10. Tag der Schreibwochen

June 25th, 2009

Die kurze Unterbrechung durch einen Arbeitstag in Berlin wird mir willkommen sein, weil ich gerade einen möglichst großen Bildschirm zum Sortieren und einen belastbaren Drucker für die Hardcopy gebrauchen kann. Einen selbstgebastelten Plot, der etwa 2500 Jahre Geschichte der Mittelmeerregion auf den Zeitraum einer Lebensspanne eindampft, über 120 A4-Seiten hinweg auf Konsistenz prüfen, ist an einem 13-Zoll-Notebook-Monitor nicht eben leicht. Außerdem regnet’s, und da kann ich genauso gut auch in Berlin sein.

Für die Trots hat Slavoj Žižek ein Gastposting zum Iran verfaßt, dem ich nicht völlig zustimme (wie das meist so ist mit Žižek), das aber bemerkenswerte Passagen enthält (wie das eben meist so ist mit Žižek):

>>Finally, the saddest of them all are the Leftist supporters of Ahmadinejad: what is really at stake for them is Iranian independence. Ahmadinejad won because he stood up for the country’s independence, exposed elite corruption and used oil wealth to boost the incomes of the poor majority – this is, so we are told, the true Ahmadinejad beneath the Western-media image of a holocaust-denying fanatic. According to this view, what is effectively going on now in Iran is a repetition of the 1953 overthrow of Mossadegh – a West-financed coup against the legitimate president. This view not only ignores facts: the high electoral participation – up from the usual 55% to 85% – can only be explained as a protest vote. It also displays its blindness for a genuine demonstration of popular will, patronizingly assuming that, for the backward Iranians, Ahmadinejad is good enough – they are not yet sufficiently mature to be ruled by a secular Left.<<

Ansonsten erinnert mich Žižeks Position an den Ostwitz: "Vor zwanzig Jahren haben die Ostdeutschen eine Revolution gemacht, seitdem erklären ihnen die Westdeutschen warum." Žižek dürfte mit seiner Betonung des Transformations-Moments eine wichtige Quelle sein, wenn ich mir irgendwann noch mal den Systemausfall von 1990 gründlicher vornehmen sollte. (Projekt Nummer 12 auf der Liste.)

Ein neuer MySpace-Freund, dessen Vater mal in einer Band spielte, die ein Album mit RAWilson aufnahm, wies mich auf ein Verzeichnis mit Wilson-Audio hin (in dem auch die Songs dieser Chocolate Biscuit Conspiracy zu finden sind) – könnte gutes Samplematerial enthalten, zum Beispiel für Bush Shot JFK.

One Response to “10. Tag der Schreibwochen”

  1. Cannabis Kommando Says:

    Und dabei ist diese Unabhängigkeit größtenteils Wunschdenken, das Land ist geradeso dem Wirken des Marktes ausgeliefert wie die anderen von denen es sich abhängig wähnt auch.

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