Bald Massenflucht aus der linken Zone!

August 4th, 2010

Elke Wittich schreibt in der neuen “konkret” über die für Herbst angekündigte Hotline des “Aussteigerprogramms für Linksextreme”:

>>Der Erfolg des Angebots ist dabei programmiert: In den ersten vier Wochen nach ihrem Start werden bis hinunter zum leidlich linksliberalen Teilzeitblogger Journalisten und Schreibende praktisch aller linken Publikationen auf die enorm lustige Idee kommen, Gespräche mit dne zweifellos zunächst äußerst überforderten Politcallcentermitarbeitern zu führen, in denen sie erklären werden, total superlinksextrem zu sein und mal hören zu wollen, was denn dabei herausspringe, wenn sie auf der Stelle damit aufhörten. Die Gespräche werden dann je nach der Unfähigkeit des Ausstiegshelfers als Interviews oder eben als mit vielen spitzen Bemerkungen versehener Fließtext publiziert, was vermutlich in den ersten Tagen zu viel Spaß, aber vermutlich auch zu der Meldung führen wird, daß das Aussteigerangebot auf eine ungeahnte Resonanz gestoßen und in Kürze mit einem rasanten Mitgliederschwund bei Linksextremistens zu rechnen sei.<<

Wenn es dann irgendwann rein rechnerisch keine Linksextremen mehr gibt, machen einfach alle ein halbes Jahr lang nichts, und lancieren dann völlig unerwartete Riesenkampagnen. (Die ich aber vielleicht auch lieber aus der Entfernung verfolgen würde.)

Helmut Höge hat nicht abgewartet, bis es die Hotline gibt, sondern sich einfach unter der Überschrift "Hilfe, ich bin links” ein Gespräch mit ihr ausgedacht, das zumindest eine schöne Stelle enthält:

>>Höge: Erst mal, dass ich nicht immer so beleidigt bin. Das fängt morgens beim Zeitunglesen an: mit diesem ganzen angepassten Seich. Die mangelnde Radikalität ärgert mich manchmal so sehr, das ich mich in Gewaltfantasien reinsteigere.

Hotline: Ich verstehe. Ja, da sollten wir uns wirklich Gedanken darüber machen, wie man das abstellen kann. Sie würden damit wieder Lebensfreude zurückgewinnen.

Höge: Sie meinen, wie ich sie hatte, bevor ich lesen lernte?<<

6 Responses to “Bald Massenflucht aus der linken Zone!”

  1. posiputt Says:

    also von den ganz krassen linksextremisten, wie ich einer bin, muessen aussteiger natuerlich schlaege und schikane erwarten.

  2. pathologe Says:

    Wo er Recht hat, hat er Recht. Der Höge.
    Ich kann mich ja z.B. an Zeiten erinnern, in denen ich nicht lesen konnte. (Lüge: HubaBuba, konnte ich lesen…).
    Wenn der Staatsschutz seinen Käse jetzt auf die “Linksextremisten” ausweitet, dann ist dass doch gut und nicht schlecht. Es wäre doch richtiggehend Spitze z.B. als antifaschistischer Gewalttäter mal so behandelt zu werden, also rein staatsmässig, wie die diversen “rechtsextremistischen Phänomene”.
    Oder anders: Wir (wobei ich auf das “Wir” natürlich scheiße) können jetzt machen was wir wollen. Wenn`s eng wird: Just call the number or go on the ship!

    Sorry Kulla, momentan noch kein Kommentar von mir ohne Werbung für die http://regensburgerpathologien.blogsport.de/2010/08/06/oh-oh/

    Du siehst es mir nach, oder? ;-)

  3. Cyrano Says:

    Also das ist doch nicht fair… wenn ich mal links war und da so einiges Scheiße finde, kann ich mirn Ausstiegshandgeld und ein Frühstück mit Saft abholen. Und wenn ich schon immer ein Gesetzestreuer Büger usw. war, krieg ich nix. Da sieht man doch wieder wie der Staat die linken verhätschelt…
    Bekomme ich eigentlich auch Ausstiegshilfe, wenn ich aus einer Splittergruppe in eine andere wechsele?

  4. classless Says:

    Da gibt’s nur einen kleinen Einkaufsgutschein.

  5. Gehirnschnecke Says:

    Da werd ich jetzt noch schnell linksradikal!

