Bildungsstreik-Demo in Berlin

November 17th, 2009

Etwa 10.000 Leute, vom Roten Rathaus über die Friedrichstraße nach Kreuzberg zum Oranienplatz. Radikaler Block mit radikalen Ansagen an der Spitze: im Kapitalismus geht’s nicht nach den Menschen, eine menschengerechte Bildung im Kapitalismus ist eine Illusion. Eine Mehrheit für Parolen wie: “Bildung für alle – sonst gibt’s Krawalle”. Ansonsten jede erdenkliche Form von: “Wo bleibt der Geldregen für meine Uni?”

Als vor der HU aus dem radikaleren Block per Megaphon die Aufforderung kommt, sich nicht in Studierende, Schüler, Azubis und Opelarbeiter spalten zu lassen und davor gewarnt wird, sich durch Beifall von der falschen Seite einlullen zu lassen, wird das vom Lauti übertönt.

Die Demo zieht gemächlich und gutgelaunt durch den stärker werdenden Regen, am Oranienplatz löst sie sich dann recht zügig auf.

Ritalin

Demo beim Loslaufen

Zum Vergrößern und für mehr Bilder Draufklicken

(Ausführlicherer Bericht beim Tagesspiegel)

31 Responses to “Bildungsstreik-Demo in Berlin”

  1. Alex Says:

    Ich verstehe nicht, warum die Politik, und auch ihre Vertreter wie Schavan und Merkel, von den Studierenden nicht frontal angegriffen werden. Man muss nur einmal die Versprechen der letzten 10 Jahre mit der Wirklichkeit gegenüberstellen und zu dem Schluss kommen, dass man auf ganzer Linie verarscht wird. Man muss diese Leute durch massivste Angriffe auf ihre Person unter Druck setzen, und zwar so, dass die regressiven Drecksmedien darüber berichten müssen.

    Alles andere ist extrem anfällig für die typische Umarmungsstrategie, die die Politik und die Hochschulleitungen bei solchen Protesten immer daherheucheln. Die studentischen Interessen laufen denen der Politik diametral entgegen, das müssen die Studierenden endlich auch so erkennen, und das muss auch so zum Ausdruck kommen.

    Wenn keine volle Konfrontation gefahren wird, dann rettet sich die Politik mit Verständnishaltung über die Zeit, denn solche Proteste schlafen erfahrungsgemäß nach wenigen Wochen ein, weil die Studierenden Angst um ihre eigenes erfolgreiches Studium haben und sie nicht die Ressourcen haben, eine Kampagne länger aufrecht zu erhalten.

    Die Studierenden brauchen Leute, die sich mit der Entwicklung, den Versprechen, den Umbauten der letzten 10 Jahre gut auskennen, die rhetorisch fit sind und an möglichst vielen Stellen von der Senatssitzung über die Straße über politische Veranstaltungen zum Ausdruck bringen, wie der Hase läuft und warum das auf keinsten Fall akzeptiert wird.
    Das ist auch das strukturelle Problem der Studierenden: Sie sind heute oft nur noch 3 Jahre an der Uni und haben danach andere Probleme. Keiner hat genug Zeit, kaum jemand zeigt über jahre Engagement, kaum jemand kennt auch die Verarschungen der Vergangenheit, kaum jemand ist Experte, es gibt keine Medienprofis, kaum gute Redner,

    Trotzdem verstehe ich nicht abschließend, warum die Studierenden immer so brav sind. So erreicht man nichts.

  2. Cyrano Says:

    Da eine Kritik des Bildungs”streikes” und seiner Ausrichtung erstens) wohl tatsächlich von Stadt zu Stadt verschienden ausfallen müsste, und zweitens) wenn es um Fundamentalkritik gehen sollte, das ohne nennenswerte Resonanz schon anderswo geleistet wurde, lasse ich mal Goethe zur Bildung sprechen (obwohl ich ihn zwinge, das stimmt, zu sagen, was ich denke… aber wenn es der Wahrheit dient)
    http://sonntagsgesellschaft.wordpress.com/2009/10/27/durchs-deutschbuch/

  3. Alex Says:

    Cyrano, sicher muss man nach Städten unterscheiden, und es muss auch gar nicht unbedingt eine Fundamentalkritik der Gesellschaft erfolgen, obwohl die aus Voraussetzung nie schadet und immer hilfreich ist. Das ist aber nicht mein Punkt.

    Mein Punkt ist der: Es gibt objektiv zwischen Politik und Studierenden extrem entgegengesetzte Interessen. Man muss das so kommunizieren, dass es nicht nicht ignoriert werden kann, und zwar von der Öffentlichkeit, von Kommilitonen, von der Hochschulleitung, von der Politik.

