Broder: Erpressen Sie Ihren Abgeordneten!

September 4th, 2007

Der Festsaal des Jüdischen Gemeindehauses war mit etwa 200 bis 300 Besuchenden nur reichlich zur Hälfte gefüllt, was die Veranstaltenden teilweise darauf zurückführten, daß die Presse die Podiumsdiskussion “Frieden mit den Mullahs?” trotz prominenter Besetzung nicht so gern angekündigt haben wollte.

Nach der einleitenden Vorstellung der organisierenden Gruppen, darunter die Grüne Partei Irans, und der Vorführung eines zehnminütigen Dokumentarfilms über die Frauenbewegung in Teheran in März 1979 (“Freiheit ist weder westlich noch östlich, sondern universell”, “Das mit dem Chador hätten sie uns vor der Revolution sagen müssen”), stellte der moderierende Journalist Alexander Feuerherdt das Podium vor und warf dabei mit allerlei Schlagworten wie “Paten des Terrors”, “Geschäfte der Europäer”, “Zurückdrängen der Gegenaufklärung” und “Regression” um sich.

Das setzte sich im ersten Statement von Nasrin Amirsedghi fort, die zur Bestimmung der Gesellschaftsform im Iran die Kriterien für Faschismus aufzählte (antikapitalistisch, antiliberalistisch, antimarxistisch, antisemitisch, totalitaristisch) und den Antisemitismus und Antiamerikanismus sogleich als dem Islam innewohnend beschrieb. Dieser sei ein gewalttätiger Glaube.

Feuerherdt wollte nun auch von Richard Herzinger hören, welche Begriffe “passen”, dieser schaltete einen Gang runter und nahm sich die gefallenen Definitionen einzeln vor. Es gäbe Parallelen zum italienischen Faschismus, doch könne wegen rivalisierender Machtgruppen der Iran nicht als totalitär bezeichnet werden, er sei eher eine “theokratische Wahldiktatur”. Außenpolitisch wiese der Iran durch die Strategie des Revolutionsexports und der Welterlösungsmission mehr Ähnlichkeiten etwa mit der kommunistischen Internationalen auf. Vergleiche zum Nationalsozialismus seien nicht angebracht, da der Iran nicht die stärkste Militärmacht der Welt sei. Überhaupt sei unklar, wie stark er sei und wie gefestigt das Regime.

Auch von der Osten-Sacken wies auf den Doppelcharakter aus polyzentrischer Machtstruktur und faschistischer Mobilisierung hin. In der Elite sei Ideologie jedoch grundsätzlich wichtiger als “common sense”. Hinzu würde ein taktisches Geschick treten, daß es einigen erlaubt, sich nach außen als “Pragmatiker” zu präsentieren. Zur innenpolitischen Lage im Iran gab Amirsedghi an, der massive Widerstand würde angesichts von noch massiverer Repression (seit April wurden 2000 Menschen auf offener Straße hingerichtet) machtlos bleiben.

Herzinger führte aus, wie der Iran die gesamte Region mittels Ideologie zu destabilisieren suche und angesichts des für ihn komfortablen Status quo nicht unbedingt auf Krieg aus sei, taktisches Geschick stünde in einem merkwürdigen Mißverhältnis zur irrationalen Apokalyptik. Darauf erwidert Osten-Sacken, im Irak hätte sich der Iran nicht geschickt verhalten, sonst würde er dort bereits viel größeren Einfluß ausüben. Der Iran würde eben keine neue Weltordnung etablieren können, sondern verfolge ein rein destruktives Programm. Das sei “all diesen Regimes” gemein, “Ahmadinedschad, Chavez, Lukaschenko und Gregor Gysi könnten sich auch zusammen nicht lange halten.”

Als Herzinger daraufhin zu Osten-Sacken sagte “Sie kennen sich im Irak besser aus als ich”, meinte die Frau neben mir trocken: “Ach, noch besser.”

