Die Lesereise beginnt

January 23rd, 2012

Torsun und ich lesen ab morgen im Verlauf von etwas mehr als fünf Wochen 32mal aus “Raven wegen Deutschland” vor. Ausreichend Synapsen sind selbst mitzubringen.

24.01.2012 Leipzig, Neues Schauspiel
25.01.2012 Magdeburg, Café Central
26.01.2012 Hannover, Café Glocksee
27.01.2012 Essen, Hotel Shanghai
28.01.2012 Münster, Cubanova
31.01.2012 Jena, JG Stadtmitte
01.02.2012 Wiesbaden, Schlachthof
02.02.2012 Nürnberg, Club Stereo
03.02.2012 München, Feierwerk
04.02.2012 Stuttgart, 1210
08.02.2012 Schwerin, Komplex
09.02.2012 Rostock, Zwischenbau
10.02.2012 Flensburg, Volxbad
11.02.2012 Kiel, Luna Club
12.02.2012 Hamburg, Uebel&Gefährlich
13.02.2012 Braunschweig, Nexus
14.02.2012 Bielefeld, JZ Kamp
15.02.2012 Frankfurt, Ivi
16.02.2012 Mannheim, Café Nelson
17.02.2012 Tübingen, Epplehaus
18.02.2012 Trier, Exhaus
19.02.2012 Landau, Fatal
20.02.2012 Kassel, Karoshi
21.02.2012 Dresden, Chemiefabrik
23.02.2012 Chemnitz, AJZ Talschock
24.02.2012 Wels (A), Schlachthof
25.02.2012 Wien (A), Pratersauna
26.02.2012 Salzburg (A), Denkmal
27.02.2012 Zürich (CH), Boschbar
28.02.2012 Freiburg, White Rabbit
29.02.2012 Mainz, Capitol
01.03.2012 Köln, King Georg

Zur Bedeutung von “Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus”

January 21st, 2012

Nach dem Angriff stalinistischer Schläger auf eine Gruppe, die unter diesem Motto am Rande der LL-Demo protestierte, sind wieder Fragen über die Bedeutung der Zeile aufgekommen. Daher möchte ich nochmals klarstellen, daß sowohl der Aufkleber als auch das CD-Cover immer genauso direkt gemeint waren, wie sie formuliert sind:

Wenn jemand behauptet, es würde sich bei Gesellschaften wie der DDR oder der UdSSR um den Kommunismus gehandelt haben oder daß es in der KDVR oder China heute den Kommunismus gäbe, wenn also Ziel und Weg in eins gesetzt werden und die Realität dieser Gesellschaften zum angestrebten Ergebnis erklärt wird, antworte ich darauf mit der Refrainzeile aus “Kommunismus – kleine Geschichte wie endlich alles anders wird” von Bini Adamczak: Nein, das war bzw. ist nicht der Kommunismus – es gab und gibt dort Staaten, Klassen, Lohnarbeit und Geld. Mehr ist damit zunächst nicht gemeint.

Die sozialistischen Bewegungen und Staaten waren insofern bisher kein Kommunismus, als daß sie ihn im Sinne der Zielvorstellung nicht erreicht haben, als daß die staaten- und klassenlose, herrschaftsfreie Weltgesellschaft nicht eingerichtet, das Kapitalverhältnis nicht aufgehoben, die Lohnarbeit nicht abgeschafft wurde.

Dieser Umstand war und ist in diesen Bewegungen und Staaten ein Allgemeinplatz, die Übergangsphase des Sozialismus wurde stets deutlich vom noch einzurichtenden Kommunismus unterschieden. Insofern richtete sich die Ansage nicht an jene, die den Unterschied selbst kennen wie z.B. das Personal der chinesischen Botschaft, sondern an jene, die ihn gewohnheitsmäßig verwischen wie etwa der SPIEGEL und sein Publikum.

Entsprechend scheint diese Zeile auch besonders im persönlichen Nahkampf mit Eltern, Alltagsbekannten, Mitstudierenden oder Arbeitskolleginnen hilfreich gewesen zu sein, wenn es hieß: “Das gab’s doch schon mal”, “Man weiß ja, wie das aussieht” o.ä.


Kundgebung vor der chinesischen Botschaft, Mai 2007

Es war aber auch nicht einfach nicht der Kommunismus, insofern es sich um die Projekte von Kommunistinnen handelte, den Kommunismus einzurichten, mit welchen womöglich unangemessenen oder untauglichen oder per se falschen Mitteln jeweils auch immer. Ich teile Bestrebungen nicht, sich durch schlichte derartige Distanzierung aus der Verantwortung stehlen zu wollen.

Viel schwerer zu beantworten ist die Frage, inwiefern es sich bei den KPs, Sowjet- und Volksrepubliken um den Kommunismus im Marxschen Sinne der “wirklichen Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt” handelte und handelt, da sie ebendieser Bewegung in enormem Maße zugearbeitet wie ihr auch geschadet haben könnten – das ist letztlich auch immer eine Frage der vorstellbaren Alternativen und läßt sich vermutlich erst im Rückblick entscheiden, wenn es dereinst vollbracht sein sollte.

