Trampen – classless Kulla https://www.classless.org Пароль: Nothing is as easy as it looks, but nothing is as difficult as we make it. Sun, 31 Aug 2014 07:42:28 +0000 en-US hourly 1 Wernigerode → Thale https://www.classless.org/2014/08/31/wernigerode-%e2%86%92-thale/ https://www.classless.org/2014/08/31/wernigerode-%e2%86%92-thale/#comments Sun, 31 Aug 2014 07:41:49 +0000 http://www.classless.org/?p=8378 Am Busbahnhof von einem Mann mit einem Knüppel bedroht worden (“Die Ausländer müssen alle weg!”, “Ich schlag dir alle Zähne aus!”), dann trotz Regenwetter lieber Richtung Ortsausgang gelaufen und getrampt.

Schon an der Halberstädter Straße nach weniger als fünf Minuten einen angehalten, der früher im “Stadtgarten” Veranstaltungen gemacht und sich dort um die Technik gekümmert hat, und der mich noch bis aus Blankenburg raus an die Ausfallstraße nach Thale brachte.

Von dort war’s – wieder nach kurzer Wartezeit – eine überdreht-gutgelaunte Kleinfamilie auf dem Weg nach Neinstedt, in deren Rumgealber ich jetzt sogar schon wieder einsteigen konnte.

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Halberstadt → Blankenburg https://www.classless.org/2014/08/14/halberstadt-%e2%86%92-blankenburg/ https://www.classless.org/2014/08/14/halberstadt-%e2%86%92-blankenburg/#comments Thu, 14 Aug 2014 14:33:56 +0000 http://www.classless.org/?p=8353 Authentisches Paar: aggressiven Autofahrer mit Goslarer Kennzeichen aggressiv als “Wessi” beschimpft, mangelnden Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Städten der Gegend beklagt, bei der Ankunft von Nazikumpels begrüßt worden. Für den Rest der Strecke dann doch lieber Bus.

Wald bei Blankenburg

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Köln → Thale https://www.classless.org/2014/07/28/koln-%e2%86%92-thale/ https://www.classless.org/2014/07/28/koln-%e2%86%92-thale/#comments Mon, 28 Jul 2014 13:13:41 +0000 http://www.classless.org/?p=8327 Kaum war ich ein paar Tage in Köln, schon versank die Stadt im Chaos. Mitten in der Nacht irrten Tausende von Menschen zwischen endlosen Autostaus und festsitzenden Straßenbahnen herum, Anzeigetafeln fielen aus, die Polizei und viele, die sich so vorkamen, mahnten inmitten davon herrisch irgendwelche Reste von Regeln an – nachdem ich selbst anderthalb Stunden gebraucht hatte, um aus dem Geschiebe und Genöle herauszukommen, beschloß ich, mich mal wieder auf den Weg zu machen.

Das tat ich so: ich fuhr mit der U1 bis zur Endstation Bensberg, lief dort bis an die Autobahnauffahrt, die zwar ein Schild erforderlich macht, aber sehr zu empfehlen ist.

Vom ersten Auto weiß ich nicht mehr sehr viel – ein Pärchen, möglicherweise aus Ungarn, auf dem Weg in die Nähe von Nürnberg, meinetwegen aber via Siegen. Von Katzenfurt fuhr irgendwie niemand in meine Richtung auf die A5, also orientierte ich auf ein Wendemanöver. Als ein weiteres Pärchen auf dem Weg nach Frankfurt anhielt, sagte ich, daß ich in Wetterau die Seiten wechseln will, und sie wußten sofort bescheid – waren beide offenbar selbst schon viel getrampt und schienen sich insgesamt mit den Rändern und Abgründen der Gesellschaft ganz gut auszukennen.

Der Lieferwagenfahrer, der mich in Wetterau dann einlud, sprach eine Mischung aus Holländisch, Französisch und Moseldialekt und sollte für eine Firma einen auf ebay erworbenen Motor aus einem mir und ihm unbekannten Ort abholen, an den ihn sein antikes Navi lotsen sollte. Er war sich aber sicher, daß sein Ziel grob in Richtung Kassel läge, also fuhr ich zumindest bis nach Reinhardshain mit, es gelang aber kein richtiges Gespräch.