Zur Rolle des Antisemitismus im Iran befragt, antwortete Henryk Broder, er kenne sich dort nicht so gut aus, er wüßte aber, daß Antisemitismus und Antiamerikanismus das Schmieröl für die iranische Außenpolitik seien. Eine wirtschaftliche Erklärung würde dabei nämlich nicht weiterführen- die Deutsche Bank habe die Geschäfte mit dem Iran eingestellt und die Wirtschaft bräche deswegen nicht zusammen -, eher die Psychoanalyse. Antisemitismus und Antiamerikanismus träfen den europäischen Nerv, der Iran sei “sexy” für Europa, dort würde ausgesprochen, was Europäer nur zu denken wagten. Wenn der Iran “den Job der Nazis zu Ende bringen” würden, würde keiner mehr über Auschwitz reden und man könnte Decken schicken. Broder erzählte davon, wie der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok bei einer Konferenz zur atomaren Bedrohung Israels gelangweilt in einer Super Illu blätterte und irgendwann meinte: “Wenn es wirklich mal ernst wird, stehen wir an eurer Seite.”

Unglaublich sei die Rede von der Liberalisierung des Iran, wenn etwa nicht mehr gesteinigt sondern gehängt werde oder wenn das Heiratsalter von 9 auf 11 Jahre angehoben würde. Udo Steibach hätte im Deutschlandfunk erklärt, nur die säkulare Türkei und “natürlich” Israel müßten vor dem Iran Angst haben. Europa sei “fasziniert von der archaischen Gewalt und Ursprünglichkeit”. Während hier alles jahrelang diskutiert und beschlossen werden muß, würden die Iraner einfach machen: “So würden Lafontaine und Gysi auch gern regieren.”

Mehrmals wiederholte Broder, der Westen habe “keine Maßstäbe”, 50 Jahre Wohlstand hätten den Westen korrumpiert, wobei Wohlstand an sich nichts Schlimmes sei, nur wisse man in Krisenzeiten nicht mehr zu reagieren. Die Europäer würden auch einem Moishe Arye Friedman aufsitzen, weil sie ihm aufsitzen wollen. Es sei unverständlich, wie im Land der Friedensbewegung “keiner Angst vor Ahmadinedschads Atombombe” zu haben scheine.

Nun versuchte sich Herzinger als “Stimmungskiller”, in dem er “nur aus Daffke ein Wort für die Europäer” einlegte. Kritischer Dialog und Liberalisierungsgerede seien doch vorbei, es gäbe Sanktionen, wenn auch völlig unzureichend. Banken zögen sich auf US-Druck zurück. Sarkozy denke laut über eine militärische Option gegenüber dem Iran nach. Udo Steinbach und die Süddeutsche seien nicht die Regierung. Die Regierung habe gemerkt, daß Reden nichts bringen würde. Überhaupt seien die Europäer nicht ausschlaggebend, das chinesische und russische Exportvolumen in den Iran übersteige das europäische um ein Vielfaches.

Auch “Appeasement” sei kein treffender Begriff mehr. Er hätte in den 30ern die implizite Anerkennung deutscher Forderungen bedeutet. Heute würde gegenüber dem Iran eher eine Art “containment” praktiziert, welches die “liberation policy” abgelöst hätte. Man solle die Schlacht nicht schon verloren geben.

Daraufhin wurde Osten-Sacken sehr laut und betonte, es ginge ihm auch nicht um Fatalismus, sondern um die Entmystifizierung des iranischen “Popanz”, der eine Konfrontation nicht lange durchhalten könne. Das klang jetzt ein wenig wie “der Iran ist ein Papiertiger”: Die Waffen seien importiert, ein Boykott würde den Iran schwer treffen. Laut AEI seien Frankreich, Deutschland und Italien die wichtigsten Handelspartner des Iran. Es sei auch nicht plötzliche Menschenliebe gewesen, die nach 9/11 die USA zur “liberation policy” veranlaßt hätten, sondern die Einsicht, daß mit “diesen Regimes” Containment nicht mehr ginge, da sich deren irrationale Ziele nicht verhandeln ließen. Dann behauptete er noch, Im Kriegsfall würde durch die EU derselbe Riß wie 2003 verlaufen – sind nicht Spanien und Italien raus? Und hat sich nicht auch Deutschlands Position verändert?

Amirsedghi wies darauf hin, daß das iranische Regime Europa weiterhin als eine Art Verbündeten betrachtete, dessen Naivität sich gut instrumentalisieren lasse. Das Druckmittel Atombombe würde daher eigentlich genügen, sie würden sie dennoch möglicherweise zur Auslöschung Israels einsetzen.

Nun wiederholten sich alle, es wurde langatmiger und langweiliger.

