Auftritte ab Juni 2017

May 31st, 2017
  • Sa/So, 03./04.06.2017, Doksy, Pfingstcamp Linksjugend: Vorträge “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” und “1917 – Anfang und Ende des Kommunismus?”
  • Mo, 12.06.2017, Bonn, Uni, Hörsaal XVII, 19 Uhr: Vortrag/Buchvorstellung “Sin Patrón”(FB-Event)
  • Mi, 14.06.2017, Hamburg, Rote Flora, 19 Uhr: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” (sous la plage, FB-Event)
  • Sa, 17.06.2017, Nürnberg, Humanistentag, 10 Uhr: Teilnahme an der Podiumsdiskussion “Glück in Milligramm – Drogen, Medikamente und Neuro-Enhancement”
  • Sa, 17.06.2017, Halle, Reil78: CLASTAH-Konzert beim Sommerfest (FB-Event)
  • Di, 20.06.2017, Leipzig, HTWK: Vortrag “Entschwörungstheorie” (Reihe “Wie wir (nicht) leben wollen”)
  • Mi, 21.06.2017, Halle, hr. fleischer Kiosk Reileck, 18 Uhr: form feat. classless Kulla beim Radio-Kiosk-Konzert
  • Do, 22.06.2017, Essen, Uni Campus Essen, 19 Uhr: Vortrag “Rauschkontrolle & Drogenpolitik” (FB-Event)
  • Di/Mi, 04./05.07.2017, Siegen, Festival contre le racisme: Vorträge “Am Geld kleben – Kapitalismus und Antisemitismus” (FB-Event) und “Weiße unter sich – Das Privileg der ‘Unmarkierten’ und die Spaltung der Klasse” (FB-Event)
  • Do, 06.07.2017, Mainz, DGB-Haus, 18 Uhr: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen”
  • Do, 13.07.2017, Dortmund, Nordpol: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen”
  • Sa, 29.07.2017, Leisnig, AJZ: Vortrag “Am Geld kleben – Kapitalismus und Antisemitismus” (aFAIRe-Festival)
  • Mo, 31.07.2017, Porstendorf, Sommercamp Linksjugend: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen”
  • Fr, 04.08.2017, Werneuchen, Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein: Vortrag “Leben im Rausch”
  • “Sin Patrón”-Tour mit Magui López zu instandbesetzten Betrieben in Argentinien und anderswo

  • Sa, 05.08.2017, Berlin, TU/Café A (FB-Event)
  • Fr, 18.08.2017, Leipzig, Linxxnet/GGBO (FB-Event)
  • So, 20.08.2017, Berlin, FAU-Lokal
  • Di, 22.08.2017, Köln, Agora
  • Mi, 23.08.2017, Saarbrücken, (tba)
  • Do, 24.08.2017, Speyer, Eckpunkt
  • Fr, 25.08.2017, Kaiserslautern, Eselsohr
  • Sa, 26.08.2017, Landau, Uni
  • So, 27.08.2017, Berlin, Thoughtworks
  • Di, 29.08.2017, Halle, Goldene Rose/Sommerakademie verdi-Jugend
  • Mi, 30.08.2017, Saalfeld, Haskala
  • Do, 31.08.2017, Erfurt, Offene Arbeit
  • CLASTAH als Support für Egotronic

  • Do, 05.10.2017, Bremen, Tower
  • Fr, 06.10.2017, Osnabrück, Kleine Freiheit
  • Sa, 07.10.2017, Bonn, BLA
  • Do, 19.10.2017, Braunschweig, Nexus
  • Im Laufe des Jahres soll es weitere Veranstaltungen zu Rußland 1917 und den Folgen geben, u.a. im November in Speyer. (Siehe dazu: 2017 – Was tun? Luther, Lenin, Weltkrieg, Revolution)

    Wer auch noch was einrühren will, findet hier mein aktuelles Programm.

    Der kleine Imperialismus für zwischendurch: Merkel in Argentinien

    June 9th, 2017

    Merkel besucht als erstes deutsches Staatsoberhaupt seit 15 Jahren Argentinien, lobt seine “Öffnung” und fordert seine “Modernisierung”. Regierungssprecher Seibert sieht wie Merkel das Land, das seit Macris Amtsantritt von Massenentlassungen, weiter galoppierender Inflation und Massenprotesten geprägt ist, auf “mutigem Reformweg” – Oh, Höhepunkte von, laut Merkel, 160 Jahren deutsch-argentinischen Beziehungen! (Seit 1857?)

    Von der anderen Seite aus gesehen: Argentinien richtete diesen allein wegen der Sicherheitsvorkehrungen, aber auch wegen Militärparade und allem Tamtam ziemlich teuren Staatsbesuch aus und riegelte für einen Tag das Zentrum seiner Hauptstadt ab, um zu “harten Verhandlungen” zwischen der EU und Mercosur eingeladen zu werden, bei denen “nicht alle argentinischen Forderungen erfüllt werden”, bei denen aber “alle gewinnen” – Oh, Zauber der unsichtbaren Hand!

    Ich verweise mal einfach auf den Bericht der “Bild”, in dem der Zynismus besonders schön und plump sichtbar wird:

    “Merkel lobte, dass sich das Land unter dem konservativen Präsidenten Mauricio Macri ‘nach einer langen Zeit der Verschlossenheit’ wieder für die Finanzmärkte geöffnet hat, jetzt brauche es Deutschland als Partner bei der dringend benötigten Modernisierung. Unternehmen hoffen bereits auf Milliardengeschäfte.”

    Aber sie will nicht auf dem “Evita-Balkon” stehen und, wie SPON für sie antwortet, auch nicht “Anführerin der freien Welt sein” – Oh, der Glanz der Bescheidenheit!

    Ende des Jahres holt sich Argentinien dann die ganze WTO-Handelskonferenz ins Land und ist nächstes Jahr Gastgeber der G20. – Ist das Kapital gesund, freut sich der Mensch!

    Videomitschnitt “Lust, Rausch & Zweifel” – und Vortrags-Playlist

    May 18th, 2017

    Zu meinem Vortrag “Lust, Rausch & Zweifel – Grundsatzfragen im Intimbereich” gibt es nun endlich einen Mitschnitt, gemütliche Langfassung. Slides, Videos und Ankündigung finden sich hier. Und um das Video herum läuft noch eine Playlist mit 7 weiteren Vortragsmitschnitten zu den Themen Rausch, Lust, Ideologie, Verschwörung, Identität, Herrschaft und Klassenkampf. (Weitere Vorträge und Booking auf der Kontakt-Seite.)

    Atom-, Geschlechter- & Klassenkrieg (nebst Wissenschaft) – Saving Facebook 3

    May 16th, 2017

    Why North Korea Needs Nukes – And How To End That.” +++ Über Europa, besonders über Österreich strahlt die Sonne viel doller als früher, vermutlich auch wegen einiger Sachen, die zum Segen der Kapitalakkumulation mit der Luft angestellt werden. +++ “NASA’s Juno Spacecraft beams back the sharpest images of Jupiter – EVER!” +++ “Incredible discovery places humans in California 130,000 years ago – date is a whopping 115,000 years earlier than previous findings of humans in the Americas.”

    Angela Merkel antwortet auf die Frage, ob sie sich für eine Feministin hält. +++ Aranya Johar‘s Guide to Gender“. +++ “Mädchen halten Sex schon für gut, wenn sie dabei keine Schmerzen empfinden” +++ “Careful, that compound is rich in phlogiston. Oh, sorry, ‘kinetic energy.’ You have to be politically correct these days.” List: “If People Talked About Other Things the Way They Talked About Gender Identity“. +++ Neue Rückzugslinien der Geschlechtsnorm – “Wie sexuelle Autonomie die Lust tötet“: “Der typische nach ‘sexueller Autonomie’ strebende Mann ‘möchte über Sex nicht verhandeln – und nimmt daher sein Begehren, buchstäblich selbst in die Hand.’ Er masturbiert lieber, statt sich der ‘komplexe[n] Anstrengung einer vollständigen Kopulation‘ zu unterziehen, denn in der körperlichen Liebe fürchtet er, ganz zu recht, nicht bloß seine Autonomie zu verlieren – sondern sich selbst. Eines haben beide von Watson angeschuldigten Liebestöter – die Identifikation mit der Arbeit und das Bedürfnis nach ‘sexueller Autonomie’ – gemeinsam: Sie sind in hohem Maße narzisstisch motiviert.”

    DW: “Deutsches Buch über Kommunismus sorgt für Aufruhr in den USA +++ Kurzansprache von Fred Hampton über Rassismus und Kapitalismus +++ LA ’92: “The context of a proletarian uprising” +++ “Europe’s youth don’t care to vote — but they’re ready to join a mass revolt.” +++ Ein praktischer Tipp für die Flucht vor den Cops. +++ “Und auf einmal bist du ein Prolet“: “Der Treppenwitz der Geschichte daran ist doch, dass wir ‚das Proletariat‘ sind; die, die frühmorgens irgendwohin müssen, die genervt sind aber nicht aufmüpfig, die so viel Hirnschmalz in Lohnarbeit (oder Studium) stecken und so wenig in Politik, die sich emanzipiert fühlen und dennoch care-Arbeit machen, die fressen, was es gibt. Und ich mitten drin. So oder so frage ich mich immer wieder selbst: wie ist denn mit so einer Klasse Revolution zu machen? +++ “Der alte Maulwurf” – Rosa Luxemburgs erster Text über die Russische Revolution aus dem Mai 1917. +++ Video: Instandbesetzte Druckerei WorldColor im nördlichen Industriebezirk von Buenos Aires, seit 2005 ohne Bosse, druckt trotzkistische US-Zeitschrift.

    Aryans – die AngreiferInnen von Halle. Ein Überblick“. +++ Relativ gute Zusammenfassung der Naidoo-Situation.

    Every Late Night Talk Show Is A Sleazy Plutocratic Rim Job“. +++ Und ein bißchen lustig ist das schon: No one ever told me spirituality could be a self-sabotaging ego trap.” Konsequenz dieser “10 ‘Spiritual’ Things People Do That Are Total Bullshit” ist dann halt, sich auf seine rassistischen Instinkte und Klassenvorurteile zu besinnen: “Make distinctions between people; let yourself know that it’s okay to trust your brain’s highly evolved pattern-matching mechanism when it tells you that someone looks like they’re on drugs, deranged, desperate, or dangerous.”
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    (Bisher: 1 Woche Facebook-Saves: Trump, turmoil, Kommunismus… +++ Immer um den heißen Brei herum – Saving Facebook 2)

    Mammals suck!

    May 15th, 2017

    The first mammals – screenshot from the superb evolution documentary “Ausgelöscht” which features vivid animations of many recently discovered dinosaurs, birds and mammals, among them the decisive fossil clues found in the Chinese province Liaoning.

    So these first mammals we know had fur (endotherm), diverse teeth (omnivore), pretty good ears (insect hunting, escaping), and they sucked – just like we do!

    Was sonst noch passierte…

    May 11th, 2017

    Gestern bloß schon wieder Generalstreik da irgendwo, 40 Millionen Leute oder was halt…

    Gerade vorher war schon so einer, auch da unten irgendwo.

    Und Ende März auch schon.

    Und jetzt kommt er natürlich auch noch mit diesem komischen “größten Streik aller Zeiten” letzten September, 150 Millionen dies das.

    Der trotzkistische Bericht zu Brasilien: “Trotz der Versuche der Gewerkschaftsbürokratie, die Mobilisierungen zu bremsen und den Konflikte zu befrieden, ist es möglich, sich an den Arbeitsplätzen zu organisieren und einzufordern, dass sich diese Gewerkschaftsführungen vorbereiten, Generalstreiks zu organisieren, die Temer und seine Angriffe zurückschlagen.”

    Und huch, da war die Herrschaft

    May 11th, 2017

    “In dieser ‘neolithischen Revolution’ entstanden die ersten Maschinen, der Pflug, der Webstuhl, die Töpferscheibe. Mit der Sesshaftigkeit das Eigentum an Grund und Boden, mit der Vorratshaltung die befestigten Städte. Die Arbeitsteilung differenzierte sich aus, und damit begann die dauerhafte, in Institutionen gefestigte Herrschaft von Menschen über Menschen, ob Sklaverei, feudale Hörigkeit oder Schuldknechtschaft.”

    Mathias Greffrath: Die Arbeit im Anthropozän

    Stimmungsbilder zu Xaiver Naidoos Sorgen um den deutschen Steuerzahler

    May 9th, 2017

    3. Mai: Xavier Naidoo kann doch jetzt bitte mal was sagen, damit Stadt und Land diesen guten Geschäftspartner nicht verlieren müssen!

    Regionalfernsehen: “das Online-Magazin Compact”, “krude”, “abstrus”, “rote Linie”, Mutmaßungen über die Motivation, bloß kein Inhalt… und irgendwie vom Teleprompter hypnotisiert.

    Für die Grünen ist beim Fahrradjubiläum Schluß mit lustig: “Schon dass der Song zum Radjubiläum vom bekennenden Autofan Naidoo kommt, ist irritierend. Einen Auftritt von Naidoo und den Söhnen zum Abschluss des Fahrradjubiläumsjahr unter diesen Umständen darf es nicht geben.”

    8. Mai: Dieser Naidoo, dem die Politik als gesteuert & schlecht fürs Land gilt, schadet im Sinne Putins dem Land!

    9. Mai: Die “Söhne“ wollen, ausweislich ihrer neuerlichen Erklärungen, als gute Nationalisten eben auch nur die fdGo vor ihren Feinden (Baron Totschild, Besatzungsmächte, Babylon) schützen – ob damit die Geschäftsgrundlage wiederhergestellt ist?

    Fazit: Vielleicht findet sich ja ein Kompromiss – Mannheim wird in Zion umgetauft, wer die Söhne auf Facebook liket, muss keine Steuern mehr bezahlen, und die Bundesregierung kauft sämtliche Tonträger mit dem Marionetten-Lied auf, damit sie nur unter Anleitung der BpB angehört werden.

