Dresden: Nazis immerhin raus aus der Altstadt

February 15th, 2010

Okay, habter alle fein gemacht! Nach Jahren von Nazi-Triumphzügen mit Rekordbeteiligung und Wunschkulisse (Vorgeschichte 2009 und davor) konnte der angemeldete “Trauermarsch” erstmalig nicht loslaufen und mußte schließlich abgeblasen werden. Weil die bundesweite Antifa-Mobilisierung die erforderliche Menge an Blockierenden in die Stadt geholt hatte, konnte Polizei-Einsatzleiter Danzl ohne Gesichtsverlust verkünden, daß er seine Beamten “außerstande” sehe, “die Blockade zu räumen” und somit für die Sicherheit des Naziaufmarschs nicht mehr garantiert werden könne.

Hier “wehrte” sich allerdings keine Stadt, hier “stemmte” sich kein Dresden erfolgreich gegen die Nazis, wie es der Spiegel formulierte, sondern hier versperrten von im Vorfeld verbotenen Kundgebungen aus (Vorgeschichte dieses Jahr) größtenteils Auswärtige und normalerweise in Dresden nicht Willkommene den Nazis den Weg, während die Offiziellen um Oberbürgermeisterin Orosz auf der anderen Elbseite mit den Einheimischen Händchen hielten, um “an die schrecklichste Stunde Dresdens” (Orosz) zu gedenken, “aber auch daran, wer diesen Krieg angefangen hat”. Nämlich die Nazis.

Aber die blieben ja dieses Jahr auf wundersame Weise dem barocken Innenstadt-Ensemble fern, obwohl zuvor ihr Demonstrationsrecht nochmals vom Verwaltungsgericht bekräftigt worden war. Sie waren auf die Neustädter Seite verwiesen worden, ihr Startpunkt sollte der Deportationsbahnhof Neustadt sein und ihre Route sollte durch den Stadtbezirk gehen, um den sich zahllose ihrer Gewaltphantasien drehen und in dem sie daher immer wieder Angriffe starten. Bis 17 Uhr, dem Zeitpunkt, ab dem es die Demonstrationsauflagen erlaubten, den Naziaufmarsch endgültig abzusagen, versuchte die Polizei wiederholt, wenigstens kürzere Ersatzrouten freizuschaufeln; noch in der letzten Stunde wurden zu diesem Zweck Dammweg, Bischofsweg und Hansastraße gewaltsam geräumt. (Stadtplan)

Aber der Reihe nach. Und mit dem Gedanken im Hinterkopf, daß es ein sehr langer und unübersichtlicher Tag war. (Ich war zum Beispiel überhaupt nicht auf der Altstädter Seite.)

Die meines Erachtens entscheidenden Momente

Den Ausschlag gab wohl schon die Blockade an der Hansastraße, der zunächst wahrscheinlichsten Marschroute der Nazis – diese Blockade wäre in ihrer Anfangsgröße und -konstitution leicht zu räumen gewesen. Anfangs genügten hier z.B. fünf wenig offensiv agierende Cops, um Hunderte Aktivisten von der Lößnitzstraße zu vertreiben. Die Polizei schien zunächst an dieser Route festzuhalten und bereitete auch die Leipziger Straße als Rückweg zum Bahnhof vor. Dann wuchs die Blockade aber innerhalb kürzester auf mehr als 2000 Menschen an, da die linken Busse, die von der Autobahn kommend nicht mehr weiter in die Stadt durften, in großer Zahl im Verlauf der Hansastraße ausgekippt wurden. Die Insassen liefen dann einfach die Straße hinunter zum Bahnhof Neustadt, oft mit dem ahnungslosen Vorhaben, zum Albertplatz oder gar zum Altmarkt zu gelangen, und blieben an der Blockade vorm Bahnhof dann schlicht stecken. Dieser Stau von Leuten, die zum Teil ganz woanders hinwollten bzw. -sollten, blockierte dann zusammen mit den Berlinern, die gezielt dorthin geschickt worden waren, durch die schiere Masse den wichtigsten Teil der Naziroute.

Unterdessen bildeten und verstärkten sich auch in anderen Richtungen vom Bahnhof Neustadt aus Blockaden, doch wichtiger war, daß die Nazis bereits an der Anreise gehindert werden konnten. Vor allem das umkämpfte Areal um die Ecke Königsbrücker Straße/Bischofsweg, durch das sich Nazis durchzuprügeln versuchten und in dem auch von der Polizei “ohne Vorwarnung auf die Menschen eingeprügelt und mit Pfefferspray gesprüht”, trotz Frost “sogar Wasserwerfer gegen eine Gruppe Sitzender eingesetzt” wurde, war hierbei zentral und dürfte den Nazis sowohl die meisten Wunden als auch den meisten Sachschaden beschert haben.

>>Polizei-Einsatzleiter Ludwig Gerhardt Danzl sah die Blockaden – zwischenzeitlich waren auch die Bahngleise dicht – offenbar gar nicht so ungern. Es sei «nicht sein Problem», wie die Nazis anreisten, sagte er.<< (yahoo news)

Nazis, die von der Altstädter Elbseite zu Fuß zum Bahnhof Neustadt gelangen wollten, trafen auf die kleine, aber entschlossenen Blockade auf der Marienbrücke, von der sie, sofern sie als Nazis zu erkennen waren, wieder zurückgeschlagen wurden. Diese Blockade, seltsam ignoriert von Infotelefon, Ticker und Berichterstattung, schloß gegen 11 gleichsam den Ring um den Startpunkt der Nazis. Ab diesem Zeitpunkt sah es so aus, als müßten die Blockaden nur noch lange genug halten.

Die Nazidemo

Doch die Nazis, die mit ihren Bussen nicht mehr Stadt hineinkamen, fuhren nun an der Abfahrt Wilder Mann von der Autobahn und sammelten sich dort zu einer Spontandemonstration, die sich durch immer neue hinzukommende Busladungen von anfänglich 1000 auf insgesamt etwa 2000 bis 3000 Teilnehmende vergrößerte. (Daher wohl auch die stark abweichenden Meldungen über die Zahl der Nazis hier.)

Daß dieser Zug nun die Hechtstraße hinunterführen konnte und somit nur eine Querstraße vom az conni, einem der häufigsten Ziele von Naziangriffen in Dresden, entfernt war, und daß dieser Naziaufmarsch für den größten Teil ohne erkennbare Polizeibegleitung durch ein Viertel voller Linker lief, zeigte deutlich die Prioritätensetzung der Staatsgewalt. “Insgesamt sei es jedoch gelungen, beide Lager zu trennen”, ließ die Polizei später verlauten, hier hingegen versuchte sie es offenbar gar nicht.

Dieses Bild von der Ecke Erlenstraße/Hechtstraße zeigt die Nazis ohne jede Demonstrationsbegleitung, während in den Seitenstraßen versprengte Linke von der Blockade am Bischofsweg stehen:

Nazi-Spontandemo in der Hechtstraße
(Zum Vergrößern draufklicken, für alle Fotos hier)

Insgesamt lief dieser Zug etwa eine halbe Stunde unbewacht die Hechtstraße hinunter. Die Polizei ließ sich erst blicken, als es bereits zu schweren Auseinandersetzungen (Holzlatten und Flaschen) gekommen war und in der Erlenstraße ein(e) Antifa-Aktivist(in) schwerverletzt liegengeblieben war.

In diesem Video ist etwa das letzte Drittel der Nazidemo abgefilmt, als sie bereits in den Dammweg einbog und damit fast am Bahnhof Neustadt angekommen war.

Ende

Die nun doch 5000 Nazis am Bahnhof Neustadt verlangten von der Polizei, daß sie ihnen die Straße freiräumen soll und drohten andernfalls mit Ausbruchsversuchen. (Was sie versuchten, scheiterte zumeist an den Absperrgittern.) Diese Ansagen wurden von Handgreiflichkeiten und Appellen die Cops begleitet, doch auf die “richtige Seite zu wechseln”. Es kam zu Rangeleien zwischen ausbrechenden Nazis und den eigenen Naziordnern. (Dazu zwei Videos)

Also räumte Polizei ab 16 Uhr die Blockierenden vom Dammweg und verstärkte an der Ecke Königsbrücker/Bischofsweg ihre Absperrung um weitere Wasserwerfer. Hier passierte nun etwas sehr Seltsames. Unter lauten Rufen (“Bullenstaat” usw.) bewegte sich ein sehr entschlossen wirkender Demonstrationszug die Königsbrücker Straße hinauf auf die Polizeifahrzeuge zu. Als in ihre lauten Sprechchöre hinein jedoch die erste Polizeidurchsage zu hören war, die Personen mögen sich doch wieder zum Albertplatz zurückbewegen, machten die Fronttranspi-Tragenden – noch in einiger Entfernung von der Polizei – augenblicklich kehrt und führten die Demo wie verlangt wieder in die entgegengesetzte Richtung. Einige blieben noch ein Weilchen stehen und riefen dabei Dinge, die jetzt wenig souverän klangen. Was war das – no pasaremos?

Schließlich entschied die Einsatzleitung der Polizei, die Nazis nicht mehr laufen zu lassen und auch den geplanten Abmarsch zu den Bussen über den Dammweg nicht mehr zu versuchen. Stattdessen wurden sie mit der S-Bahn nach Klotzsche gefahren und dann aus der Stadt geschafft. (Zumindest die, die nicht ohnehin in Dresden wohnen.)

Am Abend kam es dann mindestens in Leipzig, Gera und Pirna zu Ausschreitungen beim Eintreffen der frustrierten Nazis. Aus Pirna hatten sie ebenfalls vor, nochmals mit einer Buskolonne nach Dresden zurückzukehren und von einer Spontandemo aus Linke jagen zu gehen. Diese Reise beendete die Staatsgewalt allerdings schon auf der Autobahn.

Vorher und nachher: mehr als nur gegen Nazis

Wer nicht nur die Nazis stoppen wollte, sondern das ganze Opfergebimmel in der Stadt für das Problem hielt, war am Vorabend bereits unter den knapp 1000 bei der Demo von “Keine Versöhnung mit Deutschland” (Bilder) mitten durch die Dresdner Altstadt gewesen, die zu den wenigen Veranstaltungen der letzten Monate zählt, die ich inhaltlich fast vollständig richtig und gut fand. Gleich zu Beginn wurde sich mit der Oppositionsbewegung im Iran solidarisiert, in weiteren Redebeiträgen wurde die Inszenierung Dresdens als Symbol für Frieden und Verständigung kritisiert, die Antifa (f) ging bei der Zwischenkundgebung auf dem Altmarkt auf die nicht mehr primär auf Leugnung basierende deutsche Geschichtspolitik ein (“Staat. Nation. Dresden. Scheiße.”). Dazwischen gab es gewohnt gute Musik und wie immer eine umwerfende Moderation, die auf bestimmte Punkte im Verlauf der Demostrecke und ihre Bedeutung für den Dresdner Opferdiskurs hinwies. Zum Abschluß spielten auf dem Schloßplatz Egotronic (Bilder), die sich gegen Gewaltfreiheit und akzeptierende Jugendarbeit mit Nazis aussprachen. Diese Ansagen bekräftigten sie beim Konzert am Samstagnacht im Puschkin, wo Torsun außerdem eine Büttenrede auf Dresden verlas.

Auf die Methode Fasching wurde auch zurückgegriffen, als am Samstagabend kleine Gruppen von Antifas das öffentliche Gedenken um die Frauenkírche störten. Mit Tröten und Trillerpfeifen, mit Transparenten und Sprechchören wurde versucht, die Dresdner mit dem für sie vollkommen unverständlichen Umstand zu konfrontieren, daß nicht alle mit ihrem Ritual einverstanden sind und daß ihr jahrzehntelang gepflegter Opfermythos die vielleicht wichtigste Einladung an die Nazis war, sich hier jedes Jahr zu Tausenden zu produzieren. Die damit ausgelösten Reaktionen deuten daraufhin, daß es sich durchaus lohnen könnte, im nächsten Jahr stärker ins öffentliche Gedenken einzugreifen und dazu vielleicht auch mehr auf Krawall und Provokation zu setzen. Frei nach Gerhard Hauptmann: Wer das Kotzen verlernt hat, der lernt es wieder in Dresden.

92 Responses to “Dresden: Nazis immerhin raus aus der Altstadt”

  1. porrporr Says:

    danke für diesen mir sehr aus der seele sprechenden blog beitrag :-) – wenn du das nächste mal in wien bist lass ich mir das nicht mehr entgehen ;-)

  2. Dresdner Says:

    Ich kann bestätigen, dass von denen, die mir im Laufe des Tages in der Neustadt begegnet sind, höchstens jeder vierte oder fünfte aus Dresden war. Allein hätte diese Stadt das vielleicht nie geschafft.

