Domscheit-Berg über Wikileaks

December 9th, 2010

>>Wikileaks (…) entscheidet vollkommen subjektiv, mit wem es nun zusammenarbeitet. (…) Die Öffentlichkeit, um die es ja eigentlich geht, und diejenigen, die bestimmt auch brennend gern die Berichte durchstöbern würden, die können das nicht. (…)

Nur weil ich Kritik übe, heißt das ja nicht, dass ich mit dem Projekt nicht mehr solidarisch bin. Ganz im Gegenteil: Wikileaks bräuchte viel mehr Leute, die Kritik äußern. Die Kritik müsste natürlich auch aufgenommen werden und nicht als Illoyalität oder Kampagne von Gegnern aufgenommen werden. Über mich wird ja schon verbreitet, es sei nicht auszuschließen, dass ich für meine Kritik vom FBI bezahlt werde. (…) Wir haben immer Transparenz gefordert für alle politischen Akteure, und Wikileaks ist heute ein politischer Akteur. (…)

Wir arbeiten an einem dezentralen System von sicheren elektronischen Briefkästen mit dem Namen Openleaks. Damit wollen wir sicherstellen, dass jeder Verlag, jedes Medienhaus, jede NGO, jeder kritische freie Journalist einen digitalen Briefkasten bekommen kann, zu dem Whistleblower Informationen und Dokumente schicken können, ohne Gefahr zu laufen, entdeckt zu werden. (…) Unser Ansatz ist, nur die elektronischen Briefkästen zur Verfügung zu stellen und sonst im Hintergrund zu bleiben.<<

Interview mit Ex-Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg im “Freitag”

5 Responses to “Domscheit-Berg über Wikileaks”

  1. Bernd Says:

    Wikileaks sitzt auf 5 Jahren NPD Mails… ob diese jemals publiziert werden?!

  2. Donauwelle Says:

    Irgendwann hat der Name „Julian Assange“ bei Google News den Begriff „Wikileaks“ überholt.

    wikileaks – Ungefähr 502.000.000 Ergebnisse
    julian assange – Ungefähr 11.200.000 Ergebnisse (0,08 Sekunden)

    So?

  3. classless Says:

    Ja, das fand ich auch nicht wirklich triftig.

  4. bigmouth Says:

    wäre es denn wirklich besser, alle dokumente auf einmal zu posten? offenbar versuchen sie ja so, die namen von leuten, die in große schwierigkeiten kämen, erstmal zu zensieren

  5. Donauwelle Says:

    @Bernd – Das heißt NPD/VS, oder ist das Material noch von vor der Übernahme? Was ist wenn Heinz Fromm die Daten gezielt geleakt hat um auf diese Weise Wikileaks zu infiltrieren? Seine Vorgänger haben sogar Auszüge der eigenen Personalkartei geleakt weil man sich einredete damit seine Gegenspieler von der HVA an der Nase herumführen zu können. Nicht dass die NPD/VS kein gerechtfertigtes Ziel wäre, mit Sicherheit gerechtfertigter als irgendwelche Klimawissenschaftler, aber politisch wäre es am angemessensten wenn die Nazipartei “nur” Kollateralschaden bei einem Angriff auf den Verfassungsschmutz ist.

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