    Repression gegen Arbeitskämpfe in Argentinien

    April 11th, 2017

    In Argentinien gibt’s nun, nach flächendeckend wirksamem Generalstreik am Donnerstag und anhaltenden Bildungsstreik-Aktionen, “Knüppel aus dem Sack”: schon mindestens zwei der großen Verkehrsblockaden am Morgen des Generalstreiks waren brutal auseinandergejagt worden, es folgten die Räumung der besetzten Druckerei AGR-Clarín (Belegschaft verließ den Betrieb friedlich im Angesicht einer riesigen Polizeiübermacht) und am Sonntagabend eine Polizeiattacke auf streikende Lehrkräfte, die vorm Kongreßgebäude ein Zelt für eine “fahrende Schule” aufstellen wollen. Die Bildungsgewerkschaft CTERA ruft nun erneut zum landesweiten Streik auf.

    About last night in Paraguay – and the days and years before…

    April 1st, 2017

    Guest posting by Magui López

    The debate on the re-election in Paraguay has existed since the time of the adoption of article 229 of the constitution in 1992, which (summed up) said “the President of the Republic and the Vice-President (… ) may not be re-elected in any case”. In fact, the debate existed already when that article was approved. It can be said that after 35 years of the Stroessner dictatorship (1954-1989) this was the legal clause to avoid the perpetuation of the same person in the executive branch. [A separate issue is that, although it prevents one person from sticking to the chair, it doesn’t avoid the rule of a party for more than 60 years, for example.]

    This constitutional article now rules out Lugo (although he was dismissed a year before the end of its government), rules out Cartes (because it is the current president) and rules out everyone who has been in the seat before, the Presidential and the Vice Presidential.

    There was no Paraguayan president who didn’t flirt with the idea of re-election, who didn’t make contradictory statements on the matter or who didn’t talk about it at some point.

    The currently proposed amendment (that’s causing all the rage and fire) has been considered since last year, in various forms with different steps and legal procedures.

    Basically what happened between March 28th and today, can be summarized as follows:

  • 1. The President of the Senate did not allow the entrance of the proposed constitutional amendment that both Cartistas, liberals and Luguistas carry forward – these factions, separated by the 2012 Parliamentary Coup, are now united by the promise of a 2017 re-election.
  • 2. The President of the Senate (which is of the Liberal Party) scheduled an extraordinary assembly for Thursday, March 30th. The Vice-President of the Senate (a re-electionist) ignored the call, proclaimed himself President and called in the extraordinary session for Tuesday, 28th. Senators who did not agree with this maneuver withdrew.
  • 3. The “Group of 25” -25 senators from different parties who seek to enable the amendment in order to achieve the presidential re-election- formed something referred to by media as a “parallel Senate”. [Another issue is what re-election is supposed to mean exactly: if it would be indefinite, only in a row, never in a row but with period of rotation in the middle, etc].
  • 4. The “parallel Senate” convened to modify the internal rules of the Senate, and changed the power of the President and, more importantly, the majority regulations for approving motions of order, treatments on tables.
  • 5. Thanks to the change on the internal regulation, the 25 Senators (of a total of 45 seats that Paraguayan Senate has) were able to give Parliamentary Treatment to the constitutional amendment.
  • 6. The group voted and approved the Constitutional Amendment and called Congressmen to vote on the project – it kept doing this on its own, in one of their offices.
  • 7. Congress set up a meeting for Saturday, April 1st.
  • 8. Anti-reelectionist members of the Liberal and Colorado as well as other parties mobilized for protests in front of the Congress for March 31st which were joined by many people independent of party structures.
  • 9. Protesters occupied the Congress that (perhaps strangely, given that it is not usually the case) had pretty little police protection. Once inside, they torched the place, demanding to abandon the project of re-election and stop the whole show.
  • 10. Police repression is unleashed fiercely and protests spread to other parts of the centre of Asunción as well as to other Paraguayan cities.
  • 11. The President of the Congress cancelled the meeting on April 1st, promising that it will also not be summoned on Sunday or Monday.
  • 12. Mobilization and repression continued to intensify. With the excuse of “apprehending those who initiated the riots and the fire”, the police entered the premises of the central branch of the Authentic Radical Liberal Party (some of whose leaders were associated with the call for protests) and killed a 25 years old man who was the leader of the Liberal Youth of the city of La Colmena.
  • 13. The Commissioner in charge of the repression, despite being faced with surveillance videos showing cops shooting and beating, just shrugs and blames the Special Forces (“blue helmets”) not under his command.
  • The Constitution is often a territory of dispute and interpretation. That’s what happened in 2012, it is not surprising that it’s happening again now, and it’s not a monopoly of Paraguay. Laws are not indisputable truths, they are effected in contexts of power struggles, interpreted in contexts of power struggles, amended in contexts of power struggles – and those struggles often benefit one party over others, some groups and organizations over others, etc.

    It is important to note how support and alliances fluctuated and Lugo ended up smiling in a picture with Cartes while many of his followers justify the police repression because the protests was called for by some of those who carried out the coup against Lugo (but note that there are others who also executed the coup and are now with Lugo looking for re-election).

    The next thing is to understand that the constant scandals of fraud and corruption along with fundamental processes of marginalisation and political and economic exclusion have created a social climate which, combined with the proper “permission and rally call” of leaders to their supporters, may result in a burning Congress. [A different topic is that I don’t think it’s something so terrible to deliver a shock like this to the political elite in Paraguay].

    None of all this benefits the people, reduces poverty or modifies the power relations. On both sides of the current amendment conflict there are “progres”, “right wing”, “center-right” and “pseudo-leftist” people. I am with those who believe that the re-election will only make things worse since it has been shown in 2012 that it’s not the “popular mandate” what establishes and maintains a government, and it shows now that neither is it the law that delimits it.

    This section from the conclusions of my Ph. D. thesis still applies: “The effort to continue to accept that what Paraguay is transitioning into is a democracy has led both parties and leaders [Colorado and Liberal] as well as movements and intellectuals to force historical interpretations and to repeat and persistently deny institutional destabilization, violations of political rights and the electoral results, illegal interpretations of the Law, unconstitutional use of the Constitution, among others. I say, not only was a very reduced concept of democracy adopted, also, in order to insist on its enforcement, periodic ruptures of even the minimum requirements had to be downplayed”.

    (Spanish original version)

    Februarrevolution 1917 in Russland: Organisation, Gewalt, Musik

    March 7th, 2017

    Vor 100 Jahren begann die Russische Revolution von 1917 mit Streiks und Massendemonstrationen in Petrograd bei frühlingshaften nur leichten Minusgraden. Ich habe dazu einige erhellende und möglicherweise überraschende Auszüge aus Orlando Figes‘ Buch “Die Tragodie eines Volkes” (“A People’s Tragedy”) zusammengestellt, das die gesamte russische Revolutionsperiode von 1891 bis 1924 behandelt und in dem auch die Februarrevolution ausführlich und aus vielfältiger Sicht dargestellt wird. (Ich habe die ungekürzten Textstellen als Fotos beigefügt – zum Vergrößern einfach draufklicken!) Figes’ Leistung besteht u.a. darin, dem Problem der zum Teil kraß verschiedenen Großerzählungen dadurch beizukommen, daß er, ohne die Merkwürdigkeiten und Kontingenzen wegzuglätten, ihnen allen anhand typischer Figuren Raum gibt. Figes kann so zeigen, wie sehr das Geschehen von den Massen selbst bestimmt wurde, die sich passende politische Repräsentation suchten und sie ständig weiter, meist gegen deren ideologischen Beschränkungen, radikalisierten.

    Trotzki

    «“Das ist das letzte Mal”, schrieb er am Silvesterabend [1916], als sie an Gibraltar vorbeifuhren, “daß ich der alten Kanaille Europa einen Blick zuwerfe.”»

    Beginn: Brotwarteschlange und Streik

    «Die Februarrevolution wurde in der Brot-Warteschlange geboren. Sie begann, als eine Gruppe Textilarbeiterinnen auf der Wyborger Seite von Petrograd des Wartens müde wurde und wegging, um ihre Männer in den benachbarten Metallfabriken aufzufordern, sich einem Protestmarsch ins Zentrum der Stadt anzuschließen.»

    Organisation und Zusammenhalt

    «Während all dieser Aktionen zeigten die Massen ein außerordentlich hohes Maß an Organisation und Solidarität. (…) Es war, als ob die Menschen auf der Straße plötzlich durch ein weites Netzwerk von unsichtbaren Fäden miteinander verbunden wären, und das war es auch, was ihren Sieg gewährleistete.»

    Doch dieses Netzwerk war in vielen Kämpfen, Streiks und Demonstrationen entstanden:

    «Der Marsch ins Zentrum wurde so zum Ausdruck von Solidarität und Selbstbewußtsein der Arbeiterklasse, zum Mittel, die Straße für sich beanspruchen. Das mag einige der karnevalesken Züge der revolutionären Masse erklären helfen: den förmlich zelebrierten Vandalismus und die Verwüstung der Symbole staatlicher Macht und Autorität , des Wohlstands und der Priviliegien (…) und schließlich die sexuellen Handlungen, angefangen von Küssen und Liebkosungen bis hin zum Geschlechtsverkehr, denen die Leute in der Euphorie der Februartage ungeniert auf offener Straße nachgingen.»

    Gewalt

    «Die Vorstellung, im Februar habe es eine “unblutige Revolution” gegeben und die Gewalt der Massen sei im Grunde nicht vor Oktober ausgebrochen, war ein liberaler Mythos. Die demokratischen Führer brauchten ihn, um ihre eigene brüchige Macht zu legitimieren. Tatsächlich wurden im Februar viel mehr Menschen durch die Massen getötet als bei dem Oktoberputsch der Bolschewiki.»

    Autoritätskrise und Utopie

    «In der Tat sollte die Revolution von 1917 als eine allgemeine Autoritätskrise verstanden werden. Nicht nur der Staat, sondern sämtliche Autoritätspersonen wie Richter, Polizisten, Beamte, Armee- und Marineoffiziere, Priester, Lehrer, Unternehmer, Vorarbeiter, Gutsbesitzer, Dorfälteste, patriarchalische Väter und Ehemänner wurden abgelehnt. Damals hieß es oft – und Historiker haben das unterstrichen -, daß nur der Arbeiter- und Soldatenrat über wirkliche Autorität verfügte.»

    Utopische Spitzen:

    «Nicht zuletzt richtete sich die Zerstörungswut der Menge gegen die Gefängnisse. (…) Es war ein Zeichen, daß die ersehnten Tage der Freiheit – “ohne Gefängnis und Verbrechen” – anbrachen.»

    Bauernrevolution und Dorfgemeinde

    «Und so vollzog sich die Revolution auf dem Land: Zu einer vorbestimmten Zeit läuteten die Kirchenglocken, und die Bauern versammelten sich mit ihren Karren mitten im Dorf. Dann fuhren sie in Richtung Herrenhäuser los wie eine Bauernarmee, bewaffnet mit Gewehren, Mistgabeln, Äxten, Sicheln und Spaten. Der Gutsbesitzer und seine Verwalter wurden, wenn sie nicht schon geflohen waren, verhaftet und gezwungen, eine Resolution zu unterzeichnen, die alle Forderungen der Bauern erfüllte. Im Frühjahr waren diese Forderungen in der Regel noch ziemlich maßvoll (…) Sie scheuten sich, die Güter anzugreifen, ehe sie nicht sicher sein konnten, daß nicht das alte Regime wiederhergestellt werden würde wie 1906/07 mit den darauffolgenden Massenexekutionen von Bauern. Faktisch erhielten die Bauern erst Anfang Mai mit der Ernennung des Sozialrevolutionärs Tschernow zum Landwirtschaftsminister eine solche Garantie, und von diesem Zeitpunkt an wurde die völlige Konfiszierung der adligen Güter zu einer landesweiten Erscheinung.»

    «“Heute, im freien Rußland, sollten die Menschen gleich und einig sein”, erklärten die Bauern von Dubowo-Pobedimow in Bugulma. (…) Die Dorfgemeinde wurde infolge der Revolution sehr gestärkt. Sie erwachte aus ihrem vorrevolutionären Zustand der Apathie und des Verfalls zu neunem Leben und sollte zur wichtigsten organisierenden Kraft der Bauernrevolution werden. All die politischen Organe der Revolution auf dem Land – die Dorfkomittees, die Bauernbünde und die Räte – waren im Grunde nichts anderes als die Dorfgemeinde in revolutionärer Form. Die Dorfgemeinde stand für die Ideale von Land und Freiheit, die die Bauern immer zur Revolte inspiriert hatten. (…) Während der Inbesitznahme der adligen Güter zeigten die Gemeindemitglieder ein bemerkenswertes Maß an Solidarität und Organisation.»

    Nieder mit dem Trinkgeld!

    Musik

    Zum Abschluß will ich noch drei der wichtigsten Lieder der Revolution erwähnen. Neben der “Internationale”, die vor allem von den sozialdemokratisch geprägten Stadtbewohnern gesungen wurde, fand auch das jüdisch-anarchistische “In ale gasn” (siehe Video) regional große Verbreitung; überall jedoch überwog die Marseillaise, allerdings in mehreren veränderten Versionen, von denen die russische Arbeiter-Marseillaise, die auch beim Ausbruch der Revolution in Petrograd überall gesungen wurde, vermutlich die populärste gewesen sein dürfte – davon mal drei Videos, mit Text und aus einem sowjetischen Film.

