Archive for the 'Ausm Leben' Category

Projektverschiebung, Projektbeginn

Tuesday, August 18th, 2009

Ich muß mir eingestehen, daß das Vorhaben, “Going Back To Ephesos” in diesem Sommer fertigzuschreiben, doch etwas zu ambitioniert war. Die bisherigen Bücher sind alle in einem Sommer bzw. oft sogar nur in einem Teil davon entstanden; ich habe völlig unterschätzt, wieviel mehr ich mir diesmal aufgehalst habe: andere Sprache, extrem viel Inhalt in mehr [...]

Politik im Kleinen

Saturday, August 8th, 2009

Gestern am FDP-Stand in der Simon-Dach-Straße vorbeigelaufen. Ein Wahlkämpfer wedelte mit Giveaways, dem Augenschein nach Bierdeckel: “Wollt ihr sowas?” Ich: “Da steht doch FDP drauf.” Er: “Nein!” Und nach einer gewissen Pause: “Nur auf der Rückseite.”

Vorläufiges Ende der Schreibwochen

Saturday, July 4th, 2009

Mit endlosem Gewurschtel in übler Mückenschwüle gingen die eigens freigeräumten drei Schreibwochen in Thale zu Ende. Sprachlich bin ich mit weiten Teilen des Buches noch nicht zufrieden, da habe ich weiterhin einige Feinarbeit vor mir, deren Ausmaß ich auch nicht abschätzen kann. Doch der Mitteilungsdruck ist weg, der Inhalt ausgebreitet, der Kopf von vielen Tonnen [...]

16. Tag der Schreibwochen

Wednesday, July 1st, 2009

Die mühselige Kleinarbeit, Ersetzung von Anachronismen, die gleichen Stellen wieder und wieder lesen – und das, nachdem ich das Buch schon vor zwei Jahren hätte fertiggeschrieben haben wollen. Und überall locken Ablenkungen. Dann aber immer wieder der Flow und die damit einhergehende Schlaflosigkeit. Als die Zeit im Hammam verrutscht: Ef: But again, already Artemis’ own [...]

Tag 13 bis 15 der Schreibwochen

Tuesday, June 30th, 2009

Bahnfahren muß bestraft werden, klar: weil die Automaten meine EC-Karte nicht haben wollten, in beide Richtungen Aufpreise (der einzige Geldautomat ist der falsche, zwei Tickets für eine Strecke…); menschliche Megaphone, die auch Ohrstöpsel und mp3-Player übertönen und vor denen zu türmen nur in die Nähe ähnlich lauter Fahrgäste führt. Hier in Thale ist nun endlich [...]

12. Tag der Schreibwochen

Saturday, June 27th, 2009

Thale ist der einzige Ort, an dem ich noch mehr Ost-Flashbacks bekomme als in Hohenschönhausen. Ich lese Daniela Dahn und Siegfried Wenzel, blättere im Eulenspiegel und wohne Gesprächen darüber bei, was für eine drollige Minderheit die Christen im Ort sind. Nun weist mich ein Wessi darauf hin, daß die DDR sogar eine neue CD rausgebracht [...]

Tag 11 der Schreibwochen

Friday, June 26th, 2009

Jetzt habe ich einen Ausdruck zum Durchschauen. Die ersten vier Kapitel erscheinen mir gar nicht mehr so roh und sind auch weitgehend von Anachronismen bereinigt (wenngleich es sich ja ohnehin im Sinne des Buches um moderne Übertragungen original lateinischer Dialoge handelt). So beginnt der erste Dialog mit dem Philosophen Porphyrios: Porphyrios: Oh my friend, how [...]

10. Tag der Schreibwochen

Thursday, June 25th, 2009

Die kurze Unterbrechung durch einen Arbeitstag in Berlin wird mir willkommen sein, weil ich gerade einen möglichst großen Bildschirm zum Sortieren und einen belastbaren Drucker für die Hardcopy gebrauchen kann. Einen selbstgebastelten Plot, der etwa 2500 Jahre Geschichte der Mittelmeerregion auf den Zeitraum einer Lebensspanne eindampft, über 120 A4-Seiten hinweg auf Konsistenz prüfen, ist an [...]

8. und 9. Tag der Schreibwochen

Wednesday, June 24th, 2009

Yay, alles abgetippt! An einem angemessen diskordischen Datum (23.6.2009)… Wie gesagt, alles noch zu roh, als daß meine Eitelkeit es erlauben würde, Proben zu posten. Stattdessen zeige ich ein Bild vom Schauplatz des vorletzten Kapitels, dem osmanischen Hammam in der Nähe des Artemisions: Es gibt mehr von Hitchens über den Iran zu lesen (ich habe [...]

Tag 6 und 7 der Schreibwochen

Monday, June 22nd, 2009

Gut vorangekommen, so gut vorangekommen, daß ich endlich auch eine Mehrheit im Kopf fürs Ausschlafen gefunden habe. Ich hab jetzt zu allen Kapiteln den gesamten Dialogverlauf diktiert, alles weitere ist sozusagen weitestgehend wetterunabhängig, auch wenn ich vielleicht der einen oder anderen Passage wegen noch mal kurz im Wald ein paar Gedanken einatmen gehen werde. In [...]

