Kommunismus-Kundgebung der CDU

January 22nd, 2011

Von der Kreuzung Frankfurter Allee/Gürtelstraße sind das Rathaus Lichtenberg und der Nachbarbezirk Friedrichshain zu sehen. Um 11 standen etwa ein Dutzend Leute von der CDU dort, um dem zuletzt allenthalben skandalisierten Text “Wege zum Kommunismus” der Linkspartei-Direktkandidatin von Lichtenberg, Gesine Lötzsch, das unglücklich gewählte Motto “Kommunismus? Ohne uns!” entgegenzuhalten.

Dummerweise hatten die CDUler die Kundgebung auch bei Facebook beworben, wo schon bald fast 200 Leute ihre Teilnahme zusagten, die offensichtlich nicht zur CDU gehörten und Sachen wie die hier unter die Ankündigung posteten:

Damit waren die Weichen für einen bizarren Morgen gestellt: auf der einen Seite eine Handvoll CDU-Leute und Sympathisanten mit gedruckten Agitationsmitteln und ohne irgendwelche Wortbeiträge, auf der anderen Seite – und zahlenmäßig etwa 10 zu 1 überlegen – eine sich überlappende Mischung aus Friedrichshainer Afterhour, Ostrentnern und Sprechchor-Antifa (“Es gibt nur eine Union – die Sowjetunion!”, “CDU, NVA, Autonome Antifa!”), deren Beiträge je nach Fallhöhe sehr unterhaltsam bis leicht verstörend waren.

Auf der oberflächlichen Ebene war alles klar: Gesine Lötzsch als Schreckgespenst des Stalinismus aufzubauen, ist eine Einladung für Spott. Unübersichtlicher wurde es schon bei der Frage, wer hier eigentlich was mit Kommunismus und den Wegen dahin meinte. Der Spaß ging zumindest teilweise nicht auf für die wenigen Kundgebungsteilnehmer, die im DDR-Knast gesessen hatten, und sich nun Gulagscherzen gegenübersahen.

CDU-Kundgebung

Aber von verschiedenen Seiten kann eigentlich nicht die Rede sein, zumindest optisch und räumlich ging alles munter durcheinander. Da sich die Kundgebung selbst aufs wortlose Herumstehen mit Schildern beschränkte, war es leicht, das Ganze mittels der mitgebrachten Parolenzettel und Rufen einzurahmen und teilweise komplett zu übertönen.

Das ging dann doch nicht

Nachdem es nicht gelungen war, auch noch eine kritische Beschallung (Bachstelzen aus Kleinstgerät) zu etablieren (Polizei: “Ist nicht im Sinne der Kundgebung, und es ist ja nicht ganz klar, ob Sie überhaupt an der Kundgebung teilnehmen wollen…”), wurde gesungen, “Der heimliche Aufmarsch”, “Die Internationale”, “Roter Wedding” und solche Sachen.

Mindestlohn ist Kommunismus!

Vera Lengsfeld posierte noch ein bißchen mit schicken Antifajungs und jammerte über die kaputten Dächer in der DDR und ihre Mühen beim Diplom. Dann zog die Kundgebung ohne ein Wort Redebeitrag nach gerade mal einer Dreiviertelstunde ab und ließ die etwa 100köpfige mehr oder weniger kommunistische Menge in Sektlaune zurück, die sich einig war: Das könnte die CDU gern öfter mal machen!

Stalin war schlimmer als Kohl CDU-Kundgebung CDU-Kundgebung
Das ganze Photo-Set bei Flickr

(Vera Lengsfeld heult jetzt übrigens auf achgut unsouverän rum, hält die ausgelassene Stimmung für aggressiv, wirft der Polizei vor, nichts gemacht zu haben, und behauptet, wir hätten die Musik von alleine ausgemacht – Quatsch, siehe obiges Foto. Außerdem meint sie, daß “Plakate „Partyknast Bautzen“ und „Gegen die Opfer des Kommunismus“ auftauchten” – zweiteres hat es irrerweise tatsächlich gegeben, ersteres kommt mir doch etwas zu seltsam vor, hat das jemand gesehen/fotografiert?)