  3. julia seeliger Says:

    Guter Beitrag, Danke für deine Arbeit!

  4. pantoffelpunk Says:

    Und sei der Weg auch noch so lang, setze ich immer lieber auf Gemeinsamkeiten als auf Differenzen und würde es eher befürworten, die Menschenkettler im nächsten Jahr auf die andere Seite der Elbe zu holen, als sie zu verschrecken oder gar anzugreifen.

    Sie können nichts dafür, dass die Medien sie als “die Helden” stilisiert und ich empfinde Helmas Statement, dass vor Dresden “Warschau, Amsterdam, London usw. brannten”, ein Schritt in die richtige Richtung.

  5. Der Tag danach. « Human Traffic ☭ gegen die deutsche Langeweile Says:

    [...] Classless Kulla liefert eine Zusammefassung des Tages und wertet die Geschehnisse mit den Worten: „Wer das Kotzen verlernt hat, der lernt es wieder in Dresden.“ Seinen Aufruf, nächstes Jahr „vielleicht auch mehr auf Krawall und Provokation zu setzen“ um das öffentliche Gedenken zu stören, unterstütze ich voll und ganz. [...]

  6. Antifa Says:

    Ordentlich ausgeschlafen und den Kopf frei für ein wenig Nachdenken und Reflexion ist unserer Meinung nach nun der richtige Zeitpunkt, sich mit problematischen Aspekten der diesjährigen Antifamobilisierung auseinanderzusetzen. Texte verschiedener Antifagruppen zur Kritik des Dresden-Mythos, des Gedenkkults und des Konzepts der Gegenproteste haben wir auf http://gegendresden.blogsport.de/ gesammelt. Ganz nach dem Motto – nach Dresden ist vor Dresden.

  7. classless Says:

    Gute Sammlung! Besonders das hier:

    “Vor dem Hintergrund dieser Aufspaltung in gute Deutsche und böse Nazis müssen die alliierten Bombenangriffe auf deutsche Städte entweder, wie im Subtext des Blockadeaufrufs, als alliiertes Verbrechen präsentiert werden: „Der verbrecherische Krieg“, so die Initiatoren von „Dresden nazifrei“, „ging von Nazideutschland aus und kehrte 1945 nach Dresden zurück.“ (Soll heißen: An den Deutschen wurde plötzlich das durchexerziert, was sie kurz zuvor nach Polen oder in die Sowjetunion gebracht hatten – Gettoisierung, Vernichtungskrieg und Holocaust.) Oder es muss behauptet werden, dass die Angriffe in erster Linie der Rüstungsindustrie galten. Mit dieser Aussage wird allerdings eine neue Legendenbildung betrieben. So waren die zerstörten deutschen Innenstädte nicht die Kollateralschäden der alliierten Kriegführung, sondern die Wohnviertel zählten zu den zentralen Zielen der Royalund US-Air-Force. Hinter der alliierten Strategie des „moral bombing“ – des Angriffs der Deutschen in ihrem direkten Lebensumfeld – verbarg sich die Hoffnung, dass die Deutschen ihre Lage erkennen, ihre Führung zum Teufel jagen und insofern dafür sorgen, dass das Sterben an der Front und in den Lagern beendet wird.

    (…)

    Die zivilgesellschaftlichen Aktionen gegen den Naziaufmarsch sind damit, wie vor einigen Jahren in einer antifaschistischen Zeitschrift erklärt wurde, „nicht nur das vormittägliche Fakultativprogramm zum Kerzenhalten an der Frauenkirche. Ebenso wie die Verweise auf die deportierten Dresdner Juden und die deutsche Schuld sind sie inzwischen die zentrale Voraussetzung des neuen Gedenkereignisses ‚13. Februar‘. Gäbe es den Naziaufmarsch nicht, er müsste von der Zivilgesellschaft erfunden werden.“”

    http://gegendresden.blogsport.de/2010/02/14/volksgemeinschaft-gegen-rechts/

  8. delete_yourself Says:

    Dann wuchs die Blockade aber innerhalb kürzester auf mehr als 2000 Menschen an, da die linken Busse, die von der Autobahn kommend nicht mehr weiter in die Stadt durften, in großer Zahl im Verlauf der Hansastraße ausgekippt wurden. Die Insassen liefen dann einfach die Straße hinunter zum Bahnhof Neustadt, meist mit dem ahnungslosen Vorhaben, zum Albertplatz oder gar zum Altmarkt zu gelangen, und blieben an der Blockade vorm Bahnhof dann schlicht stecken.

    Mit Sicherheit sind auch einige “Ahnungslose” zur Blockade gekommen. Dass es mehrere Tausend wurden lag allerdings an den Berliner Bussen samt InsassInnen, die mitnichten zufällig nah der Hansastraße hielten.

  9. heinz osbertel Says:

    Ja, mich hat es auch verwundert, dass von der Blockade der Marienbrücke fast gar nichts zu lesen war. Ohnehin schien der Ticker wenig informativ zu sein, zeitweise wurde er ja längere Zeit überhaupt nicht geupdatet, auch zu Nazibewegungen gab es nichts (jaja, der Feind liest mit, trotzdem schien es mir so, als würde der Aktionskonsens sehr rigide interpretiert). Da war das Aktionsradio noch informativer.

    Der Demonstrationszug war nicht das einzig Sonderbare in der angesprochenen Richtung: dass nur 29 Brände bei einer relativ polizeifreien Stadt gelöscht werden mussten (lt. Polizeibericht) ist ebenso verwunderlich wie die Nicht-Blockade der Wasserwerfer (Ecke Louisen/Königsbrücker), bevor sie später oben gegen die Leute eingesetzt worden sind, trotz des offensichtlichen Einsatzzweckes (schließlich waren die Leute oben in Sichtweite).

    Es gab halt viel vermeintliche Radikalität, die Sitzblockaden abseits der großen volksfestartigen Ansammlungen (Bischofsweg/Königsbrücker zum Beispiel) waren trotz enorm vieler Herumstehender und einer völlig überforderten Polizei (hinten wieder dran setzen war ohne Probleme und nennenswerten Gebietsverlust möglich) von außerordentlich wenig Leuten besetzt. Was passiert wäre, hätte die Polizei tatsächlich ernsthaft und einigermaßen gewaltsam versucht auch die größeren Blockaden zu räumen, will ich insofern lieber nicht wissen. Letzthin bliebe es damit also vielleicht doch der politische Druck der Menschenkette (als Hinweis auf einen möglichen politischen Druck von oben, vielleicht doch nicht das Demonstrationsrecht der Nazis zu stark zu beachten), der verhindert hat, dass die Nazis marschieren konnten. Deren Zustandekommen ist selbstredend auch nicht Orosz’ oder Kokenges Kopf entsprungen, sondern veränderten politischen Verhältnissen. Die Blockaden scheinen mir aber in der konkreten Situation relativ wenig zur ursächlichen Verhinderung des “Trauermarsches” beigetragen zu haben, insofern wäre die Situation interessanterweise vergleichbar mit Leipzig und verweist vielleicht auf einen sich ändernden staatlichen Umgang mit Nazis.

    Schade, dass die “Keine Versöhnung mit Deutschland”-Truppe nicht zur Frauenkirche durchkam, schade aber auch, dass es dazu kaum Versuche gab. Schließlich war dort zur gleichen Zeit irgendein Trauergottesdienst. Vor allem der Mythos, die Menschenkette hätte die Nazis blockiert, gerne untertitlet mit “Gedenken in Dresden”, wurde jedenfalls überhaupt nicht nennenswert angegriffen. Danke “No Paseran”, Dresdens Image ist gerettet. Das ist eine Katastrophe, war aber zu erwarten.

  10. Anselm Says:

    Bin voll und ganz Pantoffelpunks Meinung!

    Es ist ein langer Weg, der Geduld erfordert. Mit provokation überzeugt man niemand. Aber mit Erfolg.
    Das ist wie beim Atomausstieg. Irgendwann werden auch CDU/FDP es einsehen. :-)

  11. classless Says:

    @ delete_yourself

    “Dass es mehrere Tausend wurden lag allerdings an den Berliner Bussen.”

    Korrigiere ich gern, wenn ich’s noch bestätigt bekomme. So bleiben mir die Aussagen derjenigen, die die Hansastraße hinunterliefen. Dritte Möglichkeit: sie sollten zu der Blockade und wußten es aber selber nicht.

  12. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @classless

    Es warn die Berliner Busse.

    @heinz osbert

    Der ticker mag nicht so doll gewesen sein, das lag aber nicht an Überinterpretation eines Aktionskonsens sondern eher an schlechter Vorbereitung der Tickermenschen. Wer beim Infotelefon angerufen hat, wurde umfassend informiert. Und rate mal von wem das Aktionsradio seine Infos bekommen hat.

    Ich finds nicht schade, dass die “Keine Versöhnung mit Deutschland”-Truppe wieder auf ganzer Linie versagt hat. Letztendlich können die froh sein, dass die von niemanden ernst genommen werden, sonst würde man vor allem von Seiten des Staates wohl noch ganz anders mit ihnen umspringen.

    Vorgestern war ein großartiger Tag, egal was irgendwelche antideutschen Gartenzwerge rumzunörgeln haben.

  13. Blog GRÜN-(p)puR » Dresden Says:

    [...] ist viel (guter Beitrag auch hier) geschrieben worden über den verhinderten Naziaufmarsch in Dresden. Im Vorfeld der angekündigten [...]

  14. Dresden war mir egal Says:

    Was für eine kindische Militärberichterstattung…

  15. Gachmurets Notizblog Says:

    Dresden…

    Ich wollte ursprünglich nichts zu Dresden schreiben, war ich doch nicht selbst dabei.
    Aber die Presseschau eben auf mdr.info hat mich dermaßen geärgert, daß ich doch ein paar Worte verlieren muss.
    Ja, es war gut und richtig, daß es hochoffiziell…

  16. Pete Says:

    Sehr guter Beitrage. Besser als das meiste auf Indymedia.

  17. Dresdner Says:

    @ Arschkrebs

    “Ich finds nicht schade, dass die “Keine Versöhnung mit Deutschland”-Truppe wieder auf ganzer Linie versagt hat.”

    Woran machst du das fest?

    “Letztendlich können die froh sein, dass die von niemanden ernst genommen werden, sonst würde man vor allem von Seiten des Staates wohl noch ganz anders mit ihnen umspringen.”

    Warum diese Häme?

    “Vorgestern war ein großartiger Tag, egal was irgendwelche antideutschen Gartenzwerge rumzunörgeln haben.”

    Ich verstehe nicht, warum du damit so ein Problem hast, dass nicht alle jetzt nur jubeln.

  18. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    “Woran machst du das fest?”

    Das Gedenken hat stattgefunden und wurde zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gestört. Aber wie gesagt, das finde ich nicht schade.

    “Warum diese Häme?”

    Was denn für Häme?

    “Ich verstehe nicht, warum du damit so ein Problem hast, dass nicht alle jetzt nur jubeln.”

    Ihr könnt gern über euch selbst mosern, weil ihr eure Ziele nicht erreicht habt, und ne Runde rumheulen, aber deswegen braucht ihr nicht anderen versuchen ans Bein zu pissen, die ihr Ziel erreicht haben.

  19. Ilja Says:

    Sehr schön alles zusammengefasst aber noch zwei Punkte angemerkt.

    Der Ticker war äusserst uninformativ, als zwischen 11 und 12 die Lößsnitzstrasse, Ecke Königsbrückerstrasse von der Polizei mit zwei Wasserwerfern und Autos komplett dicht gemacht wurde, hörte man davon garnichts, auch von der Marienbrücke haben Menschen die sich im oberen, umkämpften Teil befanden nichts mitgekriegt. Daher war bei jedem Blick auf die Karte eher Ungläubigkeit über die Tickermeldungen vorhanden. Da nicht klar war wie wenn nur 5 Punkte blockiert sind, einige Strassen aber weiterhin offen, zum Beispiel der Dammweg, die Nazis blockiert seien.
    Auch die Meldung man solle sich an den friedlichen Aktionskonsens halten, war eher verlogen, wenn zeitgleich eine veritable Strassenschlacht mit der sichtbar überforderten Polizei auf dem Bischofsweg tobt und hier immer wieder Nazigruppen durch die Menge laufen.
    Entscheidend an dieser Stelle war doch das Zusammenspiel aus Blockaden und Strassenschlacht und sich danch nach hinten den Bischofsweg hinunter verlagerte und der Polizei so große Mühe bereitete.
    Dies hat fast alle Polizeikräfte gebunden, selten mal 5 Wasserwerfer auf so engem Raum gesehen.
    Da diese nun gebunden waren durch anreisende Nazis und angreifende Linke konnte die Polizei sich nicht um die Blockaden kümmern.
    Wenn man dann allerdings Berichte wie den der Tagesschau anschaut, kommt einem das kalte Kotzen.
    Es erinnert ein wenig an den 8.Mai 2005, an dem die NFJ Berlin die einzige Gruppe war die etwas sinnvolles getan hat. Das bürgerliche Gedenken zu sabotieren. Dies sollte man nächstes Jahr unbedingt beachten und angehen…

  20. Dresdner Says:

    @ Arschkrebs

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, zu welcher “Fraktion” ich mich zählen soll. Die “Keine Versöhnung”-Leute haben doch auch zu den Blockaden mobilisert und daran teilgenommen, oder? Und ich hatte das nicht so verstanden, dass sie angenommen hätten, ihretwegen würde gleich das ganze große Dresdner Gedenken abgeblasen werden.

