Archive for the 'Ausm Leben' Category

Berlin -> Berlin

Tuesday, July 20th, 2010

Eine Woche rumgetrampt, rumgelaufen und Musik gemacht. Nach einem kurzen Besuch in Landshut besichtigte ich in Augsburg die Spuren einer der frühesten Formen von modernem Kapitalismus. Hier wuchsen Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts die Fugger zu einem gigantischen Konzern heran, der den damaligen europäischen Bergbau, die Textilindustrie, das Kreditwesen und mittels seines Nachrichtendienstes auch [...]

Kurze Erholung von der Erschütterung

Monday, July 12th, 2010

So sehr die letzten Wochen von der Erschütterung geprägt waren, wieviele Leute – und vor allem auch: welche! – die nationale Besinnungslosigkeit mitmachten und erschreckend wenig Verständnis dafür aufbringen konnten, wenn es jemand anders sah oder kritisierte oder einfach nur nicht damit behelligt werden wollte, so sehr freue ich mich doch über alle, die sich [...]

Ökonomischer Gottesdienst, das Große Ganze

Tuesday, June 29th, 2010

Zwei Tage ist das Achtelfinal-Spiel der deutschen gegen die englische Männerauswahl her, und immer noch gibt es unter den Kolleginnen und Kollegen kaum ein anderes Gesprächsthema. So wie sie sonst weit von sich weisen, mit dem historischen nationalen Kollektiv noch was zu tun zu haben, schließlich müsse es ja mal irgendwann gut sein, so selbstverständlich [...]

Anti-German Schadenfreude – Mittendrin statt auf der Flucht

Friday, June 18th, 2010

Bei den letzten internationalen Fußballspektakeln gelang es mir größtenteils, durch Flucht und Urlaub den Nächten der lebenden Idioten zu entgehen. Diesmal pressiert’s jedoch geldmäßig noch so sehr, daß ich keine Wahl hab als während der WM zu arbeiten, das heißt unter Menschen zu gehen, die vielleicht gerade noch einsehen können, daß jemand mit anderer Herkunft [...]

Für wen und für wen nicht – Nachtrag zum Samstag in Halle

Monday, May 10th, 2010

Schön, wieviele tolle Menschen zu unserer Musik gefeiert haben – wenn die Jugendantifa fragt, kommen wir gerne immer wieder! Für den Spinner im Publikum, der während unseres Gigs seine Hände nicht bei sich behalten konnte und der dann blöderweise aber auch nicht zu identifizieren war, haben wir aber nicht gespielt. Wer die gelöste Stimmung auf [...]

Ökonomischer Gottesdienst, Tanzen weil und um und trotz

Tuesday, April 13th, 2010

>>Wer von Müdigkeit spricht, meint das Aufwachen, wenn man noch wie betäubt vom Vorabend ist, Lass uns doch ausgehen, um all die Probleme zu vergessen Lass uns doch tanzen …

Ökonomischer Gottesdienst, langsamer Entzug

Thursday, April 8th, 2010

Scheint tatsächlich zu stimmen: Seltener einer bestimmten Arbeit nachgehen macht mich bezüglich dieser Arbeit nicht entspannter sondern vor allem zynischer. Alles wirkt wieder so lächerlich und absurd wie beim ersten Mal. Und mein Kollegenaufwiegeln wird noch unverblümter. Note to self: I probably still won’t get myself fired but much more likely others.

Zwischenstand bei mir

Saturday, April 3rd, 2010

Ökonomischer Gottesdienst Das Finanzloch, das sich Anfang Dezember auftat, ist mit vereinten Kräften wieder halbwegs geschlossen. Der alte Job ist zumindest nicht völlig weggebrochen und der neue läuft allmählich an. Das hat aber alles viel Zeit und Nerven verschlungen, die Aufmerksamkeit oft gründlich von anderen Dingen abgelenkt. Und so ganz durchgestanden ist es auch noch [...]

Spiderman, Mädchen und Jungs

Tuesday, March 23rd, 2010

Ich kann schlecht schätzen, wie alt jemand ist – und das unabhängig vom Alter. Das Mädchen, das mit seinem Vater vor mir herlief, war aber vermutlich noch im Vorschulalter. Mädchen: “Ich liiiiiiebe Spiderman!” Vater: “Jetzt plötzlich?” Mädchen: “Aber ich liebe Spiderman schon im-mer! Wie ich Mädchen und Jungs liebe!” Vater: “Welche Mädchen und Jungs?” Mädchen: [...]

Dicks will be dicks

Thursday, March 4th, 2010

Letzte Woche in einer sonst immer ausnehmend tollen Bar, die aufgrund ihrer Lage aber auch zuweilen von weniger tollen Gästen frequentiert wird. Drei Kerle, irgendwo zwischen Mitte 20 und Mitte 30, die sich vorher nicht kannten, setzten sich nacheinander an den selben Tisch und unterhielten sich sofort prächtig. Erstes Thema: die Barfrau ins Bett kriegen. [...]

Friedrichshain im linksfaschistischen Bürgerkrieg?

