Wie das Kapital kritisiert wird

November 16th, 2007

>>…so glauben nun die Landsleute, das Geld habe nicht nur mit der Produktion gar nichts zu tun, sondern sei gar ein organisiertes Attentat, eine Verschwörung gegen das Leben. Die Boulevardpresse agitiert: »Geld zerstört die Welt«, unbekannte Kräfte hätten »eine gigantische Geldbombe« gelegt, so der Stern…<<

ISF: Zahltag

>>Wenn im Dezember in Frankfurt ein Kongress über verschiedene Kapitalismusanalysen dis­ku­tieren und der Frage nachgehen will, was sie für eine emanzipatorische Praxis leisten können, so ist dies zunächst einmal zu begrüßen. Nicht zu begrüßen ist die eingeschränkte Perspektive der Veranstalter, die lediglich »Wertkritik« und »(Post-) Operaismus« einander gegenüberstellen und sie derart unkritisch charakterisieren – die eine setzt an der objektiven, der andere an der subjektiven Seite an –, dass damit nahe gelegt wird, es käme nur darauf an, diese beiden Ansätze richtig zu verbinden.<<

Michael Heinrich: Eingreifen, aber nicht belehren!

Lysis findet den zweiten Text besser als den ersten.

3 Responses to “Wie das Kapital kritisiert wird”

  1. UnCthulhu Says:

    Michael Heinrich hat seine Brille verloren, währenddessen auf den falschen Knopf gedrückt und unbeabsichtigt ein tolles Stück Mash-Up produziert. So macht man aus wenigen Ideen mehr: einfach sich selbst recyclen und alte Texte, auch wenn sie nichts mit dem Thema zu tun haben, zu ein paar neuen Gedanken dazumischen. Warum Heinrich nochmal breit seine Ausführungen zu Klassen und -kämpfen wiedergibt, bleibt unklar. Was an diesem Geschreibe am Thema vorbei “grossartig” sein soll, bleibt ebenso nicht klar.

  2. godforgivesbigots Says:

    aus dem verlinkten blogposting:

    “Man fragt sich manchmal, ob diese Leute überhaupt noch eine Kritik am Kapitalismus hätten, wenn dieser — aus ihrer Sicht — nicht immanent auf die Katastrophe zusteuern würde. Vermutlich nicht.”

    Was nicht kaputt ist braucht man auch nicht zu reparieren. Die Frage ist wieso diese Selbstverständlichkeit ein Anklagepunkt sein soll, vielleicht weil für den Ankläger Antikapitalismus nicht mehr Mittel ist, ein nichtkatastrophales Weltsystem zu errichten, sondern selbst Zweck ist, d.i. Fetisch.

    Der Kongreß der die verschiedenen linken Gedankenelendsverwalter miteinander zu versöhnen ist natürlich eine sehr diplomatische Idee, aber ob man damit erfolgreicher sein wird als Ban Ki Moon ist sicherlich auch fraglich. Und auch wenn das ISF mit seiner Theorie der Lingua Seri Capitalismi im Grundsatz recht hat, finde ich es doch merkwürdig bei der letzten Veranstaltung in der KTS den ISF-Büchertischmann in der Diskussion erklären zu hören dass Yoga schlimmer sei als Psychopharmaka, nachdem einer der angereisten Referenten nach der Einleitung den Pullover ablegte und seine Krawatte zur Schau stellte. Was eine gewisse unbewußte Ironie in sich trägt da das ISF eine Argumentationen immer wieder auf den Begriff des Fetischismus aufbaut.

    Die Krawatte ist das Kopftuch für den Mann. Der linke Konsens lehnt sie traditionell ab, und liegt damit ausnahmsweise mal instinktiv richtig, aber die ISF hackt auf das blinde Huhn ein das auch mal ein Korn gefunden hat.

  3. Hinweis zur Kritik an Heinrich Says:

    Herrn Michael Heinrichs Umwälzung des Marxismus
    Ein Berliner Politologe kritisiert die politische Ökonomie. Das Ergebnis hat mit Karl Marx nicht viel zu tun.

    MASCH-Skript von Holger Wendt

    Inhalt

    Feindbild „Traditionsmarxismus“
    Marxismus ideologiefrei
    Das Ende der Geschichte
    Abschied von der Arbeitswerttheorie
    Der „ideale Durchschnitt“
    Das Verschwinden des Menschen
    Neues vom demokratischen Rechtsstaat
    Von der Tragödie zur Farce
    Abschied von Marx

    Download als PDF-Datei (10 S.): neue-impulse-verlag.de

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