(Vom Westberliner Paralleluniversum der B.Z. aus gesehen stellt sich das Ganze wiederum so dar: “Berlin demonstriert gegen Lötzsch“.)

26 Responses to “Kommunismus-Kundgebung der CDU”

  1. Benni Says:

    Hab die Gulag-Witze auf den Fotos nicht gefunden. Was war denn das?

  2. Benni Says:

    Ausserdem ist das ja wohl der endgültige Beweis, das Facebook gut für den Kommunismus ist ;-)

  3. classless Says:

    @ Benni

    Das war alles nur verbal, und über weite Strecken war nicht sicher zusagen, was davon wie ernstgemeint war.

  4. sten Says:

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/antifa_ruehmt_bautzen_als_partyknast_verhoehnt_die_toten_des_kommunismus_un/

  5. Benni Says:

    Ah, doch sehe gerade es gab “kein Gulag im Spreewald”-Schilder. Hm… naja…

  6. Vita activa Says:

    Das Plakat “Gegen die Opfer des Kommunismus” regt aber zu einer sehr wörtlichen Lesart an, wenn man die instrumentalisierten “Opfer des Kommunismus” nicht mir ironischen Anführungszeichen markiert. Leider gibt es noch viele Unverbesserliche, die sich offen für staatskapitalistische Systeme wie Nordkorea, China oder Kuba einsetzen. Klar ist die Ostzone vor einer aus dem antikommunistischen Ideologie gespeisten Kritik in Schutz zu nehmen, die seit Metternich und Guizot die Reaktion durchzieht. Dennoch sind Systeme keineswegs gutzuheißen, nur weil ihre Regierung sich bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen auf Marx und Engels berief.

    Vera Lengsfeld stellt in der Tat ein interessantes Phänomen dar, als sie etliche Jahre in der SED Mitglied war und nicht merkte, dass ihr Mann für die Stasi gearbeitet hat. Und nun gehört sie, nach einer kurzen Liaison mit den Grünen, zu den lautstärksten Charaktermasken der antikommunistischen Ideologie an, die Seite an Seite mit den cold war liberals in den Kampf gegen den Kommunismus zieht.

  7. hurfel Says:

    im letzten satz meinst du ersteres, schreibst jedoch zweiteres. wirkt verwirrend. wenn du das korrigieren kannst ?

  8. Vera Lengsfeld Says:

    Nu ja, Kulla, die Partylaune kam ja wohl nicht von allein, sondern nachdem es gelungen war, den finsteren Minen der Antifa-Jungs immer öfter ein Lächeln zu entlocken. Dann sahen die meisten tatsächlich ganz nett aus. Wenn es der Antifa hilft, ihre Meinungsverschiedenheiten künftig friedlich auszutragen, lassen wir uns sicher gern noch mal “einrahmen und übertönen”. Wir können uns , wie es scheint,dafür ganz problemlos über Facebook verabreden. Bei der Gelegenheit könnte ich den Jungs und Mädels gleich beibringen, wie man den Roten Wedding und die Internationale richtig singt. Das Gejaule war wirklich nicht schön und ein bisschen mehr Textsicherheit könnte euch nicht schaden.
    Abgesehen von dem Spaß, den wir gehabt haben, habt ihr mehreren Jahrzehnten politischer Haft in Bautzen gegenüber gestanden. Da müsst ihr schon hinnehmen, dass die das nicht ganz so witzig fanden, weil sich an die Party dort nicht recht erinnern können.Im Übrigen gab es auch in schönen Spreewald das eine oder andere NKWD-Lager. Das könnte man wissen, wenn man wollte.
    Eure “Parolenzettel”haben nicht viel mehr hergegeben, als dass ein paar verwöhnte Bürgerkinder, denen jeder Wunsch von den Augen abgelesen wurde, aus Überdruss etwas fordern, von dem sie sicher zu wissen glauben, dass sie es nie bekommen werden. Und wenn es brenzlig wird, hilft Papi aus der Patsche.

  9. classless Says:

    @ hurfel
    Korrigiert!