    Auftritte ab April 2017

    March 2nd, 2017
  • Fr, 07.04.2017, Salzburg, SUB: CLASTAH-Konzert (FB-Event)
  • Sa, 08.04.2017, Innsbruck, PMK: CLASTAH-Konzert bei der Diametrale (FB-Event)
  • Sa, 22.04.2017, Essen, Alibi: Vortrag “Lust, Rausch & Zweifel” (FB-Event)
  • Do, 04.05.2017, Berlin, BAIZ, 20 Uhr: Entschwörung des Kopfstands
  • Fr, 05.05.2017, Potsdam, Sputnik, 19 Uhr 30: “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” (Gegen die Helden)
  • Sa, 06.05.2017, Eisenach, Lebemann, 20 Uhr: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen – Revolution & Reformation in Mitteleuropa” (FB-Event)
  • Sa, 28.05.2017, Wittenberg, Harold & Maude: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” (Ankündigung)
  • Sa/So, 03./04.06.2017, Doksy, Pfingstcamp Linksjugend: Vorträge “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” und “1917 – Anfang und Ende des Kommunismus?”
  • Mo, 12.06.2017, Bonn: Vortrag/Buchvorstellung “Sin Patrón”
  • Mi, 14.06.2017, Hamburg, Rote Flora: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” (sous la plage)
  • Sa, 17.06.2017, Nürnberg, Humanistentag, 10 Uhr: Teilnahme an der Podiumsdiskussion “Glück in Milligramm – Drogen, Medikamente und Neuro-Enhancement”
  • Sa, 17.06.2017, Halle, Reil78: CLASTAH-Konzert beim Sommerfest (FB-Event)
  • Di, 20.06.2017, Leipzig, HTWK: Vortrag “Entschwörungstheorie” (Reihe “Wie wir (nicht) leben wollen”)
  • Do, 22.06.2017, Essen, Uni Duisburg-Essen: Vortrag “Leben im Rausch”
  • Di, 29.08.2017, Halle, Sommerakademie verdi-Jugend: Vortrag “Sin Patrón – instandbesetzte Betriebe in Argentinien und anderswo” zusammen mit Magui López
  • Im Laufe des Jahres soll es Veranstaltungen zu Rußland 1917 und den Folgen geben, u.a. im November in Speyer. (Siehe dazu: 2017 – Was tun? Luther, Lenin, Weltkrieg, Revolution)

    Weitere Buchvorstellungen zu “Sin Patrón” sind für Halle, München, Nürnberg und Bamberg in Planung, voraussichtlich im August weitere zusammen mit Magui López; Entschwörung in Flensburg, Lüneburg und Bargteheide. CLASTAH-Shows soll es noch im Kafé Marat München, in Siegen und in Eisenach geben.

    Wer auch noch was einrühren will, findet hier mein aktuelles Programm.

    Immer um den heißen Brei herum – Saving Facebook 2

    March 2nd, 2017

    Wenigstens Stephen Bannons Nationalismus gerät nun zwar endlich mal etwas in den Fokus – wenn auch nur, weil er ihn selbst herumtrompetet. Die Berichterstattung ist aber von Verwirrung über die darin steckenden Widersprüche geprägt, die nur als seltsamerweise wirksame Fehler verhandelt werden – bei der Washington Post auch nicht, ohne Sanders gleich noch mit in die gleiche Ecke zu sortieren.

    Die deutschen Beschreibungen nähern sich ebenfalls dem nationalistischen Kern (weil mit der Nase reingestupst), bleiben in der Erklärung weiterhin ideologisch befangen: “Stephen Bannon sieht im radikalen Rückbau des Staates eines der obersten Ziele der US-Regierung. Wichtig seien daneben die Themen Einwanderung, nationale Sicherheit und Handel. Das Wichtigste sei aber ein Zurückschneiden des Staates.”

    Elisabeth Wehling beschreibt, how “The Far Right Is Winning the Word War (Framing Wars, Etablierung von Sprachbildern wie Menschenfluten), schreibt aber am nationalistischen Kern vorbei, den sie wieder nur bei den anderen, den Autoritären, verortet, nicht beim “progressiven, mitfühlenden und friedlichen Europa”.

    Christian Stöcker sieht bei Trumps Verschwörungserzählungen keine Ideologie am Werk, sondern beschreibt lieber wieder nur Komplexitätsreduktion, Attributionsfehler und Korrespondenzverzerrung: “Es gibt klar zu benennende Schuldige – Mexiko, ausländische Unternehmen, Muslime, Klimaforscher – die man einfach mal in ihre Schranken weisen muss, dann wird alles wieder gut.” Woran sind die denn aber alle schuld? Gegen wen ist das alles gerichtet? Warum funktioniert das für Trump wie nach wie vor erstaunlich große Teil seiner Anhängerschaft so gut? – In der Darstellung des Verschwörungsdiskurs selbst ist’s ebenfalls weiter “Wahn, Überforderung und Angst”, wogegen nur “Linien ziehen” hilft. – Bohemian Browser Ballett faßt das Verhältnis des linksliberalen Nationalismus zu seiner weniger liberalen politischen Konkurrenz scherzhaft als AfD-Sucht, zeigt aber umso deutlicher, daß zwischen “drauf einsteigen” und “nicht provozieren lassen” auch nichts zu liegen scheint.

    Daß unter diesen Umständen Moby weiter im Ansehen als politischer Kommentator steigt, wundert wenig, da er Trump so blamiert, wie es Liberale gern hören: der kann nix und ist furchtbar.

    Etwas besser und vor allem streckenweise witziger finde ich “Unwrapping the Conspiracy Theory at the Heart of the Alt-Right” von Scott Oliver: “The trope of ‘cultural Marxism‘ has been steadily gaining traction among the broad and diverse entity that is the radical right (although, hating diversity, they would baulk at you saying so), where it serves as an umbrella term variously responsible for such un-American and anti-Western ills as atheism, secularism, political correctness, gay rights, sexual liberation, feminism, affirmative action, liberalism, socialism, anarchism and, above all, multiculturalism. The ultimate goal of cultural Marxism, we’re led to believe, is to slowly and stealthily dilute and subvert white, Christian Western culture, thereby opening sovereign nations to rule by a one-world corporate government. Whether that’s by Jews, lizards or communists isn’t always clear…
    …if universities are churning out so many Marxists (excluding the now defunct Trump University, of course), why no collective ownership of the means of production?
    Aber der Widerspruch wird doch wieder nur auf Idiotie runtergebrochen, die Wirksamkeit der Ideologie nicht verstanden: “The idiocy of the cultural Marxism conspiracy is demonstrated by the way the neo-nationalist anti-globalist New Right ascribes the dynamics of the idea to the left, identifying and conflating cultural Marxism with late-capitalist globalisation.”


    Herrschaft gibt’s nur mit Ideologie, auch die liberale, demokratische –
    Sortierung nach Geschlechterrollen ist wohl die älteste und am weitesten verbreitete Form, Nationalismus ist die spezifische der kapitalistischen Gesellschaften

    Im Zeit-Störungsmelder wird sich gewundert, warum Nazis in Sachsen machen können, was Linke nie dürften, aber ist nur die Klage über den unverständlicher- und unverantwortlicherweise nicht gleichbehandelnden Rechtsstaat. – Aber auch in Würzburg dürfen Nazis “Bengalos zünden…, im Takt der Trommeln in Marschformation im Fackelschein vor den Augen der Polizei und des Ordnungsamtes laufen”, es werden Runen toleriert und sie können “ihre Veranstaltung zum Gedenken des “Bombenholocaust! betiteln”“nicht verwunderlich, dass eben diese Neonazis vom III.Weg es schaffen, sich unbehelligt unter den Faschingszug zu mischen, um auch dort ihre menschenfeindliche Hetze zu betreiben.” Siehe auch: Faschoübergriff bei der Demo III. Weg in Würzburg. – Widerstand gegen Nazis früher: “In 1937, a judge quietly asked Meyer Lansky to form a squad of Nazi-punching gangsters to raid Bund meetings.” Und: The Zazous. – Was heißt denn Antifa überhaupt? Alerta Südthüringen versucht sich leicht jargonschwanger an einer Antwort. – Die “Bahamas” fragt sich in ihrer neuen Ausgabe gleich, ob sie eine neue Antifa braucht, nachdem ihre bisherigen wohl einfach nicht mehr für alle Wendungen taugen und sich nun sogar der Spiegel an sie ranwanzt. Wie die “Bahamas” eben aussieht.

    Konkreteres: Kriminalpsychologin Wlada Kolosowa erklärt “Warum ‘Fifty Shades Darker’ gefährlich ist” und hat Paare in offenen Beziehungen nach ihren Regeln gefragt: “Verhüten, nicht lügen, nach dem Sex mit Anderen duschen. Und Bettwäsche wechseln.” – Paula Irmschler schreibt über Sapiosexuelle auf der Pirsch”: “Sapiosexualität ist das »no fat chicks« der Unielite.” – Kirsten Achtelik berichtet, wie Abtreibungsgegner in den USA Unterstützung von ganz oben bekommen, hierzulande darauf aber vergeblich hoffen. – Eine Zusammenfassung der Aufregung um Mithu Sanyals Vorschlag, im Zusammenhang mit Vergewaltigungen den Begriff “Erlebende” einzuführen. – Maxime de Vries sammelte Statements für “Wie du Sexarbeiter behandeln solltest, erklärt von Sexarbeitern”.

    Die israelische Botschaft: “Zwischen 2002 und 2012 erhielten die israelische Botschaft in Berlin und der Zentralrat der Juden in Deutschland über 14.000 E-Mails, Briefe, Postkarten und Faxe aus allen Regionen Deutschlands. Da wir dachten, dass uns dieses Material ein Fenster in den modernen deutschen Geist gegenüber Israel liefern könnte, führten wir eine Untersuchung dieser Zuschriften durch und stellten fest, dass die überwiegende Mehrheit mit Kritik an der Politik Israels begann, sich aber sofort zu antisemitischen Angriffen verschlechterte. Wir nennen dieses Phänomen die „Israelisierung des Antisemitismus“.”

    Außerdem: Video zum 11. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen und Schwarzen Opfer von Versklavung, Versklavungshandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt. – So sieht es aus, wenn ein paar Dutzend Deutsche wegen Fußball-Lokalismus und Männerei aufeinander losgehen. – Deutschlandradio Kultur ruft eine “Streikrepublik Deutschland” aus und erkennt eine “neue Kampfkultur der Gewerkschaften”. – Rumänen stehen gegen Korruption auf, allerdings erst, wenn ihnen die Regierung zu weit links ist = wenn sie wenigstens mal irgendwas für die Armen tut.

    Pan y Rosas Meeting in Buenos Aires

    February 24th, 2017

    Gestern abend beim Treffen von Pan y Rosas, der Frauenorganisation der PTS, in der Parteizentrale in der Innenstadt von Buenos Aires. Es ging um die Vorbereitungen für den Frauenstreiktag am 8. März. Mit dabei auch Vertreterinnen des Frauenausschusses bei der derzeit umkämpften Clarín-Druckerei AGR sowie andere Aktivisten von dort, die Geld für ihre Streikkasse sammelten. Auf dem Treffen wurde auch Unterstützung für Analía “Higui” de Jesús organisiert, die als lesbisch von einer Gruppe von Männern angegriffen und vergewaltigt wurde, und die nun im Gefängnis steckt, weil sie einen der Männer tötete, als sie sich wehrte.

    Auf dem Foto ist zu sehen, wie Dora, eine umwerfende 70jährige Haushälterin, deren Familie einst vor der Stroessner-Diktatur aus Paraguay fliehen mußte, ihr Gedicht “Mujer de mi clase, trabajadora del mundo” über Frauen als doppelt ausgebeuteten und geschundenen Teil der Klasse vorliest. Sie arbeitet an einem Buch über die Lage des Hauspersonals, und Magui bot ihr an, sie mit der Hausarbeitsgewerkschaft von Paraguay (Sindicato de trabajadoras domésticas del Paraguay) zu verdrahten.

    Last night meeting of Pan y Rosas, the womens’ organisation of the PTS, in the party headquarters in the centre of Buenos Aires. It was about preparations for the Womens’ Strike Day on March 8th. Also present were members of the womens’ committee in the struggled-over Clarín printshop AGR as well as other activists from there who collected money for their strike fund. Another issue of the meeting was raising support for Analía “Higui” de Jesús who was attacked and raped as a lesbian by a group of men and who is in prison now for killing one of them trying to fight them off. The photo shows Dora, an awesome 70 years old domestic worker whose family once had to escape the Stroessner dictatorship in Paraguay, reading her poem “Mujer de mi clase, trabajadora del mundo” about women as double-exploited and abused part of the class. She’s working on a book about the situation of domestic workers, and Magui offered to connect her to the domestic workers union in Paraguay.


    AGR activists and supporters


    Contribution bond for the AGR strike fund, impression of the wall deco

    1 Woche Facebook-Saves: Trump, turmoil, Kommunismus…

    February 19th, 2017

    Christian Y. Schmidt hält bzgl. Soli mit Deniz Yücel Zurückhaltung möglicherweise für schlauer und Autocorsos (im Unterschied zu Yücel selbst) für behämmert, ist aber trotzdem für die Aktion heute nachmittag.

    Weiterhin muß aus linksliberaler Ecke Trump als Lügner oder klinisch Verrückter (nach krankhaftem Narzißmus nun Neurosyphilis) überführt werden, was kaum als strategisches Mittel gegen ihn funktioniert, sondern aus der Überzeugung heraus, daß sich nicht nur die Ideologieform verschärft hat, sondern etwas grundsätzlich Verschiedenes passiert, das dennoch mit den bisherigen Maßstäben zu messen und mit den bisherigen Mitteln zu containen ist. Selbst wenn diese Diagnosen zutreffen, ist der Punkt gar nicht, daß Trump dann dieses oder jenes Krankheitsbild zeigt, sondern daß er dennoch oder ungeachtet oder eben deshalb gewählt wurde. Auch die Empfehlung von LSD fehlt nicht, weil es nämlich Trumps Ego die Luft rauslassen würde, das – im Unterschied zu anderen Egos – “seems to influence his perception of virtually everything”.

    Faschismus macht liberalism erst wieder richtig attraktiv, weil Obamas Viertel Lügen in öffentlichen Statements gegen Trumps zwei Drittel plötzlich ganz nett aussieht, vor allem wenn Lüge nicht davon abhängig gemacht wird, was jemand selbst glaubt oder weiß. Mit der Pathologisierung wie sonstigen Dämonisierung des Problems an Trump wird meist auch mit begründet, warum es jetzt so viel Widerstand und Proteste geben muß (solange sie nicht zu anarchistisch oder kommunsitisch werden), das vorher aber kaum nötig war und man sich entsprechend nichts vorzuwerfen habe. Für den Kongreßabgeordneten David Cicilline ist Trumps Regierung das “Upside Down” aus “Stranger Things”: “but Chief Jim Hopper is not coming to rescue us”. Sogar Moby kann da zum Kronzeugen in Sachen Trump auflaufen – Kronzeuge mehrerer Gespräche mit Freunden, die in Washington arbeiten.


    Die Oszillation zwischen diesen beiden Polen endet wohl erst,
    wenn der Kapitalismus endet.