  6. Donauwelle Says:

    Hotline: Bloggerseelsorge, Grüß Gott!
    Anruferin: Servus! Ich bin konservativ und möchte bitte aussteigen.
    Hotline: Wieso das denn?
    Anruferin: Die machen alles kaputt. Ich weiß nicht was ich je an diesen Leuten gefunden habe. Außer wenn es zusammen gegen die anderen ging. Der Arzt sagt ich solle mir nichts daraus machen das wäre normal nach Seelenmißbrauch.
    Hotline: Sie haben die fnords gesehen?
    Anruferin: Sorry? Sowas geht mir am Arsch vorbei!
    Hotline: Sind Sie Lateinerin?
    Anruferin: Wozu?
    Hotline: Dann nehmen Sie mir bitte das quid pro quo nicht übel. Die ständige Forschung geht davon aus dass Ihr Leiden von ekelerregenden Erregern verursacht wird, welche durch Mitbürger übertragen werden, den sogenannten fnords. Ihr Ausstiegswunsch ist also ein Anzeichen für ein gesundes Immunsystem. Können Sie sich erklären, wie es bei Ihnen angefangen hat?
    Anruferin: Jetzt verstehe ich Sie besser. Ich vermute ich habe es vom Arbeitsplatz mitgebracht. Als freiberufliche Insolvenzverwalterin für Geisterblogs hatte ich die Abwicklung eines einflußreichen konservativen Politblogs übernommen. Dort muss mich ein infizierter Kollege damit angesteckt haben.
    Hotline: Was war das für ein Laden?
    Anruferin: Ich sage Ihnen das jetzt nur, weil sie keine Schweigepflicht haben. Nachdem der Darsteller des ordnungspolitischen Gewissens desertiert ist, hat sich die “Freakshow der okzidentalen Gefolgschaft” von der Viererbande zum Dreigestirn gewandelt. Zurück blieben der Erbe des mißbrauchsträchtigen Paternalismus, das Schneewittchen der verfolgenden Unschuld und der ritter der infantilen Inquisition. Mit denen war beim besten Willen kein Nichtüberwachungsstaat mehr zu machen.
    Hotline: Und Sie desertieren nicht, wenn Sie jetzt aussteigen?
    Anruferin: Sie haben recht. Ich habe schon viel zu viel von diesem irrsinnigen Geschwätz auf mich abfärben lassen. Diese Leute wollen buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand, da komme ich einfach nicht mehr mit. Ich bin ja für fast alles offen, aber Überwachungsstaat ist nicht witzig.
    Hotline: Sondern ein Verbrechen.
    Anruferin: Woher haben Sie das?!?
    Hotline: Das ist jetzt nicht so witz… äh… wichtig. Wenn Sie aussteigen wollen, dann müssen Sie aus eigener Initiative einen wichtigen Schritt tun, der Sie nachvollziehbar von Ihren alten Weggefährtinnen entfernt.
    Anruferin: Die Kollegin hätte Sie jetzt gefragt ob Sie Feminist sind.
    Hotline: Im Ernst, war der Laden mit seinen Wahlempfehlungen ehrlicher oder verlogener als Konrad Adenauer?
    Anruferin: Ja.
    Hotline: Will sagen?
    Anruferin: Ich habe eine Menge über die Leuna-Affäre gelernt.
    Hotline: Und?
    Anruferin: Wenn der vierte Mann geblieben wäre, wäre die Kurve vielleicht zu kriegen gewesen, aber auch nur dann wenn er den zweiten beizeiten von seinem Geißelungs-Trip heruntergebracht hätte. Die Dame war da zwar auch mit drauf, aber die hätte dann der Erbe zurückholen können.
    Hotline: Und warum ist das… wie Sie sagten… ordnungspolitische Gewissen ausgestiegen?
    Anruferin: Das wußte keiner so genau. Es hat auch technische Unregelmäßigkeiten gegeben. Aber zuletzt hatte ich die externen Effekte der Insolvenzverwaltung thematisiert, um es ganz undramatisch zu fassen. Ich musste den Leuten sagen, passt auf, wir sind umzingelt. Auch wenn es größtenteils harmlos ist. Umweltschützer.
    Hotline: Und dann?
    Anruferin: Dann hab ich das Telefon in die Schublade und bin mit der Familie ins Wochenende. Nach einigen Wochen waren die Versprengten wiedergefunden, und es stellte sich allmählich heraus, dass etwas nicht stimmte. Vor allem bei dem zweiten Mann. Das muss aber schon vorher angefangen haben. Nachdem er den Vertreter eines großen Auslandskunden vor die Tür setzen ließ, hat er vor den Kollegen immer mehr von dessen Benehmen übernommen.
    Hotline: Das sagen Sie war der Auslöser?
    Anruferin: Ich kann mir auch vorstellen dass die Ursachen weiter zurückreichen.
    Hotline: Sie sagten, ich darf Sie zitieren, die machen alles kaputt…
    Anruferin: Das ist es ja. Aber wozu, wenn man sich dabei gegenseitig kaputt macht?
    Hotline: Daher eingangs meine Frage nach den fnords.
    Anruferin: Wo könnte der Kollege die hergehabt haben?
    Hotline: Die interessante Frage dürfte eher sein, wieso ist er dann nicht längst ausgestiegen?
    Anruferin: Sagen Sie’s.
    Hotline: Vielleicht hat er es versucht und es hat nicht geklappt.
    Anruferin: Und jetzt ist er abergläubisch davon.
    Hotline: Wenn Sie’s schon wissen, dann brauchen Sie ja keine Beratung mehr!
    Anruferin: Dankeschön! Und grüßen Sie mir die Ministerin!
    Hotline: Auf Wiederhören.

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