Nein nein, das ist nicht der Kommunismus! (Aufkleber pink)

(Weiterführend: ein tatsächlich antikommunistisches Aufklebermotiv zum Vergleich; Erwiderung auf Kritik aus dem GSP-Umfeld)

Diese Woche Vorträge in Fulda, Marburg und Bremen

January 16th, 2012
  • Dienstag, 17.01.2012, Fulda, Café Chaos, 19 Uhr: Vortrag Entschwörungstheorie/Zeitgeist
  • Mittwoch, 18.01.2012, Marburg, Havanna8: Vortrag “Leben im Rausch”
  • Donnerstag, 19.01.2012, Bremen, Infoladen, 20 Uhr: Vortrag Entschwörungstheorie/Zeitgeist
  • “Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus” auf der LL-Demo

    January 16th, 2012

    Am Rande der heutigen Liebknecht-Luxemburg-Demo zeigte eine Gruppe unser CD-Cover bzw. meinen Aufkleber als Transparent. In der Demo waren welche nicht amüsiert:

    >>Wenige Minuten später wurden wir von aufgebrachten Teilnehmer_innen aus marxistisch-leninistischen Blöcken mit Stöcken angegriffen, das Transparent in Stücke zerrissen. Menschen die sich spontan mit uns solidarisierten und versuchten uns von den Angreifer_innen abzuschirmen, wurden getreten und mit Fäusten geschlagen.<<

    Bericht der Gruppe.

    (Mehr zur Bedeutung des “Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus”-Motivs.)

    Außerdem verwüsteten Stalinisten die Gedenkstelle für die Opfer des Stalinismus und griffen dort Leute an (Fotosaus Gleichsetzungsperspektive geschriebener Bericht).

    Freies Land für freie Nazis

    January 14th, 2012

    >>Die Umerziehung des deutschen Volkes, das sich wie zu besten Nazizeiten als genetisch homogenes Volk begreift und Angst vor seiner Abschaffung hat, ist misslungen. (…) Ein bisschen scheinheiliges Gedenkminüteln im Parlament, hin und wieder ein Kerzenmarsch, ansonsten, freies Land für freie Nazis.<<

    Mely Kiyak: Lieber deutscher Nazi!

    Die Unternationale grüßt Medinat Weimar

    January 13th, 2012

    Die Besatzungszone wäre mir nach wie vor lieber…

    Da braut sich ordentlich was zusammen

    January 10th, 2012

    >>Der deutsche Staat verdient mit seinen Schulden erstmals Geld. Anders als üblich musste er Investoren bei der Versteigerung von Anleihen nicht mit Zinsen locken, sondern erhält selbst eine Prämie. (…) “Das hat es bislang noch nie gegeben”, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. “Die Anleger bezahlen eine gewisse Prämie dafür, dass sie dem deutschen Staat Geld leihen.”<<

    tagesschau.de: Deutschland bekommt fürs Geldleihen Geld

    >>Wir sind die erste Generation nach dem Krieg, die ihre Eltern zum Teil scheitern sieht, Leute, die in den 80er Jahren eine Firma hatten, aber dann den Anschluss verpasst haben und heute arbeitslos sind.<<

    Christoph Giesa klagt über “seine Generation”: “Uns fehlt ein Projekt”.

    Manche haben ihr Projekt schon gefunden: Menschen, “die drei Nazis schützen, wenn sich jemand gegen diese wehrt” oder die “vor die U-Bahn springen um einen Schwarzfahrer zu stoppen oder vor ein Auto stürzen wegen eines versuchten Fahrraddiebstahls.”

    Jungle World zu Post Privacy, Spackeria usw.

    January 9th, 2012

    >>Sicher, der Datenschutz hechelt der rasanten technologischen Entwicklung verzweifelt hinterher und trägt zuweilen paternalistische Züge. Dennoch gibt es wenige Gründe, dieses Abwehrrecht des Einzelnen gegen den staatlichen und privatwirtschaftlichen Zugriff ohne Not vollständig über Bord zu werfen. Zum anderen geraten Heller trotz einer Analyse des Verhältnisses von Wissen und Macht die realen Machtverhältnisse aus dem Blick.<<

    Philipp Albers: Organisierter Kontrollverlust

    (siehe auch: Christian Heller, Post-Privacy und die Selbstauflösung der Menschheit)

    Musikexpedition nach Limbach-Oberfrohna

    January 6th, 2012

    Am morgigen Samstag treten Egotronic und Supershirt (Audiolith) zusammen mit Feine Sahne Fischfilet in Limbach-Oberfrohna auf, um denen, die sich dort den Nazis und ihrem Begünstigungszusammenhang entgegenstellen, den Rücken zu stärken.