    Body Count reden und singen gegen die “All lives matter”-Reaktionen auf Black Lives Matter: “I mean you kill black people in the street, nobody went to jail, nobody goes to prison, but when you say ‘Black Lives Matter’ and then you say ‘All Lives Matter,’ that’s like if I were to say ‘Gay Lives Matter’ and you say ‘All Lives Matter,’ or I say ‘Women’s Lives Matter’ and you say ‘All Lives Matter.’ You’re diluting what I’m saying.” Und im Song: When it comes to the poor – no lives matter … They can’t fuck us up once we realize we’re all on the same side.”

    Hunderte Flüchtlinge stürmen Ceuta, die befestigte EU-Außengrenze in Nordafrika: “Nach einem Bericht der spanischen Zeitung “El Mundo” hatten am frühen Morgen etwa 900 Afrikaner versucht, die Zäune von Ceuta zu überwinden. Weil dies an vier unterschiedlichen Stellen geschah, konnten marokkanische und spanische Sicherheitskräfte nur einen Teil der Migranten am Überwinden der Grenzanlagen hindern. Wieviele der Migranten genau Ceuta erreichten, ist unklar. Die Angaben schwanken zwischen 350 und 500… Örtliche Fernsehsender zeigten Bilder von zahlreichen Migranten, die freudig tanzend durch die Straßen von Ceuta liefen. Das spanische Rote Kreuz teilte mit, in den Verwaltungszentren der Exklave würden etwa 400 Menschen medizinisch betreut.” Zehntausende fordern in Barcelona Aufnahme von Flüchtlingen. Paris brennt nach Polizeivergewaltigung.

    Die Trots von Klasse gegen Klasse zeigen den Protest gegen die Münchner “Sicherheitskonferenz”, “Zusammen mit Refugees gegen Krieg und Rassismus”, und den Berliner Teil des Streiks im öffentlichen Dienst. Im Berliner Taxigewerbe wird Mindestlohn durch Betrug unterlaufen.

    Paula Irmschler schreibt über “Männliche Reaktionen auf Schilderungen von Übergriffen… wie Männer nicht nur mit Abwehr auf diese Schilderungen reagieren (najaaa, gibt halt Idioten, wat soll man machen), sondern wie ihnen das, was Frauen passiert, offenkundig noch nicht genug ist.”

    Der RBB meldet, daß es in Neukölln 35 Brandanschläge, Steinwürfe, Angriffe auf Menschen durch “Rechtsextremisten” seit Oktober gab. Der “Lukovmarsch” fand statt, trotz bürgermeisterlichem Verbot auch unter ausländischer, darunter deutscher, Beteiligung. Elsässers Compact sieht sich nun rechtlichen Schritten von Seiten Frauke Petrys gegenüber.

    Bini Adamczaks “Kommunismus – Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird” erscheint nun als “Communism for Kids” in englischer Sprache. Und hier erklärt ein Kid, warum wir Kommunismus brauchen.

    Die Londoner Autonomous Nation of Anarchist Libertarians (A.N.A.L.) hat bei der Beschlagnahmung großer Mengen von Cannabis in der Nähe des Buckingham Palace vorbeigeschaut und versucht, einen Beutel zu ergattern.

    Und schließlich noch dies: “Schlaf an sich ist sehr viel komplexer, als viele denken. Was so wirkt, als würde das Gehirn abschalten, ist in Wirklichkeit mehr wie der „Ruhemodus” auf deiner Playstation 4. Bestimmte Hintergrundfunktionen laufen immer noch: Du aktualisierst Software, lädst deinen Controller wieder auf und — wenn du an Sexsomnia leidest — versuchst du eben auch, dich mit anderen Spielern zu verbinden.” (Sex im Schlaf) Die Playstation ist gar keine schlechte Metapher – es wäre nun nur noch der Frage weiter nachzugehen, wie das Gehirn seine Software aktualisiert, woher und wie es die dafür nötigen Informationen bezieht, und schon wäre mein Rauschmodell zum Traum ganz nah…

    DIE STERNE – Stell die Verbindung her – CLASTAH Cover

    February 8th, 2017

    Lust ist die Fähigkeit lebender Zellen, Organe und Organismen, Verbindung zu anderen Zellen, Organen und Organismen herzustellen. Sie als Fähigkeit zu verstehen, macht auch klar, daß es mit der bloßen Anordnung noch nicht getan ist, daß zur Verbindung ein Austausch, eine Empfänglichkeit und mindestens eine Form von Kompatibilität gehören. Herrschaft funktioniert nur, wenn sie Lust kontrolliert, wenn sie die Verbindungen zwischen den Menschen durch Repression, Kanalisierung und Monopolisierung unter Kontrolle behalten kann.

    Die Sterne starten auf ihre 25-Jahre-Jubiläumstour und wir haben ihren Song “Stell die Verbindung her” gecovert. Im Video hat auch Sterne-Sänger Frank Spilker einen kleinen Gastauftritt.

    (Lust als Fähigkeit – Hä, was?)

    Elsässer sucht Volk – was sucht ihr?

    January 18th, 2017

    6 Konstanten auf dem Weg von Bomber Harris zu Putin & “Compact”

    Vor 20 Jahren prägte der heutige nationalistische Vortänzer Jürgen Elsässer mit seinen “Dresden-Lügen” (damals in “junge Welt”, nachgedruckt im konkret-Sammelband “Wenn das der Führer hätte erleben dürfen”) nicht nur die antideutsche Position zu alliierter Bombardierung und Gedenken maßgeblich. Nun fragte er in zornig-beleidigtem Ton beim 2. Pegida-Geburtstag vor einigen tausend jubelnden Zuhörenden: “Wo ist in London das Denkmal für die ermordeten Dresdner?”

    Wie ist einer vom “radikalsten Kritiker aller Vaterländerei” zu einem geworden, der sich lautstark freut, daß “auf der ganzen Welt … der Patriotismus und der Kampf für das eigene Volk auf dem Vormarsch” ist? Ist dieser Wandel einfach ein weiterer Beleg für Hufeisen-Theorien der politischen “Spektren” (VS, BzpA usw.), war es ein eher abrupter Seitenwechsel, eine bedauerliche Kuriosität, ist’s in einer Gegen-Verschwörungserzählung auf Putins Wirken zurückzuführen? Oder hat er sich gar nicht so sehr verändert, hatten und haben viele mit ihm mehr gemeinsam als gern zugegeben? Wäre aus seinem Werdegang was darüber zu lernen, was in der Linken, die er nun mal jahrelang mit nicht geringer Wirkung bespielt hat, so alles schiefgelaufen ist und immer noch schief läuft?

    Aus der jeweiligen Sicht hatte man mit Elsässer entweder noch nie zu tun oder eben nichts mehr seit 1990, 1995, 1997, 2001, 2003, 2007 oder 2010, und somit geht es einen selbst nichts an. Als jemand, dem Elsässer vor 20 Jahren imponierte und der ihn seither aufmerksam verfolgt und immer wieder thematisiert hat, möchte ich die Kontinuitäten in seinem Wirken zeigen, die ihn als lediglich lautesten Vertreter weit verbreiteter Denkweisen erkennbar machen.

    1. Regierung stürzen lassen und danach was sein.

    Wie kaum jemand sonst in der aktuellen nationalistischen Welle will Elsässer die Regierung stürzen bzw. stürzen lassen – er will keine Sezession, keine Ministaaten, keine bloße nationale Opposition. Er sagt: “Liebe Leute, wir wollen die Macht! Wir brauchen eine Regierung aus dem Volk, durch das Volk und für das Volk.” Vom Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt Anfang 2016 berauscht, wollte er sogleich von deren Spitzenkandidaten wissen, wie die Regierung nun noch im selben Jahr gestürzt werden könnte, forderte Massendemonstrationen in Berlin wie im Herbst 1989. Merkel “betreibt das Programm der Umvolkung”, sagt er wie die Identitären und zitiert einen Spruch, der sich derzeit vor allem auf Nazi-Aufklebern (z.B. bei Die Rechte) findet: “Wenn die Regierung das Volk austauschen will, dann muß das Volk die Regierung austauschen”.

    Erst war er aber enttäuscht, weil Frauke Petry nicht zum Pegida-Geburtstag kam – ihm sind die inhaltlichen Differenzen egal, er will die Kräfte bündeln, damit sie für den Griff nach der Macht reichen: “Wir brauchen die Einheit in der Bürgerbewegung, wir brauchen die Einheit in der Opposition. Es muß eine geschlossene Volksbewegung sein.”

    Taktisch paßt das gut zusammen, da sowohl Pegida wie auch die Identitären und Teile der AfD der verebbenden Boost der “Flüchtlingskrise” zur Einigkeit treibt, sich AfD-Poggenburg wie Ibster Sellner und Pegida-Bachmann auf der “Compact”-Konferenz Ende des Jahres in Berlin fürs Zusammengehen aussprachen. Bachmann redete gegen die CSU, für den Ausbau der politisch-thematischen Hegemonie, gegen schärfere Gesetze und für die Durchsetzung der bestehenden, freute sich darüber, wie Pegida Medien und Politik zur Selbstentblößung provoziert hätte, und meinte schließlich, “Merkel muss weg” würde nicht reichen, “alle müssten” weg. Elsässer schloß mit der erneuten Forderung, die Macht zu ergreifen, “um die Einwanderung zu stoppen.”


    Abschluß der Compact-Konferenz

    Und das war bei ihm schon immer so – früher rechnete er sich Koalitionen “von Lafontaine bis Gauweiler” zusammen, davor waren das avisierte Ticket für den Weg nach oben noch andere Volksfronten oder Revolutionsregierungen, die Besatzungsmächte oder die KP. Immer schien er sich als die Chefagitator für Leute empfehlen zu wollen, die er auf dem Weg zur Macht sah oder sich zumindest so phantasieren konnte. Und das war auch zu erkennen – 2007: “Elsässer strebt nicht an, was nicht ist, sondern strebt an die Macht […] sein Tellerrand ist auf die Übernahme der zentralen Positionen im Staat, deren strategisch-militärische Absicherung und den sozialen Umbau des Staates nach Maßgabe des „rheinischen Kapitalismus“ zusammengeschrumpft.”

    Als Vorbild dürfte neben den zahlreichen Umstürzen in Osteuropa vor allem der rot-grüne Regierungswechsel fungiert haben, der ehemalige Genossen Elsässers in höchste Ämter spülte. Nun wird Trump diese Ambitionen bestimmt noch mal befeuern.

    Elsässers ganze Leistung besteht darin, auf derartige Sprungbretter hinzuweisen, weil er offenbar nichts anderes vorhat, als sie zu benutzen. Und derzeit läuft eben schon seit einer Weile und nicht nur hierzulande inmitten sich verschärfender Staatenkonkurrenz eine weiträumig politisch befeuerte und von der Staatsgewalt massiv begünstigte nationalistische Mobilisierung (die Elsässer gemäß der “Faschisierungsthese” seiner einstigen K-Gruppe ja erwartet haben dürfte); es wird ruppiger, Leute schließen sich in fieser Weise zusammen, es gibt zudem uneingestandene Kriegspropaganda gegen (mindestens) eine andere Arschlochsupermacht und große Teile der trotz der Repression noch handlungsfähigen Linken haben große Teile ihrer klassischen Schauplätze, vor allem die Arbeitskämpfe, de facto aufgegeben. Elsässer ist nicht selbst und allein das Problem; womit er punktet, könnte klarmachen, worin das Problem besteht.

    2. Werben ums Ersatzvolk

    Aus dieser Sicht sucht sich Elsässer immer das passende Volk als Ersatz für die einstig verherrlichte revolutionäre Arbeiterklasse, d.h., wann immer er auf diese Art von Machtübernahme spekuliert.

    Es geht ihm dabei nicht darum, sich mit den Leuten gemein zu machen, gemeinsame Interessen als Klasse zu erkennen und zusammen dafür zu kämpfen, sondern aus der mißgünstigen Empörung als ein auf die aggressive Sprache reduzierter “ami du peuple” die Tickets gewinnen, auf denen man nach weiter oben reisen kann – er ragt um einen Daumen klein aus seinen eigenen Reih’n. Er schaut den Leuten nicht einfach auf das Maul, er redet ihnen nach dem Mund, sofern und solange er sie für seine Mobilisierungsmasse hält, treibt sie wie ein guter Agitator nicht zu Selbsterkenntnis und Selbstermächtigung, sondern immer zur nächst radikaleren Version ihrer derzeitigen Ressentiments. Schon in den 90ern schrieb er zur Animation für seinen antideutschen Ansatz: “Schluß mit der lähmenden Bündnispolitik, Schluß mit den langweiligen Demonstrationen. Eine kleine radikale Minderheit braucht andere Aktionsformen.” Und: “Die Außerparlamentarische Opposition (APO), in den 60er Jahren in einer ähnlichen Lage, handelte nach der Maxime: ‘Die stille Aufklärung war ein Fehlschlag. Erst die radikalen, Widersprüche in der Bevölkerung aufreißenden Aktionen der APO haben eine massive Opposition bilden können…’ (Krahl)”

    Also schrieb Elsässer schon in Clickbaiting-Stil, bevor es Facebook und Breitbart gab. Aber Boulevard und Aufwiegelung (im Guten wie im Schlechten…) sind viel älter, und auch das “postfaktische Zeitalter” begann schon mit der Herrschaft unter Menschen: Ideologie als notwendig falsches Bewußtsein jeder Herrschaftsgesellschaft ist per se “postfaktisch”. Und Ideologieproduktion heißt nicht erst seit Elsässer: Das sagbar Falsche sagen, dessen Grenzen verschieben, den Leuten etwas aufschwatzen wollen, sich an sie ranschmeißen – und ihnen bloß nicht zur Erkenntnis verhelfen, daß sie zusammen alles selber machen können.

    Nach den Frontverläufen “Alle sind gegen Serbien”, “Kein Fußbreit den Aliens!” und “Weltverschwörung gegen die DDR” visierte Elsässer als Volk u.a. erst beim Marsch durch die Institutionen zu kurz gekommene Linke, “Inländer” (dafür Applaus von NPD-Gansel: “Querfront-Gespräche für einen nationalen und sozialen Politikwechsel in unserem Land” und Bewunderung von NPD-Apfel: “Letzte linksnationale Stimme zum Verstummen gebracht”), dann schon gleich besonders Deutsche, aber auch Muslime (kurz sogar die Hizbollah schöngequatscht) an, zuletzt jedoch wanzte er sich besonders an sein neuerdings geliebtes ostdeutsches Volk heran.

