Immer noch Dresden: Polizei aus Sachsen durchsucht Pfarrerwohnung in Jena

August 12th, 2011

>>Gegen 06:15 Uhr am Morgen des 10. August 2011 drangen etwa 25 bewaffnete Polizeibeamte einer sächsischen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) in die Dienstwohnung des Stadtjugendpfarrers Lothar König ein. Lothar war während der Durchsuchung nicht anwesend. Er befindet sich derzeit im Urlaub. Bei der etwa fünfstündigen Aktion durchsuchte die Polizei neben Räumlichkeiten, die nicht von Lothar genutzt werden, auch die Amtsstube des Seelsorgers – obwohl die Polizei über das besondere Schutzbedürfnis solcher Räume informiert war. Aus diesem Zimmer wurden Gegenstände konfisziert. Neben der Schamlosigkeit und Rücksichtslosigkeit, mit der die sächsischen Behörden gegen Lothar König und seine Funktion als Stadtjugendpfarrer, Seelsorger und Geheimnisträger vorgegangen sind, empört uns im Besonderen das Beschlagnahmen des JG-Dienstwagens. Der bundesweit bekannte Lautsprecherwagen, mit dem auf Demonstrationen Leute eingesammelt, mit Informationen, Musik, Wasser und Kaffee versorgt werden, wurde als „Tatmittel“ ab- und nach Sachsen verschleppt. Damit wird die alltägliche Arbeit der JG empfindlich behindert. (…) Betroffen von den Repressionen ist Lothar, gemeint sind wir alle.<<

Stellungnahme der Soligruppe der JG-Stadtmitte

One Response to “Immer noch Dresden: Polizei aus Sachsen durchsucht Pfarrerwohnung in Jena”

  1. Qaumaneq Says:

    Wenn ein Regime sich über das Gesetz stellt dann stellt es sich auch über jegliche Konstruktion seelsorgerischer (ärztlicher, anwaltlicher, ehrenamtlicher, etc.) Immunität, da hilft nicht einmal ein Gottesbezug in der Verfassung. Da müsste schon den Schlägertrupps des Innenministeriums öffentlich jeglicher Segen entzogen werden, übrigens nicht zum ersten Mal. Der derzeitige Papst hat mit den damaligen Behörden sehr ähnliche Erfahrungen gemacht wie dieser Pfarrer, aber hat er auch ebenso viel daraus gelernt? Der kirchliche Umgang mit der Aufdeckung der sexuellen Mißbrauchsfälle deutet nicht gerade darauf hin dass den Verantwortlichen bewusst wäre dass ihr Versagen deswegen schlimmer als staatlicher Machtmißbrauch ist weil es ihnen verunmöglicht letzterem Einhalt zu gebieten. Es scheint vielmehr so als ob bestimmte christliche Geistliche staatlichen Machtmißbrauch gezielt absegnen, so wie sie es zuvor mit dem sexuellen Mißbrauch getan haben, wahrscheinlich aus sehr ähnlichen Motiven.

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