    Dort geht’s nach wie vor viel zu deutsch zu, siehe etwa dieses Interview mit Leuten aus Limbach-Oberfrohna:

    >>Wenn wir mal Bock auf feiern haben, gehen wir generell nur auswärts weg. Wir haben es lange genug probiert, auch auf die Dorffeste, Parkfeste und Abi-Partys zu gehen, aber irgendwann hat man keinen Bock drauf, immer auf die Fresse zu kriegen. Selbst die eigenen Schulkumpels greifen nicht ein, aus Angst vor nachträglicher Gewalt.<<

    Gewöhnt euch an DAS GROSSE THIER!

    January 5th, 2012

    Aus der ersten Ausgabe von “DAS GROSSE THIER” (gewissermaßen der Hype nach dem letzten), welche die nullte Ausgabe ist, die wiederum aus zwei PDFs besteht, deren Inhalt nicht derselbe ist:

    >>Die Praxis, so will es eine verbreitete Legende, bringt nichts als Verblendung hervor, vor welcher aber bewahrt bliebe, wer dem Ruf nach Praxis, die uns ja doch versperrt ist, sich entzöge und den „Standpunkt des Kritikers“ einnähme. Ganz etwas anderes ist der Fall: die Unmöglichkeit revolutionärer Praxis ist es gerade, was die Verblendung produziert, und diese schlägt auch die Kritik, wo diese sich nicht vorsieht. Auch die Kritik ist zuletzt eine Praxis, und teilt deren Schicksal.<<

    Darin Jörg Finkenberger über “Deutschland und die Krise”:

    >>Die ganze Stellung Europas hängt heute an der Stellung Deutschlands, in dessen Lieferketten es völlig eingebunden und von dessen Stabilität es abhängig ist. Auf diese Weise realisiert sich, was Gerhart Scheit einmal damit bezeichnete, dass der Holocaust der Kern Europas ist. (…)

    … und die Antideutschen, die die einzigen sind, die das begriffen zu haben scheinen, schulden es dem Rest der Menschheit, es ihnen begreiflich zu machen. Das begründet kein Privileg, keine Mission; das ist eine Pflicht, die bisher erbärmlich schlecht erfüllt wird; und keineswegs sind die Antideutschen besonders klug, nur weil sie ausnahmsweise einmal etwas verstanden haben.<<

    Egotronic-Doku feat. a little bit of me

    January 4th, 2012

    Da laufe ich eben noch im Treptower Park am Ehrenmal herum und schon gibt’s das in dieser fetzigen, putzigen und angemessen albernen Doku zu sehen:

    Darin liefert Torsun außerdem zwei passende Zitate für meine Beschäftigung mit den Zusammenhang von Rausch und Veränderung: “2007 gab’s ganz, ganz viel Veränderung” und “Rausch ist ein wichtiger Zustand für mein ganzes Leben”. (Hoffentlich aus dem Gedächtnis richtig zitiert…)

    28C3 – mit Nazis und Sexismus

    January 3rd, 2012

    Wie vorher schon angekündigt war ich dieses Jahr nach Jahren erstmals nicht auf dem Chaos Communication Congress und kann daher auch nicht aus erster Hand berichten.

    Aus der Berichterstattung ist jedoch Übles weiterzuvermelden, namentlich zu Sexismus und dem Umgang mit Nazis.

    In der Schilderung von no_vem_ber:

    >>First of all I was shocked by the attitude towards women. The last two years I felt accepted. This year I couldn’t help overhearing comments about “bimbos at the Congress” and “people buying tickets for their girlfriends while real hackers have to stay at home” when walking by.<<

    Krönung scheint dieser Vergewaltigungswitz gewesen zu sein, der zwar auch Buhrufe, aber eben mindestens ebensoviel Applaus bekommen haben soll:

    Hier wie auch bei anderen Beobachtungen von Sexismus auf der Veranstaltung sind jedoch die Reaktionen fast noch erschreckender: in Kommentaren wird das Problem verharmlost oder auch geleugnet, werden die Betroffenen und Kritisierenden zum Problem erklärt, beschimpft und gleich noch sexistisch verspottet.

    Zu dieser Verunsicherung kommt nun auch noch eine weitere: Es kann offenbar nicht mehr davon ausgegangen werden, daß Nazis, selbst wenn sie sich offen zu erkennen geben und während der Veranstaltung in ihrem Blog (Nazi-Link!) über sie berichten, des Kongresses verwiesen werden.

    tante/Jürgen Geuter: “Schließlich wurde noch festgestellt, dass solange er nichts tue, es keinen Grund und Möglichkeit gäbe, ihn zu entfernen.”