Broder bezeichnete den Begriff “Islamophobie” als zu lächerlich um darüber zu diskutieren. Es sei ein Allgemeinplatz in Deutschland, daß die Moslems behandelt werden würden wie die Juden bis 1939. Es gäbe sehr wohl Rassismus und auch vereinzelte Ressentiments gegen Moslems, derentwegen er auch das Forum seiner Website geschlossen hätte, doch das seien eben nur wenige Spinner. Die Linke hätte nach 1989 wie ein Vormund ohne Mündel dagestanden und sich deshalb Araber und Moslems als Ersatzmündel adoptiert. Meine Fresse.

Die Regimes müßten gar nicht so stark sein, ihr Destablisierungseffekt reiche aus. In Anlehnung an eine Anekdote über Ajax Amsterdam meinte er: “Die können nicht gewinnen, wir können aber verlieren.” (Hier merkte Broder an, er sei Journalist und kein Wissenschaftler, er würde deshalb in der Anekdote und nicht in der Fußnote leben.) Am Ende würden sie verlieren, die Frage sei nur, unter wieviel Opfern.

Osten-Sacken mahnte noch einmal die Solidarisierung mit iranischen Oppositionellen an, um die Vorstellung zu durchbrechen, die Menschen dort wollten aufgrund ihrer Kultur ein solches Regime. Dann wieder steile Thesen: “Der Islam ist ein Problem für jede Art von Modernisierung.” Und: die Vorstellungen, die durch die Solidarisierung beiseitezuwischen wären, wären “postkulturell”.

Herzinger überlegte, ob die Strategie, wie im Falle Nordkoreas einen Stopp des Atomprogramms gegen ein Ende der Sanktionen zu verhandeln, auch für den Iran funktionieren könne.

Dann schloß Broder mit den Worten, der Iran, einst Zivilgesellschaft und Hochkultur, versinke seit 28 Jahren in der Barbarei und alle würden zuschauen. Er appellierte ans Publikum, lautstark und überall Stellung zu beziehen: “Erpressen Sie Ihren Abgeordneten!”

Insgesamt eine recht ermüdende Veranstaltung, in der lediglich die besonders steilen Thesen und der eine oder andere Scherz von Broder auffielen. Warum “sie” notwendig verlieren müssen, warum also autoritäre Staatsformen langfristig unterliegen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen – dahingehend kann es leider überhaupt keine Gewißheit geben. Ebenso wenig nachvollziehbar waren die plumpen Eintopfungen von “Islam an sich” und der “Linken an sich”, was Broder sogar dazu veranlaßte, in den acht Prozent Wählerstimmen für die Linkspartei in Bremen eine Bedrohung zu erblicken. Die Frage nach der gegenwärtigen amerikanischen Position wurde gar nicht aufgeworfen, es bleib beim kurzen Containment-Verweis.

31 Responses to “Broder: Erpressen Sie Ihren Abgeordneten!”

  1. unkultur Says:

    One Word: Laaaaangweilig. Ein Glück bin ich draussen, aus sowas, und allem anderen auch. Nie wieder Diskussionen über Iran oder Irak mitmachen müssen.

  2. Alex DeLarge Says:

    Oh ja, bist du toll. Die komischen Braunhäute und ihre kleinen Problemchen. Was viel wichtiger ist: Blog-Artikel mit Titeln wie “Radikale Spektakelkritik oder spektakuläre Farbattacken? Splasher, Street Art und die Situationistische Internationale”, Musiktitel wie “Neurosis Orchestra – 2tone (Sozialistischer Plattenbau)” und endlose “Reflexionen” über beschmierte Wände oder den letzten verschwendeten Abend in einer drogengeschwängerten Fabrikhalle…herzlichen Glückwunsch. Willkommen im Reigen der Relevanz.

  3. unkultur Says:

    Als ob die Lage für die Menschen dort besser würde, wenn man hier seine Meinung dazu herausposaunt.

  4. saltznessick Says:

    ey, drogen in der fabrikhalle genommen oder was?

  5. dissi Says:

    ich fand das klang doch ganz spannend, auch wenn ich für mich nicht die frage klären kann, wer nun “mein abgeordneter” ist und ob es darauf überhaupt eine antwort geben kann. coole sache jedenfalls mit der zusammenfassung hier.

  6. classless Says:

    “Mein Abgeordneter” wäre Hans-Christian Ströbele.

  7. Ostsack Says:

    Ich habe mich gewundert, dass sich bei von der Osten-Sacken überhaupt nichts mehr regt, wenn es gegen Kommunisten geht.