    @ Vera Lengsfeld
    Die Partylaune kam bei den meisten schon mit, es wurde eigentlich die ganze Zeit sehr viel gelacht, und zwar m.E. von den meisten nicht über Knasterfahrungen (von denen vielleicht auch mehr etwas gewußt hätten, wenn ihr mal einen Ton Redebeitrag von euch gegeben hättet), sondern über euch an dieser Stelle, über diese Kundgebung, über ihre Überschrift und das, was ihr damit vertretet. Das Ziel bestand also nicht unbedingt darin, schön zu singen, sich inhaltlich mit euch auseinanderzusetzen (womit denn auch?) oder euch zu irgendwas zu provozieren (wozu auch noch?), sondern darin, sich über eure Verwechslung von Linkspartei und Kommunismus und die damit implizierte Hetze lustig zu machen.

    Und was soll der dieser Unfug von wegen “verwöhnte Bürgerkinder”?

  10. Donauwelle Says:

    In der Staatspartei gibt es nicht nur solche mit Verfassungsschmutz im Lebenslauf, sondern auch inoffizielle Mitarbeiter mit dementsprechenden biographischen Aussparungen. Die letzteren gliedern sich wiederum in solche die nie anders als inoffiziell unterwegs waren sowie Apparatschiks die mit retuschiertem Lebenslauf aus dem Repressionsapparat in die Partei gewechselt sind. Um diese herum ordnen sich die Ermächtiger und nützlichen Idioten an. Die institutionalisierte Lebenslüge als Schneckenhaus und Rückgrat der Partei hat die schwarzen Köfferchen abgelöst. Das ist natürlich besonders schockierend für die traumatisierten DDR-Dissidenten welche die Staatspartei hier als menschliche Schutzschilder missbraucht. Überall in den Gremien, in den Parlamenten und Regierungen sitzen welche die tragen das Kainsmal auf der Stirn. Wir sehen hier das Blowback von 1989 – als mit der Stasi Schluss war gab es auch keine HVA mehr die den Verfassungsschmutz in Schach halten konnte, und die Folge war die weiterreichende Kontamination durch inoffizielle Mitarbeiter der wir hier gegenüberstehen.

    Vielleicht ist es bereits eine Konsequenz dieser erfolgreichen Aktion dass der Machtkampf in der CDU/VS-CSU/ND wieder von Neuem entfacht ist. Er wird als Stellvertreterkonflikt um den sogenannten Länderfinanzausgleich geführt, worin die von der Rüstungsindustrie und den Banken abhängigen Parteibastionen im Süden der Republik öffentlich auf die indirekten Abhängigkeiten des Rests pochen um die innerparteiliche Hackordnung zu demonstrieren (im geheimen Zusatzprotokoll ein Separatfrieden mit dem Massentierhaltungsstandort Niedersachsen damit der Norden nicht auf die Idee kommt Ketten zu bilden). Bouffiers besoffener Bruderkrieg wäre vielleicht nicht vom Zaun gebrochen worden befände sich die Clique der Verfassungsschmutz-IMs nicht seit der Cablegate-Affäre in einem Zustand beeinträchtigten Urteilsvermögens und permanenter Panik, wie kürzlich auf der Mainzer Prunksitzung vorgeführt. Bereits ein einfacher Blick nach Belgien sollte genügen um zu erkennen wohin sowas führen kann. Ohne Witz. Gottseidank gibt es die Antifa. Wenn die sogenannten Vertrauensleute das Vertrauen der Landsleute verspielt haben, wäre es nicht besser sie öffneten die Mauer in den Lebensläufen? Wiki wiki!

  11. anti Says:

    Beeindruckend, dass nun selbst die CDU eine Rancune gegen verwöhnte Bürgerkinder entwickelt.
    Planen Sie nun doch auf die Seite der proletarischen Weltrevolution überzulaufen, Frau Lengsfeld?

  12. Maxxrev Says:

    Achse des Guten bringt es ja meist fertig, noch mehr Stuss als der Clueless von sich zu geben, aber der hier:

    “Eure “Parolenzettel”haben nicht viel mehr hergegeben, als dass ein paar verwöhnte Bürgerkinder, denen jeder Wunsch von den Augen abgelesen wurde, aus Überdruss etwas fordern, von dem sie sicher zu wissen glauben, dass sie es nie bekommen werden. Und wenn es brenzlig wird, hilft Papi aus der Patsche.”

    Nagel auffn Kopf!