    Wenn ich mir die Aktionsformen anschaue, schien es doch eher darum zu gehen, dort überhaupt sichtbar zu sein und vielleicht Möglichkeiten auszuloten.

    Das ist ja auch was anderes als sich gegen die Nazis im Einvernehmen mit der halben Bundesrepublik zu befinden, findest du nicht?

    Ich sehe nicht, dass hier nur irgendwem “ans Bein gepisst” wird; der Erfolg wird benannt und zumindest zum großen Teil der Massenmobilisierung zugeschrieben. Dass du dich von diesem Beitrag hier so “angepisst” fühlst, finde ich viel erstaunlicher.

  21. Linksammlung zu den Blockaden in Dresden | Spreeblick Says:

    [...] Blockade wäre in ihrer Anfangsgröße und -konstitution leicht zu räumen gewesen.Classless Kulla über die einzelnen Blockaden(Wird aktualisiert und erweitert. Weitere Stimmen als Links in den Kommentaren sind sehr erwünscht, [...]

  22. Andreas Says:

    Also die Aktion in der Altstadt war echt sinnlos. Die Angaben über verstärkte Aktionen “Auswärtiger” kann ich nur bestätigen. Am Albertplatz saßen viele NeustädterInnen, ansonsten insb. die neuralgische Punkte z.B.am Bischofsweg/Königsbrücker Str. wurden von Gästen blockiert. Ich fands aber toll und hätte gerne mehr Unterstützung als nur kannenweise warmen Tee und nen paar Schnittchen gegeben. Ich danke Allen! Andreas, Förstereistr DD

  23. xhsbx Says:

    Also die Blockade Hansastrasse nahm doch mit den knapp 1500 Berlinern, die gegen 9:00 aus den Bussen ströhmten richtig Form an. Die Bullen versuchten wohl Berliner Busse Richtung Altstadt zu leiten. Dies wurde aber zumeist ignoriert. Zufällig oder ungewollt war dies bestimmt nicht.

  24. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @Dresdner

    Von welchem Beitrag redest du jetzt eigentlich?

    Und wenn man vorher sowas wie Gedenken abschaffen etc. ankündigt, dann ist das eben gemessen an diesem Anspruch versagen auf ganzer Linie. Mal ganz ehrlich, 20 Hanseln die da mit nem Transpi standen und ein bissel Feuerwerk, etwas magere Ausbeute nicht? Es ist aber bezeichnend, dass man sich nicht mal selbst ernst nimmt.

    @Ilja

    Der Ticker stand vor der schwierigen Aufgabe, Informationen für alle zu liefern, aber nicht gleichzeitig die Leute von den Blockaden abzuziehen. Es bringt doch nichts, wenn alle Leute ständig hin und herrennen. Damit die Nazidemo nicht laufen konnte, mussten strategische Punkte mit großen Massen gehalten werden. Das ging dort auch nur mit Aktionskonsens. Es gab außerdem organisierte Gruppen, die sich irgendwohin auf den Weg machen konnten, was an der Schauburg auch geklappt hätte, die waren aber nicht auf den ticker angewiesen. Und individuell konnte man Infotelefon beraten werden. Man musste aber auch mit der Menge an Leuten auskommen die da war. Deshalb konnte der Dammweg nicht blockiert werden. Hintergrund ist sicher auch, dass der Dammweg zwar als Zubringer für die Nazis geeignet gewesen sein mag, aber nicht als Demonstrationsroute.

    Dass es an einigen Stellen heftiger zur Sache ging, und das insgesamt der Sache auch dienlich war, bestreitet niemand. Umgekehrt hätte es aber auch nicht gereicht, wenn es nur die Auseinandersetzungen am Bischofsweg gegeben hätte.

    Was irgendwelche Presse draus macht, drauf geschissen, als wenn die jemals uns nach dem Mund schreiben würden und das nicht versuchen, zu vereinnahmen, wenns schwer fällt, dagegen zu hetzen. Obwohl die Berichterstattung von heute im Vergleich zum Sonntag schon besser geworden ist.

  25. aus dem süden Says:

    Das die Medien oft totalen Quatsch scheiben, z.B. der Menschenkette den Triumph unterschieben, ist doch immer so. Wir sollten sehen, was wir ändern können:
    Die Infostruktur hätte besser sein können, wie oben angesprochen.
    Priorität hatten für mich klar die Nazis, aber gut zu hören dass irgendwer noch die Menschenkette beglückt hat. Formkritik: Bei den Bürgis halte ich Formen, die für Verwirrung und Dissonanz sorgen, für angebrachter als ihnen einfach nur geballte Feindschaft zu zeigen. Das stärkt doch nur die “wir Dresdner sind immer Opfer” Selbstwahrnehmung. Bei Faschos ist es was anderes, die sollen ja denken Naziaufmarsch = Beule und sich nen neues Hobby suchen. Liest mensch Thiazi, hat das ja z.T. geklappt.

    In meinem Teil des Bayernlands hatte die Dresden-Mobi immer den Ruf, stark von verrückten Antideutschen dominiert zu sein. Das ist wohl seit einer Weile nicht mehr so, und liegt m.E. nach nicht nur an dem breitern Bündnis mit mehr vernünftigen Antifas, sondern auch daran dass die eher Anti-D Gruppen nicht mehr so deppert sind wie früher. An dem Venceremos Aufruf hatte ich wenig auszusetzen.

    Last not least, ich fands interessant, USK mit Gasmasken zu sehen – haben die zu Hause nie. Noch interessanter fand ich, dass einer tatsächlich mit Gasgranatenknarre rumstand. “Hautenge Begleitung”, wie es bei uns heisst, ist seit Jahren der Hit unter den Bullentaktiken, interessant zu sehen dass die Cops ihre Distanz-techniken nicht ganz aufgeben.

  26. Dresden: Mitte – Extremismus – Gewalt « Das Leben zum Ponyhof! Says:

    [...] ist wohl beste Beispiel, (Da sei lieber die schöne Zusammenfassung vom Roten Blog oder auch von Kulla empfohlen)aber alle bringen eigentlich 3 Punkte, zu denen ich mal kurz Stellung nehmen [...]

  27. never ever Says:

    @ arschkrebs:

    wie heißt es? klappern gehört zum handwerk. und großspurigkeit gehört seit ehedem zu antifa-ankündigungen. ich meine, sieh es mal so: “dresden nazifrei!” glaubst du, dass diese ankündigung umgesetzt wurde, dass sie je umsetzbar war, dass bei ‘no pasaran’ irgendjemand allen ernstes gedacht hat, dresden nazifrei zu bekommen?

    der claim von venceremos et al. war zudem auch weniger “gedenken abschaffen” als “keine versöhnung mit deutschland”, und das ist ja nun nicht besonders großmäulig und wohl eher als ein versuch der intervention in innerlinke debatten zu verstehen. wie sehr man da mittlerweile wieder auf verlorenem posten steht, zeigen zum beispiel das no pasaran-plakat, das völlig geschichtsvergessen die frauenkirche als “ort der geschichte” mit dem spruch “nie wieder faschismus, nie wieder krieg” verziert (ddr ik hör dir trapsen!), oder die allen ernstes von linksradikalen formulierten forderungen, die leute, denen der naziaufmarsch völlig schnuppe wäre, wenn er nicht ihr schönes “gedenken” “in den schmutz ziehen würde”, nächstes jahr einzubinden.

    diejenigen, die wenigstens noch etwas mehr formulieren als “nazis raus” (hey, hallo, da waren wir auch mal weiter: wat solln die denn woanders? hier jehörnse hin!), nun verächtlich zu machen, weil sie ihr ziel (oder zumindest das, was man für ihr ziel hält) – das zu erreichen übrigens deutlich schwerer ist, als einen naziaufmarsch zu verhindern – nicht erreicht haben, kann ich auch nur als häme bezeichnen.

    übrigens: “kapitalismus abschaffen!” ist auch so eine forderung, die in absehbarer zeit nur schwer umzusetzen sein wird. soll ich deswegen jetzt für die tobin-steuer sein?

  28. Dresden, 13. Februar 2010 | BLOG.GRUENE-BW.DE Says:

    [...] ist viel (guter Beitrag auch hier) geschrieben worden über den verhinderten Naziaufmarsch in Dresden. Im Vorfeld der angekündigten [...]

  29. So war’s… « Antifa Demmin Says:

    [...] 12.02.: klick [hier] und [hier] Samstag, 13.02.: klick [hier], [hier] und [...]

  30. No pasaron — Adrians Blog Says:

    [...] Kulla: „Dresden: Nazis immerhin raus aus der Altstadt“ auf classless [...]

  31. teddy s. Says:

    medientechnisch fand ich intressant, dass (zumindest in einem artikel) selbst die venceremos-vorabend-demo mit in die alle gegen rechts berichterstattung einbezogen wurde. kann man halt drüber nachdenken was man denn selbst überhaupt tun kann um nicht in allgemeinem “menschketten-dresden-toll” geblubber untergeht

    http://www.tagesschau.de/inland/dresden172.html

  32. Katja Says:

    Sehr gut geschrieben!

    Hier gibt’s noch ne Zusammenfassung:
    http://www.frogged.de/menschenkette-und-blockaden.html

    lg und weiter so!
    katja

  33. AIB leser Says:

    es ist, wie die leA bereits vor einiger Zeit schrieb: “Das Bemühen um eine Mobilisierung der größtmöglichen Zahl führt zu »strategischen und organisatorischen Problemen«. Zugunsten solcher taktischer Berechnungen wird jede kritische Erwägung des Inhalts ausgespart. Mit anderen Worten: Antifaschismus wird durch sein Gelingen, beispielsweise durch die Verhinderung eines Neonaziaufmarsches, legitimiert. Allerdings gibt der Erfolg oder Misserfolg von Anti-Nazi-Aktionen keine Auskunft darüber, inwiefern die Praxis überhaupt politisch sinnvoll und vernünftig ist. Wer in Anspruch nimmt, linksradikale Politik zu betreiben, muss sich an linksradikalen Inhalten messen lassen, das heißt einer radikalen Gesellschaftskritik. Einer solchen Kritik wird mit einer Verständigung über Aktionsformen und -taktiken nicht entsprochen.”

  34. Xenu's Pasta Says:

    Aus dem von teddy verlinkten Tagesschau-Artikel:

    ‘Doch nicht nur die Stadt , auch die Karnevalsvereine Dresdens ernten Kritik. Am Albertplatz können viele nicht verstehen, dass ausgerechnet am Jahrestags des Bombardements große Karnevalssitzungen stattfinden. “Bei einem der beiden Vereine wird es eine Gedenkminute geben – und dann geht die Sause weiter. Ich kann es kaum glauben”, sagt der Mitarbeiter der Linksfraktion im sächsischen Landtag, Volkmar Wölk, im Kreis der Demonstranten am Albertplatz.’

    Karnevalsvereine vs. Volkmar Wölk: 1:0

  35. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @never ever

    Du solltest doch langsam mal mitbekommen haben, dass du dich da verrennst. Spätestens seit deine Position Beifall bei Grünen, Linken und SPDlern bekommt, müsste dir auffallen, dass es mit Linksradikalität bei “Keine Versöhnung mit Deutschland” nicht weit her sein kann.

    Was soll das eigentlich heißen, mehr als nur Nazis? Ich habe nicht den Eindruck dass du dich mit irgendwas anderes beschäftigst. Du erklärst eben einfach alle Deutschen zu Nazis. Letztendlich ist das aber auch nur “Gegen Nazis”.