    Bei der Compact-Konferenz sprach Pegida-Bachmann, der beständig die Besonderheiten des Ostens betonte, im Scherz davon, die Mauer wieder aufzubauen und alle echten Deutschen in den Osten zu holen. Elsässer spielte sichtbar eine Weile mit dem Gedanken und machte im Sinne seiner Gegenüberstellungen des Westens als “islamisch besetzter Zone” und des Ostens, der “standhält”, einen Vorstoß: “Der Westen ist verloren – also den Osten befreien?”

    Nach Trumps Wahlsieg und Amtsantritt könnte sich diese taktisch-ironische Unterscheidung nun schnell als überflüssig erweisen bzw. als bloße Folklore vom “echten Deutschland” eine untergeordnete Rolle spielen – die ungebrochene Funktion Dresdens als nationalistische Hauptdreckschleuder und Mobilisierungsknoten auch der Höcke-Fraktion der AfD bleibt dennoch wichtig auch für Elsässer.

    So taktisch austauschbar die konkrete Zielgruppe, so zentral und unverrückbar dennoch die Nation, das Kollektiv der Tüchtigen, als Kern des Ganzen. Bis vor kurzem noch stellte er sich vor mit der Formel: “Mein Name ist Jürgen Elsässer, meine Zielgruppe ist das Volk”. Nun ist daraus geworden: “…ich bin Deutscher, und ich möchte verhindern [bzw. werde nicht zulassen], daß dieses Land, dieses schöne deutsche Land, vor die Hunde geht.” Nur weil er nicht mehr links ist, will er deswegen aber auch nicht rechts sein und erklärt kurzerhand das ganze Schema zur “Gesäßgeographie des 19. Jahrhunderts” – nicht mehr um “links gegen rechts” ginge es, sondern “wie im Mittelalter um die Eliten gegen das Volk”.

    Er spricht für Obdachlose, Rentner, Polizisten und benutzt als Refrain der Predigt die Formel “laßt euch das nicht gefallen, wehrt euch, auch ihr seid Deutschland”, womit er der Nation ihre Eigenwerbung vorhält. Auch die Mitgründer seiner “Volksinitiative gegen das Finanzkapital”, darunter ehemalige WASGler, gewann er um 2009, weil sie die “die Zeiten, nachhaltig, insbesondere für die Schwächeren, zu verbessern” versuchten.

    In diesem bedingten Lob der Nation und der Feindstellung “gegen die Diktatur des Lumpenproletariats”, gegen “Lumpenmigranten” ist Elsässer vielen Linken, besonders den sozialdemokratischen, leninistischen und antideutschen, sehr nahe, weshalb es angezeigt scheint, noch mal festzuhalten: Ohne Frage sind die bürgerlich-kapitalistischen Nationalstaaten die größeren und integrativeren Herrschaftsgebilde als die Stammes- und Fürstenherrschaft. Aber sie sind eben nur das – und sie bilden nicht mehr den größtmöglichen Rahmen gerade aus lokaler Herrschaft erwachsener Gesellschaft, sondern sie sperren die längst international verbundenen Werktätigen mit ihrem nationalen Kapital zusammen, stellen den Klassenkampf innerhalb der Nation still, verschärfen Binnenkonflikte unter den Arbeitskräften und stehen jedem Begreifen im Weg, daß die überwältigende Mehrzahl der Weltbevölkerung längst mehr als genug Lebensmittel und soziale Einrichtungen für sich schafft und dazu keiner Herrschaft und keiner Ausbeutung bedarf.

    3. Gewaltapparate anfeuern

    Besondere Zuneigung erfährt der legal bewaffnete Teil des Volkes. Beim Pegida-Geburtstag rief Elsässer aus: “In dieser Situation ernster Bedrohung müssen wir äußerst wachsam sein. Und ich bitte unsere Freunde von der Polizei: Schützt uns! Schlagt lieber einmal zuviel zu als einmal zu wenig! Laßt euch bitte nicht von islamisierten Politikern an der Ausübung eurer Arbeit hindern, und wenn ihr zum Schutz des Volkes und zum Schutz eures eigenen Lebens zur Anwendung von Schutzwaffen [!] gezwungen seid, dann habt ihr unsere volle Unterstützung, bitte macht das!”

    Wieder versprach er dort, wie schon bei anderer Gelegenheit, Cops, die wegen Compact-Lektüre rausfliegen sollten, einen Job “bei Compact oder bei der AfD, denn der Widerstand braucht euch”.


    Wen er anfeuert

    Hier tritt die gedankliche Verwandtschaft zu vielen seiner ehemaligen Gesinnungsgenossen besonders deutlich zutage. Von vielen Antideutschen wie aber auch anderen Linken wird jede Gelegenheit genutzt, der Staatsgewalt doch mal applaudieren zu können, nicht nur, wenn sie gegen Nazis vorgeht (wie im viel herumgereichten Video des Luxemburger Polizeieinsatzes von 1994), sondern auch wenn es um Repression gegen andere Linke geht, deren zum Teil abweichende und zuweilen wirklich furchtbare Auffassungen zum willkommenen Anlaß genommen werden, “Durchgreifen!” rufen zu können. (Dann wird auch gern schnell auf die begleitende Propaganda aufgesprungen, etwa beim angeblichen Angriff aufs Jüdische Museum am Rande der 1.-Mai-Demo 2012 in Berlin, der als nachträgliche Rechtfertigung für brutale Knüppelei herhalten mußte.) Neuere Beispiele wären die (wie ernst auch immer gemeinte) Pose der Antilopen Gang, auf Seiten der Polizei gegen Blockupy kämpfen zu wollen, das sie wohl mit Occupy und dieses wiederum mit Antisemitismus in eins setzten, und das antideutsche Bejubeln der französischen Strandpolizei fürs Durchsetzen des Burkini-Verbots in Nizza.

    Aber nicht nur die Autorität und Setzungsgewalt der Polizei wollen sich Elsässer wie die in diesem Sinne Geistesverwandten beleihen und dereinst aneignen (und eben nicht Menschen zur kollektiven Selbstverwaltung auch ihrer Sicherheit ermutigen), sondern wo immer es geht werden auch Armeen zum Gegenstand der Lobpreisung (Elsässer heute: Russische Armee, früher: “Massada wird besser verteidigt”), fast immer in besonders männlich aufgeladener Sprache, fast immer in kokett kalkuliertem Ausspielen von bedauerlicher Notwendigkeit militärischer Selbstverteidigung gegen kulturell tiefsitzende Helden- und Machtvorstellungen.

    4. Oberhäupter und Befehlshabende abfeiern

    So wichtig die Streitkräfte und ihre Gewalt für nationalistische Propaganda und allgemein für autoritäre Vorstellungen auch sind, als Vorbilder eignen sich die Führungskräfte besser – immer schon feierte Elsässer, darin leider zahllosen Linken nächstens verwandt, ausländische und historische Staatsoberhäupter oder Befehlshaber vor allem für ihre Bereitschaft zur gewaltsamen Durchsetzung ab. Die von Elsässer maßgeblich mitgeprägte Ikonisierung von Arthur “Bomber” Harris wurde schon bald von einer gezielten Provokation der Dresdner Opfermythen und des deutschen Geschichtsrevisionismus zu einer viel zu oft ernstgemeinten Universalantwort auf nationalistische Aufwallungen im Land. Es ging irgendwann nicht mehr um möglicherweise Kenntlichkeit schaffende Reaktionen bei den anderen und die Bewußtmachung der Realitäten des 13. Februar 1945, sondern nur noch darum, die erwartbare Mehrzahl der Reaktionen zur Bestätigung zu nehmen, daß gegen all das eben nur noch alliierte Bomben helfen würden, was auch oft einfach hieß: dieses Volk verdient uns als Politbüro eben (noch) nicht.

    “Schon damals neigte er zu einfachen Welt­bildern, die er in griffige Worte fasste. Auch die Verehrung für starke Männer pflegte er schon: Früher Lenin und Mao, zwi­schenzeitlich Scharon, später Miloševic und Ahmadinedschad, und heute ist es eben Putin.” (Ex-Compact-Mitstreiter Utz Anhalt im kreuzer-Interview)

    Nun huldigte Elsässer Ende 2016 in Dresden den Heerführern und herrschaftlichen Bezugspersonen deutsch-europäischer Geschichte: “Die deutschen Kaiser waren es, die im Mittelalter den ganzen Kontinent, das Abendland, vor den islamischen Invasoren geschützt und gerettet haben. Die deutschen Kaiser waren es, die zweimal vor Wien die Türken zurückgeschlagen haben. Es war Prinz Eugen, der im Auftrag des deutschen Kaisers Ungarn und Serbien, die christlichen Völker, vor den Osmanen gerettet und die Türken in ihre Löcher zurückgetrieben hat. Dieser Mut, diese Tapferkeit, dieser Kampf um die eigenen Identität und das Abendland – das ist das, was wir heute brauchen. Und ich sage: Hoch Prinz Eugen, hoch die deutschen Kaiser, und natürlich auch hoch August den starken Sachsen.”

    Und auch (nicht nur) seine Gegenwartsperspektive ist vom Blick auf aktuelle und aus seiner Sicht potentielle Staatsoberhäupter wie Putin, Trump und Le Pen geprägt: “Es gibt Hoffnung, weil sich auf der ganzen Welt etwas bewegt – überall ist der Patriotismus und der Kampf für das eigene Volk auf dem Vormarsch und die Kräfte der Volkszerstörung und des Globalismus und des Multikulturalismus im Rückzug.”

    Bei Putin vergißt er sich glatt, sicher auch, weil ihm klar ist, daß der nirgendwo in Deutschland so bekannt und beliebt ist wie hier, wo das Publikum ruft “Merkel nach Sibirien, Putin nach Berlin!” und wo Putin am Ende der DDR als KGB-Agent lebte: “Lieber Wladimir Wladimirowitsch Putin, kommen Sie bei der nächsten Gelegenheit nach Dresden! Nicht nur Pegida wird Sie begrüßen, sondern das gesamte sächsische Volk. Und wenn Sie von dieser Stelle sprechen, werden Hunderttausende stehen, bis runter an die Elbufer, und Sie begrüßen und Sie feiern, wenn Sie der Merkel den Spiegel vorhalten.”


    Putin-Ecke in seinem ehemaligen Dresdner Stammlokal

    5. Antifa-Jukebox

    Um den Jubel über Gewalt und Herrschende grundieren und moralisch aufladen zu können, nutzt Elsässer (wie so viele andere) die bei ihm besonders locker sitzenden Parallelisierungen zum Zweiten Weltkrieg, die als ständige zweite Ebene fast sämtlichen politischen Geschehens dienen. So wird Antifaschismus als ideologisches Ticket verfügbar – Antifa heißt alles Mögliche.

    Die anderen sind immer Faschisten, selbst ist man immer im antifaschistischen Kampf und greift die entsprechende Rhetorik begierig auf, was einfach ist, da es auf der Welt kaum noch anderes gibt als rivalisierende Nationalismen, die sich fast sämtlich in einem antifaschistischen Kampf sehen und wie die KPD als Avantgarde einst schon alle anderen dementsprechend deklarieren: Klerikalfaschisten, Sozialfaschisten, Linksfaschisten, Ökofaschisten, Genderfaschisten usw. usf.

    Reichstagsbrände (9/11!). Ermächtigungsgesetze. Bewaffnete Konflikte sind idealerweise Wiederholungen des Zweiten Weltkriegs (gerade war Aleppo für Elsässer Stalingrad), Maas ist auf dem Compact-Cover der Nazi in SS-Uniform… Und das ist ja auch sonst vielerorts so: ständig ist irgendwas der Volkssturm oder das Propagandaministerium, es findet irgendwo eine Selektion statt oder jemand hat “Volk” gesagt, und man selbst hat’s als erster bemerkt und denunziert, ist also der wachsamste Antifaschist, auf den alle also hören sollten. Stets sind die anderen erst als richtig schlimm und bekämpfenswert markiert, wenn ihre Überführung als Nazis gelingt. Das erspart die Auseinandersetzung mit Inhalten und immunisiert wirksam gegen die Kritik am eigenen Nationalismus.

    Schon Elsässers antideutscher Ansatz orientierte sich vor allem anderen an dieser Globalperspektive: “Der notwendige Aufbau einer Opposition gegen die deutsche Außenpolitik kann folglich nicht an den Grundlagen der untergegangenen Friedensbewegung anknüpfen, sondern muß damit brechen. Karl Liebknecht konzentrierte diesen Bruch 1914 auf die einfache Formel: ‘Der Hauptfeind steht im eigenen Land!'” (“Wenn das der Führer…”, im Folgenden WddF)

    Spätere taktische und strategische Kurswechsel begleitete Elsässer fast immer mit Verweisen auf die antifaschistische Geschichte. Die Hinwendung zu einem für ihn noch linken Nationalismus 2009 so: “Die Partisanenbewegung in Italien war ein Bündnis von Kommunisten, Katholiken und sogar Monarchisten. In der französischen Resistance kämpften Genossen von links und Leute von De Gaulle Schulter an Schulter…”

    Und entsprechend erweisen sich seine diesbezüglichen Aussagen zwar einerseits als besonders widersprüchlich, andererseits wird aber auch sichtbar, wie gut sich dieses Ticket für derartige Kehrtwenden eignet. Anfang der 90er schrieb er: “Der Anti-Hitler-Koalition ging es nicht um die Rettung Deutschlands, sondern um seine Zerstörung …es kommt nur darauf an, ob man den Alliierten dafür dankbar ist”. (WddF) Genau – heute ist er ihnen einfach nicht mehr dankbar dafür und hat die Faschismen und Antifaschismen neu sortiert. Wäre Hillary Clinton Präsidentin geworden, würde er nun die USA in den dunkelsten Farben des Faschismus malen.

