Kapituliert vor der Kultur!

April 8th, 2010

Die taz hat Gentleman zu Homophobie im Reggae interviewt. (via besserscheitern) Und er wird sehr deutlich:

>>Ja, aber wir reden hier von einer anderen Kultur. Ich kann ja auch nicht Kondomautomaten im Vatikan aufstellen. Oder im Iran gegen Kopftücher protestieren. Genauso wenig kann ich etwas gegen die Homophobie auf Jamaika tun.<<

Oder greift einfach zum Vergleich:

>>Jeder Übergriff ist einer zu viel. Aber im Schnitt kommt das auf Jamaika nicht häufiger vor als, sagen wir, in Russland oder im Iran.<<

Auf seine Aussage:

>>Es än­dert sich ja auch etwas. Wenn ich mir heute Texte von Sizz­la, Bo­un­ty Kil­ler oder Buju Ban­ton an­schaue, die sind nicht mehr so krass, wie sie in den Neun­zi­ger­jah­ren mal waren.<<

hat mitverlaub geantwortet:

>>Sizz­la sagte erst vor ein paar Wo­chen, dass er es trotz frü­he­rer Ver­laut­ba­run­gen nach wie vor für ein gott­ge­ge­be­nes Recht halte, wei­ter­hin zum Ab­knal­len von Schwu­len auf­zu­ru­fen.
Bo­un­ty Kil­ler äu­ßer­te sich zu­letzt 2008 in Mün­chen auf of­fe­ner Bühne ab­fäl­lig über Schwu­le. Der Ver­an­stal­ter sagte im Vor­feld, dass Kon­zert solle in die­sem Fall so­fort ab­ge­bro­chen wer­den – nichts pas­sier­te.
Buju Ban­ton sang das be­rühm­tes­te Hass-​Lied über­haupt (Boom Boom Bye), do­ku­men­tiert zu­letzt 2006 in Flo­ri­da, und dort wahr­schein­lich nicht zum letz­ten mal.
<<

24 Responses to “Kapituliert vor der Kultur!”

  1. reyu Says:

    Du stehst auch auf unserer Liste. Sklave Zions.

  2. reyu Says:

    Bonzenschwein.

  3. Frager Says:

    Interessant, aber erkläre mal, was deine Kritik an der Homophobie ist.

  4. Gehirnschnecke Says:

    Kulturell gesehen, war es ja auch schwer was gegen die Sklaverei zu tun…

    @ Frager

    Kritik an “Homophobie”? Frei nach Woody Allen – am besten Baseballschläger.

  5. classless Says:

    @Frager (bzw. Aufforderer)

    Klingt wie eine Übungsaufgabe in der Kaderschulung. Was soll denn das heißen, “was” meine Kritik “ist”? Eine Sammlung von Sätzen? Geht es darum, ob ich “eine Kritik habe” bzw. die “richtige” Kritik?

    Oder willst du ernsthaft von mir wissen, warum ich die Verfolgung und den gesellschaftlichen Ausschluß von Menschen aufgrund ihnen zugeschriebner Gruppeneigenschaften, ihrer Liebesvorlieben oder ihres Liebeswandels ablehne?

  6. der typ in der dritten reihe Says:

    ich schätze mal dass es nur bedingt sinn macht auf die Fragen eines “Fragers” einzugehen, der ganz offenbar von einem “reyu” angeschleppt wurde. Geistige Armut bewegt sich im Internet regelmäßig im Schwarm (oder Rudel?).

  7. classless Says:

    Hä, wieso angeschleppt?

  8. lasterfahrer Says:

    @reyu:

    was isn das für eine liste?

  9. Tagesschau Says:

    Etwa die Gästeliste fürs nächste Buju Banton Konzert?

  10. Frager Says:

    @ Gehirnschnecke: Offenbar hast du keine.

    @ classless:

    “Oder willst du ernsthaft von mir wissen, warum ich die Verfolgung und den gesellschaftlichen Ausschluß von Menschen aufgrund ihnen zugeschriebner Gruppeneigenschaften, ihrer Liebesvorlieben oder ihres Liebeswandels ablehne?”