    Mit Kritik der kapitalistischen Gesellschaftsordnung hat das nichts zu tun, und das wäre tatsächlich mehr als gegen Nazis. Aber das hat mit dem 13. Februar und dem Naziaufmarsch allerhöchstens indirekt was zu tun. Wenn man Kriege und Nationalismus als Symptome bzw. Folgen dieser Verhältnisse betrachten will. TOP versucht das ja irgendwie hinzukriegen. Die euch tatsächlich nicht zu Unrecht vorwerfen, dass ihr in der Identitätsfalle gefangen seid. Hat das eure Referentin nicht von der Veranstaltung in der K9 zu euch zurück getragen?

    Und aber eigentlich ist die Quintessenz aus deinem Beitrag. Ihr hattet also nie vor gegen das Gedenken vorzugehen, sondern wolltet nur ein bißchen rumlabern. Das stimmt offenbar sogar mit der Realität überein, gut dass das mal von dir selbst so auf den Punkt gebracht wurde.

    Am besten ans Bein gepisst hat euch übrigens der Superintendent in der Kreuzkirche, der in der Sächsischen Zeitung als Reaktion auf irgendwelche Zwischenrufer in seiner Predigt zum Gedenken zitiert wird mit „Demokratie muss das aushalten“.

  36. Dresdner Says:

    @ Arschkrebs

    Ich verstehe dich wirklich nicht. Du versuchst “Keine Versöhnung” allen Ernstes damit zu blamieren, dass sie das offizielle Gedenken der Stadt nicht im ersten Anlauf unterbunden haben?

    Wenn ich mir deine “Wir haben alles richtig gemacht, ihr macht alles falsch”-Auslassungen so durchlese, will mir der Satz nicht aus dem Kopf: Sieger sehen anders aus.

    Woher kommt dieses Bedürfnis, jetzt unbedingt noch den (vermeintlich) anderen nachzuweisen, wie – allein diese Kategorie! – erfolglos sie sind?

  37. Most Tweeted Articles by Fsa09 Experts Says:

    [...] Biz Stone hat manchmal das Gefühl nicht mehr allen Informationen hinter… 5 Tweets classless Kulla » Blog Archive » Dresden: Nazis immerhin raus aus der Altstadt Psychedelic breakcore cut-up for communism! Babylon for everyone! 4 Tweets 65. [...]

  38. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @Dresdner

    Vielleicht hat mich die allgemeine “die-anderen-sind-alles-unfähige-Nulpen”-Stimmung hier angesteckt.

    Möglicherweise liegts an dem arroganten, selbstherrlichen Auftreten von den Unversöhnlichen.

    Vielleicht liegts aber auch daran, dass ich gern diskutiere, und wenn du die Wahrheit nicht erträgst, kann ich auch nichts dran ändern.

    Genauso gut könntest du die Frage in den Raum werfen, warum die Unversöhnlichen ständig nachweisen wollen, was No-pasarán und Co angeblich alles falsch machen.

  39. Dresdner Says:

    @ Arschkrebs

    Hm, mal überlegen – ich vertrage die Wahrheit nicht, dass das offizielle Gedenken statt fand?

    Nee, das ist es irgendwie auch nicht.

    Ich weiß nicht, wie die “Unversöhnlichen” noch so auftreten, weil ich sie nicht kenne. Wenn ich das richtig verstanden habe, zählt sich der Autor dieses Blogs aber zu ihnen, und er macht etwas, wozu du nicht in der Lage zu sein scheinst: er sagt, was er gut fand und was er schlecht fand; er sagt, dass “die bundesweite Antifa-Mobilisierung die erforderliche Menge an Blockierenden in die Stadt geholt hatte” (was ich als Anerkennung für No pasaran verstehe) und sagt aber auch, dass das immer noch gegen die Stadt passiert ist und dass der Naziaufmarsch auch noch nicht das ganze Problem darstellt.

    Darin kann ich keine Arroganz oder Selbstherrlichkeit erkennen. In deinen Äußerungen hingegen schon eher.

  40. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    Eins habe ich noch vergessen, der Erfolg vom Wochenende musste letztendlich nicht nur gegen die Stadt Dresden sondern auch gegen ihre Antideutschen durch gesetzt werden. Die hatten von Anfang immer gegen den neuen Ansatz geschossen.

  41. Hannoveraner Says:

    Also wir sind aus Hannover um 02:00 h mit 8 Bussen losgefahren und waren um 09:00 da, jeweils ca. 65 Leuts; sind dann gezwungener Maßen Staufenbergallee/Ecke Dammweg aus den Bussen raus weils anders nicht mehr ging. Das nur als Info.

    Guter Artikel. Was mich jedoch noch interessieren würde ob was an der Story dran ist das ~ 30 Nazis durch die Straßen gejagt wurden … weiss da jemand was verlässliches?

  42. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @Dresdner

    Deswegen habe ich übrigens gefragt, welchen Beitrag du meinst. Wie kommst du darauf, dass ich die ganze Zeit nur von classless rede? Wenn du nicht in der Lage bist, einer Diskussion zu folgen, dann wunder dich bitte auch nicht.

  43. heinz osbertel Says:

    “Guter Artikel. Was mich jedoch noch interessieren würde ob was an der Story dran ist das ~ 30 Nazis durch die Straßen gejagt wurden … weiss da jemand was verlässliches?”

    Als eine kleine Gruppe Nazis am Conni vorbeiströmte, wurden die in der Tat gejagt, das waren aber meines Wissens mehr als dreißig und auch eine sehr konfuse Situation, die ich nur aus der Entfernung verfolgt habe.

  44. classless Says:

    Kurz noch mal zur Hansastraße und den Bussen:

    Mein Informationsstand ist jetzt, daß es insofern Glück war, als daß einerseits wie beschrieben Busse, die nicht aus Berlin kamen, dort ihre Leute abgesetzt haben, die dann weiter in die Stadt liefen und daß andererseits die Berliner Kolonne wegen Schnee zu spät dran war, um noch dahin zu kommen, wo sie hätte hinkommen sollen.

    Deshalb wurden dann die Berliner gezielt zum Bahnhof Neustadt geschickt, was zu dem Zeitpunkt natürlich die beste Entscheidung war.

    Und falls das irgendwer falsch verstanden haben sollte: Ich werfe Dresden Nazifrei oder No Pasaran nicht vor, diese Massen von Leuten irgendwie schlecht koordiniert zu haben. Ich stelle mir das sehr unübersichtlich und stressig vor.

    Mir geht es darum festzuhalten, daß die Ereignisse kontingent waren und neben der Vorbereitung und Koordination auch solche Faktoren wie Glück, Zufall und – siehe Marienbrücke – spontane Aktionen von wenigen Leuten eine entscheidende Rolle spielten.

  45. never ever Says:

    @ arschkrebs

    der superintendent ist ja mal eine coole sau, ey! der hat den krakeelern aber mal ganz demokratisch gezeigt, wo der toleranzhammer hängt.

    ist nicht dein ernst, oder?

    jedenfalls scheinst du ein ganz gewaltiges adressierungsproblem zu haben. ich spreche jedenfalls nur für mich, nicht für venceremos, nicht für die “keine versöhnung mit deutschland”-mobilisierung, nicht für irgendeine ominöse gruppe von “unversöhnlichen”, nicht für “die antideutschen” oder was du dir sonst noch ausmalst. stell dir vor: ich habe persönlich mit keiner der organisierenden gruppen – weder mit “no pasaran” noch mit “keine versöhnung” – was zu tun; ich lebe in berlin, nicht in dresden; ich bin in keiner politgruppe organisiert. und trotzdem habe ich eine position und äußere mich (ganz selten) in weblogs.

    ich habe auch keinen plan, was du damit meinst, dass “meine position” beifall bei grünen, spd usw. beifall findet. ebenso ist mir unklar, wie du aus meiner äußerung schließt, ich würde einfach “alle zu nazis erklären”. kannst du ja mal belegen bzw. zu belegen versuchen.

    was venceremos usw. wollten, musst du die fragen. ich kann nur aus dem schließen, was mir zugänglich ist. ich denke jedenfalls, dass das formulieren von kritik mehr ist als rumlabern. das durchführen von politischen aktionen kann unter den gegebenen bedingungen kaum mehr sein als ein formulieren von kritik, so “erfolgreich” die aktion auch immer verläuft. insofern ist übrigens auch die erfolgreiche verhinderung eines naziaufmarschs nur etwas symbolischesn: eine gehobenere form von (in deiner diktion) “rumlabern”.

    der bezug auf die parole “kapitalismus abschaffen” war als analogie gedacht. naja, ist auch nicht so wichtig…

    übrigens: ich find’s gut, dass der aufmarsch verhindert wurde.

  46. Dresdner Says:

    Warum ist es jetzt plötzlich dumm von mir anzunehmen, es ginge um das Posting, das wir die ganze Zeit kommentieren?

    Oh, ich vergaß – ich diskutiere mit einem Arschkrebs.

  47. Pasionaria Says:

    Wir sollten doch etwas realistischer bleiben. Die Polizei hat die Nazis aufgehalten nicht die Blockaden. Stellt euch doch einfach vor, die Polizei hätte die Nazis aus dem Käfig und marschieren lassen. Wären wir dann auch noch alle so tapfer gewesen? Ich könnte mir vorstellen, dass wenn das solche Schläger sind, viele von uns sehr schnell Fersengeld gegeben hätten.
    Bleiben wir also bescheidener

  48. dumdidum Says:

    @ arschkrebs:

    Es waren am Freitag 1.200-1.500 Leute auf der Venceremos-Demo. Am Samstag in der Altstadt waren ca. 30 bis maximal 50 Leute (und das auch erst nachmittags) die Störaktionen gegen das bürgerliche Gedenken unternommen haben. Wo genau glaubst du waren am Samstag die restlichen 1.450 Leute vom Freitag? Genau, sie waren auf den Blockaden und z.T. bereits ab 07°° Uhr früh auf der Hansastraße um zu blockieren. Dass die Blockaden in dieser Form funktionieren konnten ist also DURCHAUS auch nicht zuletzt der Beteiligung sog. “Antideutscher” zuzurechnen.

    Der Anspruch von Venceremos war dagegen nicht das Gedenken zu verhindern. Es wurden hier bereits Beispiele benannt weshalb diese Annahme völliger Quatsch ist. Es wurde am Freitag eine Demo durchgeführt, welche soviel öffentliche Resonanz schaffen konnte wie das bei linksradikalen Demos nunmal gemeinhin möglich ist. Ansonsten wurden sowohl innerhalb der linksradikalen Mobilisierung wichtige Diskussionen geführt (dem “No Pasaran!”-Bündnis ist übrigens sehr wohl bewusst, dass die Kritik am bürgerlichen Gedenken dieses Jahr deutlich zu kurz kam und der Plan für die Zukunft ist durchaus diesen Mangel zu beseitigen!) als auch symbolischer Protest in die Altstadt getragen.

    Angesichts der Tatsache, dass Venceremos explizit auch gegen den Naziaufmarsch mobilisiert hat entspringt deine Einschätzung vom antideutschen Misserfolg und dergleichen wohl eher deinem Wunschtraum denn der Realität. Der Naziaufmarsch wurde (u.a. durch nicht ganz unerhebliche antideutsche Beteiligung) verhindert, dennoch ist die Kritik am bürgerlichen Gedenken sowohl im Vorfeld als auch währenddessen und jetzt in der Nachbetrachtung richtig und wichtig.

  49. Aktionskletterer Says:

    @never ever -

    übrigens: “kapitalismus abschaffen!” ist auch so eine forderung, die in absehbarer zeit nur schwer umzusetzen sein wird.

    Weißt Du was was Guido Westerwelle nicht weiß oder wie kommst Du zu dieser Aussage?

  50. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @never ever

    Ach erst die Strategie von den Unversöhnlichen erklären wollen, und dann auf einmal dementieren, dass man damit irgendwas zu tun hätte. Was denn nun?

    @Dresdner

    Ja, wie schon festgestellt, bist du offensichtlich unfähig einer Diskussion zu folgen.

    @dumdidum

    Nun, wir wissen vermutlich beide, dass in Wirklichkeit nicht viel mehr als 700 maximal 800 Leute auf der Demonstration waren. Schon die Zahl 1000 von Coloradio war schon ziemlich geschönt. Die Zahl einfach mal zu verdoppeln, ist schon ganz schön hart, aber mein Gott, wers nötig hat. Die Resonanz lag so oder so bei nahezu Null.

