Dresden selber schuld, Teil 1: Kundgebung am Heidefriedhof

February 13th, 2008

Der morgendliche Auftakt zu den (im Vorfeld wegen angeblich unhaltbarer bzw. kontraproduktiver Positionierung kritisierten) Gegenaktivitäten zur Opferwoche der Dresdendeutschen fiel wieder stimmungsvoll aus, obwohl die Polizei sich alle Mühe gab, den antideutschen Stimmungsverderbern die Stimmung zu verderben.

Jede einzelne Kundgebungsteilnehmerin wurde mehrere Minuten lang mit deutscher Massage sexuell belästigt, Zöpfe wurden befingert, in Hosen wurde gefaßt, viele mußten gar ihre Schuhe ausziehen – herrschte Terrorgefahr? Irgendwie schien das alles den Beamten aber auch keinen richtigen Spaß zu machen; die insgesamt mehr als eine Stunde dauernde Fummelei wurde gegen Ende mit immer mehr und immer längeren Belehrungen in labyrinthischem Beamtendeutsch ergänzt. Als einer der Protestierenden einen Beamten wegen Beleidigung anzuzeigen versuchte, verstieg sich ein ranghörerer Kollege zu Formulierungen wie: “Der nachfolgende Werdegang ist der Versammlungsleiterin soeben entsprechend bekannt gemacht worden”.

Mit zusammengebissenen Zähnen und unter sichtbarer Niederkämpfung aggressiver Reflexe mußte die Rennleitung dann doch die üblen Parolen und die “Bombenstimmung” aus nächster Nähe mitverfolgen. Wie im Vorjahr dürften etwa 100 Antifas vor Ort gewesen sein. Ob die Nazis und die anderen Teilnehmenden des Friedhofrituals allerdings mehr als nur ihre Begrüßung und Verabschiedung von unserer Veranstaltung mitbekamen, ist schwer zu sagen. Es gab Musik in annehmbarer Lautstärke und vor allem einen Weitwurfwettbewerb mit verschiedenfarbigen Bombern zum Selberfalten. (Auf dem Foto sind leider nur sehr wenige zu sehen.)

Was jedoch jemanden mit einer Jacke, auf deren Rücken groß der Spruch stand, Töten für den Frieden sei wie Ficken für die Keuschheit, auf die Kundgebung bewegt haben mag, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

Bomber Contest

Der weitere Verlauf des Tages ist noch recht unklar, vor allem wie stark die Mobilisierung auf beiden Seiten heute schon greift.

In der Sächsischen Zeitung war heute zu lesen, daß Sachsen in den kommenden Jahren Nazidemos “an sensiblen Orten und Gedenktagen” verbieten will. Im Falle Dresdens und des 13. Februar soll der Bannkreis allerdings um die Frauenkirche gezogen werden, während der Skandal dieses Jahr ja vor allem darin besteht, daß die Nazis an zwei Tagen direkt an der Synagoge vorbeilaufen. Mal sehen, wie groß das “weiträumige Gebiet” dann definiert wird.

5 Responses to “Dresden selber schuld, Teil 1: Kundgebung am Heidefriedhof”

  1. Thomas Says:

    Spinner!!!!!

  2. indienutte Says:

    stimmt thomas, du bist ein spinner. gut erkannt.

  3. godforgivesbigots Says:

    Wenn die Nazis sich was trauen würden, würden sie auch sagen: Selber schuld!

  4. nicht zynisch werden?! : nada Says:

    [...] Read on: Antifa Dresden / Kotzkübel: Proteste gegen Neonazis und Geschichtsrevisionismus / Jan Gerber – Der linke Dresden-Schwindel / Nichtidentisches – Antideutsche Regressionen / Classless: Dresden selber Schuld I [...]

  5. Kennste Dresden? | schildkroetenblog Says:

    [...] schönsten Bilder wie immer beim ADF: KLICK IT! Ansonsten sind noch Classless´ Artikel lesesnwert: KL-ICK IT! Ich war nicht da, Asche auf mein Haupt, Dresden war meine erste antideutsche Antifademo, [...]

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