    “Und was soll der dieser Unfug von wegen “verwöhnte Bürgerkinder”?”

    Du fühlst dich zurecht angesprochen, du rechtes Bürgersöhnchen.

  13. Hannes G. Says:

    @ Vera Lengsfeld

    Auch wenn es schwer ist, Sie müssen versuchen zu verstehen, dass die hundert jugendlichen Prokommunisten gegen die historischen Tatsachen und gegen vielleicht 50 Mio. traditionelle Kommunisten, die es weltweit noch geben mag, darauf insistieren, dass sie die einzig wahren Kommunisten sind und deswegen diejenigen sind, die bestimmen, dass der Begriff des Kommunismus nichts mit den kommunistischen Staaten und Parteien, die es gab und gibt, zu tun hat. Hier stimmt Ihre Wendung “verwöhnte Bürgerkinder”: ihre Omnipotenzphantasien konfrontieren sie wenig mit dem Prinzip der Realität. Omnipotenzphantasien auch insofern, als dass sie glauben, dass ihr Kommunismus alles Gute darstellen würde, während diejenigen, die das kommunistische Projekt an die Wand gefahren haben (Stalin etc.), schlechte Menschen waren, die Marx nicht verstanden hatten und den Kommunismus-Begriff, der doch alles Gute in die Welt schaffen wird, missbraucht haben.
    Ob der Popkommunismus und Polit-Klamauk, der jede Auseinandersetzung a priori vermeidet (und so ähnlich wie die autonome Kommunikations-Guerilla bzw. die Clowns auf den Anti-G8-Protesten funktioniert), den selben Keim des Totalitären enthält wie die auch nicht gerade zum Plaudern und Argumentieren aufgelegten Einheitsparteien der Kommunistischen Internationale, müsste die Geschichte entscheiden. Aber wie sagte Marx: Geschichte wiederholt sich nur als Farce! diesmal als Pop-Kommunismus cool und intellektuell daherkommender Studenten, die offenbar so wenig mit historischem Materialismus (Marx) am Hut haben, dass sie glauben, ihr Begriff des Kommunismus wäre frei von Geschichte.

  14. Abraham Morgenthau Says:

    @ Vera Lengsfeld

    Welche verwöhnten Bürgerkinder ? Die sind doch alle in der JU und machen sich dort für deutsche Leitkultur, Abschiebung, bürgerlichen Rassismus und all die anderen tollen kapitalistischen Errungenschaften stark. Wer braucht da noch Kommunismus* ?

    _____________

    *gibt es einen Standarttext den man hier einfügen kann, um auszudrücken, dass man ausdrücklich nicht den Stalinismus etc. meint ?

  15. classless Says:

    Bla, bla, bla. Ich habe keinen Bock, mit den Kackjobs und working class backgrounds der mir bekannten Beteiligten gegen etwas zu argumentieren, was nur Ressentiment ist. Und worum es überhaupt nicht geht. Genausowenig ist Klamauk die einzige Strategie, bei den Lichtenberger Gespensterjägern aber angemessen. Und keineswegs hatten die bisherigen Realisierungsversuche des Kommunismus _nichts_ mit Kommunismus zu tun – das waren Kommunisten, die ihre Vorstellung von Kommunismus durchsetzen wollten. Der Punkt ist einfach, daß es die staaten- und klassenlose herrschaftsfreie Gesellschaft noch nicht gab, und die Tragödien der bisherigen Bewegungen in diese Richtung nicht dagegen sprechen, daß alle bekommen, was sie brauchen.

    Und das alleralbernste ist ja wohl, die Zahlenverhältnisse gegen irgendwas ernstgemeint anzuführen – der Spaß bestand ja unter anderem darin, daß die üblichen Mehrheitsverhältnisse mal ein bißchen verkippt waren. Normalerweise steht es aber nicht nur 10:1 in die andere Richtung. Ich habe mich mit meinen Auffassungen meistens recht alleine gesehen und mir irgendwann abgewöhnt, das als Kriterium zu betrachten. Es tut trotzdem mal gut, zur Abwechslung nicht ganz so allein damit zu sein – wenn ich mir da auch, wie gesagt, bei einigen der Beteiligten auch gar nicht so sicher bin, inwieweit sie meine Position teilen, und bei wenigen bin ich mir sicher, daß sie’s sehr grundsätzlich anders sehen.