In Reinhardshain stand ich ganz schön lange rum (vielleicht, weil ich anfing zu singen), dann hielt der Betreiber eines Spätis in Friedrichshain an, was nun leider nicht mehr heißt, daß ich schon zu Hause bin. Da sein Navi der Meinung war, ihn lieber über die A4 als über die A7 nach Berlin zu schicken, ging’s für mich sogar nur bis nach Kirchheim. Das Gespräch drehte sich darum, wie sich Berlin so verändert hat – er meinte, daß vieles nicht mehr funktioniert, wenn es zu viele Leute werden, die selber nichts tun. Er will deshalb bald woanders hingehen, in die Schweiz vielleicht.

Bensberg Map

Von Kirchheim bis zur A7-Ausfahrt Rhüden, von der es ins Harzvorland geht, fuhr ich mit einem Kletterlehrer, der mit einem alten Bus mit defektem Turbolader unterwegs war, so daß wir hin und wieder Pause machen mußten. Wir redeten größtenteils über Nazis, aber auch zum Beispiel über einen Bekannten von ihm, der mit Tesla-Geräten herumexperimentiert.

Zum Schluß dann noch ein älteres Ehepaar in einem Mercedes mit weißer Innenauskleidung, das über Schönebeck weiter in die ostdeutsche Provinz wollte und das als “eine Art Trampen” bezeichnete. Wir unterhielten uns darüber, wie sich der Osten entvölkert hat, was überhaupt noch Leute hier hält, über aufgegebene Dörfer und abgebaute Industrie. Bevor sie mich an der Quedlinburger Ausfahrt absetzten, drängten sie mich noch dazu, mich unbedingt, so bald ich kann, auf der Roßtrappe in den Hufabdruck zu stellen und mir etwas zu wünschen – weil das immer funktioniert. Aber nur, wenn ich’s wirklich glaube.

Dann mußte ich nach Quedlinburg hineinlaufen, weil an der Ausfahrt niemand anhielt, entdeckte, daß die beste Trampstelle in Richtung Thale nun eine Baustelle ist, und setzte mich dann für die letzten Meter doch noch in den Zug.

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Thale → Köln https://www.classless.org/2014/07/23/thale-%e2%86%92-koln/ https://www.classless.org/2014/07/23/thale-%e2%86%92-koln/#comments Wed, 23 Jul 2014 10:26:18 +0000 http://www.classless.org/?p=8321 Erst mal mit zwei Autos um den Harz wickeln – Gespräche über sehr Naheliegendes – dann kam die Sache langsam in Fahrt. Jemand, der mich eigentlich gar nicht mitnehmen durfte und der sich ausmalt, wie er seinen Job hinter sich läßt, brachte mich von Goslar bis an die Versorgungszufahrt des Rasthofs Seesen und zeigte mir auch sogleich die Stelle mit dem aufgebogenen Zaun.

Sie sind hier

Als nächstes ging es auf dem Weg nach Göttingen mit einem Hamburger Arzt unter anderem um das Verhältnis von Staats- und Popantifa zum autonomen und handgreiflicheren Teil, und er schien mir irgendwie zuzustimmen (z.B. darin, daß die “Nazis sind dumm und häßlich”-Variante vor allem auf eingeübte soziale Abwertung baut und diese auch mit verstärkt), bis wir gegen Ende der Fahrt auf die Rolle von Psychiatrisierung als Ausgrenzungsmechanismus zu sprechen kamen und er das ein bißchen als Beleidigung seines ganzen Berufsstands zu nehmen schien.

Von Göttingen nach Reinhardshain ging es um die Recuperadas in Argentinien (ich kann mich gerade nicht so oft über all das unterhalten und nutze die Gelegenheiten), und irgendwie gab es auch hier überraschend viel Zustimmung (vor allem dafür, daß die Leute sich nehmen, was sie brauchen), bis wir gegen Ende der Fahrt auf meine finanzielle Situation zu sprechen kamen und er das ein bißchen als Beleidigung des Kapitalismus zu nehmen schien – bis zum Aussteigen predigte er nun darüber, daß es ganz leicht sei, im Internet ganz schnell ganz viel Geld zu machen, das könnte jeder, außer den Leuten, die es natürlich nicht besser verdient haben, weil in der Natur ja auch Fressen und Gefressenwerden herrscht.

