Doch keine Antideutschen in der Linkspartei

January 16th, 2008

>>Die rhetorische Frage der Jungen Welt an die Adresse der Mitglieder von BAK Shalom: „Was haben Personen mit derartigen Ansichten in einem sozialistischen Jugendverband zu suchen?“, wurde schon wenig später in einem von ihr auch abgedruckten Leserbrief beantwortet. Boris Krumnow, einer der Initiatoren der „Hamas raus den Köpfen“-Kampagne und Vorstandsmitglied der sächsischen Rosa-Luxemburg-Stiftung ließ mitteilen: „Einen antideutschen Flügel gibt es in der Linkspartei nicht. Alle genannten Linkspartei-VertreterInnen treten für Frieden und Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Kräften in Israel ein. Sie sind auch deshalb keine Antideutschen, weil sie die soziale Frage völlig anders gewichten als die VertreterInnen der Bahamas-Richtung.“<<

Bahamas Nr. 54: Die jungen Modernisierer – Die Israelsolidarität ist in der Linkspartei und der SPD angekommen.

(Für alle, die’s nicht kennen: Antideutsche in der Linkspartei.)

16 Responses to “Doch keine Antideutschen in der Linkspartei”

  1. Hannes G. Says:

    Unglaubliche Enthüllung: Die Partei Die Linke und ihre Jugendtruppen sind nicht so antideutsch wie die Bahamas.

    Skandal!

  2. classless Says:

    In der Tat! Hat die antideutsche Verschwörung ihre Frontorganisationen noch nicht auf Linie gebracht!

  3. SBX Says:

    Antideutsch ist ja auch kein Qualitätssiegel an sich!
    Viel wichtiger ist doch, die schwimmen nicht in der Antiimpsoße mit und jemand bringt in der Linkspartei auch mal klügere Ansichten ein.

  4. Jakob Says:

    Interessant, dass sich immer wieder erweist, wie sehr die Bahamas scheinbar noch immer die Diskurshoheit über den Begriff antideutsch hat. ich hatte ja ehrlich gesagt gehofft, die würden wir ihr mit der Phase 2 langsam ablaufen …

  5. ghost Says:

    “wir”? Wer seid ihr denn?

  6. Hannes G. Says:

    An Phase 2:

    Was ihr evtl. haben könntet, ist Diskursbreitheit und nicht -hoheit.

  7. lipstick.Israel Says:

    zur info: den sogenannten BAK ‘freiheit für palästina’ der im bahams artikel erwähnt wird, existiert überhaupt nicht – höchstens auf dem papier. aber es gibt keinen gründungsaufruf noch irgendwelche offiziellen, die hinter diesem bak stehen. der bak entstand auch nur aus dem grund, dass sich ein arbeitskreis gegründet hat, der dem regressiven antikapitalismus entwas entgegen setzen wollte, was so macher antiimp kacke fand – deshalb die trozige reaktion mit der gründung, die nie statt gefunden hat.

    falls es doch irgendwann mal einen solchen BAK geben sollte, wird der BAK shalom sicherlich nicht stillschweigen und das mit anspruch an pluralismus akzeptieren.

    im übrigen ist es schon ziemlich lustig was in der bahamas noch alles so stand: ‘ Das friedliche Koexistieren mit den Feinden Israels hinderte den BAK Shalom nicht daran, Sätze in seine Grundsatzerklärung zu schreiben, die aus der Bahamas abgeschrieben sein könnten: „Der gesellschaftliche Umschlag in die Barbarei macht einen jüdischen Staat als Bollwerk gegen antisemitische Verfolgung zu einer Notwendigkeit. Deshalb sind wir solidarisch mit Israel, was auch eine Solidarität mit Verteidigungsmaßnahmen aller Art einschließt.” ‘

  8. nonono Says:

    Ihr habt aber schon alle gesehen, dass das unter der Rubrik “Randgruppen-Humor” gepostet wurde?

