USA Erklärt über Japan und die Atombomben

August 5th, 2008

>>In den USA ist der Einsatz dieser Waffen kontrovers. Einige Amerikaner halten sie für einen Fehler, für den man sich entschuldigen sollte, wenn nicht sogar für ein Verbrechen. Andere sehen sie als das kleinste von mehreren Übeln, das Hunderttausenden alliierten Soldaten und Millionen Japanern das Leben rettete. Die Debatte tobt seit mehr als 60 Jahren, und der Amerikaner an sich ist mit den Argumenten, Gegenargumenten und dem geschichtlichen Hintergrund mehr oder weniger gut vertraut.

In Deutschland ist der Abwurf der Atombomben dagegen nicht kontrovers, denn die Ablehnung ist praktisch einhellig. Die so genannten “Diskussionen” bestehen aus kollektivem Kopfschütteln.

Entsprechend unvorbereitet ist der Germane dann auf Gegenfragen: Wie man zu Japans eigenen zwei Atombomben-Programmen stehe, ob wirklich der flächendeckende Einsatz von Giftgas bei Operation Downfall besser gewesen wäre, warum die konventionelle Einäscherung von Städten wie Tokio weniger schlimm gewesen sein soll, wie man eine Verlängerung des Krieges über 1946 hinaus rechtfertigen will, ob einem in diesem Zusammenhang der Tod von 200.000 Menschen pro Monat im japanisch besetzten Asien egal sei, wieso als Alternative eine Invasion angeführt wird, die es wohl nicht gegeben hätte und warum noch über irgendwelche angeblichen Friedensangebote der Japaner gesprochen wird, die es nicht gab?<<Unbedingt weiterlesen! Teil 1. Teil 2.

(Slightly related: mein Posting zum japanischen Faschismus)

9 Responses to “USA Erklärt über Japan und die Atombomben”

  1. knecht Says:

    langzeitschäden?!

  2. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    Da haben die Dresdener nochmal Glück gehabt.

    oder doch nicht?
    warum die konventionelle Einäscherung von Städten wie Tokio weniger schlimm gewesen sein soll

  3. Arschkrebs (2.0/compatible) Says:

    Da haben die Dresdener nochmal Glück gehabt.

    oder doch nicht?

    warum die konventionelle Einäscherung von Städten wie Tokio weniger schlimm gewesen sein soll

  4. lahmacun aka Laura Says:

    Man wird weiter die Erwägung nicht von sich abweisen können, dass die Erfindung der Atombombe, die buchstäblich mit einem Schlag Hunderttausende auslöschen kann, in denselben geschichtlichen Zusammenhang hineingehört wie der Völkermord.

    Adorno, Erziehung nach Auschwitz, 1969

  5. lahmacun aka Laura Says:

    1966! sorry

  6. godforgivesbigots Says:

    Nuja, selbst wenn die Atombomben gegen Japan die bestmöglichste Option zur Beendigung des zweiten Weltkriegs waren, hätten sich die Amerikaner mal vor dem Einsatz überlegen können womit man alles rechnen muß:

    The irony is the Russian army did not even make a move until after the first atomic bomb was dropped on August 6, 1945, and the Japanese military retreated in panic. At that time, the nearest American soldiers were on Okinawa, about 600 miles from the Korean peninsula. The US wanted to stop the Soviet advance before it reached the southern end of the peninsula. The Yalta Conference did not specify how far south the Soviet army should march, only that there should be a trusteeship government involving the US and the USSR to rule Korea for a period of time. John J. McCloy of the War and Navy Coordinating Committee directed two young colonels, Dean Rusk and Charles H. Bonesteel, to find a place to stop the Soviets. They did not even have a Korean map, let alone any knowledge of Korean geography or history. They had in their possession a Far East map. The 38th parallel appeared to be a fair division in terms of the landmass involved. Rusk and Bonesteel reported to their boss that the Soviets should be told to stop at the 38 parallel, and the Soviets did so. Thus the infamous 38 parallel was drawn.

    Und wenn sie sich nicht überrannt haben, stehen sie sich da immer noch gegenüber.

  7. soso Says:

    Ich finde die Diskussion wird klarer wenn man auf den Abwurf in Nagasaki eingeht, wo die japanische Führung schon bereit war über eine Kapitulation zu verhandeln.

    Abgesehen davon währe ein Frieden mit Japan möglich gewesen, nur ohne Kapitulation, Also war es der Wunsch nach Sieg und nicht der Wunsch nach Frieden der zu dem Abwurf führte.

  8. godforgivesbigots Says:

    Wenn es so gewesen wäre wie Du sagst würden wir heute über den Abwurf auf Kyoto sprechen.

  9. classless Says:

    @soso

    Da bleibt ja schon mal offen, wen du mit “japanische Führung” bzw. mit “Japan” meinst. Das war ja ein Teil des Problems: die rivalisierenden Machtstrukturen, von denen mindestens die Heeresführung bis zur letzten Patrone weitermachen wollte.

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