Archive for the 'Ausm Leben' Category

Eigentlich kein Bedarf an Feinden, aber…

Friday, February 11th, 2005

Gerade stieß ich auf zwei programmatische Überlegungen, die ich wohl etwa vor zwei Jahren notierte. Die eine betraf den Umstand, daß ich aus der mich empirisch seit einiger Zeit überwältigenden Dummheit und dem gleichzeitigen umfassenden Desinteresse an der Regelung eigener und gesellschaftlicher Angelegenheiten von einer mutmaßlich längeren bevorstehenden Periode der Konterrevolution ausging. Die andere wiederum […]

Das Begräbnis

Sunday, January 2nd, 2005

Solange weinen, bis das Weinen selbst schmerzt.

Schön, daß das für dieses Jahr vorüber ist

Saturday, December 25th, 2004

Kaufhaus-Kunde besieht sich eine Unterwasser-Digitalkamera mit der Beschriftung: “2.0 Megapixels” und meint daraufhin abschätzig: “USB 2.0 – ich hab schon 3.0!” Earlier version: Tintenstrahldrucker-Promotion, etwa 2001. Zum frisch erzeugten Fotoausdruck der Kundenkommentar: “Das kann mein Hefflett-Packackard-Schtülus-Foto von vor zwee Jahrn ar besser wie der.” The other way round: Verkäufer, etwa 1997, zu einem Kunden: “Was […]

Sie fehlt und ist noch da, sie beschenkt uns ja

Saturday, December 25th, 2004

Lege ich Hans-Ulrich Niemitz’ ethisches Konzept zugrunde, daß danach urteilt, ob eine Handlung bzw. ein Schaden reversibel oder irreversibel ist – wie unmoralisch erscheint dann der Tod! Dann warte ich auf die U-Bahn und betrachte einen der neuen Aufsteller von Shoa.de mit dem Slogan “Gegen das Vergessen”, auf welchem in diesem Fall das Bekenntnis des […]

Das Jahr kulminiert

Friday, December 17th, 2004

Meine Oma ist in bedrohlicher Verfassung im Krankenhaus, die Renovierungen in der Wohnung meiner Liebsten werden sinnlos verschleppt, Geschenke sind überraschenderweise nicht lieferbar, ich muß ausgerechnet im KaDeWe arbeiten und puzzle zwischendrin für den Kongreß ein neues Heft mit dem Titel “Antifa heißt Anfassen” zusammen, das die Artikel, Michse und Songtexte der letzten zwei Jahre […]

Einfühlung in die Wertkritik

Monday, December 13th, 2004

Der Durchschnittsägypter auf der Straße war bei mehreren Gelegenheiten in meinen gerade zwei Wochen in Kairo in der Lage, Gerhard Scheits höchst scharfsinniges Buch “Die Meister der Krise. Über den Zusammenhang von Vernichtung und Volkswohlstand” folgendermaßen kurz zusammenzufassen: “I like Germany. You killed the Jews and then you were wealthy. That’s what we want to […]

Trojanische Lieder

Tuesday, December 7th, 2004

Der Verkäufer mit dem ansonsten komplexesten Humor sagt zum Kabel-Deutschland-Promoter, der herumläuft und an alle Schlüsselanhänger verteilt, er bräuchte mir gar keins hinhalten, ich würde das eh nicht haben wollen. Der Promoter schaut verwirrt, der Verkäufer sagt: “Da steht doch Deutschland drauf.” Ich: “Überführt.” Der Verkäufer: “Daniel ist doch so einer, der beim 1. Mai […]

Frisch eingetroffen!

Wednesday, December 1st, 2004

Heute endlich in der Post: das von Mary Kreutzer und Thomas Schmidinger herausgegebene Irak-Buch, das bei den Protestveranstaltungen gegen die Einladung der Arabischen Liga auf die Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde und endlich erschienen ist. Immer noch bemerkenswert, daß nur ein dezidiert kommunistischer Verlag, also Ca ira, bereit war, dieses Buch zu verlegen. Mehr darüber in […]

Noch mehr Alltag

Monday, November 29th, 2004

Promoter: “Ich kann mich beim Essen nicht entspannen, wenn ich daran denke, was das Getränk kostet.”

Der Alltag

Monday, November 29th, 2004

Die junge Abteilungsleiterin wird von einem Kunden angesprochen: “Sie sind ja eine schöne Frau. Nur ‘n bißchen größer könnten Se sein und mehr Titten könnten Se ham.”

28. bis 33. Tag des hitzigen Puzzlemonds

Friday, August 15th, 2003

Angesichts knapp werdender Sauerstoffressourcen schrieb ich in den letzten Tagen lieber, solange es ging, am Buch, und ließ die Außenwelt die Außenwelt sein. Das sorgte dafür, daß trotz der bis an die Teufelsmauer vordringenden Wüstenmacher, die uns mit ihren angeschalteten Fönen überfielen, sowohl meine Übersetzung von Paco Xander Nathans Corporation-Texten unter der Überschrift: “Sind Unternehmen […]

26. oder 27. Tag?