    Warum stellt sich nicht mal ein gut angezogener Rhetoriker ohne Rastas hin, den die Leute auch ernst nehmen, und zieht mal Bilanz?
    “Uns hat man A versprochen und A ist nicht geschehen, sondern das Gegenteil B. Wir wurden angelogen. Uns hat man C zugesichert, aber es ist nicht umgesetzt worden, stattdessen hat man E gemacht, was die Sache verschlimmert. F, G und H haben die Lage der Studierenden fundamental verschlechtert und lief ihren Interessen zuwieder. U,V und W sind dafür verantwortlich und haben dies bei Gelgenheit X, Y und Z auch bewiesen. Wir sind nicht mehr bereit, das mitzutragen.”

    Stattdessen höre ich immer: “Naja, der Bologna-Prozess hat eben auch seine Nachteile in der Umsetzung, wir sehen das kritisch, wir wollen das das korrigiert wird, hätten da auch Vorschläge bla bla bla. Wenn Herr XY von der Hochschulleitung sich doch bitte dafür stark machen könnte, dass…. usw. usf.”
    Und bei ein paar neuen Versprechen und unbedeutenden Zugeständnissen kehrt man zurück zur Tagesordnung. So habe ich das in Jahren StuPa erlebt und es hat aus Sicht der Politik und Hochschulleitung immer funktioniert, weil keiner die Eier und den Schneid hatte, die Leute öffentlich und dauerhaft so unter Druck zu sezten, dass sie mehr bringen müssen.

    Ich habe in drei Jahren Hochschulpolitik nicht einmal erlebt, dass mal auf einer Podiumsdiskussion mal jemanden von Politik oder Hochschulleitung so richtig professionell festgenagelt hat, dass die ernsthaft ins Schwimmen kamen. Dass man auf einer öffentlichen Veranstaltung mal richtig Druck gemacht hat, in einer Weise, dass dies auch von unpolitischen Anwesenden nachvollzogen werden konnte. Meistens reichte von Seiten der Hochschulleitung oder der Moderation ein süßliches “Wir reden jetzt aber über Campusumgestaltung XY, über Studiengebühren reden wir ein andermal, kommen sie doch am Freitag in mein Büro” um den zaghaft und rhetorisch schlecht geäußerten Protest abzubügeln. Warum haben die Leute nicht die Eier, sich mal richtig gut vorzubereiten und eine Brandrede zu halten, einem anderen den Ball zuzuspielen, der sich dann auch gekonnt äußert bis das Thema nicht mehr zu verdrängen ist? So etwas kann man doch organisieren. Man macht es den Drecksäcken von der Hochschulleitung schlicht zu einfach, vor den Professoren hat man aus irgendwelchen Gründen einen Heidenrespekt. Die machen Politik, die den Studierenden SCHADET, sie halten ihre Versprechen nicht, verzerren, täsuchen, verarschen. PUNKT.

    End of rant. Falscher Platz dafür, ich weiß. Musste aber raus.

  4. skp Says:

    “Die studentischen Interessen laufen denen der Politik diametral entgegen,”

    Das ist doch falsch. Die Mehrheit der Studenten macht sich sorgen über ihren optimalen Start ihrer Karriere der Verwertung ihrer Arbeitskraft. Das macht die Politik auch. Die streiten sich doch nur über das wie. Als ob nicht fast alle Parolen die Apologetik ausdrücken optimal im Interesse der Kapitale ausgebildet zu werden.

  5. lasterfahrerei Says:

    »optimal im Interesse der Kapitale.«

    haben die kapitale ein bewusstsein? wie bilden sie den ihr interrese? oder ist das menschen gemacht?

  6. Alex Says:

    skp, dass den meisten Studierenden ihre Interessen nicht bewusst sind, heißt noch lange nicht, dass sie diese diese nicht objektiv haben. Die Lage der Studierenden hat sich in den letzten 10 Jahren politikbedingt drastisch verschlechtert, wie dies bei anderen Bevölkerungsgruppen ja auch der Fall war. Dass viele die kapitalistische Logik verinnerlicht habe, ist zwar offensichtlich, aber (leider) nichts besonderes.

  7. skp Says:

    @lasterfahrer: ja, sorry – ein fehler im schnellschuß meinerseits – natürlich im interesse der kapitalisten. das kapital ist ja kein subjekt.

    @alex: wenn die dieses interesse nicht haben, dann haben die das nicht. gerade da von einer objektivität zu sprechen, wo du deine subjektiven wünsche reinlegst ist ein fehler. deren interesse ist doch sich geld als lebensmittel zu verschaffen und lohnarbeit ist ein mittel dazu – deshalb wollen die ja eine bessere bildung, um in der konkurrenz an der uni und später bessere chancen zu haben. darum geht es ihnen und das ist ihr interesse bei den bildungsprotesten. schau dir doch mal den überwiegenden teil der forderungen an.

    und klar ist das nichts besonderes, daß die die logik verinnerlicht haben, deshalb haben die ja auch diese forderungen.

  8. classless Says:

    “das kapital ist ja kein subjekt.”