  16. Vita activa Says:

    Die Anspielung auf die “verwöhnten Bürgerkinder” erfüllt doch den rhetorischen Zweck, die Linke mit einer bürgerlichen Herkunft als in sich widersprüchlich zu denunzieren. Die Linke bestünde nur aus verwöhnten, randalierenden Bürgerskinder, die gleich den Kommunismus einführten wollten. Zwar gibt es auch genug Spinner und sektiererische Fanatiker unter der linken Bewegung. Dennoch gibt es einen großen Teil, der einfach nur nach ethischen und sozial-engagierten Einstellungen handelt.

  17. Donauwelle Says:

    @classless – Selbst wenn einer tatsächlich nur vom Kindergeld lebte und nichts weiter machte als auf Demos zu gehen täte er damit immer noch weitaus mehr dafür dass diese Gesellschaft weniger auf Kosten der Zukünftigen wirtschaftet als der gesamte Mitgliederbestand der Union zusammengenommen. Die Kaputtmacherkonservativen benötigen die infantile Projektion auf den politischen Gegner um über die eigene seelische Demenz hinwegsehen zu können, denn ohne diese Argumentationsprothese ginge rhetorisch schon längst überhaupt nichts mehr. Wenn Du ihre intellektuelle Selbstentblößung als persönlich anstößig empfindest dann hilft es vielleicht derartige Auftritte als forensisches Anschauungsmaterial zur Regression des konservativen Gesellschaftsbilds zu begreifen. Das machen die ja auch untereinander, beispielsweise wenn sich in Verteilungskämpfen rhetorisch hinter den Kindern versteckt wird. So klingen die Hilferufe von welchen die sich den Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit verbaut haben.

    Es ist in der Tat eine bemerkenswerte Fehlleistung dass die These von der historischen Entwertung durch eine brutale Praxis ausschließlich für den Kommunismus geltend gemacht werden soll, nicht aber für den Totalitarismus der Demokratie. Dabei waren Vorzeigemonster wie Stalin nicht das Produkt einer Revolution sondern einer Evolution – Mutations- und Selektionsdruck im Milieu der politischen Verfolgung durch die zaristische Geheimpolizei haben ihn zu dem gemacht was er war, sein Charme und seine Taten waren eher das Echo der Ochrana als das Produkt des Kommunismus, der ja bekanntlich nur aufgrund dieser unheiligen Verfolgung nicht zuerst dort angebrochen ist wo Marx es vorausgesagt hatte sondern am anderen Ende des Entwicklungsspektrums. Der Kapitalismus hätte dem Kommunismus weichen können ohne skrupellose Geheimpolizei und totale Verfolgung zu Bestandteilen des Alltagslebens zu machen und hat es nicht getan. Wenn hier etwas kindisch ist, dann der Versuch den Kommunismus dafür verantwortlich zu machen dass er auf diesem vergifteten Boden nicht aufgehen konnte.

    @Abraham Morgenthau – Gegen das Bürgertum sollte emanzipatorische Kritik näher liegen als reaktionäre Polemik. Vielleicht sind solche Sprüche ein Anzeichen dafür dass es in der Regierung zu viele Aristokraten gibt?

  18. marco Says:

    @vera,
    glauben sie eigentlich selber was sie schreiben oder leben wir nur in parallel-universen? ich muss mich ernsthaft fragen welche “finsteren Minen der Antifa-Jungs” sie meinen. Man möchte glauben Sie haben in Richtung Ihrer Parteifreunde geschaut.
    Auch Frage ich mich ob Sie vielleicht nochmal ihre Position überdenken wenn Sie uns beibringen wollen wie man Textsicher den Roten Wedding oder die Internationale singt. Da ja in dem Fall offensichtlich Ihr einziges Problem die Stimmlage und die Textunsicherheit und eben nicht der Inhalt waren.