    Bericht bei Linksunten:

    >>Obwohl sich der CCC also in der Öffentlichkeit als antifaschistisch positioniert, sperrten sich die OrganisatorInnen des 28C3 vier Tage lang gegen den Rauswurf der Nazis. Die Anwesenheit von Nazi-Techies auf einem CCC-Kongress ist gleich aus mehreren Gründen ein Tabubruch. Nazis können dort Informationen über AntifahackerInnen sammeln. Nazis können sich dort weiterbilden und dieses Wissen an andere Nazis weitergeben. Durch die Duldung der Anwesenheit von Nazis verdrängt der CCC potenzielle und reale Opfer von Nazigewalt. (…) Der für Security zuständige “Erzengel” (…) nutzte seine Machtposition, um den Rauswurf der Nazis zu verhindern. (…) Erst zwei Stunden vor Ende des Kongresses, nachdem immer mehr TeilnehmerInnen interveniert (…) wurde der offensichtlichere der beiden Nazis, die meist zusammen unterwegs waren, höflich hinaus gebeten und dieses Handeln auch noch als vorbildhaft hingestellt.<<

    Nazi Thor Steinar 28C3 CCC Congress

    Auch hier gab’s retour wieder Verharmlosung, Selber-Nazis- und Meinungsfreiheits-Gedöns und gehörige Mengen Vereinsmeierei zu lesen: “Normalerweise akzeptiert man wenn ein Vorstand eine Entscheidung getroffen hat…”

    Wer dort war, kann ja gern mal diese Einschätzungen ergänzen (oder ggf. korrigieren) oder berichten, was vielleicht auch an Erfreulicherem passiert ist. (Die Spackeriade interessiert mich dabei auch…)

    yetzt meint: “auf dem #28c3 ist nicht mehr kackscheiße passiert als sonst. sie wurde aber sichtbarer kritisiert. gut so.”

    (Mitschnitte der Veranstaltungen gibt’s hier, Dmytri Kleiner hat allerlei dazu gebloggt, bei johl gibt’s heute das Resteessen zum 28C3)

    Um die ganze Melange aus Schrecken, Verwunderung, Neugier und Nostalgie komplett zu machen, hier noch ein bisher unveröffentlichter Track vom Lasterfahrer und mir aus dem Jahr 2008, der gleichzeitig als Hommage an und als Parodie auf die nerdliche Hemisphäre gedacht war:

    classless Kulla & istari Lasterfahrer – Discordian Like You

    Deutscher Staatserfolg Europa

    December 27th, 2011

    >>Was ein spanischer Arbeitsloser zu fressen bekommt, ein portugiesischer Lehrer verdient, wann ein Franzose in Rente geht und Irland der Dispo gestrichen wird, wessen öffentliches Eigentum an welchen – deutschen – Kapitalisten zu privatisieren ist, wie lange ein griechischer oder italienischer Ministerpräsident im Amt bleiben darf und von wem er ersetzt werden muß, wer sein Volk nach dessen Meinung fragen und wann er Wahlen abhalten darf, wird in Berlin entschieden und von Hiwis in Brüssel wie dem EU-Ratspräsidenten van Rompuy verkündet: “Italien braucht Reformen und keine Wahlen.” (…)

    Kalt bis an ihre Mördergrube hinan haben sie den Versuch der Briten, Italiener und Franzosen verfolgt, mit ihrer libyschen Militäroperette, der gleichwohl echte Menschen zum Opfer gefallen sind, einen Saisonerfolg zu ertrotzen, während eine Transall der Bundeswehr in die rauchenden Trümmer von Bengasi ein Spezialkommando absetzte, bestehend aus dem Staatssekretär des Bundesministeriums der Wirtschaft, dem Geschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft und Vertretern von zwanzig deutschen Unternehmen, um abzuräumen, was die Verbündeten erst zu erobern hofften.<<

    Gremliza: Heute gehört uns Europa (konkret 1/2012)

    Jahresendbotschaften aus Oakland

    December 24th, 2011

    >>Tossed up on the shores of the present by 150 years of failed insurrection, by the shipwreck of the workers’ movement, the failure of a hundred political projects. (…) Betrayed by democracy, betrayed by the technocrats of socialism, betrayed by the dumb idealism of anarchy, betrayed by the stolid fatalism of the communist ultraleft. We are not the 99%. We are not a fucking percentage at all. We do not count. If we have any power, it is because we are the enemies of all majority, enemies of “the people.” As the old song goes, we are nothing and must become everything.<<

    Research & Destroy: Plaza – Riot – Commune

    >>Originally a reference to crazy distributions of wealth in the United States, the 99% has come to be an empty and abstract signifier for any dominant group. A relevant example of the application of this normalizing concept is the recent letter from the Oakland Police stating that they too are part of the 99%, and struggle daily against the criminal 1% comprised of thieves, rapists, and murderers. Another odious deployment of the concept is the way that lovers-of-bank-windows declare that anarchists are in fact the 1%, opposed to the peaceful 99% of protesters. Even more absurd is an assertion by police-apologists that, in fact, 99% police officers are good people and that only 1% of them are sadistic sociopaths.<<

    Bay of Rage: The ANTI-CAPITALIST MARCH and the BLACK BLOC

    >>The divisions created by this march are not political in the traditional sense. It is not one tendency against each other. This is quite plainly a battle between ethical forms-of-life, meaning these conflicts are over the way people do the things they do. This is most evident in the fact that on both sides of this are anarchists and communists. And this is where it gets interesting: those anarchists and communists who were not for the property damage could be later seen telling those who were to “calm down.” It doesn’t matter that all anarchists are against the state and capitalism when there are those who are firmly attached to the life dampening nature of society itself.<<

    Communismknowsnomonsters: We Laugh at the Waves as they Crash on Us!