    Ganz wichtig! So sehr es einem auch immer wieder so vorkommen mag 😉

  9. heinrich Says:

    Ich denke nicht, dass die jeweiligen Proteste in den Städten so stark sich voneinander unterscheiden. Ich bin hier vor Ort relativ engagiert gewesen und habe Eindrücke davon, was bundesweit passiert. Das scheint mir überall das Gleiche zu sein: eine irgendwie linke Gruppe nutzt das Prinzip Hörsaalbesetzung um erstens als alternative Gewerkschaft (alternativ nur in den Protestformen, nicht aber inhaltlich: mensch versteht sich immer noch als bloße Interessenvertretung, auch von der Tradition der Sozialpartner_innenschaft stark beeinflusst, die Streik-Terminologie ist kein Zufall, werden “Forderungen” [so bundesweit Tenor] an die Politik formuliert; das Bild der Tagesschau auf dem eine Studierende einem Ministerialbeamten einen Stapel Forderungsbriefe überreicht stellt das sehr gut dar (siehe: http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/proteste146_v-grossgalerie16x9.jpg)) Druck zu organisieren und dann zweitens als alternativer Thinktank (auch hier wieder hauptsächlich deshalb alternativ, weil das Geld fehlt: “Basisdemokratie” ist häufig nur formal vorhanden und wird real durch eine bestimmte Gruppe Aktiver bestimmt; denn sie machen klar, was sagbar ist und was nicht, wozu das Plenum klatschen soll und wozu nicht) Forderungen auszuarbeiten. Politisch maßlos naiv und die Tatsache, dass zwar von Bildung geredet, aber etwas völlig Anderes gemeint ist (das geht so weit, dass selbst der Bologna-Prozess begrüßt wird, weil dort natürlich nicht klar drinsteht, was gemeint ist, sondern es über Chiffren wie Mobilität vermittelt wird): es zeichnet ein Bild vom Politikverständnis dieser Generation. Politik wird nämlich, ganz passend zur neoliberalen Ideologie, als bloßer Verwaltungsakt, als Technik aufgefasst: wir machen die Vorschläge und dann setzt ihr sie um. Statt sich auf die Machtfrage einzulassen, zu diskutieren, was “Bildung” hier bedeutet (thereotisch ist doch die einzige Utopie ein irgendwie freiheitlich verstandener Humboldt, statt in Anschluss an Foucault auch die Frage nach Unterwerfungsmechanismen und so weiter zu stellen), werden minimalistische Änderungen vorgeschlagen. Denn es muss realistisch bleiben, ist der große Konsens und das ist der andere Eckpfeiler des Politikverständnisses.
    Realismus (also Unterwerfung unter das Gegebene, statt es ebenfalls als historisch und somit politisch anzusehen im Anschluss an Ideen der Vermarktbarkeit, der Inhalte zuerst unterworfen worden: “Konzerte könnten den Eindruck erwecken, wir seien unpolitisch. Weck damit!”) und Technik (also die Reduzierung auf eine reine Sachfrage, die in Sozialpartner_innenschaft mit der Hochschulleitung und dem Staat zu klären sei), das ist die Ideologie des Bildungsstreiks und damit der wirklich wenigen (was ist eine Vollversammlung einer Universität mit mehreren Zehntausend Studierenden wert, die nur 900 mobilisiert?) politischen Studierenden. Der Rest ist völlig unpolitisch. Kein Anlass zur Hoffnung, die Zeiten änderten sich.

  10. Alex Says:

    skp, es gibt aber studentische Interessen jenseits der von der Mehrheit geäßerten manifesten Interessen. Durch Studiengebühren sinkt der ohnehin schon unterrepräsentierte Anteil von Studierenden aus Geringverdienerfamilien. Das ist nicht akzeptabel, ganz gleich, ob die Mehrheit der Studierenden das geschnallt hat.

  11. Zoe Says:

    ich geb skp recht. die forderungen sind doch letztlich alle damit verziert, dass “d im internationalen vergleich so schlecht abschneidet”, und im zweifelsfall auch, dass “kompetenz” nur mittels “mehr demokratie” erreicht wird. aber halt kompetenz. und kompetente deutsche. obwohl ich schon sagen würde, dass viele streikende sich als antikapitalisten verstehen würden, zumindest als “anti-turbokapitalisten” ^^.

    aber was dann? nicht mehr hingehen? oder hingehen, und versuchen, irgendwas andres zu fordern als die leute auf der demo? oder was? ist ne ernst gemeinte frage. ich bin mir unsicher.

  12. skp Says:

    @alex: der ausschluß durch geld ist eine zu kritsierende einrichtung, da geb ich dir recht. aber das sind doch interessen von finanziell benachteiligten und nicht von studenten. die fallen dort halt mit einigen studenten zusammen. unterm strich geht es aber auch da um die gleichberechtigung in der kommenden konkurrenz der karriere.

