Archive for the 'Ausm Leben' Category

Datacide for more data

Saturday, September 30th, 2006

Die eine stellte sich gerade 10 Tage nach Kauf als 70 GB kleiner und dennoch 8 Euro teurer heraus als die andere, was mich dann allerdings deutlich weniger als die vom Rechner prophezeiten 620 Kopier-Minuten gekostet hat. Um zu verhindern, daß irgendwer im Laden oder der nächste Käufer die Daten wiederherstellen kann, wandte ich mich […]

Americanization

Friday, September 29th, 2006

Warum bekomme ich beim Trampen an jeder Rastklitsche und sogar in Bäckereien mittlerweile richtigen Kaffee mit richtiger Milch? Wer bescherte uns das Revival des Resthirnverstärkers oder der “Droge der Revolution”? >>„Vor 15 Jahren gab es fast keine Röstereien mehr. Kaffee war ein sterbendes Getränk – nur von alten Leuten konsumiert.“ Doch dann „schwappte die Welle […]

Office Space

Friday, September 29th, 2006

Seems to call for action.

Ökonomischer Gottesdienst, Bildschirmtest

Thursday, September 28th, 2006

Auf fast allen der zwanzig Geräte im Notebook-Regal: der Trailer zu Oliver Stones “World Trade Center”, all day long. Ich kann dabei nicht in Ruhe arbeiten, da mir wieder noch bewußter wird, daß das Ereignis selbst in seiner Besonderheit nicht von diesem oder jenem ideologischen Blickwinkel verdrängt wurde, sondern auch durch die Außenansicht, durch das […]

Ökonomischer Gottesdienst, Kulturprogramm

Thursday, September 28th, 2006

Aus der Tonträgerabteilung ist “Konsum” von den Fantastischen Vier zu hören.

Ökonomischer Gottesdienst

Tuesday, September 26th, 2006

Geschulte Laienpriester der Ware erproben wild die antrainierten Beschwörungsformeln, die nur lose mit der jeweiligen Situation verbunden sind. Der Veteran, der die Apple-Insel im Meer des PC-Windows-Unglaubens gegen jegliche Vergleiche und Kritik verteidigt, deklamiert trotzig und leicht schrill die unleugbare Überlegenheit seiner Waren und die ebenso gewisse Dummheit der Anhänger anderer Waren. Als Ketzerei gilt […]

Die Kiez-Autochthonen vom Boxi

Thursday, September 21st, 2006

>>Auch diese Gruppe besteht aus Trinkern, aber: “Im Gegenteil zu den anderen sind die Männer sehr aggressiv, sie provozieren und schlagen schnell zu” … “Es ist eine Mischung aus Alkohol und Drogen, aus Imponiergehabe und Dominanzstreben”, so der Polizist. Familien werden von ihnen nicht belästigt, aber: Wer etwa als Mann am Boxi Ohrringe trägt, der […]

Schreit Zensur, wenn ihr wollt!

Monday, September 18th, 2006

Als ich heute einen großen Stapel Recherche-Material in die Berliner Stadtbibliothek zurückbringe und dem Mann am Schalter beim Durchsehen das Wimmeldiagramm-Posterbeilage aus Bröckers “11.9.”-Bestseller rausrutscht, sage ich, daß ich es auch nicht unbedingt schlimm fände, wenn die Beilage verloren gehen würde. Er schaut mich verwundert an und ich weise ihn auf die Israel-Fahne mit Hakenkreuz […]

Zweierlei Sehnsucht

Wednesday, September 13th, 2006

>>“Sehnsucht” erzählt eine modellhafte Liebes- und Untreuegeschichte, aber der Film registriert seismografisch die kleinsten Gefühlsveränderungen in Alltagssituationen.>Weil hier aber kleine Leute mit kleinen Leben beschrieben werden, wird keiner der Darsteller – allesamt Laien mit schmerzhaft eintöniger Ausdruckspalette – je einen Schönheitswettbewerb gewinnen. Müssten sie auch gar nicht. Wenn die Regisseurin wenigstens dafür gesorgt hätte, dass […]

Seitenwechsel

Thursday, September 7th, 2006

Vor die Wahl gestellt, die Heimatgeschichte germanisch-brutal wie die Nazis, heidnisch-unmoralisch wie die Christen oder folkloristisch wie die Sozialisten zu interpretieren, habe ich als Teenager ohne viel Überlegung eine eigene Version gebastelt, in der ich mir Thale als eine Art Refugium für die Flüchtlinge der gewaltsamen Christianisierung der umliegenden Landstriche vorstellte. Dabei spielten die natürlichen […]

Zwei meiner ersten Male

Tuesday, September 5th, 2006

Nach der unfreiwilligen Reise in die unangenehmen Teile meiner Teenie-Vergangenheit am Wochenende, nahm ich mir heute einen Tag für die schöneren Erinnerungen. Ich trampte nach Ballenstedt und fand heraus, daß die “Disko mit Independent-Tag” schon seit drei Jahren geschlossen ist. Dann lief ich über die schon 1994 zugewachsenen Schienen zum Ostbahnhof. Im heute mit Brettern […]

Integration? Wann und wie?