    Und auch die Pro-Putin-Position kann er sich entsprechend zurechtdrehen: “Und wenn es eine Lehre aus der Geschichte gibt, dann doch die, daß sich Deutsche und Russen nie mehr gegeneinander hetzen lassen dürfen.” (Pegida-Geburtstag)

    Utz Anhalt: “Ja, er vertritt jetzt in vielem genau, fast wortwörtlich, das Gegenteil von dem, was er früher vertreten hat. Um seine völkischen Konstruktionen zu demontieren, lassen sich gut seine Texte der frühen neunziger Jahre zitieren. Bloß dass er es immer noch als Antifaschismus verkauft. Begriffe so zu verdrehen, bis man selbst der »nationale Demokrat« ist, und die anderen sind die »Rotfaschisten«, ist ja eine alte Strategie der neuen Rechten. Elsässer deutet einfach den Faschismus als die Herrschaft des Finanzkapitals, und weil dieses heute international ist, die Arbeiterklasse aber national, ist die nati­onalistische Volksfront plötzlich der Träger des Anti-Faschis­mus. Das sind natürlich Kunstgriffe, zu denen eine Frauke Petry nicht in der Lage wäre.”

    Er macht es wie fast alle anderen, nur dreister: ständig alles in dieses Schema pressen, nicht über die Gegenwart nachdenken müssen.

    6. Projektion (und Rückprojektion)

    Und so redet Elsässer in seinen früheren Texten dauernd über sein heutiges Wirken: “Gerüstet mit einem Nationalismus, der keine Marotte sog. Ewiggestriger ist, sondern die Ideologie der nationalen Avantgarde von recht bis vormals links, macht sich das neue Deutschland von den Bindungen an die westlichen Kriegsgegner frei und knüpft Allianzen mit alten Freunden aus den Jahren vor der Kapitulation.” Und die damals den anderen unterstellte Drohung hat er sich nun quasi zu eigen gemacht: “Entweder Europa wird nach den deutschen Interessen maßgeschneidert – oder wir versuchen es wieder so wie zwischen 1871 und 1945.” (WddF)

    Aber wie bereits zu antideutschen Zeiten spiegelt er sich auch stets in den Karrieren um sich herum, zeigt auf den Spiegel und sagt “Selber!” Er schießt mit beständigen Unterstellungen in alle Richtungen, daß die anderen so fies und mies wären wie er selbst – und oft stimmt es ja auch, gerade bei den ehemaligen Genossen.

    In den 90ern schrieb er etwa: “Früher konnte man den Enttäuschungen aber auch durch Rochaden innerhalb der Linken entfliehen: Waren die Sozialdemokraten versumpft, wechselte man zu den Kommunisten (Modell Luxemburg); hatten sich die Kommunisten diskreditiert, versuchte man’s bei den Sozis (Modell Wehner); hatte man von dem ganzen Traditionalismus die Nase voll, konnte man immer noch bei den Autonomen einen Stammtisch finden (Modell Ebermann). Tempi passati!” (WddF)

    Um dann andere Karrieren als Warnung und Vorbild aufzutischen:
    “Warum wurde aus dem Adorno-Studenten Botho Strauss ein Interpret völkischer Bocksgesänge, aus dem Maoisten Joscha Schmierer ein Apologet des Antisemiten Tudjman, aus dem ‘Linksanwalt’ Christian Ströbele ein Feind Israels?” Oder: “Wolf Biermann mutierte vom Eurokommunisten zur Hofschranze des bürgerlichen Kulturbetriebs, Rudolf Bahro vom Öko-Maoisten zum Öko-Taoisten…” (alles WddF)

    In einer Gesellschaft, in der diese Art von gegenseitigen Vorwürfen allgegenwärtig ist und sich ständig an sich selbst blamiert, aufgrund der allgemeinen Konkurrenz aber nie aufgegeben wird und auch nicht an Verbindlichkeit verliert, erweitert Elsässer einfach nur den Vorrat an Beispielen und ausnutzbaren wunden Punkten bzw. führt Elemente aus verschiedenen Quellen zusammen.

    Immer wieder ist er mehr oder weniger absichtlich und vollständig zu dem geworden, wovor er gewarnt hatte – hier beschreibt er 2009 im Grunde sein Konzept für “Compact” bzw. die Rechtfertigungsgrundlage dafür: “Und auf der anderen Seite des Bildschirms ist Big Brother und gibt dir alles, was du brauchst.”

    Elsässer hat nur in einem langen Trial-and-Error-Amoklauf zu sich selbst immer besser verstanden, wie “postfaktisch” Ideologie im Kern operiert und wie sie sich für sein Streben nach Regierungsmacht einsetzen läßt, welche ideologischen Tickets und welche Perspektiven sich dafür eignen und an wen zu appellieren lohnt: ein antifaschistisch aufgeladener Nationalismus, der unzufriedene, sich vom Status- oder Einkommensverlust bedroht sehende Menschen als Kollektiv der Tüchtigen gegen Faule, Kriminelle, Aussauger, Betrüger, Terroristen und Wilde in Stellung bringt, sie zur Führerwahl ermutigt und sämtliche Möglichkeiten egalitärer Selbstorganisation entweder in autoritäre Erzählungen einbindet, sie in Schreckensmärchen umlügt oder, wenn das alles nicht geht, sie schlicht ignoriert.

    Übergänge

    In den Momenten des Zweifels vor etwa 10 und vor etwa 20 Jahren hatte er teilweise gute Kritik an vielen linken Strategien und Denkweisen vorzubringen – Mitte der 90er am Traditionalismus, am alten Faschismuskonzept, an der Verkennung der Rolle und Form des Nationalismus der Gegenwart; und 2005 gerade an jener Verwendung des 2. Weltkriegs als ständiger “Folie”, an der Hetze gegen die “islamische Weltverschwörung”, daran, nur noch Bombardierung als Mittel gegen Antisemitismus zu kennen; er wies darauf hin, daß Mossad-Vorwissen noch anderes bedeuten kann, daß die deutsche Dominanz Europas nicht zur Ablösung der USA geführt hatte, daß es um Klassenkampf gehen müßte. (Nachzulesen etwa in “Ausgedeutscht”)

    Im nächsten Moment, als er merkte, daß er mit alldem bei den meisten Linken auf Granit stieß, fing er an, sich um die “Sicherheit Europas” zu sorgen, die Slowakische Nationalpartei als “Kraft” zu feiern, “die mit dem Neoliberalismus brechen will”, die Neocons und die Antideutschen als die neuen Nazis auszumachen.

    Galten ihm selbst eben erst noch die “Gotteskrieger und Selbstmordattentäter” als die “Sturmtruppen, die für das westliche Big Business die modernen Staaten, die im Unterhalt viel zu teuer sind, schleifen sollen” und denen Israel anders als Jugoslawien standhielt (2001), war er schon bald nach der Zwischenstation, Muslime gegen Rassismus und Stigmatisierung in Schutz zu nehmen, 2007 hierbei angekommen: “Länder wie Afghanistan, Irak und demnächst Iran werden in die Steinzeit zurückgebombt, weil sie nicht das westliche Verständnis von Multikulti teilen. Auch in der Innenpolitik steht die Multikulti-Ideologie seit 9/11 für einen neuen Rassismus: Man hetzt gegen Moslems, weil die sich gegen die Pornographisierung und Amerikanisierung der Gesellschaft wehren und nicht von ihrem Gott lassen wollen.”

    Aus dem Klassenkampf wurde umgehend die Verteidigung der “Inländer” gegen die Globalisierung. Aus dem Zelebrieren von Freizügigkeit (“Marxismus-Lennonismus”) ging es an den einst selbst so bezeichneten “ethnisch gesäuberter Teutonengrill” (auch wenn er sich bis heute Token-Elemente wie Rihanna in “Compact” bewahrt). Als Schmiermittel für die Übergänge und Risse in den Erzählungen benutzte er, wie so viele, die Annahme und Unterstellung von Verschwörungen – nach der Gründung von “Compact” wirkte die Zeitschrift zunächst wie eine Sichtung so ziemlich aller legal druckbarer Verschwörungskolportage, wobei nie klar war, wieviel davon einfach Auswerfen von Ködern war und wieviel Elsässer selbst in Erwägung zog und glaubte.

    So wie viele seiner Ex-Genossen heute geht’s ihm seither darum, wer “wir” sind und was “wir” in der Freizeit tun, was mit “unserem” Geld passiert und wer “uns” und “unseren Frauen” ans Leder will, darum, ein Eigenes zu definieren und es notfalls mit aller Gewalt verteidigen zu lassen – und praktisch nie darum, wie wir arbeiten, wie wir augebeutet werden, was wir dagegen tun könnten.

    Nicht einfach nur Teil der Selbstaufklärung und Selbstbefreiung der werktätigen Klassen sein, sondern doch noch einen Weg finden, in ihrem Namen an die Macht zu gelangen oder zumindest auf ihre Kosten näher an die Fleischtöpfe. Marx nicht als für alle zu erschließendes Werkzeug behandeln, sondern als autoritäre Sprüchesammlung, mit der Leute beeindruckt oder auf Linie gebracht werden sollen. Aus einer frühen Phase seines Erkenntnisprozesses politisch gerade passend scheinende griffige Slogans rausgreifen – und mit diesem Zitatenkasten-Marx geht dann sowohl vermeintlich radikale “Islamkritik” wie Kampf gegens “vagabundierende Finanzkapital”. Überhaupt: eine Kapitalfraktion gegen die andere qua Fußvolk ausspielen wollen statt den Leuten von unten in der jeweiligen (Re-)Produktionssphäre beim Organisieren zu helfen. Usw.

    Wie bei so vielen Linken, besonders antideutschen, bestand sein Marx zum allergrößten Teil aus dem frühesten, aus dem ersten Band MEW (“Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie”, MEW 1: 378, nur die Hits!), den markigen Ansagen, nicht aus dem, was Marx später erklären konnte und was vielen Formen, mit ihm Politik zu machen, die Grundlage nimmt: daß Geld sich durch Ausbeutung vermehrt, nicht von Zauberhand, nicht von allein.

    Und so lassen sich frühere ökonomische Einschätzungen Elsässers einfach in Sinne seines heutigen nationalistischen Ansatzes weiterverwenden: “Die staatliche kommandierten Nationalökonomien wetteifern darum, diese vagabundierenden Milliarden”, “vaterlandsloses Weltkapital”, “durch rigide Standortpolitik anzuziehen”, “auf Kosten des einheimischen Proletariats”. – “Die Globalisierung des Kapitalismus überwindet die nationale Konkurrenz also nicht, und ihre erneute Zuspitzung in Faschismus und Krieg ist nicht ausgeschlossen.” (alles WddF) Und da könnte man doch vorne mit dabei sein!

    Schon bald erklärte er also die Deutsche Bank für “antideutsch” (2007). Für die von Elsässer mitgegründete “Volksinitiative gegen das Finanzkapital”, formulierte er 2009 programmatisch: “In allen Staaten, auch in Deutschland, entwickelt sich ein zunehmender Widerspruch zwischen dem Industrie- und dem Bankkapital.” (Eben genau nicht!) Schließlich veranstaltete er eine Kundgebung gegen Steuergelder für Israel, und Helmut Höge erblickte in alldem nur noch “halbwegs kluge ökonomische Analysen verbunden mit an Antisemitismus grenzende Verschwörungstheorien”.

    Zu Verschärfungen und Neuformulierungen von Nationalismus gehören auch immer die Zuspitzung populärer Ressentiments, vor allem in der Geschlechterfrage – die allgemeine Konkurrenz der Arbeitskräfte wird in Gruppenkonkurrenz kanalisiert, immer am verbissensten im Bereich der bezahlten und unbezahlten Reproduktionsarbeit. Bei Elsässer brach sich ein extremer sexueller Konservatismus Bahn, der sich im Einklang mit der ganzen konservativen Politisierung dieses Themas befand, und der sich, mit unterschiedlichen Grenzziehungen bzw. -verschiebungen auch bei zahlreichen seiner früheren Genossen finden läßt. Wie auch in den anderen Politikfeldern verfängt das nur so gut, weil sie diese Vorstellungen stets in sich trugen und ihnen nun Zucker geben (endlich dürfen!) In vermutlich jedem Menschen, der unter Herrschaft lebt, bilden die beiden hauptsächlichen Handlungsrichtungen auch ihre entsprechenden Persönlichkeitsteile aus: den sich mit teils rebellisch klingenden Begründungen der Herrschaft unterwerfenden, mit ihr arrangierenden und an sie anpassenden VS. den sich empathisch und egalitär, tendenziell freundlich und friedlich mit anderen (dagegen) zusammenschließenden. Es kann sich, immer abhängig von den Bedingungen, jederzeit mehr zugunsten einer dieser Richtungen entschieden werden und damit einer dieser Persönlichkeitsteile stärker gemacht werden. Hier einige Schlaglichter aus Elsässers sexual- und moralpolitischer Radikalisierung noch vor “Compact”:

  • “Transsexuals from Transsylvania”
  • “In Berlin wird ja nicht mehr gearbeitet”, “vergnügungssüchtige Jugend”
  • nach der Love-Parade-Massenpanik sah er Deutschland “im kollektiven Suizid, der Selbstauflösung” und forderte “Massenveranstaltungen der Rauschgift-Mafia sind nach dieser Katastrophe zu verbieten”
  • Bilderberg-Gruppe steckt hinter Woodstock und LSD
  • Schlüsse

    Wie hoffentlich klar geworden ist, besteht Elsässers Bedeutung vor allem darin, als Trüffelschwein der autoritär ausnutzbaren Radikalisierungen im Land auf Themen und Konfliktfelder hinzuweisen, bevor sie weiter ausgreifen, und als abschreckendes Beispiel dafür zu stehen, was Stellvertretungspolitik und Nationalismus letztlich bedeuten. Wer wirklich will, daß sich die Welt noch mal grundsätzlich ändert, daß eines Tages alle Menschen kriegen, was sie brauchen, daß sich Ideologie nicht weiter verschärft, daß Herrschaft insgesamt sich nicht auch durch noch eine Krise hindurch weiter festigt, sollte sich genau anschauen, wieviele Denkweisen und Politikformen diesem Vorhaben zuwiderlaufen.

    Die Volksgemeinschaft gibt es und gibt es nicht. Als ideologische Masseneinbildung, die Arbeitskräfte in verschärfte staatenübergreifende Konkurrenz zueinander stellt, ihren selbstorganisierten und grenzenüberschreitenden Zusammenschlüsse entgegenwirkt und sie vom Klassenkampf gegen das Kapital abhält, funktioniert sie nur genau so lange und genau so weit, wie sie geglaubt und praktisch unterfüttert wird. Sich gegen die Volksgemeinschaft als ideologische Realität zu stellen ist also was anderes, als so zu tun, als wäre das Klassenbündnis real, als würden alle an einem Strang ziehen, als wäre die nationalistische Propaganda zutreffend.