    @zoe: nimmst du an jeder gewerkschaftsdemo teil, weil du eine kritik an der lohnarbeit hast?

    wenn man denn demonstrieren will, dann macht es doch mehr sinn eine eigene demo mit eigenen inhalten zu machen, als einen exotenblock inmitten derjenigen, denen es schlichtweg um eine besserstellung in der konkurrenz geht.

  13. Gehirnschnecke Says:

    Die Studierenden haben etwas unglücklich mal wieder den Begriff “Streik” gewählt. Der passt nicht, da sie ja (noch) nichts produzieren – andererseits ist er ja vielleicht ja ganz gut gewählt: SKP macht ja deutlich, dass die Studenten “nur” für eine Verbesserung ihres Status kämpfen. Und warum auch nicht? Bei einem Streik versuchen die Arbeiter ja auch systemimmanent eine Verbesserung für sich zu erreichen.
    Natürlich verwundert es kaum, dass die Studenten, die mindestens 13 Jahre lang auf der Schule mit Standortblabla gefüttert wurden diese “Argumente” nun auch versuchen für sich zu entdecken. Das war 1997 als ich als Student auf die Straße ging schon geanau so. Wenn die Studenten diesmal länger durchhalten (und NICHTS lässt mich denken, dass das geschieht) passiert vielleicht auch inhaltlich mal mehr.

  14. Cyrano Says:

    SKP, obwohl ich dir mit deiner Beurteilung der Lage im großen und ganzen Recht gebe halte ich “eigene Demo” für die schlicht falsche Antwort. Als Aktionsform, die darauf aus ist Stärke zu demonstrieren wird die Demo sowieso überbewertet, da berauscht man sich dann an ERinnerungen aus dritter Hand vom Roten Wedding und was weiß ich. Real aber sorgt doch so ne Demo nicht mal mehr für nen ernsthaften Schoch, der mal wieder zum Nachdenken anregen könnte. Ist halt teil des Spektakels geworden, Selbstinszenierung für die die Mitmachen, gesellschaftliches Korrektiv für die außenstehenden, wie n´ netter Horrorfilm, wo man schon beim zuschaun weiß, “real” wird das nie…
    Und dann innerhalb der Bildungs”streiks”. Mit wem willst du da demonstrieren? (Einschub: Ich habe natürlich gelesen, dass du “wenn man demonstrieren will” schriebst, und wahrscheinlich die Sinnhaftigkeit eines solchen Unterfangens schon ganz richtig einschätzt).
    Meine Perspektive: Wenn man denn in diesem Zusammenhang was unternehmen will, kann das eigentlich nur durch beißende Kritik am Gesamtcharakter der Proteste (und nicht nur an einzelnen Forderungen) geschehen. Dabei muss dann halt auch klarwerden, dass man nicht mitmacht, auf Legitimation wartet, oder überhaupt die Kritik für “diskutabel” im Sinne von “ok, wir haben dich gehört, jetzt stimmen wir ab”, hält. Menschen oder Gruppen, die es teils hinbekommen haben, dass “Staats und Systemkritik” neben Forderungen wie “kein Bachelor in der jetzigen Form” stehen, führen sich doch selbst ad absurdum. Menschen die glauben, es liege im eigentlichen Interesse aller Studenten, kurzfristig oder längerfristig ihre Eigentlichen Interessen erkennen, ebenso. Es wird ja nicht nur die Kapitalistische Logik verinnerlicht wie inder Schule die Glocke auswändig gelernt wird, also so dass sie spätestens mit dem Suff zum Jahreswechsel vergessen geht. Es werden ja Versprechen verinnerlicht, die real werden können und es Teils schon sind: Bessere soziale Position, Fähigkeit sich “in der Großen Welt zu bewegen, später mal (Teil-)eigner von Produktionsmitteln etc… da sieht das Interesse Kommunismus mit all den Hürden dazwischen recht, ähm… unintressant gegen aus.
    Kritik könnte da glaube ich höchstens dran ansetzen, indem sie Protestierenden an ihrem “ich engagiere mich” Bewusstsein packt, und deutlich aufzeigt, wofür sich eigentlich engagiert wird (Noch nie wurde auf so vielen Demos gleichzeitig “Deutschland” beschworen, glaube ich), und zweitens, wie wenige, egal ob die jetzigen Forderungen durchgehen oder nicht, nach dem längst nicht ausgesetzten Kampf Studi vs. Studi die wenigen begehrten Plätze im System wirklich ergattern werden.

  15. skp Says:

    “halte ich “eigene Demo” für die schlicht falsche Antwort”

    ich auch, deshalb von meiner seite aus die formulierung “wenn man denn demonstrieren will” – wie du ja auch erkannt hast.

    ob die jetzigen protestierenden sich inhaltlich von etwas anderem überzeugen lassen würden, bezweifle ich. jedenfalls nicht so kurzfristig.

    das sind unterm strich schon gefestigte nationalisten, da sollte man sich nichts vormachen. die haben nationale logik und ideologie so verinnerlicht, daß ihre forderungen – das ist dann auch nicht mehr verwunderlich – sich ausschließlich auf nation und konkurrenz beziehen. das werden auch diejeinigen sein, die dir dann erzählen wollen, daß es einen guten nationalismus gäbe.