Saturday, August 9th, 2003

You’re not the only one staring at the sun: in der heißen Nacht herumspazieren und sehen, daß sie alle allmählich abdrehen: rastlos streifen sie mit Taschenlampen durch die Dunkelheit: dann die aufgeblendeten Scheinwerfer der meisten Autos: ein verwirrter Mann steht vor seinem Haus an die Wand gelehnt und schaut den gelben Mars an, der aussieht […]

25 ways to make it to my baby’s door

Thursday, August 7th, 2003

Alles soweit abgetippt, dabei in der ganzen Länge, wie sich ein importierter Westprof über den Osten äußert: Pfitzmann: “Ich habe die TU mitbekommen und das, was hier zwischen 92 und 96 passiert ist, war viel spannender als alles, was in der Bundesrepublik geschah. In der DDR war die Uni in erster Linie eine Stätte der […]

23. Tag der werktätigen Fernmeldewesen

Friday, July 4th, 2003

Das hier so als Anfang für Löhrbach? Zu dick? Ohrenbetäubend stolperten Little Richards elektrisch verstärkte Hände übers Klavier, die Lautsprecher bestanden mit missionarischem Eifer darauf, daß Gott heute noch eine wundervolle Nummer schieben würde, bis in die letzten Gekräusel seiner Dreads mit Mama Maria vollgesogen. Vollmond, meine Damen und Herren, das Vollmondessen in der Alten […]

22. Tag der werktätigen Fernmeldewesen

Thursday, July 3rd, 2003

Was für ein Matsch ich bin! Ich könnte beim Theweleit als Zwangsvorstellung mitspielen: sehen Sie Daniel Kulla als zusammengelaufenen Brei! Dazu passend kam gestern bei South Park Mr. Hanky der Weihnachtskot – den haben wir letzte Weihnachten ziemlich gewürdigt… Es wird ein schönes Buch, aber ich trau mich noch nicht, Hamburg schon mitzuschicken. Ich will […]

21. Tag der werktätigen Fernmeldewesen

Wednesday, July 2nd, 2003

Hamburg ist gerippemäßig fertig, es wird noch das hinzukommen, was Andy und Klaus Schleisiek erzählen oder was von anderer Seite anders aussieht. So langsam kleckert auch das Feedback meiner eMail-Nachfragen herein. Andreas von Bülows eMail-Adresse hab ich tatsächlich über Jürgen Elsässer bekommen. Ich werde für eine Seminararbeit nach Waus Schulzeit gefragt und weiß selber kaum […]

18. bis 20. Tag der werktätigen Fernmeldewesen

Tuesday, July 1st, 2003

Wenn es wirklich mal flutscht, gibt’s gar nicht so viel zu erzählen. Hamburg sieht schon allmählich aus wie ein Kapitel; es hat endlich geregnet, so daß ich sogar fast acht Stunden geschlafen habe. Christian Y. Schmidt erinnerte mich an die Geschichte mit der Masturbation mit Vorwerk-Staubsaugern, die der CCC für seine Btx-Seite aus dem “DRECK” […]

17. Tag der Werktätigen des Fernmeldewesens

Saturday, June 28th, 2003

Hinter mir liegt ein Tag des verzweifelten Gegrübels, der Schlaflosigkeit und des Durchfalls. Bowel shaking earthquakes of doubt and remorse. Nachdem mich vorgestern angesichts meiner geradezu flutschenden Ideen einige Euphorie befiel, wurde mir gestern die Widersprüchlichkeit meines Vorhabens noch mal richtig bewußt. -Wau zu kontextualisieren und seine komplexen Anliegen darzustellen, um sie der Verniedlichung zu […]

16. Tag der Werktätigen des Fernmeldewesens

Friday, June 27th, 2003

Nachdem ich Wau-Videos und Tapes gesichtet hatte, wanderte ich übers Rübchen und Wienrode nach Blankenburg und nahm dabei seitenweise Notizen auf. Wenn jemand Wau als unpolitischen Technikinteressierten hinstellen will, verniedlicht er ihn; wer ihn als verkappten linksradikalen Unterwanderungskünstler sieht, überdramatisiert ihn. Konrads Hippie-Einschätzung trifft wohl am besten: er war ein elektrifizierter Hippie. Wenn er Ahnherr […]

15. Tag des Gemaches

Thursday, June 26th, 2003

Der Gartz rockt, weil er das Thema sehr old school allgemeinverständlich abhandelt, aber eben alle dezent ankackt, weil er aus der Ostperspektive schreibt. Es war immer üblich, die Amis, den Westen und Deutschland insgesamt bis ’45 von Grund auf zu verachten, jetzt kommt die SU und der Parteikram der DDR mit hinzu. Ein rundes Bild. […]

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