Die letzte Fuhre war dann wirklich mal eine angenehme Abwechslung – ein belgischer Pilot, der auf dem Weg von einer geliebten Frau in Tschechien zu seinem nächsten Flug ab Brüssel nach Dubai kurz vor der deutschen Grenze ein trampendes Pärchen auf dem Rückweg nach Schottland aufgesammelt hatte. Und nun auch noch mich. Es ging darum, wie wir alle das Land jeweils nicht mögen, in dem wir leben; auch darum, was an anderen Ländern und Orten so alles furchtbar ist. Es kam die These auf, daß es vielleicht immer noch dort am leichtesten auszuhalten sein könnte, wo man die Sprache nicht kennt und die meisten Sachen, die sich Leute so an den Kopf werfen, einfach nicht versteht. Dann ging es um merkwürdige Formen von Jagd in Neuseeland, schlimme und lustige Erlebnisse bei Grenzübertritten und schließlich auch eine ganze Weile darum, daß dem Piloten angeboten worden war, an einem bemannten Flug zum Mars teilzunehmen. Bis zum Schluß blieb ungeklärt, ob diese ganze Geschichte einfach nur superdubios war oder ob in Sachen Raumfahrt demnächst wieder mehr los sein könnte, als es gerade den Anschein hat.

Und dann war ich erstmal in Köln.

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Halberstadt → Thale https://www.classless.org/2014/07/12/halberstadt-%e2%86%92-thale-2/ https://www.classless.org/2014/07/12/halberstadt-%e2%86%92-thale-2/#comments Sat, 12 Jul 2014 11:53:23 +0000 http://www.classless.org/?p=8313 Schon wieder ewig lang am Halberstädter Ortsausgang rumgestanden, dabei sieht der mit der langen Gerade und den Rausfahrnischen so günstig aus.

Dann auch mit einer sehr freundlichen Immobilienmaklerin im Cabrio zunächst nur bis Harsleben, wo ich seit einem Sonntagmorgen 1995 wohl nicht mehr gestanden hatte. Nach Quedlinburg war’s dann ein Versicherungsvertreter aus Ballenstedt, dessen Söhne in den Neunzigern wie ich donnerstags ins “Mirage” gingen – “die Disko mit Independent-Tag”.

Der letzte Ride war ein Punker, der seine Freundin besuchen wollte, die in Neinstedt im Cannabis-Entzug ist – er fuhr mich netterweise noch bis nach Thale.

Wandbemalung Meth Halberstadt
Wandbemalung in Halberstadt –
in den Metern drumherum noch ein Hakenkreuz sowie einmal Antifa und Anarchie-A.

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Thale → Halberstadt → Thale https://www.classless.org/2014/06/29/thale-%e2%86%92-halberstadt-%e2%86%92-thale/ https://www.classless.org/2014/06/29/thale-%e2%86%92-halberstadt-%e2%86%92-thale/#comments Sun, 29 Jun 2014 15:13:59 +0000 http://www.classless.org/?p=8269 Wie früher abends eine Runde um den Block trampen.

Erst (zweites Auto hält an) mit jemandem nach Quedlinburg, der aus der anatolischen Provinz stammt und Parallelen zwischen den dortigen Unterschieden zu Istanbul und der heisig provinziellen zu Berlin zog. Dann (sechstes oder siebtes Auto hält an) mit einer Frau aus Vietnam, die lieber Fußball schaut als auszugehen, nach Halberstadt.

(Dort gab es u.a. in der Zora ein ganz schön gutes Konzert mit Sad Neutrino Bitches und Derbe Lebowski.)

Der Rückweg zerfiel in drei Teile.

Der zweite bestand in relativ langem, erst kontemplativen, dann irgendwann entnervendem Herumstehen im nächtlichen Regen, gefolgt von einem 15 Kilometer langen Gesprächsunfall.

