Kommunistische Erinnerungspolitik?

April 2nd, 2008

Bei unkultur wird über die Veranstaltung mit Bini Adamczak zu ihrem Buch “Gestern morgen” nachgedacht, von der ich leider nichts wußte:

>>Der Gedanke ist unerhört: Nicht das entrüstete Zurückweisen auf die Fragen nach den Massakern kommunistischer Herrschaft, sondern ein Bekenntnis zu Schuld. Es würde implizieren, ein gemeinsames „wir“ mit den StalinistInnen anzunehmen, um eine Wiederkehr dieses Mordens zu verhindern.<

3 Responses to “Kommunistische Erinnerungspolitik?”

  1. godforgivesbigots Says:

    Natürlich. Diejenigen die den organisierten Griff nach der Macht überlebt haben tappen ja heute dermaßen im Dunkeln dass sie gar keine andere politische Perspektive mehr haben als denjenigen zu folgen welche die Geschichte vom Kommunismus weitererzählen. Die Revolution frißt eben nicht nur ihre Kinder sondern speit auch ihre Enkel aus, was letzteren die Chance gibt sich ihre verstümmelte Tradition frei anzueignen.

  2. nonono Says:

    Mit freier Aneignung ist es aber gar nicht weit her – Lenin ist omnipräsent, egal ob offen und bewusst wie in der jungen Welt oder uneingestanden und oft auch ahnungslos wie in der übrigen Linken.

  3. godforgivesbigots Says:

    Das stimmt. Aber wo für Lenin noch ein deutscher Reichsbahnwagon reichte, mußte für Khomeini schon ein Air-France-Flieger her. Zukünftige Revolutionsführer bräuchten mittlerweile wohl mindestens eine von einer fremden Macht bereitgestellte Raumstation. Deswegen ist die Tendenz zum Weltraumkommunismus so vielversprechend.

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