Wednesday, April 27th, 2005

Um unsere schwarzen Mitbürger zu sehen, muß man um halb vier Uhr nachts mit dem N44 durch Neukölln fahren, dann sind sie in der Mehrheit und auf dem Weg zur Arbeit. Sie sprechen ihren synkretischen Slang, da die selten mitfahrenden autochthonen Deutschen müde sind oder betrunken oder beides. Angst kommt bei mir nicht auf, eher […]

Spirit shine

Monday, April 25th, 2005

U-Bahnhof Kottbuser Tor. Ein junger Mann redet auf einen anderen ein: “Dann gab’s da diesen Typen, der saß am Rechner und hat gespielt, und seine Mutter kam rein und hat gesagt, er soll beten, er hat aber weitergespielt. Und sie kam wieder rein und hat gesagt, daß er beten soll, und er immer: Ja, gleich. […]

Hilfe!

Monday, March 28th, 2005

Ich habe immer noch kein Zimmer gefunden und bin allmählich verzweifelt. Nach einem Monat voller Absagen, in denen echt keine vorstellbare Drehung fehlte, wäre ich für sachdienliche Hinweise echt dankbar. Hauptkriterien: innerhalb des Berliner S-Bahn-Ringes, DSL, unter 200 €.

I think I lost my street credibility

Friday, March 18th, 2005

Völlig neue Erscheinung: während ich immer – schon aus der Nähe heraus – ein gutes Verhältnis zum Subproletariat gepflegt und einzelne seiner Vertreter zu sympathischen Buch-Figuren gemacht habe, muß ich nun erleben, wie die ideologische Internalisierung auch ganz unten schrankenlos wird. Der Verkäufer einer Obdachlosenzeitung, in der es seitenlang um den “selbst ernannten Weltverbesserer” Bush […]

Das Scheitern

Monday, March 14th, 2005

Das bisher einzige wirklich gute Zimmer ist Flöten (die jungen Damen möchten plötzlich doch nur zu zweit wohnen) und ich schaffe es nicht, den Unterschied im Umgang mit der Krise zwischen Deutschland und den verwandten Modellen einerseits und den mir in jedem Falle weniger vernichtungsaktiv erscheinenden übrigen Staaten andererseits auf den Punkt zu bringen. Die […]

WG-Suche

Friday, February 25th, 2005

Ich wiederhole die jüngst gemachte Ansage: Kulla sucht ein Zimmer in Berlin. Irgendwas kleines (~ 10 qm) reicht, aber eine dicke Netzanbindung ist wichtig. Als Mitbewohner bin ich pflegeleicht, mag Katzen lieber als Hunde und koche gern.

No Nomad

Wednesday, February 16th, 2005

Nach nunmehr neun Monaten Quasi-Residenzlosigkeit konstatiere ich ziemlich entschlossen, wirklich nur Tramper und keineswegs Nomade zu sein. Weder mag ich im Rudel herumziehen, noch erbeute ich mir besonders gern meine Nahrungsmittel. Irgendwie war die Idee am Herumgefahre auch immer, möglichst viel Material anzusammeln, das ich dann an einem durchaus fixen Ort auch durchaus konzentriert zusammenrühre […]

Überdosis Deutschland

Monday, February 14th, 2005

Der Traum nach dem Rumdrehen beinhaltete eine verwickelte und sehr schöne Anbandelung mit einer jungen Frau in einer für die thüringische Provinz, in der ich mich der Ausschilderung nach befand, dann aber doch viel zu großen Stadt. Als ich im mittäglichen Dresdner Halbdunkel noch mal die Augen schloß, sah ich hingegen gestrige Einsatzkräfte, die sich […]

Wieder keine Trampgeschichte…

Friday, February 11th, 2005

…da mein Bruderherz mich in Berlin aufgabelte und nach Dresden mitnahm (die Portugalgeschichten reiche ich gesammelt nach…), er selbst aber dafür, als ich im Plus drei Stangen Lauch aufs Kassenband legte, lustigerweise fragte: “Was ist das denn?”

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