  9. Jakob Says:

    @Hannes:
    Na, das ist ja auch schon mal was. Eigentlich auch viel besser, die Breitheit als die Hoheit, weil viel unhierarchischer. Und hedonistischer (wer ist nicht gern mal breit …)

  10. Hannes G. Says:

    Sehr geehrte Breitheit,

    den Standpunkt der hohen Warte zu verlassen, die Gedanken niedrig zu halten und die Argumente gleichrangig nebeneinander gelten zu lassen, und sich einen hinter die Binde zu kippen bzw. was zu schmeißen, könnte man natürlich auch Flachheit nennen. Was neudings als Hedonismus firmiert, ist wohl eher Zerstreuung auf niedrigstem Niveau bzw. “voll die Dröhnung” und “echt fett”.

    Der Bahams-Artikel ist natürlich auch alles andere als eine Hoheit: ein im Stile des investigativem Journalismus daherstolzierender zusammengegoogelter Artikel, in dem es um fast gar nichts geht. Der gesamte Inhalt wäre vielleicht für irgendeine Fußnote gut gewesen. Fast schon Realparodie: Die vorangestellte öffentliche Reflexion über die tolle Arbeitsweise der Redaktion – und dann solch ein Artikel.

  11. Jakob Says:

    Mist, hätte es wohl besser wissen sollen als hier auf dem Selbstironie-Ticket schwarzzufahren …

    Dann muss ich wohl bierernst (wie es eigentlich gar nicht die Art der Breiten ist) einräumen, dass mir mehr als eine Position pro Zeitschrift nicht nur ganz privat zusagt, sondern ich solcherlei sogar (im Sinne der aufrechterhaltung gedanklicher Eigenbewegung im Leser- und SchreiberInnenhirn) für sinnvoll halte!

    Aber das ist wohl eine andere Diskussion und soll ein andermal gefährt werden …

  12. paule Says:

    Also, mir hat das mit der Breitheit wohl gefallen (auch wenn ich kein Freund von erklärenden Klammerinhalten bin).

  13. godforgivesbigots Says:

    Da haben wir´s, deutsch sein heißt an der sozialen Frage schwer tragen.

    Wenn in der Lafontainepartei einer sagen würde Chavez ist schlimmer als Hartzvier, würde der das überleben?

  14. ghost Says:

    und wenn einer sagen würde äpfel sind schlimmer als birnen?
    ich sehe den kampf der obsthändler schon.
    eine geschichte aus fruchtigen zeiten.

  15. AusGold Says:

    Shalömche!

    Gut zu wissen, dass unser innerverbandlicher Tiefendiskurs diesen Blog erreicht hat.
    Verschwörung? Wer mit wem und gegen wen?
    @godforgivesbigots: Ich kenne keine Lafontainepartei in der mensch diese Frage stellen könnte. Ich lebe, ob meiner Kritik an Chavez, immernoch.

    by the way: Wie der Hedonistenkritiker schon gesagt hat, DAS Problem ist nicht Lafontaine. Und Äpfel sind keine Birnen. Und Die Linke. hat anderes zu tun als sich von Lafontaine regieren zu lassen. That´s it!

  16. godforgivesbigots Says:

    @AusGold – Meinst Du nicht, dass die Vertrauensfrage etwas grundsätzliches an der politischen Rolle der Linken verändert hat? Davor war der SPD-Vorsitz noch “das zweitwichtigste Amt nach dem Papst” (Franz Müntefering), jetzt scheint der Posten diese Relevanz ganz und gar verloren zu haben. Der Lafontaine-Ansatz besteht darin, die Linke zum Sammelbecken für die Erosion des innersozialdemokratischen Vertrauens zu machen (bzw. dazu sogar die Grenze zu dessen aktivem Abbruch zu überschreiten), aber der Mann scheint überhaupt keinen Plan zu haben wie seine Partei unter einer Jamaika-Koalition die bessere innerparlamentarische Opposition machen könnte als die SPD – in dem Fall könnten in der Linkspartei diejenigen Strömungen zur Geltung kommen die gegenwärtig vom Personenkult gedeckelt werden.

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