Akute Sprachverwirrung

July 9th, 2007

Ich bin immer noch unentschieden, ob ich das Buch in deutscher oder englischer Sprache schreibe. Es spricht sehr viel für beides.

Es ist eine internationale Geschichte, aber ich habe bisher nur hier ein – wenn auch überschaubares – Publikum. Es wäre eine gute Gelegenheit, sprachlich aus dem deutschen Biotop rauszukommen, aber es gibt unzählige Dinge, die ich zumindest bisher auf Englisch nicht auszudrücken vermag. Bisher ist die Chronologiekritik eher außerhalb Deutschlands von Bedeutung, andererseits gibt es hier ein beträchtliches Interesse an Geschichte, das es zu unterminieren gilt. In beiden Sprachen würde mir das Schreiben Freude bereiten, im Deutschen könnte ich wohl komplexer und subtiler schreiben, Englisch für sich als Premiere bereits ein enormer Reiz.

Ich bastele jetzt zwei Versionen eines Proto-Anfangs, eine deutsche und eine englische, und schlafe noch mal eine Nacht drüber.

7 Responses to “Akute Sprachverwirrung”

  1. isabelle Says:

    wenn dein englisch nicht super perfekt ist solltest du vielleicht lieber auf deutsch schreiben. kann sonst echt anstrengend zu lesen sein fuer leute deren englisch besser ist / muttersprachler.

  2. classless Says:

    Es ist nicht so, daß ich bisher nichts Englisches geschrieben hätte, allein, ein ganzes Buch mit verschachtelten Ebenen und Querverweisen ist eben was anderes als ein Blogposting bei den Trots oder ein Songtext.

  3. Paule Says:

    Ich würde das Buch auch auf Deutsch schreiben und hinterher (vielleicht mit Hilfe) eine Übersetzung hinterher schieben. Oder vielleicht erstmal die ‘Entschwörungstheorie’ übersetzen, um zu testen, wie weit Du damit kommst?

  4. Paule Says:

    …ich habe ein überflüssiges “hinterher” im Text versteckt! 😉

  5. classless Says:

    Aber es ist viel schwieriger, einen deutschen Text ins Englische zu übersetzen, als ihn von vornherein englisch zu schreiben.

    Die ‘Entschwörungstheorie’ müßte ohnehin ein ganz anderes Buch sein, wenn es an ein nicht-deutsches Publikum gerichtet wäre. Die meisten Beispiele setzen einige Kenntnis über die deutsche Geschichte der letzten reichlich 200 Jahre voraus. Das würde dann eher sowas wie “The German Roots of Conspirationism” werden.

  6. Paule Says:

    Klar ist die Übersetzung schwieriger, aber genau darum ist sie ja auch ein guter Test für die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit der fremden Sprache. Das Drauflosschreiben verleitet doch sehr dazu, sich in die handvoll bekannter Floskeln zu flüchten und am Ende vor einem verflachten Text zu sitzen. (Nicht, dass ich Dir das unterstellen möchte – Ich habe natürlich keine Ahnung, wie gut Dein Englisch ist und kann eigentlich nur von mir reden.)

    Mit der Entschwörungstheorie hast Du natürlich recht – soweit hatte ich noch gar nicht gedacht. Und beim ‘Phrasenprüfer’ würden wahrscheinlich ähnliche Probleme auftreten. Außerdem hast Du ja auch schon Übersetzungen gemacht, wie mir gerade wieder einfällt…

  7. classless Says:

    Ich glaube, ich würde gern genau diese Situation vermeiden wollen: ein n-tes Mal denken, es wäre schön, mein deutsches Buch zu übersetzen und dann feststellen, daß das echt no fun ist.

    Fürs erste schreibe ich jetzt englisch und kann dann immer noch wieder switchen. So rum geht das relativ leicht.

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