    Homophobie ist erst mal nicht Verfolgung. Schon begrifflich nicht. Das bestimmt lediglich den Umgang, aber nicht den Inhalt davon. Schließlich verfolgst Du auch Nazis und da ist es okay.

    Zugeschriebener Gruppeneigenschaften? Dass Schwule auf Männer stehen ist doch richtig zugeschrieben. Allein das Zuschreiben kanns doch wohl nicht sein.

    Aber ich denke, dass du tatsächlich nur als radikalisierter Freund der bürgerlichen Freiheit auf die Welt losgehst und jedem sein Pläsierchen (außer den Nazis, klar) lassen willst und von dem Ideal Homophobi ablehnst. Billig!

  11. classless Says:

    Ach so, das Umformulierspiel.

    Laß mich raten: du übst für GSP-Diskussionen?

  12. Frager Says:

    Gib mal ne Antwort, Du Superstar.

  13. classless Says:

    Stell doch mal ‘ne Frage, Frager.

  14. Edi Says:

    muahaha, kulla das “bonzenschwein”!
    da hat jemand aber seinen marx gaaaanz, gaanz gründlich gelesen…

    zum thema homophobie: “angst macht hass” -siehe hass auf schwule und “sklaven zions” (wäre “agenten zions” nicht eigentlich die richtige verschwörungsterminologie, so von wegen freiwilligkeit). angst kann unbegründet und irrational sein (gerade der terminus “-phobie” weist auf den pathologischen charakter hin), oder aber realitätsnah und berechtigt (nazis).

    homophobie ist irrationale angst. vor allem der widerspruch in der deutung verschiedener formen von zwischenmenschlichem geschlechtsverkehr (lesben=”geil”, schwule=”ekelhaft”, aktiver analverkehr von männern mit frauen wird anders gewertet als unter männern…) macht dies deutlich.

    verstandesgeleitete menschen haben also eigentlich, unabhängig der eigenen sexuellen orientierung, keinerlei ressentiments gegen homosexualität. die ebene des “tabu” und der sozialisatorischen konditionierung lasse ich auf’s erste mal raus.

    noch fragen, frager?
    oder MUSS der herr kulla selbst dir das erklären, weil du aus irgendeinem grund ein spezielles interesse daran hast?!

  15. Edi Says:

    ach ja, ich will auch auf diese liste! hört sich fluffig an…

  16. Gehirnschnecke Says:

    @ Frager

    Du spürst eine Antwort ja nicht mal dann, wenn sie dich mit voller Wucht am Hinterkopf erwischt…

  17. posiputt Says:

    @edi hoert sich nach dem chaostage-prinzip an. gibt es also bald “antideutsche chaostage” in … wo auch immer diese liste gefuehrt wird? vermutlich atlantis. oder auf der innenseite der hohlen welt.

  18. Frager Says:

    @ Gehirnschnecke: Man sieht, dass du keine Ahnung von Homophobie hast, sonst würdest du mir, der ich auch meine, nicht homophob zu sein, keine Gewalt androhen, aber sei’s drum; mit so Fehllesern diskutiere ich dann man nicht weiter.

    @ Kulla:

    Die Frage war, was deine Kritik an der Homophobie ist. Bisher kam da nur “Verfolgung von denen find ich nicht gut”. Ja, glaub ich gerne, nur, nen bissel mehr gehört schon zu, als den Rohrspatz zu miemen, wenn man den homophoben Gedanken am Wickel haben will.

    @ Edi

    “homophobie ist irrationale angst. vor allem der widerspruch in der deutung verschiedener formen von zwischenmenschlichem geschlechtsverkehr (lesben=”geil”, schwule=”ekelhaft”, aktiver analverkehr von männern mit frauen wird anders gewertet als unter männern…) macht dies deutlich.”

    Abgefahren: Der Widerspruch der Deutung von Homosexualität macht eine Angst irrational?! Wo ist denn da überhaupt der Widerspruch? Und wieso ist ein Widerspruch nicht verstandesgeleitet? Die homophoben Menschen benutzen ihren Verstand schließlich auch, wie sonst sollen homophobe Urteile zustande kommen.