Der dritte bestand in der Rettung vorm nun gegen morgen sehr heftig einsetzenden Regen durch eine sehr sympathische Frau vom Rettungsdienst auf dem Weg zur Schicht – sie erzählte, daß Bereitschaftsärzte nicht mehr wie früher allein zu ihren Einsätzen fahren, sondern von jemandem gefahren werden müssen, seit vor ein paar Jahren im Mansfelder Land ein Arzt im Einsatz erschossen wurde. (siehe)

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Rasthof Schönbuch → Halberstadt https://www.classless.org/2014/06/16/rasthof-schonbuch-%e2%86%92-halberstadt/ https://www.classless.org/2014/06/16/rasthof-schonbuch-%e2%86%92-halberstadt/#comments Mon, 16 Jun 2014 10:23:48 +0000 http://www.classless.org/?p=8260 Nach drei Tagen Vortrag, Diskussion, Auflegen, Aufnahmen im Studio, Demonstration und Gastauftritt auf einer Festivalbühne nur noch schnell nach Hause – und das ging trotz der reichlich 500 Kilometer mit nur drei Autos entspannt durch die Sonne. Die Gespräche in den ersten beiden Autos (Selbstrechtfertigung fürs Arbeiten bei SAP, Einblicke in die Standesunterschiede innerhalb der alten BRD am Beispiel einer Hochzeitsgesellschaft) waren deprimierend und verebbten irgendwann. Im dritten Auto gab es jedoch erfreuliche Sympathie mit der samstäglichen Demo in Halberstadt.

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Halberstadt → Thale https://www.classless.org/2014/04/07/halberstadt-%e2%86%92-thale/ https://www.classless.org/2014/04/07/halberstadt-%e2%86%92-thale/#comments Mon, 07 Apr 2014 09:55:07 +0000 http://www.classless.org/?p=8145 Am Ortsausgang in Richtung Quedlinburg ist immer noch viel Platz zum Rausfahren und Anhalten, und so dauerte es trotz Stoßverkehr nur etwa zehn Minuten und zwei blöde Anwohner-Kommentare, bis ich von jemandem mitgenommen wurde, der in Quedlinburg auf eine Veranstaltung des Bücherfrühlings fuhr und mich vorm Schloßberg absetzte.

Von dort nach ebenfalls kurzer Wartezeit: ein Bekannter von vor 20 Jahren.

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Blankenburg → Thale https://www.classless.org/2014/03/27/blankenburg-%e2%86%92-thale/ https://www.classless.org/2014/03/27/blankenburg-%e2%86%92-thale/#respond Thu, 27 Mar 2014 10:30:47 +0000 http://www.classless.org/?p=8134 Die Stelle direkt hinter der Abzweigung von der B81 in Richtung Timmenrode/Thale geht nicht mehr, weil da, wo einst ein bißchen Platz zum Ranfahren war, jetzt der Bordstein durchgezogen ist. Ein Stück den Hügel rauf sind die Autos dann zwar schon erheblich schneller, aber nach zehn Minuten hielt trotzdem eins an.

Der Fahrer so: Die Stelle sei nicht so gut. Zu DDR-Zeiten hielt immer einer an. Warum denn die Selbstpflück-Obstplantage schon geöffnet aussieht. Ob denn das Freibad nicht wieder in Betrieb genommen werden sollte.


In Blankenburg haben welche Bock drauf

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Neuquén → Neuquén https://www.classless.org/2013/10/19/neuquen-%e2%86%92-neuquen/ https://www.classless.org/2013/10/19/neuquen-%e2%86%92-neuquen/#comments Sat, 19 Oct 2013 17:58:05 +0000 http://www.classless.org/?p=7907 Während wir eine Insel am Fluß bewanderten, wurde es dunkel. Einer konnte nicht laufen, eine konnte nicht mehr laufen, ich wurde von Mücken aufgegessen, also kam die Idee auf, zurück in die Stadt zu trampen. Wir blieben an der wenig befahrenen Holperstraße stehen, hielten die Daumen raus, ich sagte die Zauberformel “There’s no way this will ever work”, und schon hielt eine Familie im Pickup an und ließ uns auf Ladefläche ziemlich genau bis zu der Pizzakooperative mitfahren, zu der wir wollten.

Trip_to_Neuquen_20131016_202101
Blick über den Fluß; Draufklicken → größer (und mehr Blder aus Neuquén)

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