    >>The task is quite simple, and it is monstrously difficult: in a moment of crisis and breakdown, we must institute ways of meeting our needs and desires that depend neither on wages nor money, neither compulsory labor nor administrative decision, and we must do this while defending ourselves against all who stand in our way.<<

    Research & Destroy: Plaza – Riot – Commune

    Und die Krise heißt auch Deutschland?

    December 20th, 2011

    Presseschau: Billige Arbeit als politische Waffe

    Anton Landgraf: Durchbruch zum Kern

    >>Auf dem EU-Gipfel in Brüssel hat sich Deutschland durchgesetzt: Profitieren wird von den Beschlüssen vor allem die deutsche Exportwirtschaft – so lange, bis der ganze Laden zusammenbricht. (…) Innerhalb weniger Jahre ist es ihr gelungen, in Europa ihre finanz- und ordnungspolitischen Vorstellungen durchzusetzen. Für Deutschland hat eine stabile Währung stets oberste Priorität. Das liegt weniger an der historischen Erfahrung mit einer Hyperinflation, die angeblich die deutsche Volkseele seit Jahrzehnten quälte, wie in den Medien so gerne behauptet wird. Vielmehr ist diese Einstellung dem deutschen Exportmodell geschuldet. Aus deutscher Sicht ist der Euro unterbewertet, weil in seinen Kurs auch die wirtschaftliche Bilanz weniger produktiver Staaten einfließt. Das verschafft deutschen Unternehmen einen enormen Vorteil, weil ihre Produkte dadurch im Ausland unschlagbar günstig werden.

    Anton Landgraf: Sparen bis zum Kollaps

    >>Mittlerweile blickt die ganze Welt panisch nach Europa. Nur die deutsche Bundesregierung scheint über reichlich Zeit zu verfügen. Konsequent schmettert Bundeskanzlerin Angela Merkel seit Monaten alle Vorschläge ab, die auf eine schnelle Rettung zielen.

    Die Schuldner gelten als die Schuldigen. Doch während die Bundesregierung vehement auf die Haushaltsdefizite andere Staaten verweist, erwähnt sie mit keinem Wort, woher diese Fehlbeträge eigentlich stammen: Sie sind die Kehrseite der deutschen Exportüberschüsse. Konsequenterweise müssten daher auch jene Staaten sanktioniert werden, die hohe Überschüsse erzielen.

    Mit ihrer sturen Politik hat die Bundesregierung eine sich selbst verstärkende Dynamik in der Euro-Zone ausgelöst. Die harten Sparauflagen führen immer mehr Länder in die Rezession, weshalb eine Kapitalflucht in die vermeintlich sicheren Euro-Staaten stattfindet. »Deutschland saugt wie ein Magnet Geld an« …

    Dabei ist klar, dass die meisten Länder noch Jahre brauchen werden, bis sie ihren Haushalt ausgeglichen haben – falls dies überhaupt je gelingen kann. Bis dahin sind sie aber darauf angewiesen, Hunderte Milliarden Euro alter Schulden durch neue Kredite abzubezahlen.

    Die Bundesregierung spielt indes bewusst mit der Gefahr, dass die Euro-Zone scheitern könnte, denn nur so lassen sich Vorgaben durchsetzen, deren Folgen an die eines Krieges erinnern. Zumindest in der südlichen Euro-Region werden auf unabsehbare Zeit Zonen der sozialen und wirtschaftlichen Depression geschaffen.

    Über eine OECD-Studie berichtet Lutz Getzschmann:

    >>Die Kluft zwischen Arm und Reich ist in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren deutlich schneller gewachsen als in vielen anderen Ländern. (…) Die Ergebnisse der Studie bestätigen zwei Thesen: zum einen, dass Deutschland die anderen Standorte weniger durch hohe Produktivitätssteigerungen als durch Dumpinglöhne niederkonkurriert, und zum anderen, dass auch die konfliktscheue Tarifpolitik der deutschen Gewerkschaften für die Reallohnverluste verantwortlich ist.<<

    Jörn Schulz: What on earth is a “Schuldensünder”?