    Auch recht Schade das sie trotz so freiheitlicher Gesinnung jegliche Kommentarfunktion, z.B. für Ihren letzten Artikel bei Achgut nicht aktiviert haben…

  19. dertypausderdrittenreihe Says:

    der mob hat sich dann auch dialektisch aufgeteilt in diejenigen die in empörten debatten mit den christkonservativen armewedelnd mit “nein, nein, das ist nicht der kommunismus” die utopie vom realsozialismus zu scheiden gedachten, und diejenigen die in glänzender laune sprechchöre a “Union, Union, Sowjetunion!” skandierten.

  20. Julinoir Says:

    “Im Falle des Falles hätte man schmerzhafte Wurfgeschosse in der Hand gehabt.”
    rofl

  21. hurfel Says:

    kann man roter wedding eigentlich ohne ein magengeschwür zu bekommen noch ohne weiteres heute singen ?
    “damit deutschland den deutschen gehört”

  22. classless Says:

    @ hurfel

    Bei kaum einem Lied ging’s über ein paar wenige Zeilen hinaus – vom “heimlichen Aufmarsch” war’s auch nur der Refrain und der schief…

  23. Nick Says:

    @ hurfel

    Ich mag das Lied auch so nicht, aber die von dir zitierte Zeile kommt warscheinlich nur in dem von den Nazis über die populäre Melodie gelegten Text vor, oder?

  24. sten Says:

     @hurfel&nick

    den roten wedding gibt es in mehreren fassungen.

    die erste ist von erich weinert ende der 20er jahre geschrieben und geprägt sowohl
    von der revolutionären, auf die errichtung der deutschen sowjetrepublik gerichteten propaganda der kpd als auch von der gegen die spd gerichteten sozialfaschismusdoktrin, die durch das von der dem soozialdemokratischen polizeipräsidenten zörgiebel unterstehenden berliner polizei um den 1. mai 1929 an
    kommunistischen demonstranten angerichtete massaker (blutmai) zusätzliche nahrung bekam.

    “Links, links, links, links!
    Trotz Faschisten und Polizei!
    Links, links, links, links!
    Wir gedenken des 1. Mai!
    Der herrschenden Klasse blut’ges Gesicht,
    der Rote Wedding vergißt es nicht,
    und die Schande der SPD!
    Sie woll’n uns das Fell über die Ohren zieh’n,
    doch wir verteidigen das rote Berlin,
    die Vorhut der roten Armee!”

    (vollständiger text hier: http://ingeb.org/Lieder/roterwed.html)

    die version, die dank ernst busch in der linken heute am bekanntesten ist, ist eine spätere
    umdichtung von ernst busch, die den geist der antifaschistischen defensive
    und der einheitsfrontpolitik der kpd atmet.

    “Links, links, links, links!
    Die Trommeln werden gerührt.
    Links, links, links, links!
    Die Arbeiterklasse marschiert.
    Wir fragen euch nicht nach Verband und Partei
    Seid ihr nur ehrlich im Kampf mit dabei
    Gegen Unrecht und Reaktion.
    Wir sind durch die Not, durch den Hunger vereint,
    Uns binden die Opfer im Kampf vor dem Feind,
    Unsre Lieder der Revolution!

    Links, links, links, links!
    Der Kampf wird weiter geführt.
    Links, links, links, links!
    Ein Lump, wer kapituliert!
    Wir tragen die Wahrheit von Haus zu Haus
    Und jagen die Lüge zum Schornstein hinaus.
    Wie Karl Marx es und Lenin gelehrt.
    Und schlug auch der Feind unsre Besten tot,
    Der Wedding kommt wieder; Berlin bleibt rot,
    Damit Deutschland den Deutschen gehört.”

    (vollständiger text hier: http://erinnerungsort.de/roter-wedding-_341.html)

  25. „Kommunisten fressen kleine Kinder“. « Reflexion Says:

    [...] – Lichtenberg wurde am 22.01.2011 gestört. Berichte gibt es bei „Indymedia“ und bei „Classless“. Die Antikommunistin Vera Lengsfeld beklagt sich auf der „Achse des Guten“: Kaum [...]

  26. Baden-Würrtemberg geht unter: Konservativer Protest, Facebook und tumblr « schwellkopfmatsch Says:

    [...] Beispiel bei dem empörten und völlig unterorganisierten Anti-Kommunismus-Treffen in Lichtenberg (Link) beobachten [...]

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