Radio-Interview zu “Der kommende Aufstand”

January 16th, 2011

Radio Corax aus Halle hat sich mit mir eine Viertelstunde zu “Der kommende Aufstand” unterhalten:

Sendung.

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mp3-Download.

Außerdem:

  • diese Woche viereinhalb Texte zum gleichen Thema in der “Jungle World” (im Dossier instruktiv: Felix Klopoteks Verweis auf George Sorel und Karl Rauschenbachs allgemeinere Lageeinschätzung, furchtbar: Rainer Tramperts Unterstellungsamoklauf – trotz der schönen Zeile: “Schade, man möchte mal brennende Trecker sehen”; dazu die ganz lustige Kolumne “Alle Hirne stehen still” von Jörn Schulz, für den das Unsichtbare Kommittee aber doch nur die “Stadtflüchtlinge” sind, “die einen linken Survivalism propagieren” und dafür sind, “seine Kartoffeln wieder selbst anzubauen”.)
  • und am Montag (24.1.) im Berliner Mehringhof eine Veranstaltung dazu von den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (klassenlos.tk), die konstatieren: “Weil letztlich nebulös bleibt, wie das gesellschaftliche Elend produziert wird, bleibt auch die Möglichkeit seiner Abschaflung im Dunkeln.” (Flyer-PDF)
  • 6 Responses to “Radio-Interview zu “Der kommende Aufstand””

    1. classless Says:

      Beim nochmaligen Anhören des Interviews fällt mir aber auf, daß es auch verkehrt ist zu sagen, das Autorenkollektiv von “Der kommende Aufstand” würde das Ende der Zivilisation _nicht_ herbeiführen wollen oder es _nicht_ herbeisehnen. Ich wollte sagen, daß sie es in dem Text nicht extra herbeischreiben (was wenigstens größtenteils stimmt, weil sie davon ausgehen, daß das sowieso passiert), fand aber in dem Moment nicht die richtigen Worte. Nu ja.

    2. klyonrad Says:

      Möchtest du dich nicht vielleicht mal dem fefe und Frank Rieger als Gast für ihren Alternativlos-Podcast über den kommenden Aufstand aufdringen? Oder würde das von der politischen Chemie her eher nicht passen? Ich fänd’s schön, weil diese Viertelstunde Telefon-interview doch arg kurz ist

    3. classless Says:

      Ich würde das wohl schon machen, aber ich glaube nicht, daß sie das wollen.

    4. Donauwelle Says:

      Was “Der kommende Aufstand” und der Kommunismus hier gemeinsam haben ist dass beide als Blitzableiter für Wohlstandsverwahrlosung herhalten. Es ist jedoch wohl eher eine prophetische Ironie der Geschichte als ein Fall von familiärer Gastfreundschaft, dass der Europäer Karl Marx heute in der Welt insgesamt mehr gewürdigt erscheint als im eigenen Land. Abgesehen von den nach wie vor im communism derangement syndrome dämmernden USA ist überall offenkundig dass der Kommunismus der Kommunismus ist und der Weltkrieg der Weltkrieg. So wie der kommende Aufstand der kommende Aufstand ist und die politischen Morde in Amiland die politischen Morde in Amiland sind. Der Reflex, der europäischen Vaterfigur das Blutvergießen anhängen zu wollen, welches sich tatsächlich aus Entladungen unabhängiger Konflikte speist, resultiert aus dem geschäftsmäßigen Interesse es nicht zu Ende gehen lassen zu wollen – siehe Kühnheit des Kapitals nach Dunning zitiert nach Marx (jetzt mit noch mehr gefühlter kosmischer Irrelevanz).

      Ebenso die kulturindustriell verordnete Schicksalsverdrossenheit, welche aus dem Inneren der urbanen Narrative nicht immer leicht als übles Plagiat vom geistigen Privateigentum der Aufständischen zu erkennen ist – Helene Hegemann hat sich sozusagen strikt verfassungsmäßig ausschließlich aus öffentlich zugänglichen Quellen bedient, aber weite Marktanteile der internationalen Kulturindustrie tun dies nicht. Hier wird insbesondere auch ausgenutzt, dass sich Europa wenigstens seit dem Mauerfall kulturell in einer wie vom Himmel gefallenen Zeitblase zu befinden scheint, innerhalb derer der Weltfrieden näher liegt als der Weltkrieg. Das mag sich zwar als wahr erweisen, doch die eigene Verletzlichkeit bis dahin erfordert es dem Antikommunismus präventiv Einhalt zu gebieten, und das muss unmittelbar auf dessen elementarste Geschäftsgrundlagen abzielen. Che Guevara soll seinen Mördern gesagt haben, er sei lebendig wertvoller für sie als tot, aber da diese dies für sich selbst nicht sein konnten, hatten seine Worte keine Bedeutung mehr. Solchen Situationen läßt sich zuvorzukommen, wenn es gelingt, die verdeckte Repression niederzuschlagen, bevor sie in offene umschlägt.

      http://www.youtube.com/watch?v=IeGlJ7OouR0

    5. Donauwelle Says:

      UPDATE: Demente Lurker mobben meinen Namen ;-)

    6. anitfa mz dortmund Says:

      “der kommende aufstand” gibts als hörbuch hier: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=38403

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