  16. lasterfahrerei Says:

    eine konkurenz ist ja eh schon da. in form von hochschulen und akademien die von verschiedenen branchen inniziert worden sind. diese kosten geld, sogar vielmehr als die öffentlichen hochschulen (und fachhochschulen), sie versprechen aber auch direkten kontakt zu den branchen, das heisst netzwerk knüpfungen schon im studium usw.

  17. Alex Says:

    skp: “das sind unterm strich schon gefestigte nationalisten, da sollte man sich nichts vormachen. die haben nationale logik und ideologie so verinnerlicht, daß ihre forderungen – das ist dann auch nicht mehr verwunderlich – sich ausschließlich auf nation und konkurrenz beziehen.”

    Okay, dann kommt halt jetzt das Stipendiensystem — der endgültige Todesstoß für den freien Zugang zu Hochschulen — während du über Nationalismus der schlimmen karrieristischen Studierenden diskutierst.

    Es hätte sich gelohnt, gegen Studiengebühren und Stipendiensystem zu kämpfen, das wäre auch Mehrheitsfähig. Es ist sogar Pflicht, gegen die weitere Zementierung der Privilegien des ohnehin schon extrem überprivilegierten Bürgertums zu kämpfen. Aber offensichtlich nimmt man ja alles in Kauf, weil man eine Avantgarde ist, die lieber von Nationalismus schwätzt. Und wenn der Karren dann noch tiefer im Dreck ist, dann hat man ja recht gehabt und zeigt vom gemütlichen Sofa aus auf den Kapitalismus, der da drüben in der Ecke steht. Der ist nämlich schuld, der ist überall, was soll man da machen?

    Ich sage das als entschiedener Antikapitalist und Antinationalist. Es gibt Sachen, für oder gegen die lohnt es sich zu kämpfen. Solange aber stromlinienförmige Studenten und Antikapitalisten gleichermaßen nicht kapieren, dass hier sehr reale Dinge auf dem Spiel stehen, werden wir weiter Land preisgeben.

  18. Alex Says:

    “Meine Perspektive: Wenn man denn in diesem Zusammenhang was unternehmen will, kann das eigentlich nur durch beißende Kritik am Gesamtcharakter der Proteste (und nicht nur an einzelnen Forderungen) geschehen. Dabei muss dann halt auch klarwerden, dass man nicht mitmacht, auf Legitimation wartet, oder überhaupt die Kritik für “diskutabel” im Sinne von “ok, wir haben dich gehört, jetzt stimmen wir ab”, hält. Menschen oder Gruppen, die es teils hinbekommen haben, dass “Staats und Systemkritik” neben Forderungen wie “kein Bachelor in der jetzigen Form” stehen, führen sich doch selbst ad absurdum.”

    Cyrano, wie wäre es, wenn du die Studierenden anstatt deiner “beißenden Kritik am Gesamtcharakter der Proteste” darüber aufklärst, dass es zwei Schlachtfelder gibt, deren Auswirkungen extrem real sind, gegen die auch aus antikapitalistischer Sicht nichts einzuwenden sein kann, im Gegenteil, und die durchaus das Potenzial zur Mehrheitsfähigkeit haben, will heißen: Diese Schlachten können gewonnen werden, oder sie werde verloren.

    Die beiden Schlachten sind: (1) Abschaffung der Studiengebühren, (2) Verhinderung eines Stipendiensystems

    Mit “beißender Kritik am Gesamtcharakter” erreichst du exakt gar nichts. Das ist doch nur ein “preaching to the converted”, mit der sich irgendwelche Zirkel vormachen, sie wären irgendwie aktiv geworden.

    Wenn wir den Kampf um die Studiengebühren endgültig verlieren und jetzt sogar noch, Stück für Stück, das Stipendiensystem kommt um vielleicht irgendwann das BaFöG zu ersetzen, dann wäre es eine Katastrophe. Was habt ihr dagegen übernommen? Ach ja, beißende Kritik am Gesamtcharakter geübt, war nötig, erreicht habt ihr nichts, und ein paar Millionen Studenten aus sozial schächeren Familien sind dann halt in Zukunft endgültig geliefert. Aber klar, das sind bestimmt ohnehin alles Nationalisten, was will man da schon machen.

  19. skp Says:

    Aber offensichtlich nimmt man ja alles in Kauf, weil man eine Avantgarde ist, die lieber von Nationalismus schwätzt. Und wenn der Karren dann noch tiefer im Dreck ist, dann hat man ja recht gehabt und zeigt vom gemütlichen Sofa aus auf den Kapitalismus, der da drüben in der Ecke steht. Der ist nämlich schuld, der ist überall, was soll man da machen?

    erwartest du jetzt ernsthaft, daß man auf solche dummheiten eingeht? deine forderung, daß man gefälligst die klappe zu halten und mitzumachen hätte, weil es AUCH um studiengebühren und stipedien gehen würde ist schlichtweg albern. da kommst du doch glatt daher und willst anderen die bennenung kritikabler punkte untersagen, damit du deinen gedichten von unbewußten zielen der studierenden daher reden kannst, die es nur in deinem wunschdenken gibt.

