1 Woche Facebook-Saves: Trump, turmoil, Kommunismus…

February 19th, 2017

Christian Y. Schmidt hält bzgl. Soli mit Deniz Yücel Zurückhaltung möglicherweise für schlauer und Autocorsos (im Unterschied zu Yücel selbst) für behämmert, ist aber trotzdem für die Aktion heute nachmittag.

Weiterhin muß aus linksliberaler Ecke Trump als Lügner oder klinisch Verrückter (nach krankhaftem Narzißmus nun Neurosyphilis) überführt werden, was kaum als strategisches Mittel gegen ihn funktioniert, sondern aus der Überzeugung heraus, daß sich nicht nur die Ideologieform verschärft hat, sondern etwas grundsätzlich Verschiedenes passiert, das dennoch mit den bisherigen Maßstäben zu messen und mit den bisherigen Mitteln zu containen ist. Selbst wenn diese Diagnosen zutreffen, ist der Punkt gar nicht, daß Trump dann dieses oder jenes Krankheitsbild zeigt, sondern daß er dennoch oder ungeachtet oder eben deshalb gewählt wurde. Auch die Empfehlung von LSD fehlt nicht, weil es nämlich Trumps Ego die Luft rauslassen würde, das – im Unterschied zu anderen Egos – “seems to influence his perception of virtually everything”.

Faschismus macht liberalism erst wieder richtig attraktiv, weil Obamas Viertel Lügen in öffentlichen Statements gegen Trumps zwei Drittel plötzlich ganz nett aussieht, vor allem wenn Lüge nicht davon abhängig gemacht wird, was jemand selbst glaubt oder weiß. Mit der Pathologisierung wie sonstigen Dämonisierung des Problems an Trump wird meist auch mit begründet, warum es jetzt so viel Widerstand und Proteste geben muß (solange sie nicht zu anarchistisch oder kommunsitisch werden), das vorher aber kaum nötig war und man sich entsprechend nichts vorzuwerfen habe. Für den Kongreßabgeordneten David Cicilline ist Trumps Regierung das “Upside Down” aus “Stranger Things”: “but Chief Jim Hopper is not coming to rescue us”. Sogar Moby kann da zum Kronzeugen in Sachen Trump auflaufen – Kronzeuge mehrerer Gespräche mit Freunden, die in Washington arbeiten.


Die Oszillation zwischen diesen beiden Polen endet wohl erst,
wenn der Kapitalismus endet.

Body Count reden und singen gegen die “All lives matter”-Reaktionen auf Black Lives Matter: “I mean you kill black people in the street, nobody went to jail, nobody goes to prison, but when you say ‘Black Lives Matter’ and then you say ‘All Lives Matter,’ that’s like if I were to say ‘Gay Lives Matter’ and you say ‘All Lives Matter,’ or I say ‘Women’s Lives Matter’ and you say ‘All Lives Matter.’ You’re diluting what I’m saying.” Und im Song: When it comes to the poor – no lives matter … They can’t fuck us up once we realize we’re all on the same side.”

Hunderte Flüchtlinge stürmen Ceuta, die befestigte EU-Außengrenze in Nordafrika: “Nach einem Bericht der spanischen Zeitung “El Mundo” hatten am frühen Morgen etwa 900 Afrikaner versucht, die Zäune von Ceuta zu überwinden. Weil dies an vier unterschiedlichen Stellen geschah, konnten marokkanische und spanische Sicherheitskräfte nur einen Teil der Migranten am Überwinden der Grenzanlagen hindern. Wieviele der Migranten genau Ceuta erreichten, ist unklar. Die Angaben schwanken zwischen 350 und 500… Örtliche Fernsehsender zeigten Bilder von zahlreichen Migranten, die freudig tanzend durch die Straßen von Ceuta liefen. Das spanische Rote Kreuz teilte mit, in den Verwaltungszentren der Exklave würden etwa 400 Menschen medizinisch betreut.” Zehntausende fordern in Barcelona Aufnahme von Flüchtlingen. Paris brennt nach Polizeivergewaltigung.

Die Trots von Klasse gegen Klasse zeigen den Protest gegen die Münchner “Sicherheitskonferenz”, “Zusammen mit Refugees gegen Krieg und Rassismus”, und den Berliner Teil des Streiks im öffentlichen Dienst. Im Berliner Taxigewerbe wird Mindestlohn durch Betrug unterlaufen.

Paula Irmschler schreibt über “Männliche Reaktionen auf Schilderungen von Übergriffen… wie Männer nicht nur mit Abwehr auf diese Schilderungen reagieren (najaaa, gibt halt Idioten, wat soll man machen), sondern wie ihnen das, was Frauen passiert, offenkundig noch nicht genug ist.”

Der RBB meldet, daß es in Neukölln 35 Brandanschläge, Steinwürfe, Angriffe auf Menschen durch “Rechtsextremisten” seit Oktober gab. Der “Lukovmarsch” fand statt, trotz bürgermeisterlichem Verbot auch unter ausländischer, darunter deutscher, Beteiligung. Elsässers Compact sieht sich nun rechtlichen Schritten von Seiten Frauke Petrys gegenüber.

Bini Adamczaks “Kommunismus – Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird” erscheint nun als “Communism for Kids” in englischer Sprache. Und hier erklärt ein Kid, warum wir Kommunismus brauchen.

Die Londoner Autonomous Nation of Anarchist Libertarians (A.N.A.L.) hat bei der Beschlagnahmung großer Mengen von Cannabis in der Nähe des Buckingham Palace vorbeigeschaut und versucht, einen Beutel zu ergattern.

Und schließlich noch dies: “Schlaf an sich ist sehr viel komplexer, als viele denken. Was so wirkt, als würde das Gehirn abschalten, ist in Wirklichkeit mehr wie der „Ruhemodus” auf deiner Playstation 4. Bestimmte Hintergrundfunktionen laufen immer noch: Du aktualisierst Software, lädst deinen Controller wieder auf und — wenn du an Sexsomnia leidest — versuchst du eben auch, dich mit anderen Spielern zu verbinden.” (Sex im Schlaf) Die Playstation ist gar keine schlechte Metapher – es wäre nun nur noch der Frage weiter nachzugehen, wie das Gehirn seine Software aktualisiert, woher und wie es die dafür nötigen Informationen bezieht, und schon wäre mein Rauschmodell zum Traum ganz nah…

One Response to “1 Woche Facebook-Saves: Trump, turmoil, Kommunismus…”

  1. classless Kulla » Blog Archive » Atom-, Geschlechter- & Klassenkrieg (nebst Wissenschaft) – Saving Facebook 3 Says:

    […] 1 Woche Facebook-Saves: Trump, turmoil, Kommunismus… +++ Immer um den heißen Brei herum – Saving Facebook […]

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