    Also: Aufhören, sich vor dem Schrecken des Faschismus hinterm Staat und seiner Ideologie zu verstecken. Wenn Elsässer und Konsorten ein Volk suchen, ist es völlig daneben, sich hinter moralisch aufgeblasenen Warnungen vor diesem Wort zu verschanzen, und damit zu rechtfertigen, warum in die Alltagskämpfe der meisten Leute nicht mit einer Klassenperspektive hineingegangen wird.

    Zur Kenntnis nehmen, was der nationalistischen Mobilisierung in den letzten Jahren eigentlich (auch unter den für sie günstigen Bedingungen) gelungen ist und was die radikale Linke in der gleichen Zeit (bei aller Repression und allem Gegenwind) nicht hinbekommen hat und nun kurzerhand meist für unmöglich erklärt: das Aufgreifen einer populären Bewegung, Einzug ins Parlament als deren Vertretung, der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit.

    Die radikale Linke ist entsprechend nicht politisches Hauptangriffsziel der nationalistischen Welle (das sind neben den “Fremden” vor allem Merkel & Rot/Grün); sie ist nicht die Hauptunterstützerin der Arbeitskämpfe (GDL-Streik!); und nicht zuletzt dadurch auch nicht Hauptunterstützerin der Refugee-Bewegung. Sie ist, kurz gesagt, keine eigenständige, handlungsfähige Kraft gegen den Staat, weil sie sich ohne Not ihrer Klassenbasis beraubt hat, und Arbeitskämpfe sich daher heute hauptsächlich in den Händen der Staatsgewerkschaften, einiger imposanter Spartengewerkschaften und nur zu einem kleinen Teil im praktischen bis theoretischen Fokus anarchistischer und leninistischer Kleingruppen befinden.

    In den Reaktionen auf Elsässer sind Linke immer wieder kenntlich geworden:

  • entweder als Leute, die nur fünf Millimeter neben ihm stehen; die jede inhaltliche Auseinandersetzung scheuen, weil sie nur ihr demokratisches Ticket zu retten versuchen; deren Begriffsapparat ins Leere greift und die sich mehr damit beschäftigen ihn zusammenzuflicken statt ihn zu korrigieren
  • die Elsässer als Ausrede benutzen fürs Fernhalten von der “Normalbevölkerung” und zur weiteren Vertiefung ihrer wie auch immer gearteten Ersatzbeschäftigungen
  • die, die den Schuß gehört haben, sich fragen, warum sein Aufstieg überhaupt möglich war, was er über die Linke in diesem Land und ihre Selbstauskünfte zum Handlungsspielraum aussagt
  • Ich möchte schließen mit dem, was ich schon vor fast einem Jahr schrieb:

    Elsässer versteht sich selbst immer noch als Linker, was für ihn heißt, “auf der Seite des Volkes” zu stehen, mit dem “deutschen Arbeiter” gegen die “Billiglöhner”, die ins Land kommen. (…) Zuletzt beschwor er bei öffentlichen Auftritten die revolutionäre Tradition der Orte in denen er sprach, vom Bauernkrieg über die Novemberrevolution bis zum “Arbeiterwiderstand gegen die Nazis und gegen die SED”. (…)
    Es kann nun nicht darum gehen, ob reaktionäre Themen den offen nationalistischen und faschistischen Kräften überlassen werden – das müssen ihre Themen bleiben. Es geht darum, ihnen nicht das ganze eigene Spielfeld zu überlassen. Elsässer beschwört die “nationale Volksrevolution” – er will eben nicht die arbeitende Klasse aufwiegeln, sondern sie, ganz in faschistischer Tradition, für die Nation gewinnen und erhalten.
    Kommunistisch gebildete Menschen könnten wissen, was Nationalismus ist; sie könnten erklären, wo die Ideologie herkommt: daß Nationalismus das ist, was kapitalistische Gesellschaften gegen Klassenkampf, Arbeiterrevolution und Kommunismus zusammenhält; das vom Klassenkonflikt auf die faulen, kriminellen, betrügenden und blutsaugenden Parasiten ablenkt; und das zu etwa ähnlich großen Teilen aus Manipulation, der Realität der Konkurrenz und dem Fetischdenken entsteht. (…) Der Staat versucht weiterhin, die entschlossene Migrationsbewegung zu kontrollieren, um eine Auswahl an Arbeitskräften vornehmen zu können, und spaltet die Klasse weiter, indem er die verschiedenen Lohnniveaus gegeneinander ausspielt.
    Dagegen half immer nur der Zusammenschluss der Klasse: Nur wo für alle gekämpft wird, kann die Binnenkonkurrenz der Klasse teilweise aufgehoben werden. Das ist mühselig, der Weg dahin lang und der Erfolg höchst ungewiß, doch nur das könnte die Klasse gegen die Nation stellen und dem Nationalismus den Boden entziehen.

    Vorschläge, wie sich diese Schlüsse in die Tat umsetzen lassen, habe ich vor allem im letzten Abschnitt meiner Jahresvorhaben gemacht: 2017 – Was tun?

    Erste Auftritte 2017

    January 5th, 2017
  • Fr, 20.01.2017, Würzburg: Vortrag/Buchvorstellung “Sin Patrón – Betriebsbesetzungen in Argentinien und anderswo” (FB-Event)
  • Di, 31.01.2017, Fulda, Café Chaos, 19 Uhr: Vortrag “Leben im Rausch” (FB-Event)
  • Do, 02.02.2017, Berlin, k-fetisch, 20 Uhr: Vortrag Identität – Vom ‘Wer wir sind wir denn?’ zum ‘Was machen wir hier eigentlich?’ (FB-Event)
  • Do, 16.02.2017, Leisnig, AJZ: Vortrag “Homer Simpsons Mutter – und anderes Lehrreiches aus der Geschichte der USA” (FB-Event)
  • Fr, 17.02.2017, Karl-Marx-Stadt: Vortrag “Take it easy but take it! Vom ersten 1. Mai bis Occupy Oakland – Klassenkampf & Reaktion in den USA” (FB-Event)
  • Fr, 07.04.2017, Salzburg, SUB: Konzert CLASTAH
  • Sa, 08.04.2017, Innsbruck, PMK: Konzert CLASTAH
  • Sa, 22.04.2017, Essen, denkodrom: Vortrag “Lust, Rausch & Zweifel”
  • Do, 04.05.2017, Berlin, BAIZ, 20 Uhr: Entschwörung des Kopfstands
  • Fr, 05.05.2017, Potsdam, Sputnik, 19 Uhr 30: “LUTHER AUF DAS MAUL schauen” (Gegen die Helden)
  • Sa, 06.05.2017, Eisenach, Lebemann, 20 Uhr: Vortrag “LUTHER AUF DAS MAUL schauen – Revolution & Reformation in Mitteleuropa” (FB-Event)
  • Sa, 28.05.2017, Wittenberg: Luther (in Planung)
  • Sa, 17.06.2017, Nürnberg, Humanistentag, 10 Uhr: Teilnahme an der Podiumsdiskussion “Glück in Milligramm – Drogen, Medikamente und Neuro-Enhancement”
  • Im Laufe des Jahres soll es Veranstaltungen zu Rußland 1917 und den Folgen geben, u.a. im November in Speyer. (Siehe dazu: 2017 – Was tun? Luther, Lenin, Weltkrieg, Revolution)

    Weitere Buchvorstellungen zu “Sin Patrón” sind für Halle, München, Nürnberg und Bamberg in Planung; Entschwörung in Flensburg, Lüneburg und Bargteheide. CLASTAH-Shows soll es noch im Kafé Marat München, in Siegen und in Eisenach geben.

    Wer auch noch was einrühren will, findet hier mein aktuelles Programm.

    2017 – Was tun? Luther, Lenin, Weltkrieg, Revolution

    January 2nd, 2017

    Sich zuspitzende politische Lage und vergiftete Groß-Jubiläen, alte Feindschaften und Rivalitäten, wenig Hoffnung, viel zu verlieren – auch dieses Jahr wird es wohl viel zu erklären geben und es wird der Wiederholung von Fehlern entgegenzuwirken sein. Vor allem aber muß sich auf den möglichst breiten, möglichst egalitären Zusammenschluß besonnen werden, dem wir fast alle sozialen Errungenschaften verdanken und der bestes Gegenmittel gegen Reaktion und Ideologie wie auch einzig offenstehender Weg über die Welt der Herrschaft hinaus bleibt.

    1517

    Vor 500 und vor 100 Jahren fanden historische Umbrüche statt, die heute vor allem auf diejenigen bezogen werden, die sie erfolgreich für sich reklamieren konnten. Von der revolutionären Erschütterung der Feudalordnung in weiten Teilen Europas um 1500 mit dem Höhepunkt des “Bauernkriegs” bleibt Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg. Von den damaligen Klassenspaltungen und erbitterten Kämpfen bleibt die Erinnerung an religiöse Schismen und ihre heutigen konfessionellen Entsprechungen. (Den Widerspruch Luthers zwischen Aufwiegelung und Aufstandsbekämpfung, zwischen Ermächtigung der Massen und Huldigung der Fürsten habe ich in dieser Bilderserie kurz zusammengefaßt.) Wie läßt sich nun ins Gedenkjahr intervenieren? Wie läßt sich die revolutionäre Geschichte in diesem oder vielleicht den kommenden Jahren auf den Tisch bringen? Ich werde dazu in Eisenach vortragen, stehe aber auch für die Vorbereitung anderer Aktionen und Interventionen zur Verfügung.

    1917

    Auch vor 100 Jahren brachen in weiten Teilen der Welt Revolutionen aus, die die herrschaftliche Ordnung zutiefst erschütterten; auch hier ist von den selbstorganisierten Massenaktionen viel weniger im öffentlichen Gedächtnis (auch im linken) als von der Siegergeschichtsschreibung der verschiedenen Strategien, diese Aufstände und Aneignungsbewegungen zu zerschlagen, zu vereinnahmen oder sich zumindest an ihre Spitze zu setzen. Von den landesweiten Enteigungen und den überall sich bildenden Räten in Rußland blieb das historische Datum der Machtübernahme der Leninschen Fraktion der Sozialdemokratie (vom März 1919 in Deutschland blieben die sozialdemokratischen und kommunistischen Vereinnahmungsgeschichten und die faschistische Propaganda). Von den erbitterten Auseinandersetzungen über den richtigen Weg zum Kommunismus und die Führung der Bewegung blieben die bis heute untereinander aufs Messer verfeindeten reformistischen, stalinistischen, maoistischen, trotzkistischen und rätekommunistischen Traditionen. Und wieder ist die Frage: Wie läßt sich die revolutionäre Geschichte, die in all diesen Erzählungen wie abseits von ihnen zu finden ist, in diesem oder in den kommenden Jahren auf den Tisch bringen? Historical reenactment der Kämpfe, Streiks und Besetzungen an jedem Ort, wo sich das organisieren läßt? Oder doch erst die Schaffung von Zusammenschlüssen, die mehr Interesse an dieser Geschichte wecken? Ich biete eine überarbeitete Neuauflage meines Vortrags zu 1917 von 2008 an, den ich damals auch teilweise verschriftlicht und in mehreren Postings verarbeitet hatte, z.B. “Lenin, 1917 und die Demokratie”. Auch in dieser Hinsicht helfe ich aber gern bei anderen Aktionen und Veröffentlichungen.


    Wiederlektüre zu Rußland 1917

    (Wer über die Ereignisse in Rußland 1917 auf dem Laufenden bleiben möchte, kann – ja, RT-Projekt, ich weißt – diesem Echtzeit-Twitterprojekt mit mehreren Accounts historischer Personen und zahlreichem Dokumentationsmaterial folgen.)

    Weltkrieg

    Nicht nur meiner (nicht ganz ernst gemeinten) Twitter-Umfrage zufolge ist Weltkrieg ein recht wahrscheinliches Szenario. Laut diverser Einschätzungen ist er längst im Gange (als Weltbürgerkrieg z.B. bei Tiqqun, als globaler War On Terror oder War On Islam z.B. bei den Neocons und Islamisten, als Putins Krieg z.B. bei amerikanischen Liberals usw.), droht aber – angesichts nationalistischer Mobilisierungen in vielen Ländern der Welt und rapide wachsender Rüstungsbudgets bei einer ebenfalls wachsenden Zahl kriegsfähiger Regionalmächte sowie angesichts von Interessenkonflikten um Absatzmärkte, Rohstoffe, Handels- und Migrationsrouten – sich weiter auszubreiten und zuzuspitzen. Ein denkbares Szenario, das sich u.a. in Trumps außenpolitischer Rhetorik und der Eskalation im Südchinesischen Meer ankündigt, wäre etwa ein kriegerisches Zusammengehen der USA, Europas und Rußlands gegen China – wie auch immer das mit den Mitteln der Gegenwart eigentlich aussähe und von welchen ideologischen Klammern (Christentum? Antikommunismus?) auch immer das dann begleitet werden mag. Wie ließe sich angesichts solcher Entwicklungen der dazugehörigen Propaganda aller beteiligten Staaten gegenüber sinnvoll skeptisch bleiben, wie dem Drang entgegenwirken, sich der moralischen Erpressung zu ergeben und diese oder jene Kriegsmaschinerie anzufeuern? Wie verhindern, zwischen rivalisierenden Nationalismen, die sich fast alle im Kampf gegen einen Faschismus sehen, aufgerieben zu werden oder nur fürs kleinste Übel die Kastanien aus dem Feuer zu holen? (Siehe: “Das schöne Gefühl, gebraucht zu werden”) Wie läßt sich darauf bestehen, daß sich die Lebensbedingungen der meisten Menschen auf der Welt in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert haben, ohne den Eindruck zu erwecken, all das sei nicht erkämpft worden, stünde nicht ständig auf dem Spiel und bedeute nicht weiterhin millionenfaches unnötiges Leiden und Sterben?


    Hans Rosling zu den globalen sozialen Erungenschaften

    Revolution – Umsicht & Überschwang

    In selbiger Twitterumfrage belegte die sozialistische Weltrevolution (aus historischen Gründen?) den zweiten Platz. So weit weg das erscheinen mag – wie wird das denn vielleicht noch was? Was tun? Bzw.: Was machen wir hier eigentlich? Als vorläufige Antworten möchte ich meine Schlüsse aus dem zurückliegenden Jahr noch mal hoffentlich deutlicher in Form von Vorschlägen fassen.

