ist.
    Ob darin nun der Keim des Faschismus wohnt, oder ob der nicht eher in den von solchen Zuständen bedrohten idyllischen Kleinbürgereien wohnt, sei dahingestellt. Die hier versammelten doppelt (eineinhalb, in China) Freien unterscheiden sich im Zweck ihres Tuns nicht von dem euren in der Uni, wo 500 in engen Stühlen ihren Lehrern lauschen.

  12. lysis Says:

    Ich mußte erst im Lexikon nachschlagen, was “perjorativ” (verkleinernd, herabsetzend) bedeutet. Dann macht der Satz aber wenig Sinn. Wie auch immer: weder Viecher noch Menschen sollten so wie oben gehalten bzw. beschäftigt werden (nein, das ist keine Gleichsetzung von Mensch und Tier). Der Arbeitsalltag in einer Fabrik hätte in einer emanzipierten Gesellschaft eben nicht so auszusehen, wie die fordistische Arbeitshölle. Das hat nichts mit einer Kritik der Arbeitsteilung (und daran anschließend gesellschaftlicher Vermittlung generell) zu tun.

  13. lysis Says:

    Die Kommentare sind nicht von mir. Nur mal so.

  14. classless Says:

    Wie jetzt, die mit deinem Alias oder die mit gr/ml?

  15. Maoam Says:

    Ich bin mir nicht so sicher, ob nicht selbst Marx auch den GW der Maschinerie für einen gesellschaftlich bestimmten hält. Zwar legen das die drei Bände Kapital nicht nahe, in denen eher auf eine Aneignung der Produktionsmittel insistiert wird. Aber in den Grundrissen der Kritik der politischen Ökonmie (Berlin 1974) gibt es Stellen, laut denen auch der GW der Maschinerie, wie wir sie kennen, typisch kapitalistisch (im Falle Chinas könnte man dann differenzieren: staatskapitalistisch) geformt ist: „Die Aneignung der lebendigen Arbeit durch die vergegenständlichte Arbeit – der verwertenden Kraft oder Tätigkeit durch den für sich seienden Wert –, die im Begriff des Kapitals liegt, ist in der auf Maschinerie beruhenden Produktion als Charakter des Produktionsprozesses selbst, auch seinen stofflichen Elementen und seiner stofflichen Bewegung nach gesetzt [...] Die Entwicklung des Arbeitsmittels zur Maschinerie ist nicht zufällig für das Kapital, sondern ist die historische Umgestaltung des traditionell überkommenen Arbeitsmittel als dem Kapital adäquat umgewandelt.“ (584ff.) Dem Kapital adäquat sei die Maschine als „bewegende Kraft, die sich selbst bewegt“ (ebd.). Eine bestimmte Wissenschaft zwinge die Maschine dazu, „zweckgemäß als Automat zu wirken“ und entsprechend den „in ihr wirkenden mechanischen Gesetzen“ (ebd.).
    Demnach dürfte man die Maschinerie nicht einfach in andere Verhältnisse setzen, sondern müsste sie mit den Herrschaftsverhältnissen gleich mit abschaffen. Mir scheint das auch logisch. Wahrscheinlich hat Marx diesen Gedanken aufgrund seines Revo-Optimismus nicht publik gemacht (Grundrisse waren ja nicht zur Veröfentlichung gedacht).

  16. Maoam Says:

    Ach ja: Irgendwo in der Vorlesung zur Geschichte und der Freiheit geht Adorno darauf ein. Dass auch die stoffliche Seite des Produktionsprozesses gesellschaftlich bestimmt ist und demnach in einer anderen Gesellschaft ganz anders auszusehen hätte.

  17. lysis Says:

    Wie jetzt, die mit deinem Alias oder die mit gr/ml?

    Häh? Na, die ersten beiden Kommentare, die im Namen von lysis abgegeben wurden. Das ist ein ganz lustiger Geselle unterwegs!

  18. lysis Says:

    Natürlich sind die Kommentare von mir, in denen ich hinweise, dass die Kommentare nicht von mir sind. Die anderen sind es nicht, klar.

  19. classless Says:

    Ist überhaupt nicht klar.

  20. difficultiseasy Says:

    @lysis: schreib doch auf deinem blog welche kommentare von dir sind und welche nicht. das würde meine minimalforderung an kommentarursprungssicherheit erfüllen.

  21. difficultiseasy Says:

    ich meine den echten lysis!

  22. classless Says:

    Aber welcher ist das?

  23. lysis Says:

    Ursprungssicherheit. Ihr habt gut reden, wenn hier irgendein dahergelaufener Stalker meine Identität annimmt und sich fälschlicherweise als mich ausgibt. Also einfach die nicht von mir stammenden Kommentare ignorieren, danke.

  24. classless Says:

    Ich filter das jetzt einfach nach den Mailadressen und frag ansonsten Lysis selber nach. Für die Mitlesenden: die mit Link sind von Lysis, die ohne sind vom “lustigen Gesellen”.

  25. nichtidentisches Says:

    Lysis hat lysis-lookalikes und wannalysistics, hihi… Jaja, die Fans…

  26. nichtidentisches Says:

    das kann jedem passieren…

  27. classless Says:

    es gibt kein copyright auf identität

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