    Um 7 Uhr gabs übrigens auch noch keine Blockade auf der Hansastraße. Dass bei den Blockaden auch Teilnehmer der Vorabenddemo dabei waren, wurde nicht ausgeschlossen. Was fest gestellt wurde, ist die Tatsache, dass die Antideutschen in Dresden von Anfang an gegen diesen Strategieansatz geschossen haben und alles Mögliche unternommen haben, um die No-pasarán-Mobilisierung zu torpedieren. Dass sie dabei nicht sonderlich erfolgreich waren, wie mit vielen anderen ihrer Vorhaben auch, entschuldigt dabei gar nichts.

    Interessant, dass du dir einbildest zu wissen, was das No-pasarán-Bündnis denkt und vor hat. Ansonsten hatten wir schon fest gestellt, dass ihr rumlabern wolltet, vermutlich wie üblich mit dem Ziel, dass dann irgendjemand anderes euch die Arbeit abnimmt, nachdem ihr ja schon so “wertvolle” Stichwörter geliefert habt. Achja ich vergaß den symbolischen Protest in der Altstadt. Na das wirds gebracht haben. Aber interessant jetzt zu hören, dass ihr nie vor hattet, gegen das Gedenken vorzugehen. Dass erinnert mich an jemanden, der mal erzählt hat, dass er nie vorhat eine Mauer zu bauen. Ich glaube, ihr wärt damals vorbildliche Funktionäre geworden.

    Venceremos hat beiläufig erwähnt, dass man auch noch gegen die Nazis am 13. Februar ist, aber im Gegensatz zum Gedenken, gab es keine konkreten Angebote, weder ein eigener Punkt noch der Aufruf sich an den Blockaden zu beteiligen. Von daher kann man wohl eher annehmen, dass auch ein ganz Teil Antideutscher eher von No pasarán und Dresden Nazifrei als von venceremos mobilisiert wurde. Ob nun mit oder ohne venc-Mobilisierung, die Blockaden hätte es gegeben, und die Arbeit in Dresden wäre sicher einfacher gewesen, wenn die Unversöhnlichen nicht ständig versucht hätten quer zu schießen.

  51. heinz osbertel Says:

    “dass die Antideutschen in Dresden von Anfang an gegen diesen Strategieansatz geschossen haben und alles Mögliche unternommen haben, um die No-pasarán-Mobilisierung zu torpedieren. Dass sie dabei nicht sonderlich erfolgreich waren, wie mit vielen anderen ihrer Vorhaben auch, entschuldigt dabei gar nichts.”

    Völliger Unfug. Das Gros der Leute, das dort demonstrierte (die Zahl 1000 ist schon nicht falsch), war auch intensiv in die Vorbereitungen vor Ort einbezogen. Umgekehrt wird ein Schuh draus: auf sehr wenigen No-Paseran-Veranstaltungen und noch viel weniger auf denen von Dresden!-Nazifrei wurde für die “Keine Versöhnung mit Deutschland”-Demo geworben. Die “Antideutschen” sind, wie ja auch classless oben schon im Ausgangsbeitrag andeutete, keine homogene Gruppe und waren als solche schon gar nicht auf der Demo vertreten. Eine ganze Menge Leute aus dem irgendwie linksradikalen Spektrum haben was gegens Gedenken, das hast du ja auch daran gesehen, dass es zum Beispiel auch Redebeiträge von TOP Berlin gab und so.

    Ansonsten finde ich deine Gesprächsführung ziemlich anstrengend…

  52. classless Says:

    Jetzt krieg dich mal wieder ein, Arschkrebs.

    “Keine Versöhnung” hat zu den Blockaden mobilisiert und das auch auf dem letzten gemeinsamen Vorbereitungstreffen am Donnerstag bekräftigt. Praktisch alle Demoteilnehmer vom Freitag, die ich dort gesehen habe, hab ich am Samstag bei den Blockaden wiedergetroffen, oft gerade an den brenzligeren Stellen. Umgekehrt mußten sich die “Unversöhnlichen” ständig Gepöbel vom Bündnis gefallen lassen, zuletzt noch auf diesem Treffen; die aus meiner Sicht bemerkenswerten Mobilisierungen vor 2009 wurden vom Bündnis die ganze Zeit über entweder gar nicht erwähnt oder lächerlich gemacht. Immer wieder scheint gerade das Beharren auf Selbstorganisation für viele aus dem Bündnis nicht mehr verständlich zu sein.

    Und fällt dir eigentlich auf, daß du einer furchtbar kleinen Minderheit die ganze Zeit ihren mangelnden Erfolg aufs Brot schmierst? Und das du das aus einer für viele Linke erheblich anschlußfähigeren Position heraus tust? Klar hab ich mehr Leute am Start, wenn ich Positionen vertrete, die mehr Leute teilen. An den Jahren bis 2009 fand ich gerade so bemerkenswert, wieviele Leute mobilisiert werden konnten, ohne die Grundsatzkritik vor allem am Gedenken aufzugeben. Auch damals hätte euch aber niemand daran gehindert (oder auch nur hindern können), mit einem breiteren Ansatz mehr Leute in die Stadt zu holen.

    Schön, daß für dich jetzt die Partei die Lösung aller Probleme darstellt, aber für andere ist vielleicht wichtiger, das zu tun, was sie für richtig halten und was sonst nicht passieren würde. Und sich von der eigenen Marginalität nicht davon abhalten zu lassen.

  53. Holger Says:

    An alle Teilnehmer der Protestaktionen

    MITMACHEN: -> etherpad.com/tdH7uTpNUB

    1. Was war am 13.Februar 2010 GUT? (kurz, prägnant, sachlich, konstruktiv)
    2. Was war am 13.Februar 2010 SCHLECHT? (kurz, prägnant, sachlich, konstruktiv)
    3. Was muss nächstes Jahr am 13.Februar 2011 BESSER werden?

    EINFACH eintragen …

  54. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @Heinz Osbert
    Was die Vorbereitungen angeht. Du hast offensichtlich überhaupt keine Ahnung, wovon du redest.

    Und warum sollte man denn für die Demonstration werben, die keinen praktischen Beitrag zum Naziaufmarsch leistet und einen allein schon im Aufruf anpissen. Es wurde ja sogar auf deren Infoveranstaltungen versucht gegen No pasarán zu hetzen, wenn sie glaubten, es kriegt keiner mit. Auf den Infoveranstaltungen haben sie auch nie was konkret zum Naziaufmarsch gesagt, und eben weder was eigenes angeboten noch zu den Blockaden aufgerufen. Ich glaube, so ähnlich wurde das bzgl. ihrer Webseite auch auf der letzten Infoveranstaltung im Conni kritisiert, was offenbar als unberechtigtes Gepöbel interpretiert wurde.

    @classless
    Um nicht die ganze Intrigenwirtschaft hier aufdecken zu müssen, verweise ich einfach mal auf die ganzen schriftlichen Ausfälle der Unversöhnlichen und Umfeld. Vor allem letztes Jahr wurde kaum etwas unversucht gelassen, um No pasarán kräftig in die Parade fahren. Ich weiß nicht was du für ein “Gepöbel” meinst, aber es wurde von Seiten No pasarán lediglich auf Ausfälle der anderen Seite reagiert. Dieses Jahr mussten die Unversöhnlichen sich dann irgendwann der Macht des Faktischen beugen, nachdem sie quasi von der Mobilisierung überrollt wurden.

    Was vor 2009 anging, man hat erstmal versucht, ob man das nicht gemeinsam hinbekommt, in dem Wissen, was die anderen sonst für Szenemachtkämpfe draus machen würden, die insgesamt eher hinderlich sind, was dann ja tatsächlich auch eingetreten ist. Erst nachdem klar war, dass denen eine ernsthafte Verhinderung des Naziaufmarsches egal war, sonst hätten sie schließlich Kompromisse eingehen können, wurde was Eigenes gemacht. Dass trotzdem auch vorher viele Menschen gekommen sind, lag wohl eher daran, dass viele Leute einfach was gegen die Nazis machen wollten, und nicht an der ach so tollen Mobilisierung der Antideutschen.

    Was heißt hier mangelnder Erfolg wegen Minderheit? Sie habens doch wie üblich gar nicht erst versucht. Wenn ich tatsächlich was gegen das Gedenken unternehmen würde wollen, dann hätte ich das auch getan, und nicht nur irgendwelche symbolischen Aktionen in der Altstadt gemacht, das ist doch dasselbe Kindergartenniveau wie von der Stadt mit ihrer Lichterkette.

  55. classless Says:

    “nachdem sie quasi von der Mobilisierung überrollt wurden.”

    Was heißt denn “überrollt” an der Stelle? Sie sind doch noch alle da und nicht weniger aktiv oder fit als vorher, oder?

    “Erst nachdem klar war, dass denen eine ernsthafte Verhinderung des Naziaufmarsches egal war, sonst hätten sie schließlich Kompromisse eingehen können”

    Das stimmt doch einfach nicht. Hunderte derjenigen, die auf der Demo vom Freitag waren, haben seit Jahren daran mitgewirkt, diesen jährlichen Naziaufmarsch (und andere) zu behindern und zu blockieren, und sie haben das auch dieses Jahr getan.

    Daß sie für die Mobilisierung nicht bereit waren, einen Großteil ihrer Kritik fallenzulassen, machst du zu einem Zeichen dafür, daß es ihnen nicht ernst gewesen sei. Ich seh das so: Ihr konntet das trotzdem tun und habt all die Leute mobilisert, die die Blockaden dann so groß gemacht haben. Gleichzeitig gäbe es die Grundsatzkritik praktisch nicht mehr, wären die “Unversöhnlichen” komplett auf diese Linie umgeschwenkt.

    (Von den internen Streitereien in Dresden weiß ich aber vermutlich wirklich nicht genug, um komplett beurteilen zu können, wer womit angefangen und wer wie worauf reagiert hat. Die meisten, die ich aus dem Bündnis erlebt habe, reden wie du schreibst – das finde ich auf jeden Fall schwer zu ertragen.)

  56. Linienrichter Says:

    Jahrelang hat diese Stadt praktisch nichts gegen die Nazis unternommen. Antideutsche und andere Antifas mussten das übernehmen und entwickelten zugleich eine radikale Kritik. Jetzt haben wenige von ihnen und viele, viele andere sich anderen Linken inhaltlich angenähert und es endlich geschafft, die Nazis mal aufzuhalten. Und wundern sich jetzt wund, dass die Stadt das nicht anerkennen will.

    Es gäbe immer was Besseres zu tun, als der bürgerlichen Gesellschaft beim Kampf gegen “Rechtsextremisten” beizuspringen. Im Fall Dresden haben dennoch viele eingesehen, dass sie selbst aktiv werden müssen.

    Das ersetzt aber nicht die Kritik an Staat und Kapital und macht sich außerdem im besten Falle überflüssig.

    Hört auf euch gegenseitig vorzuwerfen, das falsche Ende des Notwendigen zu beackern.

  57. ♥cmmnsm Says:

    Sag mal Arschkrebs, was sagt eigentlich die Anzahl der Hanseln, die du auf eine Demo mitgeschleppt hast, darüber aus, ob das ganze ein Erfolg war? Ich kann auch mit 1.000.000 Leuten für komplette scheiße demonstrieren, das ist dann sicherlich ein Erfolg, richtig wars aber noch lange noch nicht. Vllt. sollte man, statt sich an Teilnehmer*innenzahlen aufzugeilen, mal gucken, wofür da eigentlich demonstriert wurde und was da nun für eine Kritik vorgetragen wurde. Dazu bist du nur scheinbar nicht wirklich in der Lage, so sehr wie du dich an der achso geringen Teilnehmer*innenzahl der venceremos-Demo festklammern musst, damit du überhaupt noch ein Argument hast…für was auch immer.
    Aber heul nur weiter rum, dass die venceremos ja ach so böse Spalter sind.

  58. „Die Grenze“. Ein grenzwertiger Hinweis. « Reflexion Says:

    [...] verhindern. In der Realität stellen die Nazis bereits heute ähnliche Thesen auf. Anläßlich des verhinderten Nazi-Aufmarsch in Dresden, behauptete der NPD-Kader Udo Pastörs, dass „der zum Teil auch mit Geld und Sachleistungen [...]