    >>Noch problematischer wird es, wenn diese Regierung mächtig genug ist, anderen Staaten ihre Politik aufzuzwingen, und sich zu einer Mission berufen fühlt. Mit einem rational kaum noch zu erklärenden Fanatismus bekämpft die Bundesregierung die »Schuldensünder«, obwohl die desaströsen Folgen dieser Politik offensichtlich sind. Im Rest der Welt, der die Kreditaufnahme nicht als Verstoß gegen die Gebote Gottes betrachtet, fragt man, wie etwa der Nachrichtensender CNBC: »What on earth is a ›Schuldensünder‹?«<<

    Noch mal Anton Landgraf:

    >>Die überwiegende Mehrheit der Euro-Staaten hat den Beschlüssen von Brüssel nur widerwillig zugestimmt – die ökonomische Vormachtstellung Deutschlands ließ ihnen schlicht keine andere Wahl.<<

    Die Jungle World sammelte die Reaktionen in verschiedenen europäischen Ländern:

    Italien:

    >>»Europas Peripherie« werde ohnehin nur attackiert, weil die Wirtschaftsmacht Deutschland von den Weltmarktkonkurrenten nicht direkt angegriffen werden könne, heißt es etwa in einem Kommentar von Lanfranco Caminiti. »Noch ist nicht die Zeit für Dresden«, fuhr er fort, doch man werde »nicht für Berlin sterben«. Die Kritik an Merkels Politik richtet sich aber auch direkt an die deutsche Bevölkerung. Italiens Linke beginnt sich zu fragen: Warum streiken eigentlich die Deutschen nie gegen die Sparpolitik ihrer Kanzlerin?<<

    Griechenland:

    >>Am 19. Oktober, als es bei einem Champions-League-Spiel gegen den griechischen Meistern von Olympiakos Piräus gelang, BVB Dortmund zu schlagen, wurden im Stadion weniger fußballerische Parolen skandiert. Stattdessen waren Slogans wie »Steckt euch die Kredite in den Arsch« oder »So schlagen euch die Schuldner« zu hören.

    Auch von Rechtspopulisten, die ihr Heimatland permanent als Ziel der Angriffe von »fremden Mächten« wahrnehmen, werden Ressentiments gegen Deutschland verbreitet. Der griechische Nationalfeiertag am 28. Oktober, der den Eintritt Griechenlands in den Zweiten Weltkrieg markiert und der im ganzen Land mit großer patriotischer Inbrunst begangen wird, war der Anlass zu teilweise antideutschen Ausschreitungen. In Patras verbrannten Nationalisten eine deutsche Fahne und klebten Plakate, auf denen Angela Merkel in Nazi-Uniform dargestellt wird.<<

    England:

    >>Der Guardian kommentierte, dass ein neues »kaltes Europa« entstanden sei, in dem Deutschland das Sagen habe. »Eine freudlose Union der Strafverfahren, Disziplinierungen und scharfen Ressentiments« werde sich entwickeln.

    Der britischen Bevölkerung scheint Cameron indes aus dem Herzen gesprochen zu haben. Eine Umfrage der Daily Mail, die dem Euro eher kritisch gegenübersteht, ergab, dass 62 Prozent der Briten meinen, der Premierminister habe in Brüssel mit seiner Haltung die richtige Entscheidung getroffen. Nur in einem Punkt war die Einigkeit unter den Befragten noch größer: 70 Prozent denken, dass Deutschland nach dem Gipfel zu mächtig geworden sei.<<

    Frankreich:

    >>Der »Präsident der Republik« tritt seit Anfang November regelmäßig auf Canal+ als Puppe auf. Nämlich bei der satirischen Sendung »Les Guignols de l’inf«, wo er Schweiß-und-Tränen-Reden hält, die meist mit dem Ausruf: »Arbeiiiit! Arbeiiiiit!« enden. Den Président verkörpert allerdings nicht die Puppe von Nicolas Sarkozy, sondern jene der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie ist es nämlich, die verkündet, das Lotterleben mit sozialen Garantien »wie im Schlaraffenland« sei endgültig vorbei. Ihre entsprechend ausfallende Rede am Donnerstag vor einer Woche, nach einer Ansprache Sarkozys zur Wirtschaftslage in Toulon, hielt die Merkel-Puppe an einem Pult, das mit den Wahrzeichen des Vichy-Regimes geschmückt war.<<

    The Guardian weekly (16.12.2011)

    >>A year ago, it was assumed that 2011 would see life return to normal. Europe would sort out its little local difficulties, China and India would power along, and Barack Obama would use a resurgent US economy as the springboard for his re-election campaign.

    Instead, 2011 ends with the euro fighting for its life, Britain weighing up what life might be like outside the EU, China fending off a hard landing, America in political gridlock and unemployment globally above 200 million and rising.<<

    Mehr zur Gesamtlage breitete die Konkret 12/2011 in einem "Streitgespräch über den Kapitalismus in der Krise" aus:

    >>Ebermann: Deutschland hat innerhalb des Euro-Raumes ein traumhaftes Exportvolumen, das durch keine Währungs- und keine Zollgrenzen behindert wird. Deutschland kann viele Länder, wie zum Beispiel Griechenland, behandeln wie seine Absatzmärkte. Deren Konkurrenzfähigkeit ist erloschen, und solange sie kreditiert wurden, mußten sie die deutschen Exportgüter kaufen.

    In beiden kapitalistischen Zentren [USA und Europa] ist der Staat in seiner Funktion als ideeller Gesamtkapitalist ziemlich blockiert. (…) Es ist schon komisch, wie viele Leute den Banken jetzt die Schuld geben. Das läßt doch den Rückschluß zu, daß, nahezu egal was passiert, der Staat seinen sakralen Charakter behält. (…) Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Staaten der europäischen Gemeinschaft nach heutigen Maßstäben in absehbarer Zeit noch parlamentarisch-demokratisch verfaßt sind.