  20. Alex Says:

    skp, ich habe niemals von “unbewussten Zielen der Studenten” geredet, das dichtest du mir an. Ich habe gesagt, dass es es objektive Interessen der Studierenden gibt, (was du bestreitest) dass diese aber nicht allen klar/bewusst sind.

    Und konkret geht es z.B. darum:
    “Die beiden Schlachten sind: (1) Abschaffung der Studiengebühren, (2) Verhinderung eines Stipendiensystems”

    (1) ist in vielen Bundesländern schon da, (2) wird kommen.

    Wenn (2) auch noch kommt, ist das aus sozialer Sicht eine Katastrophe. Dass ein paar Millionen Leute vom Bildungssystem ausgeschlossen werden, darum geht es, und ich bleibe dabei: Das wird von dir nicht in einem Satz thematisiert. Warum nicht?

    Und willst du ernsthaft behaupten, (1) und (2) sei im Interesse der Studenten?

    Ist es “ein Gedicht”, wenn ich behaupte, dass (1) und (2) die Situation von Studierenden objektiv verschlechtert?

    Und ich bleibe dabei: Du sitzt auf der Couch und übst ach so wichtige Kritik, da kommt man sich auch gleich ganz wichtig vor, ohne mal die Bude verlassen zu müssen. Schwach, erinnert mich eher an Schwätzer aus dem Asta einer Dorf-Uni.

  21. skp Says:

    Und ich bleibe dabei: Du sitzt auf der Couch und übst ach so wichtige Kritik, da kommt man sich auch gleich ganz wichtig vor, ohne mal die Bude verlassen zu müssen. Schwach, erinnert mich eher an Schwätzer aus dem Asta einer Dorf-Uni.

    und mich das an das dümmliche geschwätz eines deppen, der nicht unbedingt vom dorf kommen muß.

    skp, dass den meisten Studierenden ihre Interessen nicht bewusst sind

    nicht bewußt – also sie wissen nicht, daß sie die haben – ergo haben sie die wohl unbewußt. was denn sonst?

    warum das nicht thematisiert wird? weil es bei deinem bildungssystem um ein ausbildungssystem handelt – das habe ich thematisiert. da geht es dir um die benachteiligung in der konkurrenz – hab ich auch benannt. nur du behauptest da ginge es um etwas anderes – und das ist schlichtweg falsch. aber geh ruhig auf die straße. es muß ja nicht geklärt werden, um was es da geht.

  22. Cyrano Says:

    Mal abgesehen davon, dass die Forderungen die Alex im Munde führt, wohl am ehesten dem “Schwätzer aus dem Asta einer Dorf-Uni” in den Munde gelegt werden könnten. Dorf Unis, naja, was soll das Überhaupt sein? Düsseldorf vielleicht, sonst fällt mir dazu wenig ein…
    Was habt ihr getan?
    Den Pluralis Majestetis verbitte ich mir, und SKP und ich haben, auf der andren Seite, tatsächlich nix miteindander zu tun, nochnichtmal ne gemeinsame Homebase…
    Und natürlich verliert den Kampf um Studiengebüren, wer den liberalen die besten Argumente liefert, oder anders ausgedrückt, wem nach der Analyse der ökonomischen Situation und dem damit verbundenen staatlichen Interesse nix bessres einfällt, als den Staat anzurufen, die Wirtschaft zu bändigen: never gonna happen. Die Abneigung gegen nicht konstruktive Kritik die zu Gunsten des “was habt ihr getan?” aufgelöst wird, zu beantworten, entbehrt wahrscheinlich jeden Sinns, immerhin, soviel möchte ich noch dazu sagen: Fall du denn glaubts kommunistisch zu argumentieren, so wäre an dich (Alex) die Frage zu stellen: was hast du denn getan, um die Proteste der Reaktion zu entheben? Ansonsten: Ja, lass uns gegen Gebüren kämpfen und gegen Stipendien, solange das aber auf der Basis eines staatsgesicherten idealistischen Bildungsbegriffes passiert, ist nix gewonnen. Selektion bleibt, Reproduktion des Bildungsbürgetums bleibt, glaubst du denn es wird leichter für die “Bildungsfernen Schichten”, wenn bis zur Selektion durch den Markt vor allem entscheidet, was wer wie individuell zu seiner/ ihrer Bildung beitragen kann? Denn darauf läufts bis jetzt bei den Forderungen hinaus: Gleichberechtigung (ein bürgerlicher Begriff für die Möglichkeit, seine Arbeitskraft zu verwerten), ohne materialistischen Angriff aufs Verwertungsdenken. Alles verharrt im “sollte nicht”, wie “Bildung soll keine Wahre sein” (warum sie das nicht ist und nie war lässt sich mit etwas Geschick ergooglen), und so lange die Kritik dort verharrt bleibt kein progressives Moment, sondern nur das festziehen gesteckter Grenzen.

