4. und 5. Tag der Schreibwochen

June 20th, 2009

Jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich zwar diktiere, übertrage, montiere und schreibe, bis der Kopf wund ist, wo es aber auch immer mehr von selbst geht. Obwohl im Haus viel passiert, wir Familienbesuch haben und wichtige Nachrichten hereindringen, bin ich zu vertieft ins Buch um hier viel auszubreiten: das gute alte Schreibparadox! Wenn es viel zu berichten gibt, komme ich nicht dazu; wenn ich viel dazu komme, gibt’s auch nicht viel zu berichten.

200.000 Menschen waren beim Sachsen-Anhalt-Tag hier in Thale, drei Stunden zog ein Festumzug an Tausenden von ihnen vorbei, dennoch nahm offenbar niemand Anstoß daran, daß eine der Trachtengruppen in Wehrmachts- und SS-Uniformen herumlief. (Hier ein Video davon.) Dem Vernehmen nach – da auch US-Soldaten in Uniformen des Zweiten Weltkrieges dahinterliefen – sollte hier das Kriegsende dargestellt werden und die verfassungsfeindlichen Symbole waren abgeklebt.

Gestern wurde vom Bundestag die Gewaltenteilung aufgehoben, und der Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss, der wegen der Einführung von Internetzensur von der SPD zu den Nachwuchs-Sozis von der Piratenpartei wechselt, wird auf Nachrichtenseiten zumeist als “unter dem Verdacht der Kinderpornographie” stehend ausgewiesen.

Zu Iran kann ich nur unoriginell empfehlen, den Genuß von Fernsehnachrichten zugunsten von Twitter einzustellen, sowie auf die Erklärung der Workers’ Communist Party of Iran (“The battle you see unfolding on the streets of Iran is not about the farce of an election”) verweisen und auf einen Kommentar von Hakmao bei den Trots:

>>Fuck Ahmedinajad. Fuck Mousavi. Fuck Khamenei and the entire apparatus of state brutality and repression. It is well past time for them to go.<<

In Hamburg hieß es heute:

>>Weder Mousavi noch Ahmadinejad, für die soziale Revolution – für den Kommunismus!<<

2 Responses to “4. und 5. Tag der Schreibwochen”

  1. knecht Says:

    mann, was stimmt mit uns nicht, scheiß piratenpartei?!

  2. Cannabis Kommando Says:

    Also ich vermute die treibende Kraft hinter dem Internet-Kontroll-Wahn und der Elterneinlullung mittels Kinderporno-Hysterie ist inzwischen nicht mehr Schäuble, der den Amerikanern gefallen wollte, sondern Guttenberg, der sich in einem elektronischen Rüstungswettlauf mit der chinesischen Armee wähnt.

    Hier übrigens ein Foto von einem kaiserzeitlichen Polizeidiener wie er vor drei Wochen auf dem Spessartbundfest vor der CSU-Prominenz aufgetreten ist (kein 1 Euro Jobber, aber auch in historischer Uniform).

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