4. und 5. Tag der Schreibwochen

Saturday, June 20th, 2009

Jetzt bin ich an dem Punkt, wo ich zwar diktiere, übertrage, montiere und schreibe, bis der Kopf wund ist, wo es aber auch immer mehr von selbst geht. Obwohl im Haus viel passiert, wir Familienbesuch haben und wichtige Nachrichten hereindringen, bin ich zu vertieft ins Buch um hier viel auszubreiten: das gute alte Schreibparadox! Wenn [...]

3. Tag der Schreibwochen

Thursday, June 18th, 2009

Der Schlafrhythmus ist voll im Eimer, gestern mit die Elterns aus ihrem 37. Hochzeitstag in Papas 60. Geburtstag hineingetrunken, begleitet von “Anything Else” im Fernsehen, dann bis nach 6 am 2. Troia-Dialog rumgebastelt und auch endlich mal kapiert, wie man Rise of Mankind wirklich gewinnen kann. Heute um 11 wieder aufgestanden und zur Georgshöhe gelaufen, [...]

2. Tag der Schreibwochen

Tuesday, June 16th, 2009

Der Rückzug funktioniert bisher nur teilweise, da ich nicht mit allen Erledigungen ganz fertig geworden bin, bevor ich herkam und da ich mich doch recht viel im Netz rumtreibe, nicht zuletzt wegen der Entwicklungen im Iran. (Dazu z.B. der Kommentar von Christopher Hitchens bei Slate.) Heute finden in Berlin zwei Demonstrationen unter dem Motto “Freiheit [...]

1. Tag der Schreibwochen

Monday, June 15th, 2009

Mit all den Büchern im Gepäck zog ich es vor, mal wieder mit der Bahn zu fahren und durfte einem betrunkenen älteren Mann in Humboldt-Uni-T-Shirt beiwohnen, der sehr laut Dinge rief wie: “Ich kann jedes Sozialsystem innerhalb von 14 Tagen fertigmachen. Schickt mich nach Afghanistan und in 14 Tagen ist da alles fertig! Aber mich [...]

State of the Blog Address

Saturday, June 13th, 2009

In den nächsten Wochen passiert das, was vor ziemlich genau sechs Jahren bereits die Idee eines Blog nahelegte: Als ich im Sommer 2003 zum Schreiben des Wau-Buchs “Der Phrasenprüfer” (und zur Verfertigung der Übersetzungen von Paco Xander Nathan sowie meines ersten Sukultur-Heftes “Aus der Produktion”) nach Thale fuhr, ließ ich mittels fast täglicher Rundmails Freunde [...]

Wochenende

Monday, June 1st, 2009

Freitagnach trotzte zuerst Jace alias DJ/Rupture in der Maria dem Berlinfluch – wann immer er zuletzt in der Stadt gewesen war, gab’s kaum Publikum. Diesmal war’s deutlich voller, aber richtig getanzt wurde trotzdem eher, wenn er vom bunten Gebastel zu den straighteren Beats wechselte. Ihm folgte Kid606, der für mich jeden Reiz verloren hat, aber [...]

Unterwegs

Thursday, May 7th, 2009

Ich trampe heute in Richtung Darmstadt, wo es morgen eine Befreiungsparty u.a. mit der Bam Bam Babylon Bajasch und mir geben wird. Am Samstag bin ich beim Vollmond in Löhrbach, und danach trampe ich weiter nach Wien, wo ich am Dienstag aus der “Entschwörungstheorie” vorlesen werde. Auf dem Weg – und auf dem Weg zurück [...]

Ökonomischer Gottesdienst, Überwachung, Kontrolle, Desintegration

Monday, May 4th, 2009

Der Laden ist leer, so wie die meisten anderen Läden zuletzt die meiste Zeit über auch. Das Sommerloch, das sonst Ende Mai anfängt, klafft im Grunde schon seit März und folgte recht unmittelbar auf das “Eisloch” vorher. Gründe gäbe es viele: Krise, Schweinegrippe, Wetter, zu viele Märkte auf zu engem Raum. Doch das sind für [...]

Als ich klein war, war ich ein Tweet bei Twitter

Saturday, May 2nd, 2009

Am Tag der Befreiung vom Joch des Durcharbeits-Winterhalbjahres auf dem Weg nach Hause in der U-Bahn lese ich “God Is Not Great” von Christopher Hitchens, und nacheinander kommen zwei Jungs von Nu Era und der Mann mit der “Frag mich nach Jesus“-Kiste vorbeigelaufen. Als ich beim Kapitel über Gottes Verhältnis zu Schweinen bin, grölen angetrunkene [...]

Ökonomischer Gottesdienst, Beichte

Friday, March 27th, 2009

Damit mir diese Gesellschaft erlaubt, hin und wieder das zu tun, was ich tun will, muß ich etwa die Hälfte des Jahres damit verbringen, meine Gesundheit, meine Energie, meine Nerven, meine Jugend und meine Leidenschaft auf dem Altar des Wertes zu opfern. Zugenagelte Buchstabenmarxisten nennen das euphemistischerweise “Schädigung”, als gäbe es ein Wort, um diesen [...]

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