  8. meier Says:

    witzig zu lesen, dass sich der broder (samt seiner glaubensanhängerschaft) nur noch blamiert. (siehe auch seinen letzten spon-beitrag zu mügeln)

    und dass das mullah-regime im iran alles andere als gefestigt ist, wissen wohl nur “journalisten” wie er nicht…

  9. saltznessick Says:

    stroebele ist uebrigens MEINER! und teilen will ich den auch nicht!

  10. Nemesis Says:

    Wahrscheinlich sind Zusammenfassungen von Veranstaltungen interessanter als die Veranstaltung selbst. Wenn man die Langeweile rausschneidet und die Pointen zitiert klingt das nach einer aufregenden Runde.
    Ich vermute mal ohne Broder wäre es gänzlich uninteressant geblieben, humoristische Effekte halten einen noch wach. Mal ganz ehrlich, warst du überrascht, das es ermüdent werden könnte?

    Ich glaube, das es geheime Listen gibt, mit einer vorgeschriebenen Quote wie oft “Islam”, “Iran”, “Faschismus”, “Israel” und “Atombomben” erwähnt werden muss. Solche Veranstaltungen sind Gelegenheiten diese Quoten zu erfüllen damit man nicht den Gestus verliert was “Gutes” getan zu haben oder auf der richtigen Seite zu stehen.
    Ich schlage den Herren vor, das nächste mal in der Bahnhofsmission Suppe auszuteilen, damit hätten sie mehr für die Welt getan als alle Bleiwüste und CO2 der letzten 30 Jahre, das sie abgesondert haben.

  11. compa Says:

    ermüdend, laaangweilig – iran, kennen wir schon. ihr klingt wie indymedia-light.
    interessant, dass man auch in der irgendwie-antideutschen szene anscheinend genug hat, von leuten aus dem iran mit ‘antireligiösem fanatismus’ (“eintopfungen von ‘islam an sich’”) belästigt zu werden.
    aber “wenn es mal richtig ernst wird, stehen wir an eurer seite”, nicht wahr?

  12. Nemesis Says:

    “Wenn es mal richtig ernst wird, stehen wir an eurer Seite”. Ich mein was soll schon anderes getan werden, als an der Seite zu stehen? Wirst du als Soldat in den Kampf ziehen oder schlaflose Nächte erleben, weil gerade mal wieder ein Krieg im Nahen Osten wütet, an dem Israel beteilit ist?

    Es ist auch schon merkwürdig, wenn Broder anderswo den Deutschen mit Lübbe “Deutschen Sündenstolz” attestiert und moniert, weil sie zu oft über Juden reden, aber er andererseits auf der Veranstaltung “schlimm” findet, wenn einer dabei nicht stramm steht (oder sitzt) sondern Super Illu ließt, also nicht oft genug über sie sinniert oder geredet wird. Also hätte Israel Unterstützung nötig mit dieser Armee, das dient eher der Befriedung einiger antideutscher Gemüter.

  13. nonono Says:

    @Nemesis
    Du weißt aber schon, was ein asymmetrischer Konflikt ist, oder?

    @compa
    Ich frage mich, ob ich mir ein T-Shirt mit der Aufschrift “Irgendwie antideutsch” machen mag.

  14. compa Says:

    @nemesis:
    1. der “wenn es mal richtig ernst wird”-seitenhieb war eigentlich auf das achselzuckende desinteresse an geschichte und gegenwart einer opposition gegen das mullah-regime gerichtet. aber vergiss es, auf sowas kommt ihr nicht.
    2. broder vorzuwerfen, dass er kein linker ist, ist wirklich laaangweilig. er hat jedenfalls an dem abend keinen bundeswehreinsatz für israel gefordert, dafür aber ganz gut den zusammenhang von kalkül und wahn in der deutsch-europäischen politik bzgl. iran und israel auf den punkt gebracht.
    3. “… weil gerade mal wieder ein Krieg im Nahen Osten wütet, an dem Israel beteilit ist?” werner pirker hätte die vernichtungsdrohung gegen israel nicht besser umschreiben können.

  15. classless Says:

    @alle
    Das ist ja hier derzeit wirklich Rund-um-die-Uhr-Kommentargetümmel. Und immer wieder stellt jemand verblüfft oder verärgert fest, daß hier gar nicht die Lieblingsfeinde mitlesen oder auch mal Lieblingsfeinde, die sich aber gar nicht verhalten wie die Lieblingsfeinde.