    SKP gegenüer frage ich mich worauf die diffamierende Benutzung des Begriffs “Gedicht” abzielt. Zwischen bewusst gemachter Fiktion und ebenso bewusster Diffamation sollte doch noch geschieden werden, oder? das kläre ich aber acu gern per mail, immerhin sollten Blogs nicht zu tief in vernünftigen Diskussionen begraben werden…

  23. skp Says:

    Die studentischen Interessen laufen denen der Politik diametral entgegen,

    dass den meisten Studierenden ihre Interessen nicht bewusst sind, heißt noch lange nicht, dass sie diese diese nicht objektiv haben.

    der endgültige Todesstoß für den freien Zugang zu Hochschulen

    (ach den gab es vorher?)

    noch mal dazu: das ist schlicht dichterei und sonst nichts.

    da läuft keine interesse diametral zur politik. die einen haben das interesse die bildungselite auszubauen und die anderen wollen dabei sein. auf beiden seiten wird in stellung gebracht, daß das zum erfolg deutschlands beitragen würde. du willst da jetzt denen, die in der konkurrenz benachteiligt sind bessere ausgangssituationen verschaffen. das ist wenn man die soziale situation in den verhältnissen betrachtet eine problematik – aber das ändert schlichtweg nichts an der sache an sich. vor allem sind da nicht auf einmal diametrale interessen am werk. wie kommst du denn da drauf, wo du doch selber die ganze zeit nur argumente vorbringst, die einzig und allein die ausgangsstellung in der konkurrenz zur sprache bringen.

    einen freien zugang zu hochschulen gibt es nicht – und hat es auch nicht gegeben. der zugang wird weiter erschwert, ja. aber das macht die situation davor, die du hier so hochhältst nicht weniger kritikabel. die aussortierungen fangen schon in der schule an.

    die parolen derjenigen, die sich sorgen um deutschlands zukunft in der staatenkonkurrenz machen oder nur eine bessere position in der konkurrenz um lohnarbeit (letzteres ist zur sicherung der lebenssituation ja nachvollziehbar) aber keinerlei kritik an der grundsätzlichen einrichtung dieser konkurrenz haben, die zwangsweise verlierer produziert, muß man sich nicht gemein machen. aus denen werden nicht auf einmal kommunisten, weil die nach der auseinandersetzung ihre position verbessert haben.

    genau in solchen situationen gehören die mit argumenten kritisiert, damit denen vielleicht einleuchtet, wo denn die gründe für die problematik liegen.

    das habe ich die ganze zeit thematisiert, nur willst du das gar nicht hören, weil du unbedingt aktionistisch sein willst. weg von der couch, raus auf die straße – weil du bei den guten sein willst. da spricht man den studenten dann schon mal nicht bewußte objektive interessen zu, um sich einreden zu können die eigenen interessen wären dann die objektiven, die die anderen doch eigentlich irgendwie auch haben müßten.

    Es gibt Sachen, für oder gegen die lohnt es sich zu kämpfen. Solange aber stromlinienförmige Studenten und Antikapitalisten gleichermaßen nicht kapieren, dass hier sehr reale Dinge auf dem Spiel stehen, werden wir weiter Land preisgeben.

    ja, dann frage ich mich, wieso du das nicht tust.

  24. Gehirnschnecke Says:

    @ Alex

    Haha, damit beteiligst Du dich ja auch noch aktiv am Standortbla und dem Wettbewerbsquark: “erinnert mich eher an Schwätzer aus dem Asta einer Dorf-Uni”.

    Hast Du das Focus Uni-Ranking zu SKPs “Dorfuni” noch zur Hand?

  25. skp Says:

    SKP gegenüer frage ich mich worauf die diffamierende Benutzung des Begriffs “Gedicht” abzielt.

    Auf die Fiktion in den drei Zitaten aus der Erläuterung, die ich nachgeliefert habe. Die lassen sich alle drei nicht feststellen. Falls das deine Frage nicht beantwortet, bzw. du das anders siehst, dann gerne Klärung per Mail – oder aber auch hier, was mir dahingehend lieber wäre, daß das dann für andere ja auch Klärung bringt, die bis zur Fragestellung ja alles lesen können.

  26. Alex Says:

    skp, du redest eine Menge, aber peinen beiden Punkten, (1) Studiengebühren und (2) Stipendiensystem hast du immer noch nichts gesagt. Vertrittst du die Anischt, dass diese im Interesse der Studierenden liegen? Und wenn diese nicht im Interesse der Studierenden liegen, warum leugnest du dann, dass es studentische Interessen gibt?

    skp, der Vorwurf des “Dichtens” ist ja das, was du immer auspackst, wenn du dich nicht mit Fakten auseinandersetzen willst. Du arumentierst in diesem Fällen immer außschließlich ad hominem, weil du dich dann nicht zur Sache äußern musst.