  59. jupp Says:

    bezüglich arschkrebs:

    an vielen entscheidenen stellen und bei vielen direkten aktionen gegen nazis waren menschen am start, die arschkrebs als antideutsch ansehen würde, und classless hat recht, wenn er sagt, dass quasi alle, die am 12. auf der demo waren auch am 13. auf der straße waren. es waren im übrigen auch “die antideutschen” von der vorabenddemo, die schon in der nacht zusammen mit den dresdener_innen in der neustadt unterwegs waren und sich dort erste scharmützel mit den nazis geliefert haben. es mag menschen wie arschkrebs schockieren, aber “antideutsche” können auch mehr als bücher lesen und diskutieren…

    der_die einzige spalter_in hier ist arschkrebs und macht sich lächerlich, vor allem, wenn er_sie behauptet die doofen antideutschen würden beifall von grünen und spd bekommen (was schlicht falsch ist), aber gleichzeitig ein bündnis wie no pasarán abhypet, in dem genau diese parteien mit gliederungen vertreten sind.

    nahezu niemand auf vermeintlich antideutscher bzw. antinationaler seite hat etwas gegen die massenblokaden. die einzige kritik, die wirklich (und zu recht) von dieser seite oft kommt, ist die, dass das naziaufmarsch-verhindern halt nur die halbe miete ist, und das bürgerliche gedenken auch scheisse und störenswert.

    klar war die aktionen gegen das bürgerliche gedenken bei weitem nicht stark genug, aber das liegt nicht an denen, die gestört haben, sondern an denen, die nach “getaner arbeit”, also nach verhindern der nazidemo nicht in die altstadt weitergezogen sind, um dort weiterzumachen. wer etwas gegen “keine versöhnung mit deutschland” im wortsinne hat, hat in der radikalen linken nichts zu suchen, denn wer sich mit deutschland versöhnt hat, hat nichts begriffen. und wer sich an einer aktion nicht beteiligt, weil er_sie dort “antideutsche” wittert, sollte sich eine zeitmaschine suchen, die ihn_sie zehn jahre zurück schickt, als die diskussion noch an der tagesordnung war… gegen deutschland und geschichtsrevisionismus sind wir doch wohl alle, oder?!

    abschließend noch ein paar worte zum ablauf am 13.:

    was mich am meisten positiv beeindruckt hat, ist dass während die blockaden wie geplant weitestgehend friedlich verliefen und so den cops wenig angriffsfläche botem, schon jeweils 100m weiter die situation für die cops oft völlig unkontrolierbar war. ich denke da etwa an das umgekippte naziauto in sichtweite der blockade hansastraße oder die zahlreichen angriffe auf nazibusse, -autos und fussgänger_innen rund um die fritz-reuter-straße. hervorragende arbeitsteilung und respekt an beide seiten: an die blockierenden für sitzfleisch und kälteresitenz und an die sportgruppen für offensives agieren und gelungene guerillataktik. die niedrige zahl von fest- und ingewahrsamnahmen bei den doch zahlreichen direkten konfrontationen sprechen bände.

    und nächstes jahr dann alle weiter in die altstadt und bürger_innen provozieren! alerta antifascista!

  60. classless Says:

    @ jupp

    Weitestgehend Zustimmung, aber:

    “die doofen antideutschen würden beifall von grünen und spd bekommen (was schlicht falsch ist)”

    So einfach ist es ja auch nicht. Schau z.B. mal weiter oben.

  61. jupp Says:

    @ classless

    stimmt. julia seeliger habe ich übersehen… aber ich sehe nicht, wo die sich positiv auf die anti-bürger_innengedenken oder auf “keine versöhnung mit deutschland” bezieht.

  62. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @Jupp
    Falken Dresden
    den von LAK Shalom dominierten Jugendverband der Sächsischen Linken
    Grüne Jugend
    Anti-Mythos-Bündnis Dresden siehe Unterzeichner

    Da du gern ohne Ahnung ins Blaue hinein schwafelst, musst du dir das jetzt zur Strafe selbst zusammen googlen bzw. erfragen, sollte ja bei deinen szeneconnections kein Problem darstellen.

    Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, die Antideutschen sind total krass drauf, wie du das beschrieben hast, dann wollten sie offenbar nicht ernsthaft, was gegens Gedenken machen, sonst hätten sie das schließlich hinbekommen, oder es war doch umgedreht, was von beiden Fällen stimmt jetzt?

    Zum Thema Spalterei, wer hat denn die ganze Zeit gegen die Strategie von No pasarán gewettert? Jetzt wo sie efolgreich war, will man natürlich aufspringen und so tun, als wäre man von Anfang an dabei gewesen…

    @cmmm
    Die Antwort kann mein eigentlich schon aus meinem Beitrag herauslesen, weniger auf die Zahl, sondern darauf oder das Primärzeil erreicht wurde und/oder den impact kommt es an. Daran messe ich, ob eine Aktion erfolgreich war oder nicht.

  63. classless Says:

    “Zum Thema Spalterei, wer hat denn die ganze Zeit gegen die Strategie von No pasarán gewettert?”

    Mein Problem damit war eigentlich weniger die Strategie als der Geltungsanspruch und das Auftreten.

    Ich zitier mich einfach mal von vor zwei Jahren:

    Beim Ausmaß dessen, was die Nazis hier auf die Beine bringen und geboten bekommen, ist es mir letztlich nicht mehr so wichtig, wie und wodurch sie behindert oder gestoppt werden. Die “Bürgers” hatten gute Chancen und hätten sie es hinbekommen, würde ich das auch anerkennen.

  64. never ever Says:

    “Ach erst die Strategie von den Unversöhnlichen erklären wollen, und dann auf einmal dementieren, dass man damit irgendwas zu tun hätte. Was denn nun?”

    was bist’n du für ‘ne projektionsschleuder? ich habe nicht versucht, irgendeine “strategie” zu erklären (sind wir hier beim militär, oder was?), sondern versucht darzulegen, was ich annehme, dass die “unversöhnlichen” (klingt das bescheuert!) für eine position haben. diese annahmen basieren auf dem, was mir an medialen quellen zugänglich ist (same procedure as bei no pasaran). ich teile diese position in vielen punkten, aber da hört’s dann auch schon auf mit dem “damit zu tun haben”. ich war noch nicht mal in dresden letztes wochenende. deswegen äußere ich mich auch nicht dazu, wer wann wieviele leute mobilisiert hat. diese art schwanzvergleich (guess what? no pasaran hat den längeren!), ist mir schnuppe.

    ich find’s gut, dass der aufmarsch verhindert wurde (was sicherlich am mobilisierungserfolg von “dresden nazifrei” gelegen hat, um das dann doch nochmal aufzugreifen), ich mache mir aber sorgen darum, was für einen politischen preis man dafür zukünftig vielleicht zahlen muss. wie weit die bereitschaft geht, kritische positionen um des mobilsierungserfolges aufzugeben (so man sie je hatte) zeigt zum beispiel das unsägliche poster von no pasaran mit der frauenkriche. (gab es zur kritik daran eigentlich eine positionierung von no pasaran?)

    dazu äußerst du dich überhaupt nicht, wie du auch generell unfähig zu sein scheinst, sinnvolle anschlüsse zu produzieren. eine diskussion kannst du offenbar garnicht führen. sonst würdest du vielleicht auch mal auf die sachen eingehen, die die leute hier schreiben und nicht dasselbe ständig in anderen worten neu fassen.

    sag doch zum beispiel mal was dazu, ob du glaubst, die verhinderung des naziaufmarschs sei mehr als ein symbolischer erfolg. glaubst du das wirklich?
    und glaubst du wirklich die position von “keine versöhnung” sei in der konsequenz anschlussfähig an die bürgerlichen parteien, bloß weil einzelne, insgesamt marginale verbände der linken und der grünen den aufruf unterstützt haben? und was ist das für ein vorwurf von jemandem, der “no pasaran” so uneingeschränkt gut findet, wie du? deren unterstützerliste besteht ja nun zu zwei dritteln aus sozialdemkraten, linksparteilern (darunter: christine buchholz. wir erinnern uns an den 27. januar) und grünen. du bist echt ein scherzkeks…

  65. classless Says:

    “sag doch zum beispiel mal was dazu, ob du glaubst, die verhinderung des naziaufmarschs sei mehr als ein symbolischer erfolg.”

    Also, ich halte das für mehr als symbolisch, wenn den Nazis ihr immer größer werdender Triumphzug vermasselt wird und sie außerdem ordentlich auf die Fresse bekommen.

  66. never ever Says:

    die unterstützerliste von “dresden nazifrei” war gemeint. ändert aber nix am punkt.

  67. never ever Says:

    es geht mir nicht darum, zu bestreiten, dass ein symbolischer erfolg ein erfolg ist. es ist ein erfolg, wenn den nazis ein wichtiger ort für ihre form des geschichstrevisionismus genommen wird. ich gestehe auch zu, dass die verhinderung des aufmarschs verschiedene, naja, materielle konsequenzen zeitigt, wie vermöbelte nazis. mir ging es nur darum, die differenz, die arschkrebs zwischen den aktionen gegen das bürgerliche gedenken (“rumlabern”) und der verhinderung des aufmarschs aufmacht, zurückzuweisen. ich halte beides für symbolische politik. unter den gegebenen, slebst defizitären bedingungen ist das ja nicht unbedingt ein defizit.

  68. Xenu's Pasta Says:

    Hui, kaum kümmert sich mensch mal ein paar Stunden um die Reproduktion des kapitalistischen Status quo zwecks Lebenserhaltung, geht’s hier ab. Aber ich will auch mitmachen:

    - kurzer Realitätscheck: vom Aufruf “Keine Versöhnung…”: “[Dem Naziaufmarsch] kompromisslos entgegenzutreten ergibt sich schon allein aus dessen Größenordnung und dem damit einhergehenden ganz realen Gefahrenpotential. [...] Naziaufmarsch verhindern.” Wozu nicht aufgerufen?

    - die Kritik an Form und Inhalt des Konzepts von No Pasaran als “torpedieren” zu bezeichnen riecht ein wenig nach “wer nicht für mich ist, ist gegen mich”. Das heisst (spezifisch für mich, aber nach Gesprächen war das anscheinen auch für viele andere so): Nur weil ich konkrete Kritik übe, heisst das nicht, dass ich nicht trotzdem daran interessiert bin, dass der Naziaufmarsch nicht stattfindet (und dementsprechend handele). Der Kritik könnte zur Abwechslung (das geht jetzt nur insoweit an Arschkrebs, als sie/er sich den Hut aufsetzen möchte, ansonsten natürlich auch ganz allgemein an die Leute, die gerne die besseren Staatsbürger spielen wollen) ja auchmal inhlatlich begegnet werden, als immer nur zu sagen: “Nee, das ist aber genau andersherum”.

    konkrete Kritik meinerseits:

    – Ticker/Infotelefon haben wirklich nur minimale Infos rausgegeben, die Leute wurden quasi als Verschiebemasse zwischen den “offiziellen” Blockaden (Marienbrücke wurde aktiv ignoriert) eingesetzt

    – ab 16.31 gabs keine sinnvollen Infos mehr

    – bei breiter Mobilisierung und konsumgerechter Blockade-/Protestform wurde einigen nicht gut genug klargemacht, worauf sie sich einlassen, einen Naziaufmarsch zu verhindern. Ich habe Leute gesehen, die sind durch ein paar kurze robuste Polizeiaktionen arg verstört worden.

    – es hat eine Nazidemo von ca. 2000-3000 (?) gegeben, die ohne nennenswerte Bullen ganz gut machen konnten, was sie wollten. Von denen sind Leute verletzt worden. Das wird irgendwie verdrängt, und hat auch nichts mit einem “Sieg” (?) zu tun.

    – die breite Mobi hats für den Tag gerissen, ja. Der Preis, der dafür inhaltlich gezahlt wurde, steht noch gar nicht auf dem Papier.

    – Es ist wichtig, das immer wieder zu betonen, insbesondere in Gegenwart der “Bündnispartner” von No Pasaran: Das Antifaspektrum ist sehr vielfältig, und No Pasaran ist darin ein Fragment, welches auf keinen Fall in der Lage ist was für/über die anderen Teile zu sagen. Das, so erscheint es, ist manchmal ein wenig im Hintergrund.

  69. Gehirnschnecke Says:

    Puh, da sind wird ja nochmal haarscharf um einem neuen Faschismus rumgekommen, dank “no parsan”! Dann kann Deutschland ja jetzt wieder zur Tagesordnung übergehen…

  70. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    Statt so loszukeifen, hättest du auch einfach mal meine inhaltlichen Einwände oben zu Kenntnis nehmen können.

    Du hast behauptet, dass die Unversöhnlichen irgendwie linksradikale Kritik betreiben. Ich habe dir Hinweise geliefert, warum ich denke, dass das nicht so ist. Wenn du dir meinen Beitrag genau durchliest, müsstest du auch mitbekommen, dass ich die Verhinderung des Naziaufmarschs ebenfalls nicht als per se linksradikale Politik betrachte. Von daher geht da deine Retourkutsche ins Leere.

    Wenn du willst, dass ich dir irgendwas zu dem Plakat mit der Frauenkirche sage, müsstest du erst einmal deine Kritik daran darlegen.

