Wippermanns Erwiderungen

March 7th, 2008

In einem Artikel für literaturkritik.de geht Wolfgang Wippermann auf nicht näher bezeichnete Kritiker seines Buches “Agenten des Bösen” ein. Nehmen wir mal freundlicher- wie realistischerweise an, daß er meine Rezension seines Buches nicht gelesen hat. Einige der von mir kritisierten Punkte tauchen jedoch nun in Wippermanns Erwiderung auf.

Um die Frage der Realität von Verschwörungen zu behandeln, versucht er sich an einer oberflächlichen Klassifizierung und sagt zum Begriff des Geheimen:

>>Geheim ist hier offensichtlich das, was der Staat nicht mitbekommt, aber mitbekommen will.<>Und wenn wir schon mal beim Teufel sind, so möchte ich in diesem Zusammenhang meine These bekräftigen, dass, wann immer von ihm und seinen “Agenten des Bösen”, vor allem von Juden die Rede ist, wir es mit Sicherheit mit Verschwörungsideologien zu tun haben.<>Mit dem Wort Hysterie ist ein weitere Erklärung dafür genannt, warum so viele Menschen so gerne an Verschwörungen glauben. Haben wir es hier mit einem psychischen Defekt zu tun? Ich weiß es nicht, und so lange mir die Psychologen dies nicht weis machen können, glaube ich es auch nicht.<>Hinzu kommt noch etwas anderes. Die Bequemlichkeit.<Experte und Agent des Guten leider noch mal gut illustriert.

(via wippipedia)

3 Responses to “Wippermanns Erwiderungen”

  1. godforgivesbigots Says:

    Also ich würde Verschörung dem Wortsinn nach durch das Vorhandensein eines Schwurs bzw. vergleichbaren Initiationsrituals definieren, z. B. die Errichtung eines Schweigegebots. Bemerkenswert an dem Artikel ist dass der Wippermann die Beschreibung des Stauffenbergputsches als Verschwörung “erstaunlich” findet, und meint dieser würde “damit – gewollt oder nicht gewollt – negativ charakterisiert.” Da hat ihm offenbar sein eigener heißgeliebter Teufelsglaube einen Streich gespielt. Hier wird erkennbar, dass dieser Autor nicht dazu in der Lage ist, seinen zentralen Arbeitsbegriff wertungsneutral zu definieren. Mit den Wippermannschen Assoziationen im Kopf wäre ja selbst das Aussprechen des Schwurs von Buchenwald – eine Akt der Ver-schwör-ung – etwas Negatives. Absurd.

    Ja und die Wortschöpfung “Geheimdienstphobie” ist ebenso idiotisch wie “Islamophobie.” Um Geheimdienste als eine ihrem Wesen nach barbarische Einrichtung zu erkennen braucht man nicht unbedingt Angst davor zu haben. Den Vorwurf der Bequemlichkeit, oder wie die Amis sagen intellectual laziness muß sich der Wippermann wohl selber anziehen.

  2. nonono Says:

    Und wenn wir schon mal beim Teufel sind, so möchte ich in diesem Zusammenhang meine These bekräftigen, dass, wann immer von ihm und seinen “Agenten des Bösen”, vor allem von Juden die Rede ist, wir es mit Sicherheit mit Verschwörungsideologien zu tun haben”

    “Buffy” ist also pure Verschwörungsideologie!

    (sorry für den Ebenenwechsel…)

  3. godforgivesbigots Says:

    Mal sehen ob sich der Wippermann jetzt gegen Zhang Qingli in den Ring wirft:

    “Wir stehen in einem Kampf mit Blut und Feuer, einem Kampf auf Leben und Tod mit dem Feind”, erklärte Tibets KP-Chef Zhang Qingli gestern. Der Feind sei der Dalai Lama: “Wolf in Mönchsrobe, Teufel mit dem Antlitz eines Menschen.”

    Heißt das jetzt die Verschwörungsideologie hat sich das erste Sicherheitsratsveto assimiliert?

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