    Manchmal scheint das auch jemand für Beliebigkeit oder gestern ja gar für die leibhaftige Reaktion zu halten, aber zumindest ich für meinen Teil bin weiterhin für serious fun.

  16. Nemesis Says:

    @Compa
    Von mir aus kannst das was ich gesagt habe, auch auf den Iran beziehen. Macht keinen großartigen Unterschied.
    Wer hat denn Broder vorgeworfen, das er kein Linker ist? Er ist das auch nicht, sagt er ja selber. Würde auch nichts viel bringen, wenn er einer wäre.

    Vernichtungsdrohung gegen Israel? Jetzt werd nicht so pathetisch.

  17. sakuska Says:

    was ist denn daran bitte pathetisch. wenn jemand z.b. einen kongress zum thema “eine welt ohne den zionismus” ausrichtet und dazu ausgewiesene antisemiten aus aller welt lädt, die dann folgerichtig über eine welt ohne israel plaudern, wie würdest du das nennen? wie die praxis zu dieser theorie aussieht, beweist die hisbollah ja seit einigen jahren recht eindrucksvoll.
    vernichtungsdrohung ist noch zu schwach, ich würde von vernichtungsversuchen sprechen.

  18. Nemesis Says:

    Es ist pathetische wie darüber gesprochen wird (oder geschrieben). Ob ich nun einmal darüber rede oder meine 24h damit verbringe zu sagen wie schlimm Vernichtungsandrohungen sind, ändert doch an der Lage nichts.
    In meinen Augen ist es ziemlich unwahrscheinlich das Israel richtig bedroht ist (ich meine so richtig in der Substanz). Es gibt schlimmeres auf der Welt, wofür es sich lohnt schlaflose Nächte zu habe oder Bleiwüsten zu produzieren.

    Man muss sich auch nicht noch daran aufgeilen in dem man Vernichtungsandrohung oder Versuche so oft es geht zu sagen oder zu schreiben, als hätte man gerade ein großes Geheimnis herausgefunden. Das lenkt nur davon ab, das die übrigen Probleme auf der Welt für solche Typen zu banal sind als das sie behandelt werden.

  19. Reflexion Says:

    Frieden mit den Mullahs?
    http://www.adf-berlin.de/wbb2/thread.php?threadid=3214

  20. unkultur Says:

    Um noch mal einen Brocken in die Manage zu werfen: Was qualifiziert eigentlich Herrn Broder zum Iranexperten? Es mag mein subjektives Empfinden sein, aber ich entwickle bei bestimmten Themen doch gewisse Antipathien gegen Beiträge/Veranstaltungen, in denen der Meinungsgehalt sehr hoch, der Informationsgehalt jedoch gegen garnichts tendiert (vgl. Unterschied Fruchtsaft und Fruchtnektar).

  21. classless Says:

    “Zur Rolle des Antisemitismus im Iran befragt, antwortete Henryk Broder, er kenne sich dort nicht so gut aus, er wüßte aber, daß Antisemitismus und Antiamerikanismus das Schmieröl für die iranische Außenpolitik seien.”

    Er war nicht wegen des Iran da, sondern wegen des westlichen Umgangs mit dem Iran. Und sicher auch nicht als Experte. Jedenfalls hat er den Eindruck selbst nach Kräften zu vermeiden gesucht (“…er sei Journalist und kein Wissenschaftler, er würde deshalb in der Anekdote und nicht in der Fußnote leben…”)

  22. Markus Says:

    Hehe, “Anekdote” ist ein netter Euphemismus. Mich würde eh mal interessieren, wie er das mit seinem Selbstbild vereinbaren kann, daß er teilweise handfeste Lügen als Kronzeugen in seinem Sinne anführt. Ein “Journalist, kein Wissenschaftler” halte ich da für kaum ausreichend..

  23. Alex DeLarge Says:

    Salzmensch und Unkultur verstehen Polemik auch nicht, wenn sie ihnen ins Gesicht spuckt…außerdem geht es ja nicht darum Lebensmittel in Bagdad zu verteilen, sondern seinen Teil zur Kritik an europäischen Aktionen zu üben, die den Leuten das Leben ganz bestimmt nicht leichter machen!