    Gerhirnschnecke, aus dem Vorwurf von provinziellem Geschwätz irgendetwas mit Standortdebatte herzuleiten ist dermaßen lächerlich, dass ich mich dazu nicht weiter äußere.

  27. Gehirnschnecke Says:

    @ Alex

    “Provinzielles Geschwätz” ist ja schonmal was anders als der Vorwurf jemand käme von einer “Provinzuni” (was das auch immer sein soll). Ich sehe nicht, was das nicht mit Standortbla zu tun haben soll. Noch depperter als der Nationalist ist ja der Lokalpatriot. Du hast offensichtlich versucht SKP herabzuwürdigen indem Du ihn auf eine “minderwertigere” Uni halluziniert hast. Das ist sicher lächerlich – aber der Witz geht auf Deine Kosten.

    Jetzt versuchst Du dich zu retten, indem Du das altehrwürdige von Studiengebühren und Stipendien unbelästigte Bildungssystem zur Lösung stilisierst – auch nicht unbedingt überzeugend. Das Problem ist ja zu einem sehr großen Teil gerade das Interesse der Studierenden – warum die zukünftige Elite natürlich keinen Bock darauf hat für ihre Ausbildung zu bezahlen, kann ich ja nachvollziehen, warum das “antikapitalsitisch” sein soll jedoch nicht so wirklich.

  28. skp Says:

    klar habe ich mich dazu geäußert:

    “der ausschluß durch geld ist eine zu kritsierende einrichtung, da geb ich dir recht. aber das sind doch interessen von finanziell benachteiligten und nicht von studenten. die fallen dort halt mit einigen studenten zusammen.”

  29. Gehirnschnecke Says:

    @ skp

    Zumal Geld ja wahrlich nicht das einzige Ausschlusskriterium ist – schau mal auf die Gymnasien, die sind gebührenfrei, stipendienbefreit und weitestgehend arbeiterkinder und migrantenfrei.

  30. skp Says:

    @gehirnschnecke: ja, meine rede – da wird doch schon weit vor einem studium ausgeschlossen.

  31. Cyrano Says:

    Ahoi SKP

    OK, ich versuche also in Kürze hier darzulegen, warum ich die Bezeichnung “Gedichte” für unbelegte oder oder zweifelhafte Aussagen, oder für solche die einfach Bullshit sind, für problematisch halte. Aus Angst, unstrukturiert und missverständlich zu werden, numeriert:

    1) Kenne ich den Begriff in der “linken Szene” nur diffamierend, etwa wenn der GSP den “Antideutschen” Dichtung vorwirft, oder die Top´lerinnen aussagen “Gegen Deutschland helfen keine Gedichte”.

    2) Mag mensch nun zu den politischen Richtungen stehen wir will, habe ich doch das Gefühl das schnell ein das schnell ein generell Kunstfeindliches Ressentiment (Dummgelaber = Gedichte, Gedicht = Dummgelaber, DicherInnen = Dummlaberer/Wertlos/Beschäftigen sich nicht mit realem/wichtigem) transportiert wird. Dabei ist mir bewusst, dass das nicht in deiner Verwendung drinsteckt, sondern nur wenn der Kontext 1) und einiges mehr mitbedacht wird.

    3) Wird aber so oder so die Gleichsetzung Dummfug = Gedicht aufgemacht, und damit der Unterschied zum Gedicht (oder zu Fiktion im allgemeinen) negiert, d.i.: dass sich jene bewusst ist, keine Wahrheit zu transportieren.

    4) Adelt das eine Aussage, die ist was sie ist (entschuldige die heideggerianische Tautologie, aber ich spezifiziere), die also entweder a) schlicht erlogen ist, oder b) Fehlschluss, gutmütige Interpreation von Daten, oder c) wahr, und du irrst dich, auf kosten des “Gedichtes”, was 3) meines Erachtens eine gewisse Gültigkeit verleiht, die von der Geschichte der Begriffsbenutzung abstrahieren kann.

    5) Denke ich ist es dabei egal wie mensch zur “Literatur als bürgerlicher Kunst” steht, sprich, ob sie für jetzt überflüssig, integrativ, potentiel revolutionär, oder “nach der Revolution” obsolet gehalten wird.

    Daher sage ich: Wenn wir bullshit antreffen, nennen wir es doch bullshit! Und wiederlege mich, das sehe ich auch, selbst in Ansätzen. Denn das Gedicht von dir ebenso übertragend gemeint ist wie bullshit von mir, ist klar (oder :-)). Still, I like my word better… mag ne Haarspalterei sein, aber ich mag (hier mal mit Kant), nen Pfurz nichtmal im Ansatz Erleuchtung nennen…

    Gruß

    Cyrano

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