    Was den Erfolg von symbolischen Aktionen angeht. Das war vielleicht etwas undeutlich in der Diskussion, natürlich kann eine symbolische Aktion auch erfolgreich sein, da kommt es dann auf den impact-Faktor an.

    Der Naziaufmarsch ist aber nicht symbolisch sondern konkret verhindert worden. Du solltest mit dem Begriff symbolisch nicht so inflationär umgehen. Es ist ein Unterschied, ob direkt verhindert wird, oder ob ich mich mit einem Transparent irgendwo in der Nähe hinstelle. Bei einem verhinderten Naziaufmarsch handelt es sich auch nicht (nur) um eine symbolische Aktion bei der nebenbei ein paar vermöbelte Nazis mit rausspringen. Da solltest du dir noch mal über die Funktion und Wirkung solcher Nazigroßaufmärsch Gedanken machen. Mal ganz davon ab, dass im vorliegenden Fall auch noch der impact-Faktor stimmt. Was glaubst du, wie es dazu kommt, dass es z.B. solche Artikel in der ZEIT gibt?
    http://www.zeit.de/2010/08/S-Dresden?page=all

  71. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    Ging an never ever.

  72. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @Xenu Pasta

    “kurzer Realitätscheck: vom Aufruf “Keine Versöhnung…”: “[Dem Naziaufmarsch] kompromisslos entgegenzutreten ergibt sich schon allein aus dessen Größenordnung und dem damit einhergehenden ganz realen Gefahrenpotential. [...] Naziaufmarsch verhindern.” Wozu nicht aufgerufen?”

    Wer hat denn behauptet, dass nicht dazu aufgerufen wurde? Es wurde eben kein konkretes Angebot diesbezüglich gemacht. Wer auf venceremos geschaut hat, hat nichts Konkretes zum Naziaufmarsch gefunden. Das war die Kritik, die Unterstellung ist, dass der Fokus eben woanders lag.

    “- die Kritik an Form und Inhalt des Konzepts von No Pasaran als “torpedieren” zu bezeichnen riecht ein wenig nach “wer nicht für mich ist, ist gegen mich”. Das heisst (spezifisch für mich, aber nach Gesprächen war das anscheinen auch für viele andere so): Nur weil ich konkrete Kritik übe, heisst das nicht, dass ich nicht trotzdem daran interessiert bin, dass der Naziaufmarsch nicht stattfindet (und dementsprechend handele). Der Kritik könnte zur Abwechslung (das geht jetzt nur insoweit an Arschkrebs, als sie/er sich den Hut aufsetzen möchte, ansonsten natürlich auch ganz allgemein an die Leute, die gerne die besseren Staatsbürger spielen wollen) ja auchmal inhlatlich begegnet werden, als immer nur zu sagen: “Nee, das ist aber genau andersherum”.”

    Nun, wer keine ernsthaften Alternativen anzubieten hat, muss sich den Vorwurf gefallen lassen. Letztendlich war doch die Kritik vor allem anfangs eher unterirdisch, wo No pasarán unter der Hand als die neuen Nazis von links firmierten, und dementsprechend “konstruktiv” waren dann auch immer die Kritiken.

    “- Ticker/Infotelefon haben wirklich nur minimale Infos rausgegeben, die Leute wurden quasi als Verschiebemasse zwischen den “offiziellen” Blockaden (Marienbrücke wurde aktiv ignoriert) eingesetzt”

    Woher willst du wissen, dass Marienbrücke aktiv ignoriert wurde? Vielleicht sind da auch einfach keine klaren Infos bei der Infostruktur angekommen. Das kann man als Manko betrachten, aber andere Blockaden z.B. am Bischofsweg haben besser dafür gesorgt, dass man nicht untergeht. Das ist an so einem Tag vor allem auch eine Mitmachsache. Ansonsten hat man sich natürlich was dabei gedacht, die großen Blockaden zu halten. Hansastraße war schließlich direkt auf der eigentlich geplanten Naziroute. Hätte es Anzeichen für Marienbrücke gegeben, wäre sicher umdisponiert worden.

    “- ab 16.31 gabs keine sinnvollen Infos mehr”

    Hast du überhaupt mal beim Infotelefon angerufen, warum erzählst du so einen Blödsinn?

    “- bei breiter Mobilisierung und konsumgerechter Blockade-/Protestform wurde einigen nicht gut genug klargemacht, worauf sie sich einlassen, einen Naziaufmarsch zu verhindern. Ich habe Leute gesehen, die sind durch ein paar kurze robuste Polizeiaktionen arg verstört worden.”

    Ziemlich sinnloser Vorwurf. Über Repression wurde im Vorfeld natürlich gar nicht gesprochen, klar doch… Man kann aber auch nicht jeden einzelnen Teilnehmer vorher briefen.

    “- es hat eine Nazidemo von ca. 2000-3000 (?) gegeben, die ohne nennenswerte Bullen ganz gut machen konnten, was sie wollten. Von denen sind Leute verletzt worden. Das wird irgendwie verdrängt, und hat auch nichts mit einem “Sieg” (?) zu tun.”

    Die Polizei hat dort 1500 gezählt aber nur am Rande, natürlich ist das ärgerlich, aber das ändert nichts daran, dass der eigentliche Aufmarsch verhindert wurde. Und Verletzte gabs wohl insgesamt mehr auf deren Seite, wenn du dich jetzt besser fühlst.

    “- die breite Mobi hats für den Tag gerissen, ja. Der Preis, der dafür inhaltlich gezahlt wurde, steht noch gar nicht auf dem Papier.”

    Wasn das für ein blalabersülz? Wer soll denn da irgendeinen Preis bezahlt haben?

    “- Es ist wichtig, das immer wieder zu betonen, insbesondere in Gegenwart der “Bündnispartner” von No Pasaran: Das Antifaspektrum ist sehr vielfältig, und No Pasaran ist darin ein Fragment, welches auf keinen Fall in der Lage ist was für/über die anderen Teile zu sagen. Das, so erscheint es, ist manchmal ein wenig im Hintergrund.”

    Nunja, für wie dumm hälst du eigentlich die Bündnispartner von No pasarán und wo hätte No pasarán das getan? Letztendlich ist die Gewichtung aber auch deutlich siehe Unterstützlisten No pasarán und Keine Versöhnung.

    Alle deine Punkte sind eigentlich eher kleinkariertes Angepisse, die teilweise vom Niveau her vergleichbar sind, mit solchen Fußballtypen die bei einem Fußballspiell immer alles besser zu wissen glauben als die, die da gerade Fußball spielen.

  73. classless Says:

    Arschkrebs, hast du eigentlich noch was anderes zu sagen als: “Ihr” seid alle doof und/oder gar nicht dabeigewesen, “wir” hingegen haben uns schon was dabei gedacht und der Erfolg gibt uns in allen Punkten recht?

    Weil auf der Grundlage läßt sich irgendwie schlecht diskutieren, du wirst alles was nicht so gut gelaufen ist, entweder leugnen oder auf interne Notwendigkeiten schieben, von denen wir Ahnungslosen natürlich nichts wissen können.

    Und du wirst wohl weiterhin einfach nicht auf die vorgebrachte Kritik eingehen. Statt dich dazu zu äußern, warum du bzw. deine Bündniskollegen das Gedenken fast nicht zum Thema gemacht haben, kommt von dir nur: Selber blöd, ihr habt ja den Naziaufmarsch gar nicht wirklich verhindern wollen. Und das ist, wie gesagt, an die Adresse von Leuten, die jahrelang und auch dieses Jahr dabei aktiv waren, Quatsch, oder?

    (Du schriebst übrigens oben: “Auf den Infoveranstaltungen haben sie auch nie was konkret zum Naziaufmarsch gesagt, und eben weder was eigenes angeboten noch zu den Blockaden aufgerufen.” Xenu’s Pasta hat aus dem Aufruf von KV/Venceremos zitiert, daß sie zum kompromißlosen Entgegentreten und zum Verhindern aufgerufen haben. Und es scheinen Hunderte von Leuten verstanden zu haben, was damit gemeint war, weil sie entsprechend gehandelt haben.)

  74. never ever Says:

    @ arschkrebs

    “Du hast behauptet, dass die Unversöhnlichen irgendwie linksradikale Kritik betreiben. Ich habe dir Hinweise geliefert, warum ich denke, dass das nicht so ist.”

    hast du? wo? ich habe es mir angetan, alle deine beiträge nochmal durchzulesen und bin zu folgendem ergebnis gekommen: es gibt von dir nicht eine inhaltliche kritik an “keine versöhnung”, die sich nicht auf der ebene von “ihr habt nix gebacken bekommen” und “ihr habt ‘no pasaran’ torpediert” bewegt. nicht eine. das einzige, was, naja, ein wenig nach kritik riecht, ist das statement zu grünen und linksjugend als unterstützerinnen des aufrufs. that’s about it.

    wir müssen uns nicht ewig darum kabbeln, was symbolische politische handlungen sind und was nicht. ist mir irgendwie auch egal. ich bestreite aber weiterhin, dass es auf der ebene einen fundamentalen unterschied zwischen den blockaden gegen die nazis und dem transparentzeigen beim bürgerlichen gedenken gibt.

    zum plakat: der unkritische bezug auf die frauenkirche als “ort der geschichte” alleine ist schon problematisch, weil die frauenkirche das symbol des ‘leids der dresdner’ unter dem ‘angloamerikanischen bombenterror’ (ein begriff, der in der ddr ebenso benutzt wurde wie heute von nazis und, selbst erlebt, von ‘ganz normalen’ dresdnerinnen) ist. ihr bild dann aber auch noch mit ‘nie wieder krieg’ zu versehen, stellt einen zusammenhang her, den ich in bezug auf den 13. februar für extrem problematisch halte. und zwar weil er, gerade bei einer zusammenhangsnennung mit “nie wieder faschismus”, die militärischen handlungen der alliierten, die notwendig waren, um ns-deutschland zu besiegen, in frage stellt. insofern stellt sich dieses (von linksradikalen gestaltete!) plakat, in eine unsägliche dresdner tradition.

    vielleicht hat ja jemand eine andere, schmeichelhaftere interpretation?

  75. carlos Says:

    “tolles interview”

    http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=32221

    incl. bekenntnis zu gedenken (am ende)

  76. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @classless

    Tja, das sind eben Fragen, die kann man nur intern klären. Ich werde im Internet jetzt sicher nicht die Organisation der Bündnisse an dem Tag offen legen, und wie es da zu welcher Entscheidung gekommen ist. Wie naiv seid ihr denn eigentlich? Wenn da ernsthaftes Interesse an einer Auswertung besteht, um einzelne Punkte zu klären, dann sollte man mit denen ein Treffen vereinbaren.

    Außerdem ist es einfach falsch, dass sich aus dem Umfeld von No pasarán nicht irgendwie zum Gedenken geäußert wurde. Während andere in irgendwelche ominösen linksradikalen Debatten intervenieren, hat die Öffentlichkeitsarbeit von No pasarán ins bürgerliche Lager interveniert.

    Auf den Infoveranstaltungen haben sie auch nicht konkret dazu gesagt, also nicht gesagt, was man denn an dem Tag gegen die Nazis machen soll. Lediglich auf Nachfrage wurde dann mal eingeräumt, dass man zu diesen Blockaden gehen könnte, die ja sowieso schon organisiert sind. Genauso auf der Webseite, es reicht halt nicht irgendein Bekenntnis in die Welt zu setzen, man muss auch was anbieten, aber da kam nix. Naja, wenn du das nicht raffen willst, ist mir das jetzt auch egal.

    @never ever
    Du hast offenbar den weiterführenden Abschnitt zu “Mehr als gegen Nazis” überlesen. Aber noch mal ganz kurz angerissen. Warum sollte denn ein Bürgerlicher nicht gegen das Gedenken an sich sein? Wenn das seiner Idee von einem geläuterten Deutschland, in dem es solche “geschichtsrevisionistischen” Veranstaltungen nicht geben sollte, widerspricht. Wo ist da also jetzt der per se linksradikale Gehalt von “Gedenken abschaffen”? Den gibt es genauso wenig, wie bei “Gegen Nazis”.

    Was das Plakat angeht, verstehe ich deine Kritik nicht. Die Frauenkirche ist sowie ein Symbol für “Nie wieder Krieg”, dazu muss nicht erst das Bündnis No pasarán kommen und das drauf projezieren. Hier wurde noch “Nie wieder Faschismus” ergänzt, was man als zwingende Voraussetzung für “Nie wieder Krieg” sehen kann und ist gleichzeitig Hinweis darauf, warum dieser Krieg damals eigentlich statt gefunden hat.