  • dem Grundmechanismus von Herrschaft entgegenwirken: sich nicht als was Besseres vorkommen, gerade spezifisch nicht in der Weise, die für die eigene soziale Rolle und Position üblich ist
  • Ideologie ernstnehmen – weniger Schuldzuweisung und bürgerliche Partei- und Identitätspolitik, mehr systematische Kritik, dynamische Gegenidentifikation, praktisches Entgegenwirken und Assoziation um gemeinsame Interessen und Zwecke
  • Sichtbarmachung all dessen, was der ideologische Blick unsichtbar oder unkenntlich macht: die Arbeitskämpfe in aller Welt und in der Vergangenheit, die Auseinandersetzungen in der Reproduktionssphäre (auch wenn sie keinem aktuellen linksliberalen Vorhaben zuspielen), die nicht marktrelevanten und nicht herrschaftskompatiblen Bedürfnisse und Fähigkeiten
  • Kämpfe nicht gegeneinander ausspielen, sondern gerade die Verbindung herstellen: Herrschaft und Ausbeutung bauen aufeinander auf und verstärken sich, sitzen auf der Kontrolle und Ausnutzung der Fähigkeiten Rausch und Lust
  • nötige Abwehrkämpfe gegen Nazis und andere konkrete Bedrohungen ohne das liberale Aus-allen-Wolken-Gefalle führen (ist alles nicht unfaßbar, unerklärlich usw., sondern eben Konsequenz daraus, wie diese Gesellschaft bisher eingerichtet wurde), aber auch ohne diese Kolonialmacht-gegen-Bauern-Haltung (besser z.B.: Gera) und jeden gewonnenen Spielraum für Zusammenschlüsse, gegenseitige Hilfe, Erkundung von Fähigkeiten und Bedürfnissen, für individuelle Entfaltung nutzen
  • Dreh- und Angelpunkt des Kapitalismus: wem die Betriebe gehören – am meisten verdient, wer die meiste menschliche Kooperation und Selbstorganisation für sich arbeiten läßt – diese Organisation vorantreiben, Streik, Betriebe übernehmen!
  • Themen und öffentlichen Raum nicht von den Cops vorgeben und bestimmen lassen – wo immer möglich, die Polizei-PR debunken, gegen Schikanen zusammenhalten und eigene Regeln und Verkehrsformen umsichtig durchsetzen
  • Solidarität geht vor Verschlüsselung! – sichere Fernkommunikation und generell elektronische Medien sind für bestimmte Vorhaben sinnvoll, ersetzen aber nicht den Austausch und Schutz solidarischer Zusammenhänge
  • “Wo, wo soll ich hingehen?” – alles Provinz, die Innenstädte fast alle zu teuer – da wirken, wo immer es was zu bewirken gibt!
  • In diesem Sinne – anfangen, weitermachen, nicht aufhören! Kämpfen, lernen, Hinternwackeln! Und schreibt mir für Anfragen, Anmerkungen, Verabredungen.


    Am 1. Mai 2016 bei der recht
    imposanten Antifademo in Plauen.

    classless Jahresrückblick 2016: Tweets & Thesen, Musikvideos & Mitschnitte

    December 29th, 2016

    Viel passiert, viel geklärt, viel geschafft: erstmals seit 2012 wieder mehr als 40 Veranstaltungen, darunter in 11 neuen Orten, erstmals Veröffentlichungen in “konkret”, weitere neue Verbindungen sind angebahnt – wer mich auch vor- oder beitragen lassen möchte, schreibe mir. Der Schwerpunkt lag dieses Jahr noch mehr als sonst bei politisch-sozialen Auseinandersetzungen, aber auch bei der Musik; andere der vor einem Jahr formulierten Vorhaben blieben unterdessen liegen (Forschung, exemplarische Besprechungen, andere Sprachen).

    Thesen

    Es können einige der größten Arbeitskämpfe aller Zeiten von Indien bis Frankreich ausbrechen, nicht mal lange nach dem größten Streik der letzten Jahrzehnte in D, es können sich Leute in den prekärsten und neuesten Ausbeutungsformen organisieren, es können sich sogar Studis in der deutschen Uni zur Gewerkschaft zusammentun – eisern bleiben die meisten Linken dabei: da kann man nichts machen, Klassenkampf ist Sozialromantik, laßt uns lieber auf den Nachbarsandkasten schimpfen und die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

    Es kann immer wieder nachgewiesen werden, daß der Großteil der Stimmen für die AfD nicht aus Überzeugung zusammenkam und daß nach allen Umfragen andere Themen fürs AfD-Wahlvolk relevanter waren als die “Flüchtlingskrise” – die deutsche Mitte will ihren Nationalismus aber nunmal nach unten und nach Osten irgendwie abgrenzen. Und die Festung Europa nicht den Hetzern auf der Straße überlassen.

    So gut es ist, daß der Verschwörungsdiskurs endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, so bitter bleibt doch, wie vollständig die Kernpunkte Ideologie, Nationalismus und Klassenkampf dabei nicht vorkommen: “Diejenigen, die dem entgegenwirken wollen dürften sich von den rivalisierenden Nationalismen die Themen nicht vorgeben lassen; sie müssten stattdessen über das reden und das tun, was mit dem ganzen Theater ja verhindert werden soll: die Unterstützung und Organisation des autonomen Klassenkampfs von unten, von Streiks, die der Binnenkonkurrenz entgegenwirken können, und von kollektiven Aneignungen, im besten Fall zeigen können, dass es ohne Herrschaft geht.» (Korrekturenposting zu meinem Jungle-World-Artikel)

    Das Interesse an “Reichsbürgern” (bzw. Leuten, die nun diesem Label zugeschlagen werden) erwachte fast überall erst, als sich die Staatsgewalt direkt angegriffen sah: “Er hat eine heilige Kuh geschlachtet, und (so wie beim NSU) ist genau und erst an der Stelle für den Staat, seine Gewalt und seine gar zahlreich Schar von Anhängern das Maß voll. Nach den Schüssen und dem Tod schalteten sämtliche Medien unbezahlte Werbung für die Sache – es zeigt sich: Cops erschießen ist immer noch die beste PR.” (Staatsbürger vs. Reichsbürger)

    Statt bloßer Empörung über die tatsächlich eskalierte Polizeigewalt lohnt sich ein Blick auf Geschichte und Funktion der Polizei, besonders ihre Rolle bei der nationalistischen Mobilisierung der letzten Jahre: “Die Variable ist also gar nicht, daß die Polizei das tut, was sie nunmal tut, sondern auf wieviel Widerstand sie dabei trifft bzw. wie bereitwillig oder gar vorauseilend sich die Gesellschaft von der Polizei zu ihrem Gegenstand machen läßt.” (All Cops Are Staatsgewalt)

    Außerdem: Der “War on Drugs” ist nicht gescheitert. In Paraguay und Brasilien werden zu wenig kapitalhörige Regierungen entmachtet und nach wie vor kapitalistische Aneignung und Ansprüche gewaltsam durchgesetzt.

    Mitschnitte


    Ideologie, Herrschaft, Verschwörung – wozu Menschen aus Ideologie erzeugen und wie die Annahme allmächtiger Verschwörungen dabei hilft


    Rausch als Fähigkeit jedes Nervensystems, sich Situationen zu entziehen
    (Längere englische Version: “Your consciousness is always altered” – Längerer deutscher Audiomitschnitt.)


    Identität, Identitäre, Identity Politics und marxistische bis diskordische Identitätskritik

    Tweetauswahl

  • Frage zum politischen System: Muss #Merkel ihre/n Thronfolger/in selbst gebären oder kann sie adoptieren?
    und noch 1 Frage: wenn Merkel nächstes Jahr doch entthront werden sollte, ist dann Sanders oder Putin schuld?
    #Merkel2017 #LiquidMonarchy
  • Immer wieder hör ich dieses Argument, vor allem zu Arbeitskämpfen: Wir versuchen nicht, das richtig zu machen, weil es andere falsch machen.
  • wenn ihr nun endlich zweifelsfrei nachgewiesen habt, daß in den USA der Faschismus an der Macht ist, könnt ihr ja die US Army zu Hilfe rufen
  • Wozu braucht es eigentlich eine AfD, die ein Grenzregime fordert, das die Regierungen schon seit Jahren betreiben? #AfDfragen
  • Größte deutsche #Arbeiterparteien bisher: SPD, NSDAP, SED, CDU #infotweet
  • Putin, Trump, Erdogan – schon wieder überall Hitler gegen Deutschland!
  • Der Russe und der Ami greifen in den deutschen Wahlkampf ein – von Dehm bis Augstein fragt Deutschland: Wann handelt Bonn?
  • weder Feminismus & Antirassismus ohne Klassenkampf (von unten!) werden’s wuppen, noch Klassenkampf nur von & für “weiße” Arbeiter
  • “Hillary or Trump? … USA need a Left Front”, like the Argentinian FIT – so does Europe, for that matter. #Trump #USElection2016 #USA2016
  • From what I gather, Biff won against Buffy – where in 1955 was that decided again…? #ElectionNight #ElectionDay
  • #Reichsbürger-Problem auch in #Stendal & #Magdeburg wieder erst: wenn Cops statt Menschen das Grundgesetz treten…
  • das Problem an Cops ist nicht, daß sie ihre Arbeit nicht richtig machen – das Problem an den Nazis war nicht, daß Hitler Meth genommen hat
    der Punkt am Rausch sind nicht die Drogen, der Punkt an der Ideologie sind nicht die Fehler
    der Punkt an Herrschaft ist, daß sie aufhören muß, und der Punkt an uns ist, daß wir rauskriegen, wie wir sie loswerden und das machen
  • Schlagzeile demnächst: “Integration komplett: Flüchtlinge beschützen Nazis und Polizeibeamte vor linksextremen Chaoten!”
  • If it was about whether or not Trump is right about anything, he wouldn’t be there. #debate #Debates2016
  • “Wird es je wieder um Begehren gehen?”
  • “Merkels Land” – äußerst empfehlenswerte Bestandsaufnahme des gegenwärtigen deutschen Kapitalismus und Sozialstaats
  • erst wenn Revolutionäre alles ablegen, was Konterrevolutionäre sich symbolisch von ihnen aneignen, finden Liberale sie gut – but who cares?
  • national vs. national
    dem Kapital ist’s egal
    Klasse gegen sich selbst
    dem Kapital gefällt’s
    #koeln3107
  • the world: mostly non-males produce non-males mostly to produce males to mostly be exploited and to exploit in wage labor
  • a lot of German reactions to the recent attacks sound like they have missed out on the last 15 years (at least)
  • Die anderen einigen sich bei allen sonstigen Differenzen auf die Nation (gegen den Klassenkampf), wir müßten uns bei allen sonstigen Differenzen auf den Klassenkampf (gegen die Nation) einigen
  • ideology is not a matter of “smart or stupid”, “smart” & “stupid” are ideological categories, and there really is wage competition #Brexit
  • the EU propaganda after #Brexit so far: if people decide, things go to shit, that’s why Europe needs more democracy #BattleOfNationalists
  • going through texts & overviews about sexual “deviances” & “paraphilias”, I keep yelling at the screen: “define typical!”, “define normal!”
  • yummy! this fish dish, while still in the oven, already smells intensely like pussy – might be funny to watch me eat it later…
  • (Retweet) “The sensory regions for the feet and genitals lie next to each other, as shown in this cortical homunculus.”
  • (Retweet) Ein schwer depressiver Mensch muss eigentlich erstmal gesund werden, um die Hilfe und Unterstützung durchzuboxen, die er braucht.
  • History stuff:

  • In 1989, the Party opened the #Berlin Wall to wash away this mostly socialist mass movement that on November 4th gathered on Alexanderplatz
  • (4 Nov) 5 years ago today, German #Nazi terror group National Socialist Underground #NSU was partly uncovered when 2 members died. Known victims:
  • (7 Nov/27 Oct) 99 years ago, Lenin’s faction of Russian Social Democracy took power & since then dominated revolutionary socialism – for better & for worse
  • (9 Nov) #OtD in 1989, GDR rulers opened #BerlinWall in an attempt to stay in power & helped turning mainly socialist upheaval into a nationalist one
  • #OtD in 1938, all across Germany, Nazis & their helpers killed & deported thousands of Jews, destroyed thousands of synagogues, shops, flats
  • #OtD in 1918, German Social Democratic leadership claimed victory for November Revolution, proclaimed Republic & choked off socialist masses
  • On #Halloween 1517, Luther crucified the Pope in East Germany – 500 years of antisemitism & spreading zombie capitalism ensued. #ultrabrief
  • Zum Reformationstag, der ja nun vermutlich ein Jahr nicht wieder aufhören wird, ein kurzer Überblick in 6 Bildern
  • (D-Day) Vor 72 Jahren landeten Tom Hanks u.v.a. in der Normandie, damit Europa wieder Geschichte lehren kann. (Abb. ähnlich)
  • Musikvideos


    CLASTAH = classless Kulla + istari Lasterfahrer + space
    Das Licht am Ende des Tunnels ist ein sterbender Stern!

    Summary quote

    “Die Konsequenz aus der deutschen Geschichte und Gegenwart kann irgendwie nicht lauten, arbeitende Deutsche sollten sich nicht zusammentun – schon weil sich das einfach nicht verhindern läßt. Es müßte darum gehen, wozu, mit wem und vor allem wie sie sich zusammenschließen. Zum Fußvolk des kapitalistischen Nationalstaats, der als einer der größten Rüstungs- und Schuldenexporteure Krieg und Armut verbreitet, und der sich fürs gelegentliche Ausbleiben rassistischer Eskalationen und für die gelegentliche Einhaltung internationaler Konventionen feiern läßt. Zur letztlich komplementären nationalistischen bis rassistischen Massenbewegung und Populärkultur. Oder eben zum Streik, zur kollektiven Aneignung von Produktion und Reproduktion, zur länderübergreifenden Solidarität auf Augenhöhe. Und das beginnt immer alles damit, daß welche damit beginnen.”
    (Diese Klasse mit diesem Kampf)

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