Ökonomischer Gottesdienst, Kommen und Gehen

November 13th, 2010

Es gibt die Kollegen, die sich aufspielen und dolle von sich überzeugt sind, die kommen dann bald nicht mehr. Dann gibt es die, die sympathisch, sensibel und verletzlich sind, die kommen dann auch bald nicht mehr. Und dann gibt es die, die es geschafft haben, lange hier zu sein und irgendwie wund im Kopf sind, auf die eine oder andere Art fertig.

Um es eine Weile hier auszuhalten, muß ich alle diese drei Sorten Humankapital ignorieren oder als schlechtes Beispiel betrachten, und mich an die halten, die es wunderbarerweise viele Jahre mit minimalen Schäden überstanden haben: bloß nicht zu viel machen, alle Kunden freundlich fies abwimmeln oder freundlich schnell abwickeln, und sich nichts gefallen lassen.

11 Responses to “Ökonomischer Gottesdienst, Kommen und Gehen”

  1. Benni Says:

    Ah wieder meine Lieblingsrubrik! Du solltest ein Buch draus machen.

  2. Scrupeda Says:

    Sounds like sound advice for life in general.

  3. classless Says:

    @ Scrupeda

    I’m not so sure about that.

    @ Benni

    Ich sollte diesen Quatsch irgendwann mal nicht mehr machen müssen.

  4. sten Says:

    Heiner Müller: Film

    45 Jahre nach der Großen
    Revolution sehe ich auf der Leinwand
    In einem neuen Film aus dem Land der Sowjets die Verwandlung
    Eines langsamen Kellners in einen Schnelläufer
    Durch die falsche Nachricht, der hundertunderste
    Wartende Gast sei Staatspreisträger.
    Die wenig verschieden gekleideten Zuschauer
    In dem Eckkino in der gespaltenen Hauptstadt
    Meines gespaltenen Vaterlandes belachen
    Den alltäglichen Vorgang, nicht alltäglich
    Auf der Leinwand. Warum lachen die Leute.
    O nicht genug zu preisende Langsamkeit
    Der nicht mehr Getriebenen! Schöne Unfreundlichkeit
    Der zum Lächeln nicht mehr Zwingbaren!

  5. Benni Says:

    @classless: Genau. Mach einen Bestseller draus ;-)

  6. classless Says:

    Naja, teilweise ist das ja auch schon in “Kapitulatus!” eingeflossen, an dem ich mich auch gleich dumm und dämlich verdient habe ;-)

  7. Xenu's Pasta Says:

    woher nimmst Du denn (ich drücke mich um “weißt”), dass Du das nur mit minimalem Schaden überstanden hast?

  8. classless Says:

    Ich spreche von dem Versuch – den Erfolg können andere vielleicht besser beurteilen ;-)

  9. e.r. Says:

    maybe i can “den erfolg vielleicht besser beurteilen” – but the hate keeps in mind :)

  10. Impi Says:

    Gibts am Ende doch einen Funken vom richtigen Leben im Falschen? ;-)

  11. Donauwelle Says:

    Das könnte auch eine Stellenbeschreibung für Langzeitarbeitslosigkeit sein.

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