Erste Wieder-Leseliste

August 21st, 2009

Um mein nächstes größeres Thema “Drogen” für mich erst nochmal zu umreißen und meine Fragen deutlicher formulieren zu können, werde ich in den nächsten Wochen einige gute Gesprächspartner aufsuchen und den ersten Meter Text weglesen, neben über die Zeit gebookmarkten Internetseiten vor allem folgende Re-Reads:

  • Ronald Steckel: Bewußtseinserweiternde Drogen
  • Günter Amendt: No Drugs No Future
  • Wolfgang Schivelbusch: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft
  • Jim DeKorne: Psychedelischer Neoschamanismus
  • Terence McKenna: Speisen der Götter
  • Dennis Wier: Trance. Von der Magie zur Technologie
  • Hans-Christian Dany: Speed. Eine Gesellschaft auf Droge
  • Werner Pieper, (Hg.): Nazis On Speed
  • John Higgs: I Have America Surrounded. The Life of Timothy Leary
  • Dann werde ich mir weitere Literatur ausgucken, mit der ich mich das Winterhalbjahr über beschäftigen kann. Dafür sind Empfehlungen unbedingt willkommen!

    11 Responses to “Erste Wieder-Leseliste”

    1. Joël Says:

      Was ist mit “klassischer” Drogenliteratur? Ich finde die Beat Generation ja besonders interessant – aber wem sage ich das?
      Vielleicht noch ein interessanter Link, der neulich mal bei Telepolis war: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30462/1.html

    2. tired Says:

      Amazon? Geht eher weniger klar, oder? Na klar, größter Buchversand, aber was die sich geleistet haben mit NPD et cetera, finde ich nicht, dass Antifaschist_Innen Amazon nutzen sollten.

    3. ce Says:

      Stanislav Grof: Impossible. Enthält Episoden zum therapeutischen Gebrauch von LSD und den Zugang zu fremden Mythologien, der durch die Einnahme hervorgerufen werden kann. Über Ketamin berichtet er, dass er danach die Empfindungen?! verschiedener anorganischer Dinge nachvollziehen konnte. Das Buch ist möglicherweise eine Ergänzung der Literaturliste hinsichtlich der therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten psychedelischer Drogen und die frühen Forschungen in Prag. (Therapeutisch wird es momentan wohl nur in der Schweiz bei Krebskranken verwendet.)

    4. classless Says:

      @ Joël

      Klar, es ist ja nur die erste Liste, das (Wieder-)Eintauchen. Burroughs werde ich sicher auch noch mal rausholen…

      @ ce

      Ist notiert.

      @ tired

      Muß ich mal drüber nachdenken.

    5. xenus pasta Says:

      Rippchen: Was? Tun!: Konkrete Erste Hilfe – Tipps bei Drogenproblemen.

      Gute Erläuterungen für nicht Mediziner/innen was wie passiert, wenn was passiert, und wobei Du aufpassen musst, wenn Du dies mit dem kombinierst. Oder halt der Freund Eines Freundes.

    6. classless Says:

      @ xenus

      Danke, aber alles, was bei Werner (Der Grüne Zweig, Edition Rauschkunde) rausgekommen ist, hab ich durchaus auf dem Schirm, das ist ja sozusagen mein Label, zudem mache ich schon ein paar Jahre Lektorat dafür…

    7. Cannabis Kommando Says:

      Das letzte Kapitel von Fear and Loathing in Las Vegas hat Hunter S. Thompson ja bekanntlich mit der Schußwaffe am Kopf geschrieben. Vielleicht könnte es für Dich inhaltlich ergiebig sein dem Themenfeld Selbstmord einmal auf den Grund zu gehen.

    8. classless Says:

      Hm, hab gerade Werners forthcoming Buch über selbstbestimmtes Sterben durchgesehen und würde das Thema gern ans Ende der Recherchen verschieben.

    9. Hannes Says:

      Kleiner Tipp:

      Horst Kurnitzky, Der heilige Markt

      Darin geht es in einem längeren Teil um Drogen.

      Zusammenhang: Gesellschaft als Opferzusammenhang, Triebverzicht, Rausch, Konsum, Hedonismus, Vorlust, Lust

      Kunitzky, der möglicherweise entsprechende 60er und 70er Erfahrungen gemacht hat, kommt zu dem Schluss, dass Drogenkonsum wenig mit Hedonismus, sondern mit der (freilich nicht gelingenden) Flucht in einen subjektlosen, spannungsfreien und letztlich anorganischen Zustand zu tun hat. Übertrieben gesagt: Der Todestrieb unter den Vorzeichen von Jugendkultur. Anderseits meint Kurnitzky auch: Wer die der Not des Lebens entsprechende Anspannung nicht verträgt, den kann man auch nicht wirklich verübeln, sich wegzubeemen. Interessant vielleicht auch der Blick nach Frankreich: Michel Maffesoli, Der Schatten des Dionysos

    10. classless Says:

      @ Hannes

      Kurnitzky hatte ich mir schon angeschafft, nachdem du mir “Triebstruktur des Geldes” empfohlen hattest, hab’s aber noch nicht so weit gelesen. So wie du’s wiedergibst, erscheint es mir aber ähnlich pauschal wie das meiste, das undifferenziert über “Drogen” und “Drogenkonsum” gesagt wird, worunter dann Upper, Downer und Psychedelika, Arbeits- und Konsumdrogen gleichermaßen fallen. Ist aber ein Grund, das Buch endlich mal weiterzulesen!

      Maffesoli ist mir völlig neu, merke ich mal vor. Danke!

    11. Moritz Says:

      Vielleicht möchtest Du auch einen Blick in Das Zeitalter des Irrationalen von James Webb werfen. Dort geht es im siebten Kapitel “Die große Befreiung” u. a. um Kontinuitäten der seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts blühenden Esoterik- und Okkultismus-Szene zur LSD-Mystik bei den Hippies von Haight-Ashbury.

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