Zu virtuell oder nicht virtuell genug?

July 23rd, 2008

>>Dass es sich bei dem “AK Dialoge” um ein Fake handelt wird schon deutlich, wenn man beachtet, dass sie es in ihrer seit einem Jahr auf Myspace bestehenden – einzigen – Internetpräsenz nicht geschafft haben, mehr als zehn Freunde zu bekommen.<<

Stellungnahme der Veranstalter des “Freigeist Music Festivals” zu den Anschuldigungen in einem Rundbrief des “Ak Dialoge”

8 Responses to “Zu virtuell oder nicht virtuell genug?”

  1. unkultur Says:

    Gut ist auch die Antisemitismus-Keule in dem Text, der einfach den anderen Instrumentalisierung und Relativierung des Antisemitismus vorwirft. Hut ab, vor diesem rhetorischen Kniff der Extraklasse. So wird aus Antisemitismus ein Antisemitismus-Vorwurf von bösartigen Menschen, und man selbst kann sich schön als Opfer darstellen.
    Auch gut ist, dass Verschwörungsfuzzis dem AK Dialog vorwerfen “abstruse, lächerlich-paranoide Verschwörungstheorie” zu verbreiten. Man selbst betreibt schließlich seriöse Wissenschaft, mit dem Setzen von Links auf allerlei obskure Webseiten – als Beleg für seine kruden Aussagen. Nichts gegen obskure Webseiten, aber Wissenschaft ist woanders und die 9/11-Anzweiflung wird damit auch nicht wahrer.

  2. Gehirnschnecke Says:

    “Darüberhinaus wird vornehmlich Stimmung gegen jene Regierungen und Länder gemacht, die sich nicht dem neoliberalen Dogma unterworfen haben und nach wirtschaftlichen Alternativen suchen, wie z.B. Venezuela.”

    http://www.bushtrash.com/freigeist/kritik.htm

    Hier musste ich laut lachen!

  3. Gehirnschnecke Says:

    Ich vermisse den Hinweis auf die fortschrittliche Wirtschaftspolitik von Nordkorea.

  4. scheckkartenpunk Says:

    schon die behauptung, daß keiner der verantstalter die verantwortlichen für 9/11 in den usa selbst sieht mit gleichzeitiger verlinkung von mos def (“bin laden didn’t blow up the projects [...] bush knocked down the towers” auf der veranstalterseite selbst (www.freigeistmusic.org ) reicht doch eigentlich schon, um den ganzen quatsch gar nicht weiter zu lesen.

  5. vert Says:

    mal ganz abgesehen davon, wer jetzt der antisemit des tages ist: ich stelle gerade fest, dass ich auf myspace nicht mal ne hand voll freunde habe. fuck. ich bin ein fake.
    die kraft des obenstehenden argumentes hat mich dekonstruiert!

  6. sven Says:

    “Gut ist auch die Antisemitismus-Keule in dem Text, der einfach den anderen Instrumentalisierung und Relativierung des Antisemitismus vorwirft. Hut ab, vor diesem rhetorischen Kniff der Extraklasse. So wird aus Antisemitismus ein Antisemitismus-Vorwurf von bösartigen Menschen, und man selbst kann sich schön als Opfer darstellen.”

    In meinen Augen enthält der Ak Dialoge tatsächlich Antisemitismus-relativierende Äußerungen und ist generell äußerst konstruiert, sehr ähnlich dem, was Verschwörungstheoretikern vorgeworfen wird. Wenn man sich die gemachten Vorwürfe genauer betrachtet, erweisen sich die meisten als heiße Luft oder starke Übertreibungen.
    Wenn man das Schreiben liest bekommt man den Eindruck, auf dem Fest würde es Stände mit Holocaust-Leugnungs-Büchern geben, Hitler ein Denkmal gesetzt und eine neue Al-Qaida-Zelle gegründet.

    Die Leute dort als Nazis hinzustellen ist Relativierung. So zu tun als wäre das Fest eine große Querfront-Veranstaltung, obwohl man weiss das es so nicht ist (oder es zumindest einfach herausbekommen kann, indem man mal einfach hingeht und sich die Leute anschaut, die das machen), das würde ich auch als Instrumentalisierung sehen.

    Ich hab mich mit 9/11 nicht beschäftigt, aber weil das Fest auf der MSV-VV Thema war (MSV stand als Unterstützer drauf, aber es wurde beschlossen, runter zu gehen, weil es keinen Konsens für eine Unterstützung gab, aber nicht weil die Einschätzung des Ak Dialoge geteilt wurde), hab ich mir das Ding und die Leute angeschaut und diskutiert.
    Und nach meiner natürlich subjektiven Wahrnehmung liegen Welten zwischen den Behauptungen vom Ak Dialoge und dem, was ich vorgefunden hab.

    Und wie es aussieht ist der AK Dialoge tatsächlich ein Fake, auch wenn das hier einige anders sehen, weil sie vielleicht nicht verstehen, wie myspace funtkioniert…

  7. classless Says:

    @sven
    Obwohl ich’s vorhatte, bin ich nicht hingegangen. Kannst du vielleicht mal eine Impression geben?

  8. godforgivesbigots Says:

    Es ist schon bemerkenswert, anders als bspw. “peace movement” / “Friedensbewegung” klingt die Übersetzung von “truth movement” mit “Wahrheitsbewegung” im Deutschen doch ziemlich lächerlich, muß wohl das Erbe der kritischen Theorie sein von dem sich diese Wortschöpfung so auffällig grotesk abhebt. Mal davon abgsehen dass das mit den kaputten Hochhäusern weder Bush noch Osama war, sondern Obama.

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