    Nein, nein, das ist keine Homophobiekritik!

  19. Gehirnschnecke Says:

    @ Frager
    Danke für das Kompliment!

  20. Xenu's Pasta Says:

    @ Frager

    (SPOILER ALERT) Rein grammatisch hast Du immer noch keine Frage an classless gestellt.

    Gegenfragen: was sollte eine Kritik an Homophobie bringen? Fändest Du es interessant, Kritik an Dingen wie “Unhöflichkeit”, “Grenzüberschreitung”, “Ignoranz” oder “Ideologie” zu formulieren?

  21. classless Says:

    Wenn es bei der immer wieder seltsamen Frage bleibt, “was” meine Kritik “ist”, kann ich nur die Gegenfragen wiederholen:

    Was soll denn das heißen, “was” meine Kritik “ist”? Eine Sammlung von Sätzen? Geht es darum, ob ich “eine Kritik habe” bzw. die “richtige” Kritik?

  22. Aktionskletterer Says:

    Der Papst sagt das Gleiche wie ein Sizzla, nur in einer anderen Form.

    Deswegen hat er ja jetzt auch den Ärger. Die Mißbrauchsdebatte dreht sich im wesentlichen darum dass das durch Ausnützen von Abhängigkeiten Verdrängte in einer Form wiederkehrt welche dies ebenfalls tut. Das sexuelle Begehren bleibt in der Altersstufe eingefroren auf der die Homophobie verinnerlicht wird, aber der Mensch drumherum wird älter und jeder Versuch der nachholenden Entwicklung schafft neue Traumata. Doch das macht die Homophobie nur um so attraktiver als Mittel die Opfer seelisch zu vereinnahmen, ein Teufelskreis sexualisierter Gewalt, der erst durchbrochen werden kann wenn diese als öffentliche Begleiterscheinung des Mißbrauchs identifiziert wird. So wie die Sprache eine der weitreichendsten Ausdrucksformen der Sexualität ist, ist auch die auf Persönlichkeitszerstörung abzielende Rhetorik ein Bestandteil sexualisierter Gewalt.

    Allerdings ist dem Papst in dieser Angelegenheit zugutezuhalten dass er seit er diese Funktion ausübt nicht mehr in dieses Horn gestoßen hat, so dass diejenigen seiner Fans die meinen nicht darauf verzichten zu können dies jetzt selber tun. Treffender wäre also die Feststellung “ein Sizzla” sagt dasselbe wie die Piusbrüder. Und umgekehrt könnte ein Reggaemusiker, dem ein Teil des Publikums entgleitet um seine Homophobie ohne ihn auszuleben weil es sich damit nicht mehr in hinreichendem Maße beliefert fühlt, ein Hoffnungszeichen sein. Hier unterliegt allerdings “ein Gentleman” einem grundsätzlichen Irrtum, denn sexuelle Selbstbestimmung ist nicht das erste Themenfeld auf dem politische Positionen in Europa bereits selbstverständlich während sie weltweit noch in der Minderheit waren. Klimaschutz ist ein anderes Beispiel.

  23. Edi Says:

    @ posiputt: na, auf ner liste mit “sklaven zions”, wie kulla könnte ich mich meinetwegen gerne wiederfinden. der meint doch politische hochschullisten, oder was?! an verreisen hatte ich weniger gedacht…

    @ frager: nette finte, oder ein wenig zu kurz interpretiert, wenigstenz nett zitiert (samples machen die sache halt erst richtig rund). müsste doch offensichtlich sein, wie oberflächlich, weil kurz heruntergebrochen in einen comment innerhalb eines blogs formuliert, mein beitrag war. schrub ich doch.
    ausserdem scheinst du irgendwie nicht zwischen “urteil” und “vorurteil” zu differenzieren… ressentiment könntest du auch mal googlen!

  24. Hagbard Says:

    Frager befindet sich in der falschen kommentarspalte. seinesgleichen kotzt sich sonst bei web.de oder unter youtube-videos aus.

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