Archive for the 'Cut-up & Remichsen' Category
Wednesday, October 25th, 2006Bücher aus dem Hausflur Der Stein flog durch den linken Fensterflügel, wo sein Kopf gewesen war. Scholl ließ keine Gelegenheit aus, diese Geschichte zu erzählen. Denn die Situation in Medina war erst nach dem fast sechsjährigen Kriege gegen Mekka stabilisiert, als er Mekka erobert hatte. In den letzten Monaten waren bedeutende Geschäftsverwicklungen eingetreten. Wer würde [...]
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Wednesday, October 25th, 2006Bücher im Hausflur Wer aber vergißt, was geschah? Joe wurde vom Dampfer verschluckt. Sie schloß einen der Bücherschränke, holte einen sperrigen Aktenordner heraus und legte ihn auf ihren Schreibtisch. “Ich war zu niemandem je ganz ehrlich”, gestand sie später. Eines lag klar auf der Hand: Zehn Jahre waren verflossen. “Dein Fehler, Anne, meine Liebe, ist, [...]
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Monday, October 16th, 2006Posted in Cut-up & Remichsen, Kulturimperialismus, Lektüre, Randgruppen-Humor, Uncategorized, Vermittlung?, chaos, civilization, space | 3 Comments »
Sunday, October 8th, 2006Talking titles: Belletristik Platz 1: Charlotte Link “Das Echo der Schuld” Belletristik Platz 2: Günter Grass “Beim Häuten der Zwiebel” Sachbücher Platz 1: Hape Kerkeling “Ich bin dann mal weg” Sachbücher Platz 2: Joachim Fest “Ich nicht” Und als Bonus-Track bzw. letztes Indiz: Sachbücher Platz 3: Bernhard Bueb “Lob der Disziplin”
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Wednesday, August 9th, 2006(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 6) Bereits im Mai 1979 hatten die Oberkommandierenden der drei Teilstreitkräfte den “Sieg im Krieg gegen die Subversion” verkündet. Ich möchte Sie ein wenig durch dieses Programm führen. Der klassische Mindfuck geschah 1923 bei einer der ersten Surrealismus-Ausstellungen. Jedes Jahr bewahrt ein Eichhörnchen über 10.000 Nüsse auf, und sein Überleben hängt [...]
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Tuesday, August 8th, 2006>>Und das ist der Remix. Zumindest in der Literatur gilt es noch als Plagiat, wenn man einfach das geistige Eigentum eines anderen, und wenn auch nur in Teilen, übernimmt. Solche Aneignung wird gesellschaftlich – und auch rechtlich – verdammt. Wird sich das ändern?
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Tuesday, July 25th, 2006>>“They are my slaves,” he would sometimes say, gesturing at the books on his shelves, “and they must serve me as I will.” The task of this unpaid workforce was to provide raw materials which could be shaped for his own purposes. “His conversation does not run in one groove, but is as varied as [...]
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Saturday, June 10th, 2006>>Am Anfang war der Code. Und keiner wußte, was Gott damit sagen wollte. Also schickte Gott das Wort nach, das wurde begeistert aufgenommen und nun waren sich alle total sicher, daß sie es begriffen hätten. Sie vergaßen den Code und erzeugten gerade in unserem Landstrich immer längere Wörter, unüberschaubare Buchstabenketten, was die Sprache schon strukturell [...]
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Thursday, June 1st, 2006Daß das liebe Blogpublikum selten das liest, was mir selbst am wichtigsten ist – nun ja, geschenkt. Ist ja kein Jammerblog. Was dann allerdings zumeist gesucht wird und dank Google auch noch bei gefunden, finde ich doch immer wieder sehr belustigend. “Drogen in Thale” zum Beispiel, “sizilianische mafia namen aus den 30ern”, den Songtext von [...]
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Sunday, April 9th, 2006(Nachdem ich Adorno bereits gegen die Weltgeschichte vereinnahmt habe, präsentiere ich dem geneigten Publikum hier einen Adorno-Cut-up über die Lage des Cut-ups in der Kulturindustrie, wozu er selbstverständlich nie etwas gesagt hat.) Das Subjekt opfert die Anschaulichkeit des Werkes, treibt es zu Lehre und Spruchweisheit und versteht sich als Repräsentanten einer nicht existenten Gemeinschaft, stets [...]
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Friday, April 7th, 2006(http://myblog.de/classless/art/3270284) Sollte mal wieder jemand fragen wollen, warum ich denn so selten Lesungen mache, es von mir keine neuen Bücher gibt, warum ich überhaupt so wenig Umfangreicheres schreibe, warum ich nicht einfach mal bei dem und dem Verlag frage, den kennt man doch, das könne doch alles nicht so schwer sein etc. – so sieht [...]