    Nebenbei ist es auch wirklich lustig, wie sich hier oft ganz dreist das blanke Ressentiment entläd: Broder hat sogar mehrfach betont, dass er kein Iranexperte ist und sich auch nur zu Dingen äußert von denen er was versteht…der Fruchtgetränk-Vergleich war übrigens sehr fantasievoll. Alle Achtung…

  24. bigmouth Says:

    classless, danke f den bericht, das war interessant

  25. compa Says:

    http://jungle-world.com/seiten/2007/36/10586.php
    »Es gibt keinen modernen Islam«
    Nasrin Amirsedghi, exil-iranische Publizistin

    Seit einigen Monaten überziehen die Mullahs im Iran die Bevölkerung mit einer neuen Repressionswelle. In deutschen Me­dien ist davon kaum etwas zu hören. Nasrin Amirsedghi floh 1980, kurz nach Errichtung der islamischen Diktatur, mit ihrer Tochter aus dem Iran. Die Publizistin, Philologin, Literatur- und Filmwissenschaftlerin lebt in Mainz und ist dort bei »DIA«, einem »Verein für Kultur & Migra­tion« aktiv. Sie spricht sich gegen Islamismus, Kulturrelativismus und die Verharm­losung des Regimes in Teheran aus.

  26. Reflexion Says:

    Am 18. September 2007 wird die Industrie- und Handelskammer in Darmstadt von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr unter dem Motto“ Iran – Marktchancen für deutsche Exporteure“ eine Veranstaltung durchführen, die offenkundig darauf abzielt, den ökonomischen Preis für die iranische Atombombe niedrig zu halten.
    MEHR
    http://planethop.blogspot.com/2007/09/money-makes-mullah-go-around-krieg-mit.html

  27. Nemesis Says:

    @Compa
    Du hast mir die Augen geöffnet Compa, bisher dachte ich immer, ich wäre ein moderne Muslim. Aber Amirsedghi sagt es gibt keinen modernen Islam, in mir schlummert ein Schläfer. Sie kennt mich besser als ich. Ich schick gleich eine Kopie des Interviews mit Amirsedghi und diesem Beitrag an Beckstein, damit sie gewarnt sind und mich abholen.
    Und morgen kündige ich gleich meine Stelle an der Uni. Wenn ich den Satz “das es keinen “modernen Islam” in den letzten Jahren gehört hätte, hät ich mir das vier jährige Orientalismus-Studium sparen können. Danke!

  28. compa Says:

    @Nemesis
    Keine Sorge, Du bist wirklich so modern wie der Mainstream der deutschen Gesellschaft.
    “Man muss sich auch nicht noch daran aufgeilen in dem man Vernichtungsandrohung oder Versuche so oft es geht zu sagen oder zu schreiben, als hätte man gerade ein großes Geheimnis herausgefunden. Das lenkt nur davon ab, das die übrigen Probleme auf der Welt für solche Typen zu banal sind als das sie behandelt werden.”
    Einerseits leugnest Du die antisemitische Vernichtungsdrohung des Iran gar nicht, andererseits soll die Rede davon von den “übrigen Problemen auf der Welt” ablenken.
    Das ist Deutsche Ideologie, völlig religionsunspezifisch.

  29. Nemesis Says:

    @compa
    Du hast richtig beobachtet, ich will mit den “übrigens Problemen auf der Welt” von der Vernichtungsandrohung des Iran ablenken, weil ich sie für unwahrscheinlich halte und wenn es der Fall wäre ich oder du nichts tun können. Da ist es besser die “übrigen Probleme auf der Welt” nicht mit der ziemlich unwahrscheinlichen Vernichtungsandrohung des Iran zu verharmlosen.

    “Keine Sorge, Du bist wirklich so modern wie der Mainstream der deutschen Gesellschaft”
    Was solls, ich kanns nicht jedem Recht machen. Gibt schlimmeres.

  30. godforgivesbigots Says:

    Wieso sagt man zu Burma Burma, aber zu Persien “Iran”?

    At the suggestion of the Persian Legation in Berlin, the Tehran government, on the Persian New Year, March 21, 1935, substituted Iran for Persia as the official name of the country. In its decision it was influenced by the Nazi revival of interest in the so-called Aryan races, cradled in ancient Persia.

    Es heißt ja auch persischer Golf und nicht arischer Golf.

  31. ghost Says:

    warum der broder die ratte nicht längst den matussek gepackt hat und mitglied des militanten flügels der cdu (den ich mir grad ausgedacht hab) geworden ist erschließt sich mir nicht.

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