    Heinrich: Die Beschäftigung, die Zahl der Lohnarbeiter, steigt weltweit kontinuierlich an. Da ist nicht zu sehen, daß der Kapitalismus an sein Ende käme, ganz im Gegenteil. (…) Wie sind im 19. Jahrhundert die Eisenbahnen gebaut worden? Auf der Grundlage von einem riesigen Kredit- und Aktienschwindel. (…) Es gab also enorme Verluste, aber letzten Endes ist der Kapitalismus durch diesen Defizitkreislauf im 19. Jahrhundert enorm angeschoben worden. Mir scheint, daß zur Zeit in China etwas ganz ähnliches passiert.<<

    Und die deutsche Massenpresse? Läßt sich vielsagend an Großbritannien aus. Bild: “Bye, bye, England – Europa macht ohne euch weiter”, Süddeutsche über Cameron: “nörgelnder Alter auf dem Balkon”, “querulatorischer Zuschauer”, FAZ: “Wie töricht!”.

    Thomas Schmid, Welt am Sonntag (11.12.2011):

    >>Nun werden wir bald erfahren, ob ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, Nationen ganz unterschiedlicher Arbeits- und Wirtschaftstraditionen zusammenzuspannen.<<

    Weiter hinten in der WAS wurden Tipps für den Umgang mit dem Crash gegeben: Einbunkern, Bewaffnung, Flucht. Es ist auch zu erfahren, welche Euro-Scheine in welchem Land ausgegeben wurden und von diesen wieder zu ihrer Währung erklärt werden könnten.

    Am oberen Seitenrand sind die nächsten 37 Termine abgebildet, an denen die wichtigsten Euro-Staaten neues Geld am Markt aufnehmen müssen – Italien trifft es schnell und hart, aber auch Deutschland selbst ist 8mal dabei.

    Heute und morgen live in Osnabrück

    December 16th, 2011

    Zwei Auftritte – ein Vortrag und ein Konzert:

  • Freitag, 16. Dezember 2011, Osnabrück, Schloss der Uni, Raum 11/215 , 19 Uhr: Vortrag “Leben im Rausch”
  • Samstag, 17. Dezember 2011, Osnabrück, SubstAnz, 23 Uhr: Konzert mit Istari Lasterfahrer
  • Die Panne heißt Deutschland

    December 10th, 2011

    Zwickau:

    >>Die Höhepunkte in diesem Jahr waren ein Überfall von etwa 40 Neonazis auf eine Demonstration für ein »Alternatives Jugendzentrum« im Mai und ein brutaler Angriff Dutzender vermummter Neonazis auf eine Gruppe Punks am Rande des Stadtfestes im August. Wenige Wochen vor Bekanntwerden der neonazistischen Terrorgruppe brach die Stadt Zwickau die Gespräche mit jungen Menschen über ein geplantes alternatives Jugendzentrum ab. Grund dafür war die Angst, dass Angriffe von Neonazis auf ein solches Jugendzentrum das Image der Stadt schädigen könnten.<<

    Jena (genau, das tolle, gute, geläuterte Jena!):

    >>Im Burgweg in Jena sind die Anwohner verärgert – wegen des öffentlichen Interesses. Zu Wohllebens politischen Aktivitäten wollen sich die Nachbarn nicht äußern. »Man kannte sich halt vom Sehen«, sagt eine Nachbarin, die Wohllebens seien ganz normale Leute. Höflich, mit zwei niedlichen Kindern. »Was erwarten Sie? Dass wir sagen, dass der Wohlleben nachts immer heimlich Hakenkreuze an die Wände geschmiert hat?« blafft ein Mann die Journalisten an. »Das Schlimmste ist der Schaden, der Jena nun entsteht«, sagt der Nachbar.<<

    Unterdessen werden weitere "Ermittlungspannen” bekannt:

    >>Monatelang hatte die Staatsanwaltschaft Dresden verdeckt gegen die rechtsextreme Gruppe Terror Crew Muldental ermittelt, doch dann wurden die Rechtsextremen gewarnt, bevor Hausdurchsuchungen stattfinden konnten – ausgerechnet vom sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz.<<

    Was zumindest die Justiz aber super hinbekommt, ist, diejenigen mit Verfahren zu überziehen, die was gegen die Nazis machen und zwar auch genau dafür (Video mit mir als Sidekick):

    >>Während über ein NPD-Verbot diskutiert wird, geht Sachsens Justiz gegen den Jenaer Pfarrer König vor. Er soll sich bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dresden strafbar gemacht haben.<<

    Die Vorwürfe sind natürlich begründet:

    >>“Keine Macht für Niemand”, dröhnt aus den Lautsprechern, die auf dem Dach des Busses angebracht sind. (…) In der sächsischen Landeshauptstadt hat die Staatsanwaltschaft soeben Anklage erhoben gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König. Ein Vorwurf in der 18 Seiten dicken Anklageschrift lautet, der Geistliche habe durch das Abspielen von “Musik mit aggressiven, anheizenden Rhythmen” zur Gewalt aufgewiegelt.<<

    Lichterkette, Stacheldraht


    Deutschlands Kopf
    im Netz des antifaschistischen Terrors
    (Abb. ähnlich)

    3mal Entschwörung in Thüringen

    December 5th, 2011

    Heute, morgen und übermorgen trage ich in Thüringen zur “Entschwörungstheorie” vor:

  • Dienstag, 06.12.2011, Jena, JG Stadtmitte, Johannisstr. 14, 20 Uhr
  • FÄLLT AUS! Mittwoch, 07.12.2011, Weimar, M17, Marktstr. 17, 19 Uhr KURZFRISTIG VERSCHOBEN AUF 2012!
  • Donnerstag, 08.12.2011, Saalfeld, Haskala, Saalstr. 38, 19 Uhr
  • “Alle machen mit und alles muss raus”

    December 5th, 2011

    Der Track von Björn Peng und mir (erschienen auf der CD “Servus” von Björn Peng) findet sich jetzt auch bei Youtube:

    Die Lyrics & Samples dazu:

    ["Ich spürte eine große Erschütterung der Macht, als ob Millionen in panischer Angst aufschrien und plötzlich verstummten. Etwas Furchtbares ist passiert.]

    das 20. Jahrhundert
    der Anbruch der Maschinenherrschaft
    Menschen werden Maschinen
    und zerstören mit Menschen und Maschinen
    Menschen und Maschinen
    und hören nicht mehr damit auf

    der endgültige Durchbruch der von Menschen eingerichteten
    Herrschaft der Dinge über die Menschen
    des Tauschwerts über den Gebrauchswert
    der Verwertbarkeit über die Bedürfnisse

    Kapital und Staat
    Staat und Kapital
    einer zeigt auf den anderen
    als wäre da die Wahl
    aber du hast keine Wahl
    sie sagen: keine Alternative

    Alle machen mit
    und alles muss raus

    stolz auf die freie Wahl, die freie Auswahl
    nicht in sozialistischen Uniformen
    sondern in individuellen Massenmarken
    nicht mit der Fahne des totalen Staats
    sondern alle mit der gleichen Fahne am ganzen Körper
    gekleidet wie es in ist
    Geräte benutzt wie empfohlen
    Tanzen wie in Funk und Fernsehen

    und wenn ich das sage
    denkst du, ich tadele deine Wahl
    welche Wahl denn?
    du hast doch gar keine
    es muss doch alles weg

    Alle machen mit
    und alles muss raus

    ["Und deswegen mach ich jetzt hier diesen Tisch mal kaputt, ja, damit de mal genau Bescheid weißt..."]

    das wird nicht wieder
    erst recht nicht gut
    wird sich erst ändern
    wenn es endet
    Gewaltmonopol heißt wehrlos sein
    Gewalt in erster Person
    Rostock 2007
    Griechenland 2008
    Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele

    Alle machen mit
    und alles muss raus

    Ökonomischer Gottesdienst ain’t over til it’s over

    December 3rd, 2011

    Nur knapp daneben, aber es reicht einfach nicht.

    So nahe neben der Euphorie von Torsuns Durchbruch muß ich doch feststellen: Ich bin nicht er, meine Konzerte sind nicht annährend so gut besucht wie seine und werfen entsprechend viel weniger Gage ab, und meine größtenteils erstaunlich gut besuchten Vorträge füllen keine Eintrittskasse (und auch kaum eine Tresenkasse), sondern werden bis auf wenige Ausnahmen von Stiftungen, Vereinen und AStAs nach Standardtarif bezahlt. Es ist weiterhin toll, daß das fast zum Leben reicht, aber es reicht eben nur fast, und fast heißt: es reicht nicht. Vielleicht fehlen nur 10 oder 20 Auftritte im Jahr.

    Aus dem Buch kommt finanziell wohl erstmal auch noch nichts raus; die VG Wort will wissenschaftliche Texte, die KSK will hauptamtliche Belletristik und leiden kann ich außerdem beide nicht; andere Branchen, in denen ich mich versucht habe, sind unmittelbar danach in tiefe Krisen verfallen.

    Also Buchschreiberei beiseite legen (nicht aber die entsprechende Literatur!), mich bei der Agentur verfügbar melden, Hemd bügeln, frühmorgendliches austauschbares Aufputschmittel trinken, pünktlich an der Haltestelle sein, wo die Tram aber schon weg ist, und dann zurückkriechen in die Arme der halbwegs regulären Lohnarbeit, die mich hoffentlich überhaupt noch haben will.

    Den Quatsch wieder ernstnehmen, mühsam abgelegte Ware-Geld-Routinen wieder einüben und abwarten, wann’s mal wieder für einen Absprungversuch reichen könnte.

    2MWW4N64EB9P