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Thursday, March 16th, 2006(http://myblog.de/classless/art/3115955) >>Schön wäre es, mit der Sprache zu spielen und den offenen Horizont immer noch zu erweitern. Das nannte ich einst “Weichkern-Aufschnitt” oder “Softcore-Cut-up”, also nette Umgehungsstrategie mit dem Ziel der Versöhnung. Doch es spielt gar keine Rolle, wie hart oder weich der Kern ist; und die Umgehung, der Hack, der Witz mögen wohl mir [...]
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Tuesday, March 14th, 2006“Für das Zusammenfügen verschiedener Texte zu einem neuen wird in der Philologie auch der Begriff Kontamination verwendet (in Anlehnung an das Verfahren römischer Dichter, bei der Übersetzung griechischer Dramen deren Struktur zu verändern, indem sie Elemente anderer Stücke einarbeiteten). Das Ergebnis dieser Umgestaltung muß die Assoziation des Zufälligen allerdings möglichst ausschließen.” Weingart, Brigitte: Ansteckende Wörter. [...]
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Friday, March 10th, 2006>>Wenn es richtig ist, daß die sogenannte Interjektion, nämlich „der einzelne, von einem übermächtigen momentanen Eindruck abgedrungene Affekt- und Erregungslaut“ buschda, das wesentliche physiologische Element der Sprache ausmacht, dann dürfte Sprache anfangs nichts anderes gewesen sein als unter Wiederholungszwang entfaltete Interjektion: buschdada. Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst: Aristoteles’ Urlaut tode ti, [...]
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Wednesday, February 8th, 2006(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 5) Spätestens seit Erzbischof Wulfstan im Jahre 1014 in einer Predigt in York erklärte: „Die Welt rast ihrem Ende entgegen“, glauben die Menschen, daß alles schlechter wird und daß früher alles besser war. Du kannst dir nicht vorstellen, wie das nervt. Die Krise war Realität geworden. Wie würden Sie vorgehen? Ich [...]
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Monday, February 6th, 2006(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 4) Der paramilitärische Apparat drohte sich zu verselbständigen. Vier Mitarbeiter der tschechischen Redaktion wurden schwer, vier weitere leicht verletzt. Das Theater war voll von eben aus Frankreich heimgekehrten Frontsoldaten. Sie steigen immer auf den letzten Drücker ein. Ich schrie, weil es so heiß war, so unerträglich heiß. Ist die Heilige Stadt [...]
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Sunday, January 22nd, 2006(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 3) Die vorige Krise ist die letzte gewesen. Die Sozialformation Staat siecht dahin, ihre Zeit ist vorbei. Außerdem haben die westlichen Demokratien leider kein Geld. Moralischer Radikalismus, mehr Verantwortung und Solidarität. Aber was hat das alles mit Marx zu tun, wird man fragen? Vergessen wir nicht, daß Marx einmal gläubiger Christ [...]
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Saturday, January 21st, 2006(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 2) Bin ich zu laut? Ja, ich habe wahrscheinlich einen angeborenen Sinn für das, was ich Wucherung der Materialien nennen möchte. Wenn Großmutter schrieb oder rechnete, dann hat sie mit hebräischen Buchstaben geschrieben. Mit dem Augenblick, da die Feder sich seiner bemächtigt, verliert der Gedanke seine Originalgestalt. Ich möchte noch gern [...]
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Friday, January 20th, 2006(Zentral- und Landesbibliothek-Cut No. 1) Wie hat man sich denn nun so ein Atom vorzustellen? Atome als naturphilosophisches Konzept, Atome aus einem Kern dichter Materie, Elektronen in komplizierten Atomen, Atome als „wirkliche“ Teilchen, Atome als „wirkliche“ Bausteine, populäre Atomvorstellungen. Und wenn man auf einer ebenen Strecke aufhört zu ziehen, dann bleibt er stehen. Es gibt [...]
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Wednesday, January 4th, 2006Anfassen und Begreifen Michs. I know what you’re gonna say so don’t. Vergleichendes Sehen, das die Besonderheiten innerhalb einer Familie von Bauten vor Augen führt, wird erst in Bildreihen möglich. Just do it. Cut the fuck up. Ein solches Vorgehen entspricht dem wissenschaftlich-analytischen Prozess, der Erkenntnis aus der exemplarischen Gegenüberstellung der Dinge und Phänomene zieht. [...]
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