Sunday, December 13th, 2009

Der Stadtbezirk wirkt wie immer: daß ständig Polizeiwannen herumfahren, kenne ich nicht anders, und daß meist ein Hubschrauber in der Luft ist, scheint auch schon seit Monaten so zu sein. Nach wie vor sind rund um die Uhr Läden und Kneipen geöffnet und überwiegend junge Leute ziehen zahlreich herum. Nichts Neues sind die Demos und [...]

Wenn der Mossad nicht zahlt…

Tuesday, December 8th, 2009

…und die Bilderberger nichts von sich hören lassen; wenn ich meine Miete nicht mit unverkauften Exemplaren von “Weichkern-AufSchnitt” bezahlen kann; und wenn der Übergang vom Noch-Job zum hoffentlich besseren Bald-Job mit großem unerwartetem Einnahmenschwund im Noch-Job und mit noch viel größeren, unerwarteten Mehrausgaben zusammenfällt; kurz: wenn ich gerade nicht sicher bin, wie ich die nächsten [...]

Youtube playlist: Music I liked in ’89

Tuesday, November 24th, 2009

In 1989, I was 12 years old and lived in the DDR (East Germany). Despite the fact that it was something between illegal and heretic to listen to Western radio, most people didn’t seem to care and I switched my SKR 700 to the West German stations NDR2 and FFN, but mainly to the British [...]

5 Jahre “classless”-Blog

Sunday, November 22nd, 2009

Am 22. November 2004 startete ich dieses Blog – damals noch bei myblog.de – mit einem Tramp-Posting über einen Bundeswehr-Soldaten: “Toleranz am Hindukusch”. Ursprünglich hauptsächlich zum Festhalten der ganzen Trampereien und als Ersatz für die vorherigen Rundmails an Freunde und Bekannte gedacht, wurde und wird das Blog immer mehr auch wegen der Veranstaltungs- und Demoberichte [...]

Ökonomischer Gottesdienst, Erinnerungsdiskurs

Monday, November 16th, 2009

Ein Kunde, der sich euphorisch und laut darüber verbreitet, daß es “früher” – also in der DDR – immer Richtlinien gab, einem Vorschriften gemacht wurden, Ausderreihetanzen bestraft wurde und daß das heute alles so unglaublich viel besser wäre, wird von mehreren drumherum stehenden Kollegen vielsagend angeschaut und mitleidig belächelt.

Tot und lebendig

Thursday, November 12th, 2009

Während ich durch die prallgefüllte Woche torkele, neben der Arbeit her eine ziemlich sinnlose Kommentarschlacht im Mädchenblog verfolge, mich über die Verdrahtung vom Dienstagabend freue und auf die praktischen Auswirkungen gespannt bin, speise ich euch, liebes Blogpublikum, mit einem Bild aus der Haarsuppe ab:

Ökonomischer Gottesdienst, Krankheit als Waffe

Monday, October 19th, 2009

Die Kollegen husten und niesen, sie schnaufen und sie keuchen, aber sie gehen nicht nach Hause oder bleiben gleich dort. Obwohl sie weiterbezahlt werden, wenn sie nicht herkommen. Sie haben Schiß, in der Krise ihren Job zu verlieren. Also versuchen sie, die eigentlich eindeutigen Zeichen zu verstecken. Vorgesetzte verlangen nämlich beständig, daß alle der Arbeit [...]

The Soviet Book of the Dead – World Peace Day @ Treptow Park

Friday, September 4th, 2009

150 Mikrogramm, die sich in meinem Nervensystem für einen langen Tag am Dopamin-Rezeptor D2 und als Agonist am 5-HT2A-Rezeptor wie zu Hause fühlen. Da es alles ist, was sich reproduzieren läßt, zitiere ich die merkwürdige Stimme auf meinem Diktiergerät und zeige, was sich hinterher in meinem Telefonspeicher fand: Treptow Park. This is the mythology I [...]

Wie ich bei den Antideutschen landete

Friday, August 28th, 2009

Mit zwanzig fand ich Jürgen Elsässer großartig. Mich sprach an, wie er mit dem lenin-marxistischen Vokabular, das mir von Kindesbeinen an vertraut gewesen war, die faschistische Mobilisierung begreifbar machte, die ich etwa drei Jahre lang aus nächster Nähe miterlebt hatte. Obgleich ich die meisten marxistischen Texte zu dieser Zeit als borniert und überholt empfand und [...]

Overheard in Hohenschönhausen

Friday, August 21st, 2009

T-Shirt: vorn “Friedman – Hörst du uns?”, hinten: “Wir Deutschen wir sind spitze, auch ohne Koks und ohne Spritze!” “Friedman” als Schriftzug mit Kokshäufchen auf jedem Buchstaben. *** Reinigungskraft zu Reinigungskraft: “Heute morgen Radio anjemacht, nur Wahl überall, ich gleich CD jedrückt.” *** Gespräch über die DDR. Älterer Kollege: “Meine Töchter fragen mich: Wie habt [...]

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