Verkürzte Entschwörungstheorie (3)

October 15th, 2007

>>Problematisch wird sein Buch dort, wo er alles unter Verschwörungstheorie subsumiert, was ihm politisch nicht in den Kram passt.<<

Ingo Way im “Tagesspiegel” über das neueste Buch von Wolfgang Wippermann. (Hat Tip: robotporn)

Tatsächlich macht es sich Wippermann oft zu einfach, etwa wenn er behauptet, in der modernen Verschwörungstheorie würde es von Anfang an vor allem gegen die Juden gehen. Wippermann bleibt bei aller Belesenheit ein Beispiel dafür, wie die Invektive “Verschwörungstheorie” in ideologischen Auseinandersetzungen zumeist Verwendung findet. Dazu paßt, daß er eine recht schwammige Trennung zwischen Verschwörungstheorie und Verschwörungsideologie vornimmt, wie z.B. in seinem Text zu den “Templern” in der Jungle World.

3 Responses to “Verkürzte Entschwörungstheorie (3)”

  1. godforgivesbigots Says:

    Wieso ist das eigentlich eine Invektive?

  2. classless Says:

    Das möchte ich eben auch gern wissen. Vermutlich, weil es für viele als wirkungsmächtige Methode erscheint, sich von anderen abzuheben, im Sinne von: Ich bin rational, die sind Verschwörungstheoretiker.

    Genau in dieser Form bekomme ich das ja auch mit schöner Regelmäßigkeit als Bumerang zurückgeworfen: Selber Verschwörungstheorie! Oder: Du betreibst doch am ehesten Verschwörungstheorie! usw.

  3. godforgivesbigots Says:

    Das könnte sein. Aber eine Vernunft, die sich ausschließlich mit Themenfeldern innerhalb des Zauns befaßt, den die Psychiatrie um sie herum aufgestellt, ist eine höchst unvernünftige Weißkittelhörigkeit. Vielleicht hat Pirsig doch recht und der Logos ist gegenwärtig von sich selbst entfremdet.

    Wie auch immer, die englische Sprache hat eine sehr elegante Art das zu formulieren.

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