  77. Gehirnschnecke Says:

    Arschkrebs, mir erschließt sich nicht so ganz was Du eigentlich willst. Geht das nur mir so?

    Ist doch schön, dass ein breites Spektrum an Leuten den Deppenaufzug aufgehalten hat, dass einigen das offensichtlich noch nicht genug ist, ist für Dich ein Problem. Wieso, weshalb, warum? Wird nicht klar. Echt nicht.

  78. classless Says:

    @ Arschkrebs

    Wenn es “naiv” ist anzunehmen, daß du die zentrale inhaltliche Differenz zwischen “Dresden Nazifrei” und “Keine Versöhnung” diskutieren magst, und wenn ich es gleich “nicht raffen” will, nur weil ich – wie ja viel andere offenbar auch – den Aufruf von “Keine Versöhnung” auch als Aufruf zur Beteiligung an den Blockaden verstanden habe, dann frage ich mich ein bißchen, warum du hier überhaupt so viel schreibst.

  79. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @classless

    Offenbar hast du den Überblick verloren. Das ‘naiv’ bezog sich auf die Erwartung, dass hier Internas auf den Tisch gepackt werden.

    Ich lese im Aufruf nichts davon, dass man sich den Blockaden anschließen soll, im Gegenteil verteilt man doch im Absatz vorher noch Seitenhiebe auf die angeblich inhaltslose Mobilisierung von No pasarán. Auch sonst findet man auf venceremos keine Hinweise, wie nun konkret gegen den Naziaufmarsch vorgegangen werden soll.

    @gehirnschnecke

    So prinzipiell wurde das von mir nicht in Frage gestellt, aber man wird ja wohl diskutieren dürfen, ob das was darüber hinaus gehen soll, also das was sich hier darunter konkret vorgestellt wird, tatsächlich durchdacht ist und Sinn ergibt. Und ob das an dieser Stelle tatsächlich ein qualitativer Vorwärtsschritt zum “Linksradikalismus” wäre, als der es hier bereits im voraus abgefeiert wird.

  80. kaputt Says:

    ich frage mich eher warum ihm überhaupt jemand so viel zurück schreibt. außer wiederholungen, unwahrheiten und ziemlich offensichtlichem ausweichen wenn er im unrecht liegt schreibt arschkrebs doch nichts.

  81. classless Says:

    Ich hab keinen Bock mehr, Arschkrebs.

    Du schriebst: “Tja, das sind eben Fragen, die kann man nur intern klären.” Und es wäre naiv das zu erwarten. Ja, ich habe diese beiden Äußerungen zusammengezogen. Oh je.

    Dann laß es doch einfach sein.

  82. Gehirnschnecke Says:

    @ Arschkrebs

    Und warum ist es jetzt blöd gegen dieses “Wir waren/sind auch Opfer” Gekäse der deutschen Mitte anzugehen? Warum ist das speziell antideutsches Szenegeklingel? Blick ich nicht.

  83. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    @classless

    Gut, das ist ne klare Aussage.

    @kaputt
    Das mit den Wiederholungen liegt vielleicht daran, dass immer wieder mit demselben Zeug angekommen wird.

    Ansonsten hast du außer diffamieren, offensichtlich nichts zu sagen, wahrscheinlich besser so.

  84. Aktionskletterer Says:

    Gehirnschnecke -

    Ist doch schön, dass ein breites Spektrum an Leuten den Deppenaufzug aufgehalten hat, dass einigen das offensichtlich noch nicht genug ist, ist für Dich ein Problem. Wieso, weshalb, warum? Wird nicht klar. Echt nicht.

    Zielkonflikt. Das Ziel der Gesamtaktion ist dass an dem Datum gar keine darauf abzielenden Massenveranstaltungen mehr stattfinden, keine Naziparade, kein städtischer Karneval der Opfer, kein Polizeiaufmarsch, und auch die Gegenaktionen sich im Lauf der Zeit selbst überflüssig machen werden. Da wo die Gegenaktionen zum Selbstzweck verkommen weil man über sein politisches Lagerdenken nicht hinauskommt löst diese Perspektive Existenzängste und Verlustreflexe aus. Es würde mich nicht wundern wenn der zänkische Kommentator auf eine ähnliche Wendung hinsteuert wie Jürgen Elsässer. Nur leider wissen die meisten Wichtigtuer nicht dass sie welche sind.

  85. Xenu's Pasta Says:

    Sorry, mein letztes Posting hatte viel zu viel mit den Technix des Tages als mit mit irgendwas anderem zu tun. Möglicherweise Krümelkacke.

    @Aktionskletter, danke für nen Kommentar, der hier was entscheidend neues sagt. Ich glaube, ich habe über der ganzen “Routine” des alljährlichen 13. Februar bezüglich No Pasaran/Dresden Nazifrei einen fehlerhaften Blickwinkel eingenommen, und möglicherweise geht es nicht nur mir so. (Das ist eine Konkretisierung des “inhaltlich gezahlten Preises”)

    Jahrelang (spätestens seit dem “Aufstand der Anständigen”) haben wir uns darüber beschwert, wie beschissen es ist, wenn wir als “Linksradikale” aus Notwendigkeit hauptsächlich damit beschäftigt sind, Anti-Nazi-Aktionen zu machen. Wie fragwürdig es ist, wenn ausser Lippenbekenntnissen einiger öffentlicher Personen niemand sich darum kümmert. Und am Ende wir uns selbst vorwerfen, das Image der Stadt, kein vollkommen braunes Kacknest zu sein, mal wieder ein Stück gerettet zu haben.

    No Pasaran/Dresden Nazifrei ist genau die Antwort darauf. Es gibt tatsächlich (inzwischen?) Leute, die sich als ganz normaler Teil der Gesellschaft zu begreifen scheinen, die was gegen Nazis machen. Gut so! Und sie habens sogar gebacken gekriegt. Ganz anständig, (im wesentlichen) unter Wahrung des Gewaltmonopols, mit Liedermacher und Rednerliste. Mein Beifall. Vielleicht lässt sich das ausbauen, Naziaufmärsche gibts nicht nur am 13. Februar.

    Der Grundkonsens ist “Gegen Nazis”, sonst nichts weiter. Nur so können Massen (!) von Leuten mobilisiert werden, jedes weitere Vertiefen könnte (und wird) Leute vergraulen. Die Marginalisierung weitergehender Kritik kennen wir aus der Vergangenheit von anderen Bündnisversuchen, die sich gegen Nazievents richteten. Meist darum, weil wesentliche Teile dieser Bündnisse tatsächlich von weitergehender Kritik angegriffen werden.

    Warum nicht also einfach No Pasaran / Dresden Nazifrei da stehen lassen, wo sie sind (auf den Blockaden), wenns zeitlich passt auch mitmachen (ging ja dieses Jahr ganz gut). Und jetzt sich selbst wieder ein wenig mehr um die Kritik kümmern, weil der ganze Orga-Kram des Tages eh bei den Leuten ist, die das geil finden. Und siehe, aus der Perspektive: es gab zusätzlich noch die Vorabenddemo, die nämlich genau das kritisierte, was den Naziaufmarsch als Dauerevent erst möglich machte: das Gedenken am 13. Februar als geschichtsrevisionistisches Symbol.

    Arschkrebs meinte, dass die Frauenkirche sowieso für “Nie wieder Krieg” stünde, da bräuchte nicht erst No Pasaran daherkommen. Richtig! Nur übersieht sie/er, dass das noch nicht immer so war. Das “Nie wieder Krieg!” ist das Feigenblatt der Dresdner (auch schon zu DDR-Zeiten), darüber jammern zu können, “im Krieg” auch eins drauf gekriegt zu haben. Und für die meisten durchaus unter vollem Bewusstsein, dass Deutschland für den verantwortlich ist.
    Und in genau dem Kontext wandelt sich ein “Nie wieder Faschismus” von der Vorbedingung für o.g. Forderung in den populistisch anklagenden Hinweis auf die Kriegsverbrechen der “Angloamerikaner”. Inklusive scheinheiliger Debatte darum, ob das ganze nun “kriegsnotwendig” war usw.

    Heh Arschkrebs, hast Du mal versucht Dich mit Gedenkenden abends am 13. Februar an der Frauenkirche über diese Forderungen zu unterhalten? Ist Dir überhaupt klar, dass wenn zwei Leute die gleichen Worte sagen, die noch lange nicht dasselbe meinen? Dass Deine Interpretation o.g. Forderungen an dem Tag, dem Ort, in dem Kontext die marginalisierte ist? Hast Du mal versucht im Gespräch rauszufinden, wie ernst es den Dresdnern mit der offiziell postulierten “Versöhnung” ist?

  86. Nay Says:

    @Arschkrebs

    Ich gehörte zu den wenigen die die Blockade auf der Marienbrücke aufgemacht haben.
    Und genauso wie vorher die Gleisblockade beim Infotelefon mehrfach mit aktuellen Infos & Stand durchgegeben wurde, haben wir dies mit der Blockade an der Mariebrücke gemacht.
    Es war einfach nicht von Interesse. Selbst dann nicht, als wir von Nazis angegriffen wurden. Nun gut, so ist es eben mit spontanen Aktionen, die keinem Aktionskonsens folgen, sondern an der aktuellen Situation ausgerichtet sind & versuchen das beste draus zu machen.

  87. jupp Says:

    arschkrebs schafft es hier beinahe im alleingang, einer_m jeden positiven aspekt an no pasarán zu vergälen. das ist nicht schade. das ist nicht ärgerlich. das ist scheisse.

    wenn jemand, der_die soviel undifferenzierte trollscheisse verzapft (wie arschkrebs), wirklich bei internen treffen von no pasarán anwesend war, dann ist das ein ganz schlechtes zeichen für deren bündnispolitik.

    wenn jemand (wie arschkrebs) nicht merkt, dass “nie wieder krieg!” und “nie wieder fschismus!” ein widerspruch sein können und es historisch zwischen 33 und 45 auch waren und dass im zweifelsfall “nie wieder faschismus!” der stärkere imperativ ist, dann fehlt es hier wahrscheinlich an geschichtsverständnis, für das selbst durchschnittlicher geschichtsunterricht in der schule ausreichen sollte.

    die art und weise in der arschkrebs bürgerliche und linksradikale kritik gegeneinander auszuspielen versucht, erinnert doch etwas arg an die 1980er jahre. es ist doch mal echt ein gebot der logik, dass auch bürgerliche kritik richtig und angebracht sein kann. und das kritik, die sich selbst als linksradikal bezeichnet, oft falsch ist, lässt sich schon alleine daraus ableiten, dass sich verschiedene linksradikale kritiken oftmals widersprechen.

    aber da arschkrebs offenbar keinerlei inhaltliche kritik an den (achso gescheiterten) interventionen gegen das bürgerliche gedenken hat, ist alles, was er_sie dazu schreibt eigentlich auch ziemlich egal und kann getrost ignoriert werden.

    staat. nation. dresden. scheisse.

  88. jupp Says:

    ps: wenn der antifa-twitter weniger verwertbare infos für antifas liefert als der nazi-twitter, dann ist da wohl wirklich irgend etwas schief gelaufen (trotzdem danke an alle, die sich dafür den arsch aufgerissen haben). aber das nur so am rande…

  89. No Pasaran in Dresden – Nachlese « Antifaschistische Aktion Saalfeld Says:

    [...] – Dresden Nazifrei! „Dresden – Massenblockaden: Ablauf“ – Indymedia „Dresden: Nazis immerhin raus aus der Altstadt“ – [...]

  90. classless Kulla » Blog Archive » Die Dresden-Situation Says:

    [...] zu mobilisieren, nahm sich vor zwei Jahren ein bundesweites Bündnis der Sache an und schaffte es im vergangenen Jahr, die versammelten Nazis zumindest größtenteils zu blockieren. Dabei geriet aber zusammen mit [...]

  91. HASKALA – JUGEND- UND WAHLKREISBÜRO KATHARINA KÖNIG, MdL » » Die Dresden Situation Says:

    [...] zu mobilisieren, nahm sich vor zwei Jahren ein bundesweites Bündnis der Sache an und schaffte es im vergangenen Jahr, die versammelten Nazis zumindest größtenteils zu blockieren. Dabei geriet aber zusammen mit [...]

  92. classless Kulla » Blog Archive » Dresden – na endlich! Says:

    [...] konnte, nachdem dann eine bundesweite Mobilisierung unter starken inhaltlichen Zugeständnissen es letztes Jahr schaffte, daß die Nazis nicht vom Bahnhof Neustadt weglaufen konnten (wenngleich dennoch 2.000 von [...]

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